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Kreis Mainz-Bingen: Freie Plätze in der Kindertagespflege
Wer noch auf der Suche nach einer geeigneten Betreuungsmöglichkeit für sein Kind ist, wird vielleicht bei der Kindertagespflege fündig. Derzeit sind über den Landkreis Mainz-Bingen verteilt freie Plätze vorhanden, darüber informiert das Mainz-Binger Kreisjugendamt. Unterstützung bei der Suche geben die Mitarbeiterinnen der Fachberatung Kindertagespflege unter der Telefonnummer 06132/787-13090.
Die Kindertagespflege ist eine Betreuungsform in Kleingruppen für Kinder im Alter zwischen null und drei Jahren, bei der Kleinkinder von einer Tagespflegeperson in deren eigenem Haushalt oder in angemieteten Räumen betreut werden. Vorteile dieser Form sind unter anderem die hohe Flexibilität für die Eltern sowie die Sicherheit und Orientierung, die den Kindern durch eine verlässliche Bezugsperson gewährleistet wird.
Für den Landkreis Mainz-Bingen ist die Kindertagespflege eine wichtige Säule in der Betreuung: Insgesamt stehen für das kommende Jahr 74 Tagespflegepersonen im Kreis zur Verfügung, pro Jahr werden durchschnittlich rund 500 Kinder betreut. Interessierte können sich über die Betreuungsform auf der Kreis-Website unter www.kindertagespflege.mainz-bingen.de informieren.
Klopp-Hammer! Kloppo geht nach Medienberichten zu RedBull
Jürgen Klopp, einer der beliebtesten Trainer Deutschlands, kehrt zurück ins Fußballgeschäft – allerdings nicht auf die Trainerbank. Wie die BILD-Zeitung berichtet, soll der 57-Jährige ab dem 1. Januar 2025 als „Global Head of Soccer“ bei Red Bull tätig sein.
Neue Aufgabe nach Liverpool-Abschied
Klopp war erst im Mai nach neun erfolgreichen Jahren beim FC Liverpool verabschiedet worden, wo er sich als Legende und Publikumsliebling etablierte. Zuvor hinterließ er bereits bei Mainz (2001–2008) und Borussia Dortmund (2008–2015) tiefe Spuren. Noch im Frühjahr hatte er eine Rückkehr ins Trainergeschäft auf bestimmte Zeit ausgeschlossen und betont: „Kein Klub, kein Land für das nächste Jahr. Das kann ich versprechen. Ich werde natürlich irgendwann wieder etwas tun.“
Nun hat er seine neue Herausforderung gefunden – aber nicht als Trainer, sondern als Stratege im Hintergrund. In seiner neuen Rolle wird er sich um die globale Entwicklung der Red-Bull-Fußballklubs kümmern. Zu diesen zählen unter anderem RB Leipzig, Red Bull Salzburg, New York Red Bulls, Red Bull Bragantino (Brasilien) und Omiya Ardija (Japan).
Klopp als Stratege und Berater
In seiner Position als „Global Head of Soccer“ wird der 57-Jährige nicht im Tagesgeschäft eingebunden sein. Vielmehr soll er seine Erfahrung, sein Netzwerk und seine Expertise einbringen. Geplant ist eine beratende Rolle in strategischen Fragen rund um Transfers, Trainer und die Weiterentwicklung der Klubs. Zahlreiche Personen, darunter auch die Trainer der Klubs, könnten dann auf den Rat von Klopp zählen.
Mintzlaff als treibende Kraft hinter dem Wechsel
Verantwortlich für diesen spektakulären Transfer ist Oliver Mintzlaff, der seit 2022 alle Sport-Projekte des Red-Bull-Konzerns verantwortet und zuvor acht Jahre lang das Geschehen bei RB Leipzig prägte. Mintzlaff setzte damit offenbar den Wunsch des 2022 verstorbenen Red-Bull-Gründers Dietrich Mateschitz um, der den weiteren Ausbau der Sportaktivitäten des Unternehmens forderte.
Offizielle Bestätigung erwartet
Weder Klopp noch Red Bull wollten sich bisher zu der Personalie äußern, doch nach Informationen der BILD-Zeitung wird noch an diesem Mittwoch (9. Oktober 2024) die offizielle Verkündung erwartet.
