BYC-News Blog Seite 1523

Die Polizei warnt eindringlich vor dem Konsum dieser Ecstasy-Tabletten

Im Zusammenhang mit dem Todesfall bei einer Tanzveranstaltung im Palazzo Bingen (wir berichteten), warnt die Polizei eindringlich vor dem Konsum von Ecstasy-Tabletten.

Noch in der Nacht konnten die Beamten die nachfolgenden Tabletten im Zusammenhang mit der Veranstaltung sicherstellen.

Warnung vor diesen Tabletten

Derzeit prüft die Kriminalpolizei, ob der Tod des 35-jährigen Hessen, sowie die gesundheitlichen Probleme mehrerer Gäste dieser Veranstaltung, im Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen stehen.

Wer Hinweise geben kann, meldet sich bei der Polizei in Bingen tel.: 06721 – 905-0 oder per mail an pibingen@polizei.rlp.de.

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Unsere Erstmeldung

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1 Toter und 6 Verletzte bei Tanzveranstaltung im Palazzo in Bingen

Update 13:35 Uhr: Die Polizei konnte noch in der Nacht die abgebildeten Tabletten in Zusammenhang mit der Veranstaltung sicherstellen und warnt eindringlich vor deren Konsum. Die Kriminalinspektion Bad Kreuznach hat die Ermittlungen aufgenommen.

Derzeit prüft die Kriminalpolizei, ob die aufgetretenen Symptome und der Tod des 35-jährigen in Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen stehen. Insbesondere sind dabei Ecstasy-Tabletten in den Fokus der Ermittlungen geraten.

Durch die Polizei konnten unter Anderem diese Tabletten sicher gestellt werden | Foto: Polizei Bingen

Update 10:45 Uhr: Bei einer Tanzveranstaltung „Tanz der Familie“ (Summerfestival) im Palazzo Bingen ist in den frühen Morgenstunden gegen 3:00 Uhr ein 35-Jähriger Mann aus Hessen ums Leben gekommen. Sechs weitere Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Wie die Polizei in Bingen auf Nachfrage von BoostyourCity bestätigte, laufen derzeit die Ermittlungen. Bestätigen konnte ein Pressesprecher der Polizei, dass ein „Todesermittlungsverfahren“ bearbeitet wird. Alle weiteren Informationen wird die Polizei im Laufe des Tages mitteilen.

Nach BoostyourCity vorliegenden Informationen mehrere Zeugen, muss der Zwischenfall heute am frühen Morgen passiert sein. So sollen die Betroffenen „grüne dreieckige Pillen“ bezogen und diese im Anschluss auch konsumiert haben. Im Anschluss klagten die Betroffenen über Herz-Rhythmus-Störungen. Unter den Betroffenen soll sich auch eine schwangere Frau befinden (Die Staatsanwaltschaft kann die Angabe der Zeugen nicht bestätigen)

Für einen jungen Mann kam jede Hilfe zu spät. Er wurde noch auf der Terrasse vom Palazzo durch den Rettungsdienst versucht zu reanimieren, leider jedoch ohne Erfolg. Der Verstorbene musste durch die Feuerwehr mittels Drehleiter von der Terrasse geborgen werden.

Auf seiner Facebookseite hat der Veranstalter am Vormittag ein Statement zu dem Vorfall abgegeben:

„Liebe Gäste, leider kam es bei der Veranstaltung „Palazzo Summerfestival“ am 14.09.2019 zu ernsten medizinischen Vorfällen, die uns dazu veranlasst haben, das Event vorzeitig zu beenden. Solange wir nicht gesicherte Hinweise haben, was genau passiert ist, bitten wir von Spekulationen abzusehen, auch auf Rücksicht auf Beteiligte und Familienangehörige. Vielen Dank für Euer Verständnis.“

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Tabea Rößner: „Die Stadt hat nichts gegen Bäume“

Mainz. Habeck-Hype und Greta-Glamour. Grüne Themen erleben derzeit einen Boom und davon profitiert auch die Partei die Grünen. Von diesem Rückenwind angetrieben könnte Tabea Rößner die erste Mainzer Oberbürgermeisterin werden. Zumal das Pflanzen von Bäumen oder der Ausbau des Radnetzes bereits den Wahlkampf bestimmen. Auch getragen von der grünen Kandidatin Rößner, die im Interview mit Boostyourcity.de zudem einen neuen Vorschlag zu den Mainzer Mietproblemen macht.

Frau Rößner, wir haben in Mainz die erstaunliche Situation, dass wir Grüne in der Verantwortung haben, diese die Verbesserung der Situation der Radfahrer als politische Forderung haben und sich die Lobbyverbände trotzdem über die schlechte Situation für Radfahrer in Mainz beschweren. Wie ist das möglich?

Es gibt verschiedene Faktoren. Ganz sicher liegt es nicht am Willen der Verkehrsdezernentin Katrin Eder. Wenn es alleine nach ihr ginge, hätten wir schon jetzt ein besseres Radwegenetz. Sie hat viel auf den Weg gebracht, ist aber oft ausgebremst worden. Geschuldet ist die jetzige Situation zum Beispiel der finanziellen Ausstattung. So haben wir bisher in Mainz nur eine Radfahrbeauftragte, das reicht einfach nicht. Dann wiederum sind manche Straßen zu eng. Da sagen die einen, die Radfahrer bremsen die Autofahrer aus. Andere sagen, das Fahren dort ist nicht sicher genug. Insgesamt, denke ich, brauchen wir in diesen Straßen eine Entschleunigung des Verkehrs und auch den Mut, den vorhandenen Platz anders zu verteilen. An einigen Stellen gibt es auch breite Straßen, an denen es gut möglich ist, direkt eine Radstraße einzuführen. Die Kaiserstraße wäre eine Möglichkeit, die ich umsetzen würde.

