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Sterbefallzahlen: 31 Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre

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Nachrichten Überregional | Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 52. Kalenderwoche (21. bis 27. Dezember 2020) in Deutschland mindestens 24.470 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, liegen die Sterbefallzahlen somit in diesem Zeitraum etwa 31 % oder 5.832 Fälle über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. In der Vorwoche lagen die Sterbefallzahlen nach aktuellem Stand 26 % über dem Vorjahresdurchschnitt. Dies geht aus einer Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen hervor, die aktuell bis zur 52. Kalenderwoche zur Verfügung steht.


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352 COVID-19-Todesfälle mehr als in der Vorwoche

Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren, steigt seit Anfang Oktober von Woche zu Woche an. In der 52. Kalenderwoche gab es insgesamt 5 040 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete COVID-19-Todesfälle. Das waren 352 Fälle mehr als noch in der Vorwoche.

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Sterbefälle in Sachsen im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre mehr als verdoppelt

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen. Wie schon in der Vorwoche (+111 %) hat sich dort auch in der 52. Kalenderwoche die Zahl der Sterbefälle bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre für diese Woche mehr als verdoppelt (+114 % oder 1 288 Fälle). In Baden-Württemberg (+30 % oder 657 Fälle), Bayern (+35 % oder 943 Fälle), Brandenburg (+60 % oder 383 Fälle), Hessen (+36 % oder 478 Fälle), Sachsen-Anhalt (+46 % oder 292 Fälle) und Thüringen (+62 % oder 343 Fälle) lag die Zahl der Sterbefälle zuletzt ebenfalls mindestens 30 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

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Deutliche Befunde zur Übersterblichkeit in anderen europäischen Ländern

Das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen meldet derzeit für die 52. Kalenderwoche eine sehr hohe Übersterblichkeit („very high excess“) für die Schweiz und Slowenien. Eine hohe Übersterblichkeit („high excess“) wird für England und die Niederlande gemeldet. In anderen europäischen Ländern stellt EuroMOMO für diese Kalenderwoche maximal eine mäßige („moderate excess“) Übersterblichkeit fest.



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Methodische Hinweise zu den Sterbefallzahlen für Deutschland

Eigene Auswertungen der Sterbefallzahlen sind auf Basis der Sonderauswertung „Sterbefälle – Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland 2016 bis 2020“ möglich. Für das Jahr 2020 werden erste vorläufige Daten dargestellt. Bei den vorläufigen Daten handelt es sich um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten.

Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind aktuelle Aussagen zur Zahl der Sterbefälle mit einem Verzug von etwa vier Wochen möglich. Durch die verzögerten Meldungen werden sich die vorliegenden Ergebnisse für das Jahr 2020 noch leicht erhöhen.

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Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung

Neben den direkten und indirekten Folgen der COVID-19-Pandemie können auch Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen. Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie können allerdings auch dafür sorgen, dass weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie beispielsweise die Grippe verursacht werden, was sich ebenfalls auf die Differenz zum Durchschnitt auswirkt. Über die Häufigkeit einzelner Todesursachen können die Sterbefallzahlen jedoch keine Auskunft geben.

Anhand der vorläufigen Sterbefallzahlen können Phasen der Übersterblichkeit identifiziert werden. Für eine abschließende Einordnung der Sterblichkeitsentwicklung eines Jahres werden die Sterbefälle unter anderem ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt, um beispielsweise auch den Alterungsprozess der Bevölkerung adäquat einzubeziehen. Die dafür erforderlichen endgültigen Ergebnisse werden Mitte des Jahres 2021 vorliegen.

Die vorläufigen Sterbefallzahlen beziehen sich auf den Sterbetag, nicht auf das Meldedatum. Da die gemeldeten COVID-19-Todesfälle vom RKI nach Sterbetag ebenfalls mit einem Verzug von vier Wochen veröffentlicht werden, ist ein zeitlicher Vergleich mit den vorläufigen Gesamt-Sterbefallzahlen möglich.