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Das Programm der 23. Mainzer Büchermesse im November
Zum 23. Mal lädt die Landeshauptstadt am Wochenende des 2. und 3. November 2024 zur beliebten Mainzer Büchermesse ein. In den Räumlichkeiten der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Geschwister-Scholl-Straße 2, 55131 Mainz) können Bücherfreund und Interessierte sich auf eine facettenreiche Veranstaltung freuen, die das Thema Buch in all seinen Facetten in den Mittelpunkt stellt.
Vielfalt und Austausch im Fokus
Die Büchermesse vereint eine breite Palette an Ausstellenden, darunter Bibliotheken, Buchhandlungen, Museen, Stiftungen, Vereine und wissenschaftliche Einrichtungen, Buchverlage sowie Künstler aus der Region. Sie alle präsentieren ihre Werke, Aktivitäten und Dienstleistungen und laden zu einem regen Austausch ein.
Öffnungszeiten und Programm
Am Samstag, den 2. November, öffnet die Messe von 11:00 bis 18:00 Uhr ihre Türen. Am Sonntag, den 3. November, können Besucher von 10:00 bis 17:00 Uhr die Vielfalt der Mainzer Buchlandschaft erleben. Insgesamt präsentieren sich 50 regionale Verlage, Institutionen, Buchhandlungen und Autor und bieten ein abwechslungsreiches Programm: Lesungen, Vorträge, Konzerte und viele Aktionen sorgen für Unterhaltung und Inspiration für Groß und Klein.
Kulinarisches Angebot und Wohlfühlatmosphäre
Neben dem literarischen Programm lädt ein ganztägig geöffnetes Café zum Verweilen ein und bietet eine Auswahl an Speisen und Getränken. Somit wird die Mainzer Büchermesse auch in ihrer 23. Ausgabe zu einem Ort des Austauschs, der Inspiration und des Genusses für alle Bücherfreund und Kulturinteressierten.
Das vollständige Veranstaltungsprogramm sowie eine Liste der Ausstellenden finden Interessierte hier in der PDF zum Download.
Mörfelden-Walldorf kämpft mit wachsenden Herausforderungen bei der Grünpflege
Der Herbst steht vor Tür und der Jahreszeitenwechsel ist die richtige Gelegenheit für eine Bilanz der städtischen Grünpflege. „Das Wetter hat es unseren Mitarbeiter:innen im Bauhof in diesem Jahr besonders schwer gemacht“, sagt Bürgermeister Thomas Winkler. Denn das Frühjahr war relativ nass und die zweite Sommerhälfte dafür ziemlich heiß. Viele Pflanzen hat das gefreut und sie sind kräftig gewachsen, was für den Bauhof aber eine große Herausforderung bedeutet.
„Wir sind einfach nicht mit dem Rückschnitt hinterhergekommen“, berichtet Gärtnermeisterin Susanne Olschansky
„In heißen Jahren ist die Bewässerung unserer Bäume kaum zu schaffen, diesmal sind uns viele Büsche und Hecken über den Kopf gewachsen“. Angesichts der Vielzahl an Einsatzorten ist das nicht überraschen. Denn zur Grünflächenunterhaltung gehören alleine 15 Kitas und 40 Spielplätze. Dazu kommen 15 kleinere und größere Parks und parkähnliche Anlagen, rund 60 städtische Parkplatzanlagen, fast 30 Fuß- und Radwege und mehr als 40 Straßen, in denen Bäume wachsen. „Und das ist längst nicht alles. Wir pflegen mit 21 Kolleg:innen alle öffentlichen Plätze und Flächen, auf denen Pflanzen wachsen. Außerdem haben wir sieben Sportplätze in der regelmäßigen Pflege“, sagt Susanne Olschansky.
Damit die Pflege zukünftig besser zu bewerkstelligen ist, hat die Gärtnermeisterin bereits einiges umgestellt. Grünflächen werden so angelegt, dass sie weniger Pflege erfordern und besser an den Klimawandel angepasst sind. Allerdings ist das ein Prozess, der eine gewisse Zeit erfordert und sich erst langsam auszahlt.