Nun führen die Mainzer Grünen seit zwei Wahlperioden eine Koalition mit der FDP und der SPD. Mit Nino Haase tritt ein Kandidat an, der unabhängig ist, aber von der CDU unterstützt wird. Er macht selbst Wahlkampf mit dem Thema, die Situation für Radfahrer verbessern zu wollen. Haben die Grünen bisher die falschen Koalitionspartner?

Gut ist: Das Thema ist in der breiten Bevölkerung angekommen. Die Diskussionen zeigen, dass wir da auf dem richtigen Weg sind. Dass es aber auch Unterstützung und Erfahrung braucht.  Nino Haase hat gar keine Koalitionspartner. Die Frage ist also, wie nachhaltig das ist, was er fordert.

Aber es gäbe im Stadtrat potenziell eine andere Mehrheit?

Es hat auch Sondierungsgespräche gegeben. Aber die haben offensichtlich zu keinen Ergebnissen geführt. Wenn es in Sachthemen parteiübergreifende Mehrheiten gibt, bin ich dafür.

Nun hat sich bei der Kommunalwahl das Machtgefüge verschoben. Die Grünen sind die stärkste Fraktion im Stadtrat. Inwiefern macht das Ihre Partei selbstbewusster?

Ich denke, wir können mit gutem Recht selbstbewusster werden und mehr machen. Die Wahl war auch eine Bestätigung, dass das viele, was wir gemacht haben, richtig war. Allerdings hat es dabei bisher viele Widerstände gegeben. Ich nehme nur das Thema Parkplätze, um die es sehr viele Diskussionen gegeben hat. Die Debatte hat sich mittlerweile verschoben. Vielen ist klar geworden, dass wir aus Parkplätzen Radwege machen können, wenn wir die Parkhäuser modernisieren.. Mit klaren Mehrheiten können wir unsere Themen nun schneller und besser erreichen.

Wäre es nicht sinnvoll, die Drucksituation zu nutzen, dass es auch einen anderen möglichen Koalitionspartner gäbe?

Wenn es andere Akteure wären, wäre das vielleicht einfacher. Ich war zwar bei den Sondierungsgegeprächen nicht dabei, aber die haben offensichtlich gemacht, dass es keine Basis für eine andere Option gibt. Auch wenn das in anderen Verhandlungen vieles einfacher gemacht hätte.

Das komplette Videointerview:

 

„Neuer Stadtteil bei Hechtsheim wäre fatal“

Die Grünen stellen in Mainz zwei Dezernenten. Wieso tritt dann jemand aus Berlin als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl an?

Nun bin ich ja nicht aus Berlin. Ich bin Mainzer Abgeordnete. Ich lebe hier, bin hier vernetzt, war lange hier ehrenamtlich tätig und das kommunale Geschehen ist mir nicht fremd. Ich war unter anderem in den Aufsichtsräten der KMW oder der Stadtwerke. Die Situation war die, dass wir bei den Grünen lange zusammengesessen und diskutiert haben: Wer kann es am besten machen, wer hat die meisten Kapazitäten und Lust darauf. Günter Beck hat ja schon zweimal kandidiert, Katrin Eder hat durch die Geburt der Zwillinge eine andere Situation. Ich habe in Berlin immer Mainzer Interessen vertreten und bin eine Abgeordnete aus dem Wahlkreis.

Können Sie ein Beispiel für das Vertreten von Mainzer Interessen in Berlin nennen?

Zum Beispiel das Thema Fluglärm. Ich habe in Berlin einen interfraktionellen Arbeitskreis gegründet, der sich für das Thema einsetzt. Das Gleiche habe ich in Bezug auf Bahnlärm gemacht. Oder bei dem Thema Städtebauförderung, als die zusammengestrichen werden sollte, habe ich dagegen gekämpft.

Bei Nino Haase und Michael Ebling stand früh fest, dass sie kandidieren wollen. Warum hat es bei den Grünen so lange gebraucht, bis sie sich entschieden hatten?

Es hat nicht lange gebraucht. Es war eine bewusste Entscheidung, es erst nach der Kommunalwahl zu verkünden. In einem Kommunalwahlkampf treten Parteien mit Programmen an. Eine Personenwahl hätte diese beeinflusst. Aus dem gleichen Grund hat auch die SPD ihren Kandidaten erst später nominiert. Der Kommunalwahlkampf sollte nicht von einer Personaldiskussion überschattet werden.

Der Kommunalwahlkampf war erstaunlich inhaltsfrei. Der OB-Wahlkampf ist nun inhaltsstark. Es gibt zum Beispiel eine Debatte über das Thema Wohnen. Der Amtsinhaber hat den Bau eines neuen Stadtteils zwischen Hechtsheim und Ebersheim angekündigt. Sie waren dagegen. Wieso?

Ich vertrete nicht die These, dass der Kommunalwahlkampf inhaltsleer war. Wir hatten durchaus inhaltliche Veranstaltungen. Aber in der Tat ist es spannend, wenn der Amtsinhaber nun einen neuen Stadtteil fordert, obwohl er den Vorschlag bisher abgelehnt hat. Ich finde das schwierig, weil es ein Schnellschuss war. Gerade für eine Stadt wie Mainz, in der wir den Klimawandel, die Aufwärmung deutlich spüren, wäre es fatal, wenn wir einen Stadtteil in ein Frischluftentstehungsgebiet bauen. Es ist ja nicht nur eine Schneise. Dort entsteht die frische Luft für die Stadt.

Vorschlag: „Wohnen für Hilfe“

Nun ist die Stadt um 20 000 Einwohner gewachsen und braucht Platz zum Wohnen. Wo soll der herkommen?

Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist da. Aber es gibt andere Gebiete, die noch nicht genutzt sind. Zum Beispiel die GFZ- und die Kurmainzkaserne. Kasernen haben in einer Innenstadt nichts zu suchen. Dann gäbe es Potenzial für Aufstockungen, etwa wo es Discounter mit nur einem Stockwerk gibt. Aber die Erfahrung zeigt: Bauen allein wird den Mietpreis nicht senken. Wir müssen auch andere Maßnahmen finden, etwa eine bessere Mietpreisbremse. Und wir müssen dringend mit dem Umland stärker zusammenarbeiten, den öffentlichen Nahverkehr stärken.

Was Sie beschreiben gibt es ja schon: die Nachverdichtung. Aber ist die nicht an ihre Grenzen gestoßen?

Es gibt noch Kapazitäten, in denen Bebauung möglich und teilweise auch schon angeschoben ist. Aber natürlich hat Mainz angesichts seiner Anwohnerzahl eine sehr geringe Fläche. Und wir wollen auch nicht alles zubauen, weil eine Stadt noch Raum braucht, um Lebensqualität zu erhalten. Daher müssen wir manches neu denken.

Zum Beispiel?

Wir haben ganz viele Wohnungen, die nur von einer Person bewohnt sind. So gibt es ganz viele ältere Menschen, vor allem Frauen, die alleine in einer Vierzimmerwohnung leben, obwohl sie die gar nicht mehr ganz beleben können – etwa weil die Heizkosten zu hoch sind. Daher müssen wir Programme anschieben wie „Wohnen für Hilfe“.

Wie funktionieren die?

Junge Menschen zahlen eine günstige Miete, bringen aber Gegenleistungen ein, wie einkaufen zu gehen. Ich habe das selber gelebt. Als wir unser Haus kauften, lebte dort eine ältere Dame, die dachte, sie müsse nun ausziehen. Ich dachte: Wieso, es ist doch genug Platz da? So hat sie mit uns gelebt, wir haben uns gegenseitig geholfen und die Kinder hatten eine Vize-Oma. Nachdem sie gestorben ist, haben wir die Situation geändert: Jetzt lebe ich in den kleineren Räumen, dafür ist eine junge Familie eingezogen.

Mehr Bäume? „Das ist nicht so einfach“

Der Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin ist kein rein politisches Amt, sondern auch eine Verwaltungsaufgabe. Die Stadt ist ein großer Arbeitgeber. Inwiefern sind Sie erfahren im Führen einer solchen Verwaltung?

Ich habe Erfahrung in vielen Bereichen gesammelt, auch in Führungspositionen. Zum Beispiel habe ich für einen großen Mainzer Sender – der im Übrigen behördenähnlich organisiert ist – eine Führungsaufgabe ausgefüllt. Ich selbst habe über 20 Jahre Berufserfahrung außerhalb der Politik gesammelt in allen Aufgaben: Als Selbstständige, in einem arbeitnehmerähnlichen Verhältnis und in Führungspositionen. Und schließlich bin ich seit 10 Jahren Abgeordnete und kenne die Bundestagsverwaltung sehr gut.

Mainz hat in jüngster Zeit einige Plätze gestaltet, zum Beispiel den Münsterplatz oder die Südmole, die so grau sind, dass sich die Menschen die Frage stellen: Was hat die Stadt eigentlich gegen Bäume?

Die Stadt hat nichts gegen Bäume. Letztlich ist es die Frage, wer sich durchsetzt. Nehmen wir den Münsterplatz, den hat Katrin Eder nicht verantwortet, sondern die sozialdemokratische Baudezernentin. Für die Große Langgasse war indes Katrin Eder zuständig – und die Große Langgasse sieht auch ganz anders aus.

Also gäbe es mit Ihnen als Oberbürgermeisterin mehr Bäume?

Ja. Aber das ist nicht so einfach. Ich kann nicht einfach Baumpatenschaften ausrufen und Bäume einpflanzen. Im Moment sind zum Beispiel die Böden zu trocken. Dann braucht eine Baumscheibe auch ihre Vorbereitung. Das kostet Geld. Und zwar einiges mehr als der Baum selbst. Es müssen viel mehr Dinge beachtet werden als das Versprechen, einfach mal so 1000 Bäume zu pflanzen, vortäuscht.

Das heißt, das Grünamt braucht mehr Personal?

Ja. Wobei auch das nicht so einfach ist. Es ist schon schwierig genug, für die bestehenden Aufgaben Fremdfirmen zu finden.

Kann man nicht die Männer mit den Laubbläsern dafür umschulen?

Ich frage mich auch, ob es immer der Laubbläser sein muss. Aber sie erfüllen ja eine Aufgabe, die sonst auch getan werden müsste.

„Eigentlichen Stellschrauben werden in Berlin gedreht“

Der Laubbläser sollte uns zum Thema Lärm führen. Nun gibt es in Mainz schon einige Jahre eine Initiative gegen Fluglärm. Wenn man ehrlich ist: Viel erreicht hat sie nicht. Im Gegenteil. In der Zwischenzeit ist in Frankfurt das dritte Terminal gebaut worden. Wären Sie da als Oberbürgermeisterin nicht auch ohnmächtig?

Für die Frage muss man in die Geschichte gucken. Die entscheidenden Weichen sind vor über zehn oder 20 Jahren gestellt worden. Wenn es erstmal ein Planfeststellungsverfahren gegeben hat, kann man die Pläne nicht mehr so einfach beschneiden.

Am Ende war es aber ein grüner Verkehrsminister, der in Hessen den neuen Terminal einweihen musste.

Die eigentlichen Stellschrauben werden in Berlin gedreht: Das Flugverkehrsgesetz muss geändert werden, auch das Fluglärmgesetz. Deswegen haben wir in Berlin einen überfraktionellen parlamentarischen Arbeitskreis gegründet, um eine Lobby für Lärmschutz zu gründen. Es ist der umweltschädlichste Verkehr, den wir haben. Wichtig ist es, die Luftbewegungen zu verringern. Nun finde ich den Begriff, Flugscham falsch, aber es ist gut, wenn weniger Menschen fliegen. Das Problem dabei ist: Die Bahn ist noch lange nicht gut genug ausgebaut. Sie hat Jahrzehnte vom Bestand gelebt. Deswegen gibt es dort jetzt viele Engpässe. Wir müssen in die Bahn finanzieren, damit die Menschen nicht weiter ein oder zwei Stunden einsparen, wenn sie fliegen.

