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Großbrand in Sprendlingen bei Possehl

Starke Rauchwolke zieht über Sprendlingen und Pfaffen-Schwabenheim – Behörden geben dringende Verhaltenswarnung an die Bevölkerung aus

Auf dem Gelände des Bauunternehmens Possehl Spezialbau in Sprendlingen ist es am Sonntagnachmittag, den 2. August 2026, gegen kurz vor 16:00 Uhr zu einem verheerenden Großbrand gekommen. Mehrere Gebäude auf dem Betriebsgelände stehen aktuell in Vollbrand. Das Feuer hat eine massive, weit über die Ortsgrenzen hinaus sichtbare Rauchwolke verursacht. Die Löscharbeiten laufen weiterhin auf Hochtouren. BYC-News ist vor Ort.

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​Massive Rauchentwicklung und Evakuierung in Sprendlingen

Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz, THW, Hilfsdiensten und Polizei sind vor Ort im Großeinsatz. Aufgrund der schnellen Brandausbreitung hat der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Mainz-Bingen, Yannick Georges, zusammen mit seinem Team die Einsatzleitung übernommen. Der Gefahrstoffzug des Landkreises Mainz-Bingen führt fortlaufend Luftmessungen durch.

Die andauernde Hitzeperiode erschwert die Löschwasserversorgung vor Ort erheblich. Während die Feuerwehr versucht, ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern, wurden an das Areal angrenzende Wohnhäuser sicherheitshalber geräumt. Sechs Anwohnerinnen und Anwohner wurden evakuiert und werden derzeit von den Einsatzkräften betreut. In der Nachbarschaft versuchen Bürger zudem, ihre Grundstücke mit Wasser vor dem drohenden Funkenflug zu schützen.

Auch der Schienenverkehr ist betroffen: Die Bahnstrecke im Bereich Sprendlingen wurde gesperrt. Für die Fahrgäste wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Wie lange die Sperrung andauert, ist derzeit noch unklar.

Während des Einsatzes erlitt eine Feuerwehrkraft eine Hitzeerschöpfung und musste aufgrund dessen vor Ort versorgt werden.

Warnung der Bevölkerung in mehreren Gemeinden

Aufgrund der starken Rauchentwicklung und möglicher Sichtbehinderungen wurden die Anwohner im weiteren Umkreis – darunter die Orte Sprendlingen, Badenheim, Pfaffen-Schwabenheim, Biebelsheim, Planig, Bosenheim und Hackenheim – per Warn-App informiert. Der Gefahrstoffzug führt im betroffenen Gebiet kontinuierlich Luftmessungen durch.

Die Sicherheitsbehörden und die Einsatzleitung bitten die Bevölkerung um die Beachtung folgender Maßnahmen:

  • Einsatzgebiet meiden: Das Betriebsgelände sowie die umliegenden Straßen weiträumig freihalten.
  • Fenster und Türen schließen: Sämtliche Fenster und Türen im betroffenen Umkreis geschlossen halten.
  • Lüftungen abschalten: Klimaanlagen und Lüftungssysteme in Wohnungen, Häusern und Fahrzeugen ausschalten.

Über das betroffene Unternehmen

Die L. Possehl & Co. mbH ist ein spezialisiertes Bauunternehmen für die Sanierung und Gestaltung von Infrastruktur- und Spezialflächen. Das Portfolio umfasst unter anderem Arbeiten an Verkehrs-, Flugbetriebs- und Industriearealen, Fugen- und Tunneltechnik sowie die Sanierung von Ingenieurbauwerken.

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Update, Montagmorgen, 9;30 Uhr

Der Brand in Sprendlingen, der gestern Nachmittag in einem kunstoffverarbeitenden Betrieb ausgebrochen war, ist gelöscht. Die Einsatzstelle konnte heute am frühen Morgen der Verbandsgemeinde übergeben werden. Vor Ort sichert noch eine Brandwache die Einsatzstelle ab, alle anderen Kräfte konnten bis zum Morgen nach und nach zurückgefahren werden.

Zeitweise waren bis zu 250 Kräfte vor Ort, aus Feuerwehr, Hilfsdiensten, THW, Polizei und Fachberater. Die Einheiten kamen aus dem gesamten Landkreis Mainz-Bingen und den angrenzenden Kreisen Bad Kreuznach, Alzey-Worms sowie den Städten Mainz und Worms. „Mein Dank geht an alle Einsatzkräfte, die bei einem sehr anspruchsvollen Einsatz eine hervorragende Arbeit geleistet haben. Die meisten davon im Ehrenamt und die meisten davon werden heute wieder ganz normal ihrem Beruf nachgehen. Das verdient höchsten Respekt“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf, der sich gestern vor Ort gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Oliver Wernersbach und dem Sprendlinger Ortsbürgermeister Frank Eckweiler ein Bild der Lage gemacht hatte.

Yannick Georges, Brand- und Katastropheninspekteur des Landkreises Mainz-Bingen, hatte mit seinem Team die Einsatzleitung von der Verbandsgemeinde übernommen, bewertet den Brand als sehr anspruchsvollen Einsatz, bei dem sich die enge Zusammenarbeit auch über die kommunalen Grenzen hinaus sehr bewährt hat. „Die großen Einsätze der vergangenen Wochen, in unserem Landkreis, aber auch beispielsweise beim Waldbrand in Bad Kreuznach, haben gezeigt, dass solche Ereignisse nur mit eigenen Kräften kaum noch abzuarbeiten sind. Eine enge Kooperation und gegenseitige Unterstützung sind entscheidend für den Erfolg.“

Zwischenzeitlich ist die Bahnlinie, die gestern vorsorglich gesperrt wurde, wieder geöffnet. Nach wie vor gilt: Es haben sich stellenweise sichtbarer Ruß und Verbrennungsrückstände, insbesondere im Gemeindegebiet Sprendlingen niedergeschlagen. Eine besondere Gefahr besteht diesbezüglich nicht. Eine direkte Berührung soll vermieden werden. Die Rückstände können mit Wasser und Seife entfernt werden.