„Bei diesen riesigen Leistungsumfang müssten wir eigentlich das Personal deutlich aufstocken, aber das gibt der Haushalt leider nicht her“, erklärt Bürgermeister Winkler
Die finanzielle Situation ist in Mörfelden-Walldorf – wie in vielen anderen Kommunen – angespannt. Bund und Land sorgen für immer neue Aufgaben, ohne das dafür nötige Geld bereitzustellen. Gleichzeitig treffen Kostensteigerungen beim Baumaterial und im Energie- und Bausektor die Stadtverwaltung hart. „Mehr Personal für die Grünpflege ist daher leider nicht in Aussicht. Gegensteuern können wir daher nur mit guten Konzepten zur Grünpflege. Daran arbeiten wir bereits und bleiben am Ball“, betont der Bürgermeister.
Der Klimawandel macht die Grünpflege nicht einfacher, eher im Gegenteil. Denn auf der einen Seite wird insbesondere die Bewässerung der Stadtbäume immer zeitaufwändiger, andererseits müssten noch mehr Flächen entsiegelt werden. Denn so lässt sich das Mikroklima verbessern und Mörfelden-Walldorf gewinnt an Lebensqualität. „Wenn wir neue Straßenbäume pflanzen und Grünflächen anlegen, heizt sich die Stadt im Sommer nicht so stark auf“, sagt Susanne Olschansky. Gemeinsam mit dem städtischen Tiefbau hat der Bauhof mehrere Flächen im Stadtgebiet angepackt. Im Wohngebiet An den Eichen ist ein Kreuzungsbereich entsiegelt worden und in der Langener Straße wurden 15 neue Straßenbäume gepflanzt. Eine nächste Maßnahme ist an der Kreuzung Sudetenstraße/Am Schlichter geplant.
Radfahren in Mommenheim: ADFC informiert über bessere Bedingungen in Mommenheim
Radfahren für Alle in und rund um Mommenheim – sicher und barrierefrei!. Umlaufsperren grenzen viele Personengruppen wie z.B. Handbikes, Dreiräder, Lastenräder aus! Am Sonntag, 13. Oktober 2024, von 11 bis 16 Uhr informiert unser ADFC Mainz „Team Süd“ über aktuelle Themen zum Radverkehr in und um Mommenheim.
Die Fahrradinfrastruktur südlich der Stadtgrenze von Mainz lässt viele Wünsche offen
Eine positive Ausnahme stellt hier der Radweg „Amiche“ dar. Auf dieser ehemaligen Bahntrasse lässt es sich prima durch die schöne rheinhessische Landschaft radeln, sei es als Tourist, Radpendler oder einfach so. Es sei denn, man ist auf ein Spezialrad aufgrund körperlicher Einschränkung angewiesen. Oder man benötigt eine Begleitperson, mit der man als Tandem fährt. Oder man möchte seine Kinder im Fahrradanhänger transportieren. Oder man fühlt sich einfach nicht sicher beim Umfahren von Umlaufsperren.
In den letzten Monaten sind viele Beschwerden und Berichte über Unfälle im Zusammenhang mit den Umlaufsperren an vielen Stellen auf dem Amiche-Radweg an uns herangetragen worden. Wir stehen hier mit den jeweiligen Kommunen in Kontakt, um Abhilfe zu schaffen. Deshalb starten wir vom ADFC Mainz Bingen e.V. und Unterstützende vor Ort eine Unterschriftensammlung gegen die „Drängelgitter“ auf dem Amiche-Radweg und für radfahrerfreundliche, sichere und barrierefreie Alternativen!
Außerdem informieren wir bei dem Aktionstag am 13. Oktober über den ADFC-Fahrradklimatest 2024: Was ist das, wie kann ich teilnehmen? Kommt vorbei und setzt ein Zeichen für bessere Bedingungen zum Radeln „auf dem Land!“ – Gerne kommen wir bei einem kühlen Getränk mit euch darüber ins Gespräch, wie ihr euch Radfahren in und um Mommenheim zukünftig vorstellt!
Ort: Am Amiche in 55278 Mommenheim, Kreuzung Herrweg
Beginn: 11.00 Uhr, Ende: 16.00 Uhr
Neuer CEO bei der Schott AG: Dr. Torsten Derr übernimmt ab 2025
Der Vorstandsvorsitzende der SCHOTT AG, Herr Dr. Frank Heinricht, hat den Aufsichtsratsvorsitzenden im Juni 2023 darüber informiert, dass er nach 11 Jahren als CEO der SCHOTT AG seinen Dienstvertrag nicht verlängern und zum 31.12.2024 in den Ruhestand gehen wird. Der Aufsichtsrat hat seinen Entschluss mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen.