Mit Verlaub: Die Flugscham-Debatte ist doch ein journalistisches Phänomen, das mit der Realität nichts zu tun hat: Sowohl Frankfurt als auch die ganze Branche melden steigende Fluggastzahlen – also nichts mit Flugscham?

Wichtig ist, dass wir die Gleichwertigkeit der Verkehrsträger hinbekommen. Abbau der Subventionen beim Flugverkehr, so werden die Kosten für den Flugverkehr deutlich erhöht werden.

Wir hatten von der Ohnmacht der Fluglärminitiative gesprochen. Inwiefern setzen Sie auf Bürgerbeteiligung, um Menschen dieses Gefühl zu nehmen?

Bürgerbeteiligung muss richtig ausgestaltet sein. Es ist schlecht, wenn die Menschen das Gefühl haben, wir werden zwar angehört, aber danach macht die Politik doch, was sie will. Dieser Prozess muss moderiert werden. Am schlimmsten ist es für die Menschen, wenn sie nicht ernst genommen werden. Das ist aber auch eine Frage des langen Atems. Politik ist nichts Kurzlebiges. Die Prozesse sind lang. Wie seinerzeit beim Kohlekraftwerk. Das wäre nicht ohne das Engagement der Bürgerinitiative verhindert worden – aber auch nicht, ohne die Härtnäckigkeit in den politischen Gremien.

Hoffen auf Erfolg für Klagen gegen A643-Ausbau

Nun haben Bürger ja einen Weg gefunden, Einfluss auf die Politik zu nehmen: den Rechtsweg. Inwiefern rechnen Sie damit, dass der Ausbau der A643 über diesen verhindert wird?

Man muss schauen, wie die Entscheidung zustandekam. Es gab eine klare Entscheidung in Mainz und in Rheinland-Pfalz für einen Ausbau „4 plus 2“. Darüber hat sich das Bundesverkehrsministerium einfach hinweggesetzt. Deshalb ist es völlig legitim, wenn Bürger nun klagen. Ich hoffe auch, dass Stadt und Land da eine klare Stellungnahme abgeben. Und ich hoffe, dass die Klagen Erfolg haben werden.

Dann erübrigt sich auch die Frage nach einer vierten Rheinbrücke?

Wir wissen: Wo Straßen gebaut werden, zieht das zusätzlichen Verkehr nach sich. Wir stehen angesichts der Klimakrise vor großen Problemen. Da ist eine neue Brücke nur für PKW sicher nicht der richtige Weg. Aber ich lasse gerne mit mir diskutieren, wenn es um eine Brücke für Fußgänger, Radfahrer und öffentlichen Nahverkehr geht.

Wo?

Also ersteinmal haben wir eine Brücke, die ertüchtigt werden muss, damit sie von Radfahrern genutzt werden kann: die Kaiserbrücke. In Sachen neuer Brücke gibt es das Problem, das wir für diese keinen Ansatzpunkt haben, der schon angeschlossen wäre. Da müssen wir erst einmal in Ruhe schauen, falls es notwendig ist, wo dieser Ansatzpunkt sein könnte.

Was wird das Thema sein, das Ihrer Meinung nach den Wahlkampf bestimmen wird?

Der Klimawandel auf zwei Ebenen: Zum einen der metereologische Klimawandel. Fridays for Future, Klimastreiks – das wird es weiter geben und wird als Thema bestimmend sein. Etwa in der Frage, wie sich die Stadt nachhaltig entwickeln kann. Zum anderen gibt es den gesellschaftlichen Klimawandel. Stichwort Hass und Hetze. Da stellt sich die Frage, wie können wir eine Entspannung der Gesprächskultur sorgen. Da brauchen wir jemanden, der sich dafür einsetzt, verbal abzurüsten – und das bin ich.

Alle bisherigen Interviews der Kandidaten:

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Nino Haase (Parteilos)

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Wohnhausbrand in Mainz-Hechtsheim – Brandursache abschließend geklärt

Wie die Berufsfeuerwehr Mainz gestern berichtete ist es in Mainz-Hechtsheim zum Brand eines Wohnhauses gekommen. Erste Informationen, dass der Brand durch den Akku eines E-Bikes ausgelöst worden sind, haben sich heute bestätigt. (wir berichteten)

Ein Brandermittler der Kriminalpolizei Mainz und ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz haben bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass ein möglicher, durch einen Sturz ausgelöster, Vorschaden am Akku zu der Entzündung geführt hat.

Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein Großserienmodell mit einem Akku eines namhaften Herstellers.

Hinweise auf ein Fremdverschulden oder eine Brandstiftung haben sich nicht ergeben. Das Gebäude ist wieder bewohnbar. Die Kriminalpolizei stellt damit ihre Ermittlungen ein.

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Lage außer Kontrolle: Flüchtlingskinder in Griechenland selbstmordgefährdet

Angesichts der wieder steigenden Flüchtlingszahlen in Griechenland rechnen die SOS-Kinderdörfer mit einer dramatischen Verschlechterung der Situation für die betroffenen Kinder. „Viele von ihnen leben bereits seit Jahren in den Flüchtlingscamps. Das ist ein untragbarer Zustand. Sie entwickeln alle möglichen Symptome bis hin zur Selbstmordgefährdung“, erklärt George Protopapas, Leiter der Hilfsorganisation in Griechenland.

„Bei unserer Arbeit im Flüchtlingscamp KaraTepe auf Lesbos erleben wir immer wieder Kinder, die eine traumatische Flucht zu bewältigen haben und sich in einer Situation ohne Hoffnung und Perspektive befinden. Das hat massive Auswirkungen auf ihre physische wie psychische Gesundheit.“ Außerdem hätten viele Kinder nur unzureichenden Zugang zur Bildung.