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Kriminalpolizei Wiesbaden: Wer ist der unbekannte Tote aus dem Bahngleis

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Nachrichten Rheingau | Die Kriminalpolizei Wiesbaden benötigt die Hilfe der Bevölkerung. Am 20. Januar 2021 kam es zu einem Unfall an der Bahnstrecke bei Oestrich-Winkel gegen 04:00 Uhr. Die Identität der verstorbenen Person ist weiterhin unbekannt.


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Der Mann ist zwischen Oestrich und Hattenheim aufgefunden worden

Nachdem die Identität der Person noch immer nicht geklärt ist, wendet sich die Kriminalpolizei Wiesbaden mit einem Foto des Verstorbenen an die Öffentlichkeit. Der Mann wurde am 20. Januar 2021 um kurz vor 04.00 Uhr von einem vorbeifahrenden Güterzug erfasst und dabei tödlich verletzt. Der Unfall ereignete sich zwischen zwischen Oestrich und Hattenheim. Den Ermittlern der Kriminalpolizei liegen bislang keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Ein suizidaler Hintergrund ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht auszuschließen.

Unbekannte Tote aus dem Gleisbett Wiesbaden
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Personenbeschreibung des Verstorbenen

  • 40 und 55 Jahre alt
  • von sehr kräftiger Statur
  • etwa 1,85 Meter groß
  • hat braune, leicht graumelierte, volle Haare
  • blaue Jogginghose
  • blaues T-Shirt
  • brauner Fleece-Pullover
  • schwarze Turnschuhe
  • weiße Socken
  • schwarze Strickmütze
  • schwarze fingerlose Baumwollhandschuhen

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Wiesbaden unter der Telefonnummer (0611) 345-3333 zu melden

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Rüsselsheim: Verdacht des versuchten sexuellen Mißbrauchs von Kindern

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Polizei Hessen
Polizei Hessen

Nachrichten Kreis Groß-Gerau | An diesem Dienstag (19. Januar 2021) folgte ein Mann gegen 13.20 Uhr einem 10 Jahre alten Mädchen in der Georg-Treber-Straße in Rüsselsheim bis vor die Haustür. Als das Mädchen mehrere Klingeln des Mehrfamilienhauses betätigte, flüchtete der Mann zu Fuß. Die Eltern verständigten umgehend die Polizei in Rüsselsheim.

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Eine Fahndung wurde eingeleitet

Der Flüchtige Mann wurde im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen durch die Polizei aufgegriffen und vorläufig in Haft genommen. Es handelte sich um einen 29-jährigen Mann. Die Beamten der Kriminalpolizei in Rüsselsheim erstatteten Strafanzeige wegen Nötigung und erteilten dem Tatverdächtigen einen Platzverweis. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.

An diesem Freitag (22. Januar 2021) wurde den Ermittlern dann bekannt, dass der 29-jährige Mann am Dienstag noch weitere Mädchen angesprochen hatte. Unter anderem zeigte er der 9-Jährigen offenbar Nacktbilder und hielt die 12-Jährige am Arm fest. Der 29 Jahre alte Mann wurde daraufhin erneut durch die Polizei festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen den 29-Jährigen erging Haftbefehl durch den Richter. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten sexuellen Mißbrauchs von Kindern dauern derweil an.

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IG BAU kritisiert fehlende Schutzmasken für Reinigungskräfte im Kreis Mainz-Bingen

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Gebaeudereinigerin
Gebaeudereinigerin

Nachrichten Mainz-Bingen | Sie kümmern sich um die Hygiene in Büros, Schulen und Krankenhäusern, müssen sich aber um die eigene Gesundheit Sorgen machen. Nach Einschätzung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IGBAU) stehen einem Großteil der Reinigungskräfte im Kreis Mainz-Bingen nicht genügend kostenlose Atemschutzmasken zur Verfügung. Immer wieder komme es vor, dass Reinigungsfirmen beim Arbeitsschutz knausern und Beschäftigte den dringend benötigten Mund-Nasen-Schutz aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, so die Gewerkschaft.