Heinricht steht seit 2013 an der Spitze des Unternehmens. Während seiner Zeit stieg der Umsatz von 1,9 Mrd. Euro auf rund 2,9 Mrd. Euro, die Eigenkapitalquote steigerte sich von 19% auf über 63%. Grundlage dieses Erfolgs war die Stärkung der Innovationskraft der SCHOTT AG mit daran anknüpfender Wachstumsstrategie.
Besondere Verdienste erwarb sich Frank Heinricht bei der Entwicklung der Unternehmenskultur hin zu einem transparenten, wachstumsorientierten Unternehmen, was sich auch in diversen externen und internen Umfragen in der Mitarbeiterzufriedenheit widerspiegelt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der SCHOTT AG, Dr. Michael Bolle, sagte:
„SCHOTT hat Dr. Frank Heinricht außerordentlich viel zu verdanken. Mit seinen innovativen, teamorientierten und strategischen Fähigkeiten hat er das Unternehmen zu einem sehr erfolgreichen Konzern geformt. Wir bedauern seine Entscheidung sehr und danken ihm außerordentlich für das Geleistete. Wir wünschen Herrn Dr. Heinricht für die Zukunft alles erdenklich Gute.“
Nachfolger von Herrn Dr. Heinricht wird Herr Dr. Torsten Derr, der derzeit noch als CEO die Geschicke der SGL Carbon SE lenkt. Dr. Derr hatte im März 2024 angekündigt, seinen spätestens im Mai 2025 auslaufenden Vertrag bei der SGL Carbon SE nicht zu verlängern. Zu welchem Zeitpunkt Dr. Derr die Nachfolge von Dr. Heinricht übernehmen wird, werden wir zu gegebener Zeit unverzüglich bekanntgeben.
„Mit Herrn Dr. Derr tritt ein anerkannter und erfolgreicher CEO die Nachfolge von Herrn Dr. Heinricht an, welcher aufgrund seiner langjährigen operativen und strategischen Erfahrung den eingeschlagenen Weg der SCHOTT AG hinsichtlich Innovationen und Wachstum weiterführen wird“, so Dr. Michael Bolle weiter. „Wir wünschen ihm viel Erfolg und eine glückliche Hand bei der Führung des Unternehmens.”
Neue Plauderbank auf dem Wormser Hauptfriedhof

Einfach ins Gespräch kommen, sich austauschen und neue Kontakte knüpfen – das sind die Ziele einer sogenannten „Plauderbank“. Und genau solch eine steht nun auf dem Hauptfriedhof Hochheimer Höhe. Die Idee zur Plauderbank ist dabei noch vergleichsweise jung: Sie entstand 2018 in England und schon bald eroberten die „chat benches“ nicht nur Europa, sondern auch die USA.
Plaudern auf dem Hauptfriedhof
„Aber vielmehr ist diese Bank auch eine Einladung an jeden, der Lust hat, auch mal mit noch Unbekannten, Freunden oder Nachbarn ins Gespräch zu kommen“, betont Sabine Steffens, Abteilungsleiterin der Fachstelle für Senioren und Inklusion. Und dieser Einladung können Wormser Bürger ab sofort auf dem Hauptfriedhof Hochheimer Höhe folgen, denn dort steht nun die erste Plauderbank.
In Worms war gleich klar, dass die Plauderbank an einen hochfrequentierten Ort kommen sollte. „Wir freuen uns sehr, dass unser Hauptfriedhof Hochheimer Höhe die Heimat der ersten festen Wormser Plauderbank ist. Unser Friedhof ist ein beliebter Treffpunkt, der zum Verweilen und jetzt auch zum Austauschen einlädt“, erläutert Christina Jung, Leiterin des Integrationsbetrieb Friedhof (IBF). Zu finden ist die Bank an einem der Hauptwege (durch den Haupteingang in Richtung des großen Brunnens; vor dem Brunnen auf der linken Seite).
Mit Gemeindeschwestern Plus in Kontakt kommen
Für einen angenehmen Gesprächsstart befindet sich neben der Bank auch eine kleine Hinweistafel, die nicht nur das Konzept der Plauderbank erklärt, sondern auch mit einem „Let’s Talk“ Gesprächsvorschläge zum Eis brechen parat hat.