Allein im August 2019 sind laut UNHCR 8.000 neue Flüchtlinge in Griechenland angekommen.

Die steigenden Zahlen träfen das Land in einer Situation, die schon lange außer Kontrolle geraten sei. „Bereits jetzt leben hier 80.000 Menschen unter völlig inhumanen Bedingungen. Sämtliche Camps sind überfüllt. Besonders schlimm und gefährlich ist die Lage für Kinder, die alleine unterwegs sind“, sagt Protopapas.

Es sei nicht nur Sache Griechenlands, hier eine Lösung zu finden. „Sämtliche EU-Länder müssen Verantwortung übernehmen. Zuallererst müssen die Kinder mit dem Notwendigsten versorgt und psychologisch betreut werden. Dann brauchen wir eine Beschleunigung der rechtlichen Verfahren und einen strategischen Plan, der zu dauerhaften und menschlichen Regelungen führt.“ Die SOS-Kinderdörfer haben ihre Hilfe für Flüchtlinge in Griechenland aktuell deutlich ausgeweitet.

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RhineCleanUp: BoostyourCity hilft mit das Rheinufer zu Reinigen

Wenn die Medien über die Verschmutzung der Meere berichten, dann schrecken wir zwar auf, zuweilen berührt es uns sogar, aber es veranlasst uns nicht, sofort zu handeln. Das Problem ist zu weit weg, und es ist zu leicht, andere dafür verantwortlich zu machen.

BoostyourCity berichtet nicht nur sondern packt auch mit an!

Wir wollen, gemeinsam mit unseren Lesern, beim 2. RhineClenUp am Samstag, 14. September 2019 einen Beitrag dazu leisten, einen Teil des Uferbereiches des 1233 Kilometer langen Flusses zu reinigen.

Rhinecleanup: boostyourcity hilft mit das rheinufer zu reinigen
Foto: Thorsten Lüttringhaus
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RhineCleanUp by BoostyourCity

    • Datum: Samstag, 14.September 2019
    • Start: 10:00 Uhr
    • Bereich: Uferbereich vom Strand Heidenfahrt bis zum Ende des Campingplatzes
    • Treffpunkt: Parkplatz Strand Heidenfahrt – Natur- & Wasserfreunde Heidesheim

      Rhinecleanup: boostyourcity hilft mit das rheinufer zu reinigen 1
      BoostyourCity-Treffpunkt | Foto: Thorsten Lüttringhaus
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Was soll mitgebracht werden?

    • Festes Schuhwerk
    • Feste Handschuhe (Bauhandschuhe)
    • Gute Laune

Zur Veranstaltung: RhineCleanUp Heidesheim/Heidenfahrt

Der Rhein hat die Menschen, die an seinen Ufern leben, immer schon interessiert, inspiriert und aktiviert.

So war es auch im vergangenen Jahr, als die Initiative RhineCleanUp die Anwohner zwischen der Quelle in Graubünden (Schweiz) und der Mündung bei Rotterdam (Niederlande) aufforderte, am 15. September 2018 das Ufer des Rheins von Müll und Unrat zu befreien.

Rhinecleanup: boostyourcity hilft mit das rheinufer zu reinigen 2
Foto: Thorsten Lüttringhaus
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Größte Müllsammelaktion Mitteleuropas

10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 59 Städten

Bei dieser bislang größten Müllsammelaktion in Mitteleuropa waren insgesamt über 10.000 (!) Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche aktiv – und zwar in 59 Städten und Gemeinden in fünf Ländern. Mitgemacht haben viele Umweltorganisationen, Sportvereine, Parteien, private Organisationen, Schulen, Unternehmen und zahlreiche Einzelpersonen, die dabei sein und diese gute Sache aktiv unterstützen wollten.

Schnell war der Entschluss gefasst, dieser gelungenen Premiere eine zweite Veranstaltung folgen zu lassen: Am Samstag, 14. September 2019, wollen die Initiatoren wieder dafür sorgen, dass über 100 Tonnen Müll weniger über den Rhein in die Nordsee fließen.

Alle Infos zum RhineCleanUp findet ihr hier

 

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Frauen Mut zum Beruf geben

Saarlouis. Die saarländische Arbeitsministerin Anke Rehlinger (SPD) möchte mehr Frauen in den Beruf bringen. Angesichts der alternden Gesellschaft würden sie auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Ein Baustein des Konzepts ist die Beratungsstelle „Frau und Beruf“ bei der Diakonie Saar in Saarlouis. Diese hat die Ministerin nun besucht.

Polizei geht auf Twitter-Marathon

Saarbrücken. Die saarländische Polizei startet an diesem Samstag einen Marathon. Allerdings läuft niemand. Und keine Angst: Es wird auch nicht im Akkord geblitzt. Stattdessen will die saarländische Polizei einen Twitter-Marathon absolvieren.

Schwedische Schülergruppe begeistert vom Landkreis Alzey-Worms

14 Schülerinnen und Schüler des Agneberg-Gymnasiums in Uddevalla, einem Mittelzentrum an der Westküste Schwedens, sind eine Woche zu Gast im Landkreis Alzey-Worms.

Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Ulrika Arvidsson und Ina Nyfelt besuchten die Jugendlichen im Alter zwischen 17 und 18 Jahren den Unterricht im Alzeyer Gymnasium am Römerkastell. Fahrten in die Städte Metz und Mainz, eine Stadtbesichtigung in Alzey, das Kennenlernen des deutschen Schulsystems sowie das Knüpfen von Kontakten sind Ziel des seit 2003 regelmäßig stattfindenden schwedisch-deutschen Treffens.