IG BAU-Bezirksvorsitzender Rüdiger Wunderlich

„Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die Menschen, bei denen das Einkommen kaum für Miete und Lebensunterhalt reicht, auf den Kosten der beruflich genutzten Masken sitzen bleiben. Besonders schwer ist es für Teilzeitkräfte und Minijobber. Das muss sich schnell ändern“. Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es im Landkreis Mainz-Bingen rund 570 Beschäftigte in der Gebäudereinigung. Der Arbeits-und Gesundheitsschutz zähle zu den Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, betont Wunderlich. Daran dürfe nicht gespart werden. „das Tragen einer Atemschutzmaske ist aktuell Pflicht und erst recht notwendig, wenn Beschäftigte sich am Arbeitsplatz einer erhöhten Infektionsgefahr aussetzen“.

Die IG BAU Rheinhessen-Vorderpfalz ruft die Reinigungsfirmen in der Region dazu auf, umgehend für ausreichend Atemschutzmasken zu sorgen, am besten nach dem FFP2-Standard. „Betroffene berichten davon, dass sie bislang –wenn überhaupt –nur eine einfache OP-Maske kostenlos bekommen. Wenn es nachdem Arbeitgeber geht, soll die dann mehrere Tage halten. Wer den Mundschutz mehrmals täglich wechselt, muss dafür selbst aufkommen“, berichtet der Gewerkschafter. Dieser Missstand müsse dringend behoben werden.

Wichtig sei, dass die Firmen die besten Masken für die Sicherheit der Beschäftigten zur Verfügung stellen und über den richtigen Gebrauch der sogenannten Aerosol-Filter informierten. „Vom Verformen des Nasenclips bis hin zum Aufsetzen mit vier Fingern, damit die Maske an der Haut abschließt –hierfür sollte es im Betrieb eine Anleitung geben“, so Wunderlich. Aus Sicht der IG BAU muss für das Tragen der Atemschutzmaske der Erschwerniszuschlag im Rahmentarifvertrag gezahlt werden. „Viele Firmen verweigern diese Zulage. Wer stundenlang unter einer Maske körperlich schwer arbeitet, hat den Lohnaufschlag verdient.“

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Vater ohne Führerschein dafür mit 1,68 Promille unterwegs

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WORMS-RHEINDÜRKHEIM | Ein nicht alltägliches Erlebnis hatte eine Polizeistreife der Polizeidirektion Worms am gestrigen Donnerstagmittag bei einer Verkehrskontrolle in Rheindürkheim.


Sohn auf dem Beifahrersitz

Gegen 13 Uhr kontrollierten die Beamten in der Osthofener Straße PKW, in dem ein 39-järhigen Mann aus Eich, gemeinsam mit seinem, auf dem Beifahrersitzt platzierten 8-jährigen Sohn, unterwegs war.

Da die Beamten bei dem 39-Jährigen eine Alkoholfahne feststellten führten sie einen Alkoholtest durch, der einen Wert von 1,68 Promille anzeigte. Neben dem Alkoholkonsum ergaben sich für die Beamten zusätzlich Anhaltspunkte für zurückliegenden Drogenkonsum.

39-Jähriger hatte keinen Führerschein

Als die Polizei den Führerschein des Eichers vor Ort sicherstellen wollten, kam zusätzlich heraus, dass dieser gar nicht im Besitz eines solchen war.

Da die Streife den Beschuldigten zwecks Blutprobeentnahme auf die Dienststelle mitnehmen mussten, wurde der Autoschlüssel an die nüchterne Ehefrau übergeben.

Den 39-Jährigen erwarten nun ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr als auch Fahren ohne Fahrerlaubnis.

33-Jährige nach Frontalzusammenstoß schwerstverletzt

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HARGESHEIM / WINDESHEIM | Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am heutigen Freitagmittag auf der L236 im Kreis Bad Kreuznach. Bei dem Frontalzusammenstoß wurde die Unfallverursacherin schwerstverletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.