Außerdem wird man an der Plauderbank künftig auch mit den Gemeindeschwestern plus in Kontakt treten können. „Im Rahmen eines zunächst einmonatigen Angebots – am 10., 17. und 24. Oktober – werden wir die Plauderbank von 10 bis 12 Uhr besuchen. Wir erhoffen uns, dass wir hier mit einsamen Personen, besonders Senioren, leichter ins Gespräch kommen können, da die Hemmschwelle der aktiven Kontaktaufnahme entfällt“, erklärt Sarah Matzke, Gemeindeschwester plus .
Im Zuge der feierlichen Eröffnung der Plauderbank lobte Timo Horst, Stadtentwicklungs- und stellvertretender Sozialdezernent, den Einsatz der beteiligten Akteure. „Gemeinsam haben die Fachstelle für Senioren und Inklusion sowie der IBF ein tolles Austauschangebot für Jung und Alt geschaffen. In einer Welt, die immer digitaler wird, sind solche Orte, wo man in einen realen Kontakt treten kann, ungemein wichtig. Ich lade alle Wormser ein, dieses Angebot ausgiebig zu nutzen“, so Horst. Zudem befindet sich die Plauderbank in bester Gesellschaft – ihr gegenüber steht der beliebte Bücherbaum des Friedhofs, erklärt der Beigeordnete abschließend.
Das tote Mädchen aus dem Main – Fall aus Hessen bei Aktenzeichen XY
Die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“ wird fortgesetzt: Interpol und sechs europäische Länder rufen zu Hinweisen für nun insgesamt 46 ungeklärte Kriminalfälle mit bislang nicht identifizierten Frauen auf. In den meisten Fällen wurden diese Frauen entweder ermordet oder sie sind unter zweifelhaften oder ungeklärten Umständen gestorben. Einige der Fälle liegen bereits Jahrzehnte zurück.
Fahndungsaufruf
Die Fahndungskampagne „Identify Me“ startete im Mai 2023 mit dem Ziel, 22 tote Frauen zu identifizieren, darunter sechs Frauen, welche in Deutschland aufgefunden wurden. Bislang gingen zu den 22 Fällen rund 1.800 Hinweise aus der Öffentlichkeit ein. Nun wird die Kampagne um weitere 25 ungeklärte Fälle ausgeweitet. Die Fälle stammen aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden sowie aus den neu teilnehmenden Ländern Frankreich, Italien und Spanien. Mit dem neuen Fahndungsaufruf erhofft sich die Polizei entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Identifizierung der unbekannten Frauen beitragen. Da ein Großteil der Fälle mutmaßlich internationale Bezüge hat, ist die Kampagne länderübergreifend aufgesetzt.
Aus Hessen stammt ein Fall, bei dem vor über 23 Jahren die Leiche einer schätzungsweise 15 bis 16 Jahre alten Jugendlichen im Main gefunden wurde. Es wird ein Tötungsdelikt angenommen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) legen den Fall nicht zu den Akten, sondern bitten um Hinweise, die dabei helfen, die Identität der jungen Frau festzustellen und die Tat aufzuklären.
Am Nachmittag des 31. Juli 2001 wurde gegen 15.00 Uhr in Frankfurt-Nied die Leiche der jungen Frau im Wasser entdeckt. Sie war verpackt und mit einem Sonnenschirmständer beschwert.
Personenbeschreibung der jungen Frau:
- Statur: Zierlich, mädchenhaft
- Alter: etwa 15 bis 16 Jahre alt, geboren vermutlich zwischen 1985 und 1986
- Nationalität: unbekannt
- Größe: 1,57 Meter groß
- Gewicht: 38,5 Kilogramm
- Augenfarbe: unbekannt
- Behaarung Kopf/Körper: Dunkelbraune etwa 30 Zentimeter lange Kopfhaare, keine Achsel- und Schambehaarung (rasiert), starke dunkelfarbene Schienbeinbehaarung, teilweise bis zu einer Länge von 2 Zentimetern
- Zahnstatus: Lückenloses Gebiss, kein Hinweis auf eine durchgeführte Zahnbehandlung, alle Zähne ohne Füllungen, Weisheitszähne bereits mineralisiert, aber noch nicht durchgebrochen
- Beide Ohrläppchen durchstochen
- Linkes Ohr: Durch Gewalteinwirkung deformiert (sogenanntes Blumenkohlohr)
Kriminaltechnische Untersuchungen ergaben, dass die Jugendliche vermutlich aus dem asiatischen Raum (Pakistan, Afghanistan oder Nordindien) stammt.