Nach einem viertägigen Aufenthalt in Straßburg bildete der Besuch der Kreisverwaltung den Auftakt des abwechslungsreichen Programms. Landrat Ernst Walter Görisch begrüßte die Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer aus Schweden und Alzey und erläuterte Wissenswertes über Größe, Struktur und Aufgaben der Kreisverwaltung und des Landkreises Alzey-Worms.

„Hier gibt es viele Weinberge“

„Was ist Euch in unserer Region besonders aufgefallen. Haben sich Eure Erwartungen erfüllt?“, fragte der Kreischef die Jugendlichen. „Hier gibt es viele Weinberge“, sagten die Schülerinnen und Schüler. „Rheinhessen ist das größte Weinanbaugebiet Deutschlands“, erläuterte Görisch. Er berichtete, dass der Kreis Alzey-Worms unter anderem für die weiterführenden Schulen und die Kindertagesstätten verantwortlich zeichnet und dass der Ausbau von Ganztagsschulen sowie die Erweiterung des Betreuungsangebots in den Kindertagesstätten erfolgreich umgesetzt werden.

Für die Vereinbarung von Familie und Beruf sei es wichtig, Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen zu sichern. Görisch erläuterte die politischen Strukturen des Landes Rheinland-Pfalz und des Landkreises Alzey-Worms. Wichtige Aufgaben der Kreisverwaltung seien darüber hinaus die Organisation der Abfallwirtschaft und die Wirtschaftsförderung. Der Ausbau der Tourismusbestrebungen trage dazu bei, die Gästezahlen weiter zu steigern.

Förderung erneuerbarer Energie

Wichtiges Thema der Kreispolitik sei die Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien. Als Träger der Kreismusikschule und der Kreisvolkshochschule fördere der Landkreis die musikalische Ausbildung und biete attraktive Möglichkeiten der Weiterbildung für alle Altersgruppen. Beim Gegenbesuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in Uddevalla im kommenden Frühjahr lernen die Jugendlichen die verschiedenen Ausbildungszweige des Gymnasiums kennen. Sie unternehmen Tagesausflüge nach Göteborg sowie Oslo und besuchen die Schärenküste. „Wir finden es toll, dass viele Deutsche sich für Schweden interessieren, ihren Urlaub dort verbringen und sogar schwedisch lernen“, betonte Ulrika Arvidsson und dankte für die Gastfreundschaft.

Bad Kreuznach | Parking Day: „Bourger Platz oder Bourger Parkplatz?“

Der Parking Day 2019 steht unter dem Motto „Bourger Platz oder Bourger Parkplatz?“. Mit bunten Ständen, Blumenkübeln und farbigem Bodenbelag entsteht ein Platz für alle, die diesen zentralen Ort in der Stadt als Lebensraum erleben wollen.

„Nach dem großen Zuspruch des Parking Day in der Viktoriastraße ist es für uns selbstverständlich, auch dieses Jahr den Aktionstag zu veranstalten. Ich hoffe, dass wieder viele Menschen teilnehmen und motiviere alle, sich einzubringen“, wirbt Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer für die Veranstaltung.

Auf dem zu Aktionsräumen umgewandelten Bourger Platz erwarten die Besucher zum Beispiel Infostände, Musik und selbstgemachte Waffeln, aber auch Mitmach-Angebote wie kreatives Bauen mit 10.000 hölzernen Bauklötzen oder eine Murmelbahn für Kinder. „Platz ist genug da, wer eine Idee hat, ist eingeladen, sie zu verwirklichen“, sagt Pia Hilgert vom VCD Bad Kreuznach. Um 12 Uhr startet vor Ort außerdem die „Rollparade“, ein Umzug mit Spezialfahrrädern und einem Team von Rollstuhlrikschas und Dreirädern der Kreuznacher Diakonie.

Zeichen gegen den Klimawandel setzen

Quelle: Stadt Bad Kreuznach

Beim Parking Day geht es aber auch um grundsätzliche Fragen. „Wir machen darauf aufmerksam, dass man aus Parkplätzen auch einen Park und einen Platz machen kann“, erklärt Hilgert. Die Stadt Bad Kreuznach und der VCD setzen sich für eine Verkehrswende ein und hoffen, mit Aktionen wie diesen ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen.

Stadt und VCD danken den zahlreichen Akteuren, die diese besonderen Stunden auf dem Bourger Platz möglich machen. Dies sind: AJK Alternative Jugendkultur, Anwohner des Pariser Viertels, Awo − Lotte Lemke Haus, Gässjer FM, Greenpeace Bad Kreuznach, KLARA Lastenrad, Kreuznacher Diakonie, Liebenzeller Gemeinde, Soziale Stadt − Pariser Viertel/Frauentreff, Stadtteilverein Pariser Viertel. Neu dabei ist dieses Jahr das Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZSL)+EUTB Bad Kreuznach. Das ZSL möchte besonders darauf aufmerksam machen, dass Falschparker auf Parkplätzen für Behinderte ein ernstzunehmendes Hindernis für die Mobilität behinderter Menschen darstellen.

Zur Sache: Parking Day und Mobilitätswoche

Der Parking Day ist ein seit 2005 international jährlich begangener Aktionstag zur Reurbanisierung von Innenstädten. Bereiche des öffentlichen Straßenraums werden dabei modellhaft kurzfristig umgewidmet − etwa als grüne Oase, Gastronomie- und Sitzfläche oder Fahrradabstellfläche.

Der Parking Day 2019 findet im Rahmen der 18. Europäischen Woche der Mobilität (16. bis 22. September) statt. Mehr als 2000 Kommunen in ganz Europa und über 50 Städte und Gemeinden in Deutschland beteiligen sich mit diversen Programmen. Bürgerinnen und Bürger können so mehr über nachhaltige Mobilität erfahren und viele neue Angebote ausprobieren.