Unangepasste Geschwindigkeit

Nach ersten Ermittlungen die auch auf Zeugenangaben beruhen, fuhr die 33-jährige PKW-Fahrerin gegen 12:15 Uhr die L236 zwischen Windesheim und Hargesheim. Im Kurvenbereich nahe des Kreisverkehrs kam die 33-Jährige, mutmaßlich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit, nach links auf die Gegenfahrbahn.

Zu diesem Zeitpunkt fuhr dort ein LKW ordnungsmäßig auf seiner Fahrspur in Fahrtrichtung Windesheim und konnte dem Frontalzusammenstoß nicht mehr ausweichen. Durch den Aufprall wurde der PKW nach rechts von der Fahrbahn einen Abhang heruntergeschleudert  und blieb im Acker neben der Fahrbahn liegen.

Im PKW eingeklemmt

Unfallstelle L 236 | Foto: Polizei Bad Kreuznach

Die 33-Jährige wurde durch den Zusammenstoß in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr, aus ihrem völlig zerstörten Fahrzeug befreit werden. Nach Erstversorgung durch die Rettungskräfte an der Unfallstelle, wurde sie mit schwersten Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Der 53-jährige Lkw-Fahrer erlitt neben einem Schock noch weitere leite Verletzungen und wurde ebenfalls vom Rettungsdienst behandelt.

Die L236 musste für mehrere Stunden in beide Richtungen voll gesperrt werden. Zur Unfallermittlung wurde nach Rücksprache der Staatsanwaltschaft ein Gutachter an die Unfallstelle bestellt.

Neuer Termin für die Vollsperrung der Großen Hohl in Wackernheim

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Nachrichten Wackernheim – Nachdem sich die Sperrung der Großen Hohl in Wackernheim, die für den 12. Januar 2021 geplant war, aus planungstechnischen Gründen verschoben hat, steht nun ein neuer Termin für die Ausführung der Baustelle am Fußweg in der Böschung zur Grundschule und der Kita fest.


Bauzäune werden durch Geländer ersetzt

Von August 2019 bis August 2020 wurde die Böschung in der Großen Hohl (Kreisstraße K18) im Ingelheimer Ortsteil Wackernheim saniert und die Kreisstraße war in diesem Zeitraum von der Kleinen Hohl bis zur Jahnstraße voll gesperrt. Da am Fußweg in der Böschung zur Kindertagesstätte und der Grundschule bislang zur Absicherung provisorisch Bauzäune aufgestellt wurden, wird nun am kommenden Donnerstag, 28. Januar 2021, das Geländer montiert.

Da für die Anlieferung und Montage der Geländerteile ein Kranwagen benötigt wird, muss an diesem Tag von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr die Große Hohl zwischen der Einmündung Kleine Hohl und der Jahnstraße voll gesperrt werden. Der Kranwagen wird zum Rangieren die komplette Breite der Großen Hohl beanspruchen, sodass es an diesem Tag zur Vollsperrung  kommen wird. Entsprechende Parkverbotsschilder wurden bereits aufgestellt und eine Umleitung ist ausgeschildert. Diese wird über die Kleine Hohl erfolgen. Der Stadtbus, Linie 56, wird an diesem Tag die Haltestelle Rathausplatz nicht anfahren können und nur bis zur Haltestelle Große Hohl fahren. Die Linie 620 wird über die Kleine Hohl umgeleitet.

Corona-Kontrollen der Polizei im Kreis Groß-Gerau

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Polizeieinsatz in der Nacht, Symbolbild
Polizeieinsatz in der Nacht, Symbolbild

Nachrichten Kreis Groß-Gerau | An diesem Donnerstag hat die Polizei Kontrollmaßnahmen im Stadtgebiet Rüsselsheim und Raunheim durchgeführt. Im Zeitraum zwischen 14.00 und 22.00 Uhr wurde die Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Kontaktbeschränkungen kontrolliert.