Der Körper der jungen Frau wies multiple Verletzungen auf, die auf lang andauernde, schwerwiegende Misshandlungen schließen lassen und nicht ärztlich versorgt wurden – darunter zahlreiche längliche Narben an Stirn, Rumpf und Beinen, in Fehlstellung verheilte mehrfache Brüche beider Oberarme und zahlreiche Brandnarben am ganzen Körper, die zum Teil durch Verbrennungen von Zigaretten entstanden sein könnten. Die junge Frau hatte wahrscheinlich schon Geschlechtsverkehr. Anzeichen für eine Schwangerschaft wurden nicht festgestellt, auch keine Anzeichen einer Genitalverletzung.
Ermittlungen ergaben, dass der Leichnam zwischen zwölf und 24 Stunden im Wasser gelegen hatte, bevor er gefunden wurde. Der Todeseintritt liegt zwischen dem 28. und dem 31. Juli 2001. Als Todesursache kommen durch stumpfe Gewalt hervorgerufene Rippenbrüche, die Lunge und Milz verletzten, in Betracht.
Details zur Auffindesituation der Leiche:
- Der Körper der jungen Frau war in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster und ein Frotteebetttuch eingewickelt. Die Beine waren angewinkelt und an die Brust gepresst, die Arme eng an den Körper angelegt.
- In dieser Hockstellung wurde der Leichnam mit bis zu zehn Zentimeter breiten Textilbändern umwickelt und verknotet. Der verpackte Leichnam war mit weißem Textilband zusammengeschnürt und mit einem violett-gestreiften Band an einen Sonnenschirmständer gebunden, der mutmaßlich als Sinkgewicht dienen sollte.
- Bei den Textilbändern handelt es sich um sogenannte Nalas. Diese gewebten Textilbänder finden im pakistanischen, afghanischen sowie auch teilweise im indischen Kulturkreis zum Binden für Pluderhosen Verwendung. In Indien wird die Nala nur von Frauen, in Pakistan und Afghanistan von Frauen in überwiegend bunten Farben und von Männern, meistens in der Farbe weiß, getragen.
Informationen zum Schirmständer der niederländischen Firma ELFE:
- Der Sonnenschirmständer, an den der Leichnam gebunden war, wird sowohl von der niederländischen Firma „ELFE“ unter der Typenbezeichnung 505 KE, als auch von der ebenfalls niederländischen Firma „VEROPA“ unter der Typenbezeichnung TFU 70 baugleich mit einer Stückzahl von circa 10.000 jährlich hergestellt und europaweit an Großhändler und Baumärkte, unter anderem OBI, HORNBACH und PRAKTIKER, vertrieben.
- Er ist zweiteilig, der runde Fuß hat 70 Zentimeter Durchmesser.
- Das Unterteil ist graublau mit sechs tortenstückförmigen Kammern zur Befüllung mit Sand oder Wasser, mittig befindet sich ein Schraubgewinde.
- Am oberen Ende des nach oben sich verjüngenden Standrohres ist eine Schraubklemmmuffe angebracht, die einen Sonnenschirmmast von maximal 62 Millimetern durchlässt.
Fragen im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt:
- Wo wird ein Mädchen vermisst, das Ende der 1990er oder Anfang der 2000er Jahre Ähnlichkeiten mit der Gesichtsrekonstruktion der Toten hatte?
- Wer kann Hinweise auf die Identität der jungen Frau geben?
- Wer hat in der Zeit vom 28. bis 31. Juli 2001 am Main, rund um den Stadtteil Frankfurt-Nied, auffällige Beobachtungen gemacht oder von auffälligen Beobachtungen gehört?
- Wer kann in Bezug auf den Schirmständer, den Bettbezug mit Leopardenmuster und die elastischen Bänder (sogenannte Nalas) weiterführende Angaben machen?
Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters / der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main eine Belohnung von 10.000,- Euro ausgesetzt.
Informationen und Hinweise werden telefonisch unter der Rufnummer 0611/83-8484 oder per E-Mail an ccu.hlka@polizei.hessen.de entgegengenommen. Der Fall wird voraussichtlich am Mittwoch, 11. Dezember 2024, in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY mit Rudy Cerne ungelöst ausgestrahlt.
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