Mehr Infos unter: www.umweltbundesamt.de/europaeische-mobilitaetswoche

Wohnsitzloser schlägt mit Spaten auf geparktes Auto ein

Auf frischer Tat, erwischten Polizisten der Polizeistation Bischofsheim am gestrigen Donnerstag (12.09.2019) einen 51-jährigen Wohnsitzlosen, als er mit einem Spaten auf Autos einschlug.

Gegen 19:40 Uhr beobachteten Zeugen aus einem vorbeifahrenden Zug, wie der Wohnsitzlose im Bereich der Hafenstraße mit einem Spaten auf ein dort abgestelltes Auto einschlägt.

Eine herbeigeeilte Streife konnte den Tatverdächtigen, der keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, noch am Tatort festnehmen.

Bei seiner Durchsuchung stellten die Polizisten Kleinstmengen Amphetamin sicher.

Der 51 Jahre alte Festgenommene kam über Nacht in Polizeigewahrsam und muss sich jetzt wegen Sachbeschädigung und dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz strafrechtlich verantworten.

Deutsche Autobahnen ab 2021 in Hand einer GmbH?

Der Geburtstag fällt auf einen Freitag den 13., doch für Stephan Krenz ist das kein böses Omen, ganz im Gegenteil. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes ist überzeugt: „Wir werden am 1. Januar 2021 die Verantwortung für die Deutschen Autobahnen und Fernstraßen übernehmen.“ Krenz kommt aus der Wirtschaft, hat große Unternehmen geleitet, doch auch er nennt den Aufbau dieser neuen Bundesgesellschaft eine Herkulesaufgabe.

Traditionell war es so, dass der Bund Autobahnen und Fernstraßen zwar finanzierte, Planung, Bau und Erhaltung übernahmen aber die Länder. In Zukunft wird die neue Autobahngesellschaft alle diese Aufgaben übernehmen. „Das Ziel ist, hier gesamtheitlich zu planen und zu bauen und so schneller und günstiger zu werden und gleichzeitig die Qualität zu verbessern“, sagt Krenz. „Und wir wollen nutzerorientierter werden.“ Das soll zum Beispiel kürzere Bauzeiten, weniger Staus und sauberere Rastplätze bedeuten.

Die Dimensionen dieses Unterfangens sind beeindruckend. „Wir reden hier über 13.000 Kilometer Autobahnen und Fernstraßen und insgesamt fast 15.000 Menschen, die tagtäglich daran arbeiten, dieses System am Laufen zu halten“, sagt Krenz.

Diese Menschen sollen in Zukunft bei der Autobahn GmbH arbeiten, deshalb war für den Aufbau der neuen Gesellschaft der Abschluss eines Haustarifs im Juli besonders wichtig. „Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein“, betont Krenz. Der neue Tarifvertrag kombiniere viele Vorteile des öffentlichen Dienstes, wie zum Beispiel den besonderen Kündigungsschutz für langjährige Beschäftigte mit mehr Flexibilität und besseren Aufstiegs- und Entwicklungschancen.

Aber auch die Frage, wo sie in Zukunft arbeiten und was sie für Aufgaben haben werden bewegt viele, die schon heute in den über 150 Autobahnmeistereien in ganz Deutschland arbeiten. Für die meisten bleibt alles beim Alten, sagt Krenz, aber mancherorts gibt es sogenannte Mischmeistereien, die sich sowohl um Autobahnen, als auch um Bundes-, Landes- und Kreisstraßen kümmern. Hier muss entweder entflochten oder in Zukunft kooperiert werden.

„Auch dieser Prozess ist inzwischen weitgehend abgeschlossen“, sagt Krenz. Das ermögliche den Aufbau der neuen Strukturen zügig voranzutreiben. Es soll zukünftig 10 Niederlassungen und 41 Außenstellen geben, die im ganzen Bundesgebiet verteilt sind. Als Pilotprojekt geht die Niederlassung Nord, die Hamburg, Schleswig-Holstein und Teile Niedersachsens betreut, schon am 1. Januar 2020 an den Start. Die Erfahrungen hier sollen dann auch beim Aufbau der Strukturen in den anderen Regionen helfen.

E-Bike löste Wohnhausbrand in Mainz-Hechtsheim aus

Der Akku, eines im Innenhof abgestellten E-Bike, war am gestrigen Donnerstag der Auslöser für einen Wohnhausbrand in Mainz-Hechtsheim.

Gegen 15:00 wurden die Einsatzkräfte in Klauerstraße zu einem Wohnhausbrand alarmiert. Schon bei der Anfahrt, war für die Einsatzkräfte die starke Rauchentwicklung sichtbar. Bei Eintreffen der ersten Einheiten, hatten die Flammen schon auf Teile das Wohnhaus übergegriffen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr, konnte jedoch ein Übergreifen auf das komplette Wohngebäude verhindert werden

Foto: Feuerwehr Mainz

Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz gingen gleichzeitig zur Brandbekämpfung in den Innenhof und das Gebäude vor. Zeitaufwendig war das Auffinden mehrerer Glutnester im Gebäude. Dazu mussten auch das Dach, diverse Decken und Verkleidungen geöffnet werden.

Das Haus, welches stromlos geschaltet wurde, ist zurzeit durch die Brandeinwirkung unbewohnbar.

Die zur Brandzeit anwesende Bewohnerin konnte sich selbstständig ins Freie retten und blieb unverletzt.

Die Bewohner des Hauses werden in einer Notunterkunft untergebracht. Der Rettungsdienst, die Polizei und die Mainzer Netze waren ebenfalls an der Einsatzstelle

Mainz: Probealarm am Mittwoch den 18.09.2019

Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Sirenenanlagen, aber auch zur Sensibilisierung der Bevölkerung, wird in der Landeshauptstadt Mainz jährlich am dritten Mittwoch im September ein Sirenenprobebetrieb durchgeführt. Die diesjährige Sirenenprobe findet am Mittwoch, 18.09.2019, ab 18.00 Uhr statt.