Mehrere Verstöße wurden zur Anzeige gebracht

In der Stadt Rüsselsheim wurden durch die Beamten die Bereiche um die Großsporthalle, Stadtpark, der Ostpark, Bahnhofsplatz und Europaplatz mehrfach kontrolliert. In Raunheim wurden am Airportgarden und im Bereich der Anne-Frank-Schule die Kontrollen durchgeführt. Insgesamt wurden 29 Personen überprüft und hierbei 20 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen registriert und zur Anzeige gebracht.

CDU-Generalsekretär Gerd Schreiner: „Malu Dreyer hat keine klare Linie“

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Inhalte und Kompetenz in Sachen Problemlösung. Darauf setzt die CDU im rheinland-pfälzischen Wahlkampf, der allmählich in seine heiße Phase eintritt. Im BYC-Interview berichtet Gerd Schreiner von Versäumnissen der Landesregierung in Sachen Corona-Bekämpfung. Er ist Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz, Landtagsabgeordneter und tritt für die Partei in Mainz wieder als Direktkandidat an.


Der Kampf gegen das Corona-Virus bestimmt den Alltag nahezu aller Menschen. Wird es auch die Wahl in Rheinland-Pfalz entscheiden, Herr Schreiner?

Die Frage, wer eher in der Lage ist, die Aufgaben zu lösen, die uns Corona bringt, bewegt die Menschen und wird sich daher auch auf die Wahl auswirken. Fast die Hälfte der Bevölkerung schreibt der CDU eine hohe Kompetenz in der Problemlösung zu, bei der SPD sind es fünf Prozent. Das wird eine Rolle spielen.

In Berlin regiert eine große Koalition. Gibt es da überhaupt inhaltliche Unterschiede zwischen CDU und SPD in der Corona-Bekämpfung?

Es wird um die Frage gehen, wer kann es wie gut. Und da hat Malu Dreyer keine klare Linie verfolgt. Sie hat in Berlin die Maßnahmen mit beschlossen, dann aber in Rheinland-Pfalz teilweise umgesetzt und teilweise nicht. Manches hat sie dann wieder zurückgenommen. Einzelne Fehler können bei einer großen Aufgabe wie einer Pandemie-Bekämpfung passieren, aber dann hilft es, wenn man eine Linie hat, anhand derer man auch die Fehler erklären kann. Das hat Dreyer aber komplett gefehlt.

Können Sie dafür Beispiele nennen?

Das fängt mit dem Impfen an. Da bekommen die Menschen Briefe mit einer Telefonnummer zugestellt. Dort sollen sie anrufen, um einen Termin auszumachen. Dann ist da aber durchgehend besetzt, weil die Landesregierung an Telefonanschlüssen gespart hat. Als ob es nicht absehbar gewesen wäre, dass die Nachfrage groß sein wird. Ähnliches hat sich beim Fernunterricht abgespielt.

Bildungsministerium hat Sommer nicht genutzt

Inwiefern?

Auch hier konnte sich Dreyer nicht entscheiden, ob sie die Berliner Beschlüsse mittragen will oder nicht. Als dann der Fernunterricht unausweichlich wurde, war das Land nicht darauf vorbereitet, sind die Server zusammengebrochen, weil sie überlastet waren. Den Sommer hat das Bildungsministerium jedenfalls nicht sinnvoll genutzt.

Wird Corona das einzige Thema sein oder wollen Sie auch andere Themen im Wahlkampf setzen?

An diesem Samstag stellen wir unser Wahlprogramm vor. Da gibt es acht Oberpunkte. Corona wird einer davon sein. Aber natürlich werden wir auch andere Themen setzen und den Menschen sagen, wie wir Rheinland-Pfalz in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus regieren wollen. Beste Bildung. Gesunde Krankenhäuser. Starke Wirtschaft. Das sind unsere Schwerpunkte. Wobei es sich als richtig erwiesen hat, von Anfang an, die Themen zu regionalisieren.

Wie sieht das aus?