Für den Testlauf wird zunächst das Signal „Warnung der Bevölkerung“ durch die Feuerwehrleitstelle Mainz ausgelöst. Es handelt sich hierbei um einen auf- und abschwellenden Heulton von einer Minute Dauer. Nach einer kurzen Pause wird in diesem Jahr erstmals auch das Signal „Entwarnung“ ertönen.

Dieses ist ein gleichbleibender Dauerton von ebenfalls einer Minute Länge. Mit diesem Signal wird darauf hingewiesen, dass eine Gefahr, vor der zuvor ebenfalls mittels Sirene gewarnt wurde, nicht länger fortbesteht. Falls Sie außerhalb des jährlichen Probebetriebes das Sirenensignal zur Warnung der Bevölkerung hören sollten, dann handelt es sich um einen Ernstfall, bei dem eine Gefahr für Ihre Gesundheit nicht ausgeschlossen werden kann.

In diesem Fall sollten Sie schnellstmöglich Schutz in einem Gebäude suchen, Fenster und Türen schließen, Lüftungsanlagen – sofern vorhanden – abschalten sowie das Radio einschalten und auf weitere Handlungsanweisungen bzw. Informationen achten. WarnApps werden ebenfalls getestet Parallel zum Probebetrieb der Sirenen soll auch eine Funktionsüberprüfung der WarnApps NINA und KatWarn erfolgen, da diese in einem Ernstfall zusätzlich zu Sirenen aktiviert würden.

Um im Katastrophenfall oder bei Großschadenslagen die Bevölkerung zu warnen und zu informieren, nutzt die Feuerwehr der Landeshauptstadt Mainz neben Sirenen auch das modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes. Hierüber können nicht nur die Redaktionen von Rundfunk und Fernsehen unmittelbar erreicht, sondern auch die beiden WarnApps NINA und KatWarn angesprochen werden. Bei NINA handelt es sich um die offizielle Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. KatWarn ist eine WarnApp, die vom Fraunhofer Institut im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt wurde.

Beide Tools stehen für iOS und Android in den jeweiligen App-Stores zum kostenlosen Download zur Verfügung, KatWarn darüber hinaus auch im App-Store von Microsoft. Die Stadt Mainz empfiehlt, nach Möglichkeit beide WarnApps auf dem Smartphone zu installieren. Dadurch soll sichergestellt werden, dass bei Ausfall eines der beiden Systeme, auf das andere zurückgegriffen werden kann. WarnApps bieten Ihnen zusätzlich die Möglichkeit, Informationen und Hinweise bei Schadenslagen zu erhalten, bei denen eine Warnung mittels Sirene nicht notwendig ist. Ebenso verbreitet der Deutsche Wetterdienst bei Bedarf hierüber Unwetterwarnungen.

Caligari Wiesbaden | „Frau Stern“ – ein Film mit Prädikat

Der Regisseur Anatol Schuster präsentiert am Samstag, 14. September um 20 Uhr, seinen Film „Frau Stern“ dem Wiesbadener Kino-Publikum in der Caligari Filmbühne.

Im Rahmen der Reihe „Die FBW präsentiert“, in der außergewöhnliche Filmproduktionen vorgestellt werden, die von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) ein Prädikat erhalten haben, zeigt der Berliner Regisseur Anatol Schuster am Samstag, 14. September, um 20 Uhr seinen Kinofilm „Frau Stern“.

Der Film, der seit 29. August im Kino läuft (Verleih: Neue Visionen), wartet mit einer wunderbar eigensinnigen und einzigartigen Protagonistin auf. Frau Stern ist 90 Jahre alt und lebt in Berlin.

Das Leben ist noch lange nicht fertig

Sie hat den Holocaust überlebt, hat eine Tochter und eine Enkelin, ist gerne mit jungen Leuten unterwegs, feiert lang und viel und trägt ihr Berliner Herz immer auf der Zunge. Doch jetzt, so hat sie entschieden, soll Schluss sein, auch wenn die Ärzte ihr sagen, dass mit ihrer Gesundheit alles in feinster Ordnung ist.

Caligari wiesbaden | "frau stern" - ein film mit prädikat 3
Foto>: Stadt Wiesbaden

Nun gut, denkt sich Frau Stern. Dann muss sie eben nachhelfen. Doch es scheint fast so, als wäre das Leben noch lange nicht fertig mit Frau Stern. „Frau Stern“ ist der zweite Langfilm des Regisseurs Schuster, dessen Antriebsfeder für diese charmante Tragikomödie mit Tiefgang seine charismatische Hauptdarstellerin Ahuva Sommerfeld war.

Anschließendes Filmgespräch mit Regisseur

Das anschließende Filmgespräch mit Anatol Schuster führt der FBW-Jury-Vorsitzende Oliver Baumgarten, der unter anderem seit vier Jahren als Programmleiter und Kurator des Max-Ophüls-Preises in Saarbrücken tätig ist. Dass der junge Anatol Schuster eine besondere Nähe zu seiner Hauptdarstellerin entwickeln konnte, hat auch die Jury der FBW, die dem Film das höchste Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen hat, vollends überzeugt.

In ihrem Gutachten schreibt die Jury: „In jedem Augenblick wirkt der Film, als unterwerfe er sich formal seiner Hauptprotagonistin bedingungslos, als richte er sich nach ihr aus und drückt ihre Geschichte aus mit allen nötigen Ecken und Kanten. Dadurch strahlt „Frau Stern“ eine Freiheit aus, die nur aus der organischen und spontanen Entstehung heraus erwachsen konnte. „Frau Stern“ überzeugt als besonderes Beispiel unabhängigen Filmerzählens, das einen Weg zu weisen vermag für ein mögliches anderes, lebhaftes, freies Kino.“

Karten zur Veranstaltung gibt es online unter www.wiesbaden.de/caligari oder im Vorverkauf bei der Tourist Information, Marktplatz 1, und täglich von 17 bis 20.30 Uhr an der Kinokasse der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9.