Nehmen Sie das Beispiel der Verkehrspolitik. Da setzen wir auf einen Verkehrsmix und unter anderem auf den Erhalt der Infrastruktur. Das ist eine Aussage, die im ganzen Land eine Rolle spielen wird. In Rheinhessen würde das bedeuten, dass wir den Ausbau der A643 bei Mainz forcieren werden. In Trier würde aber dieser Aspekt nur wenige interessieren. In Trier werden wir entsprechend andere lokale Beispiele nennen. Oder die Gesundheitspolitik. Hier sagen wir, dass wer gute Ärzte will, auch gute Ärzte ausbilden muss. Das hat für Rheinhessen, wo die Medizinstudenten wohnen, eine andere Bedeutung als für die Menschen in Birkenfeld, wo die Menschen um ihre medizinische Versorgung bangen müssen.

Also jeweils das, was die Leute hören wollen?

Nein. Unsere Grundsätze sind die gleichen. Aber in den unterschiedlichen Regionen des Landes gelten unterschiedliche Aufgaben. Das habe ich als Generalsekretär, der viel unterwegs war, erfahren. Und diesen unterschiedlichen Aufgaben stellen wir uns unterschiedlich. Nach einer bestimmten Linie.

Wäre an der Zeit für Regierungswechsel

Sie haben selbst erwähnt, dass Sie als Generalsekretär viel für die Partei unterwegs sind. Was wollen Sie denn nach der Wahl persönlich werden?

Ganz ehrlich: Darüber habe ich mir bisher wirklich keine Gedanken gemacht. Es ist auch so viel zu tun, dass es für solche Gedanken gar keine Zeit gibt. Ich bin froh, dass ich der Partei in diesem Amt dienen kann und ich hoffe, dass es für einen Regierungswechsel reicht. Denn es wäre an der Zeit dafür.

Derzeit sind die Umfragen ein vergiftetes Geschenk für die CDU. Sie liegt zwar mit fünf, sechs Prozentpunkten vor der SPD, aber die Ampel hat eine klare Mehrheit. Und selbst wenn die FDP den Einzug in den Landtag nicht schafft, hätte Rotgrün derzeit eine leichte Mehrheit. Fehlt da nicht eine Regierungsoption?

Klar ist: Wir müssen stark werden. Dabei setzen wir auf unser starkes Programm und auf unsere hohe Problemlösungskompetenz. Die Frage nach der Koalition stellt sich erst dann. Wobei wir mit Ausnahme einer Partei grundsätzlich mit allen Parteien können, die derzeit im Landtag sitzen.

Also auch mit den Grünen.

Umwelt- und Klimaschutz oder Tierwohl sind immer schon Themen gewesen, die ihren Platz in einer großen Volkspartei wie der CDU hatten. Das sind Themen, mit denen wir selber für uns werben. Die richtige Reihenfolge lautet: Am 14. März stärkste Kraft werden, dann Schnittmengen ausloten. Auch mit den Grünen.

Pflege-Fachmann: „Wir werden noch viel über den verschlafenen Sommer 2020 reden müssen“

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Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen profitieren von den Corona-Maßnahmen, die die Regierungschefs in dieser Woche beschlossen haben: Sie bekommen nun personelle Hilfe bei den Schnelltests. Davon berichtet David Dietz, Geschäftsführer der Lebenshilfe Mainz-Bingen, im BYC-Interview. Doch in einigen Punkten reiche die Politik die Verantwortung an die Einrichtungen einfach weiter.


Die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten war mit großen Erwartungen versehen. Jetzt da die Ergebnisse vorliegen, stellt sich die Frage: Ändert sich viel im Bereich der Pflege?

Nicht wirklich. Dafür dass im Vorfeld vom Mega-Lockdown geredet wurde, ist es dann doch anders gekommen. Was sich an Positivem für unsere Einrichtung verändert: Auch für Einrichtungen der Eingliederungshilfen, also Wohnformen für Menschen mit vor allem geistigen Behinderungen, übernimmt der Bund nun die zusätzlichen Personalkosten, die durch Corona-Schnelltests entstehen. Die Ministerpräsidentin hat auch bereits betont, dass diese Regelung kommen wird.

Ist das eine große Veränderung?

Schon. Bisher musste das Personal für die Tests abgestellt werden, was dann bei Versorgung und Betreuung der Menschen fehlte. Das war ein Problem, weil in der Pflege und der Eingliederungshilfe die Personaldecke ja ohnehin schon dünn genug ist. Wir standen vor der Wahl: Testen oder Versorgen. Deshalb sind die Testungen vielerorts noch nicht flächendeckend angelaufen.

Bundeswehr hilft aus

Sie haben die dünne Personaldecke angesprochen. Jetzt haben Sie zusätzliches Geld, um Kräfte fürs Testen einzustellen. Aber sind denn überhaupt Kräfte verfügbar?

Jetzt beginnt der Run auf die Zeitarbeitsfirmen. Wir haben natürlich auch schon mit unseren Ansprechpartnern Kontakt aufgenommen. Die Pflegeeinrichtungen können jetzt auch auf Kräfte der Bundeswehr zurückgreifen. Das hätte früher ermöglicht werden sollen. Schließlich gibt es auch bei der Bundeswehr medizinisches Fachpersonal oder auch Personen, die bei der Verwaltung der coronabedingten Logistik und Organisation helfen können.

Ist denn für das Testen Fachpersonal notwendig? Kann man da nicht Arbeitslose nehmen, Sträflinge oder Asylsuchende oder wer sonst auch immer vorgeschlagen wird?

Man muss sich doch selbst die Frage stellen: Würde ich mir von jemandem einen Wattebausch in den Rachen oder die Nase rammen lassen, der nicht qualifiziert ist? Vielleicht auch nicht motiviert? Zumal bei dem Vorgang eine gewisse Tiefe mit dem Bausch erreicht werden muss, damit der gemessene Wert valide ist. Dafür brauche ich Personal, das freiwillig arbeitet und über eine Grundqualifikation verfügt. Die Agentur für Arbeit ist angehalten, den Pflegeeinrichtungen zu helfen, solche Kräfte zu finden. Zudem werden diese Personen natürlich auch noch durch medizinisches Fachpersonal geschult.

Wenn mehr getestet wird, können Sie dann den Corona-Schutz in ihren Einrichtungen lockern?

Nein, erst einmal gar nicht. Wir müssen die Einrichtungen vor Infektionen schützen. Die POC-Testungen können ja nicht darstellen, dass ein Getesteter vor allem dauerhaft nicht infiziert ist. Was die vermehrten Tests können, ist Infektionen schneller erkennen und helfen, entsprechende Quarantänen frühzeitiger und somit effektiver einzuleiten.

Fokus hätte früher auf Pflege liegen müssen

Zwischen Maßnahmen-Befürwortern und Corona-Leugnern hat sich eine dritte große Gruppe gebildet: Menschen, die sagen, Corona muss bekämpft werden, aber anders als bisher. Statt Verboten für alle, soll der Virus dort bekämpft werden, wo er verstärkt auftritt. Vor allem in den Pflege-Einrichtungen. Ist an dieser Argumentation was dran?

Ob es andere Maßnahmen ersetzen kann, weiß ich nicht. Aber ja: Auf den Schutz der Einrichtungen hätte von Anfang an ein stärkerer Fokus gelegt werden müssen. Auch wenn es hoch unbeliebt ist, wenn Angehörige die Bewohner nicht besuchen können, aber da finden Infektionsbrücken statt und die müssen wir bekämpfen. Im Zweifel bin ich daher eher dafür, stärker abzuriegeln. Das hätte vielleicht viele andere Maßnahmen überflüssig gemacht oder sie milder ausfallen lassen.

Also hat die Gruppe derer recht, die sagt, wir müssen die Maßnahmen zielgerichteter gestalten und die Pflege-Einrichtungen stärker ins Visier nehmen?

Da müssen wir über Zeitläufe reden. Per se ist diese Forderung erst einmal richtig. Die Corona-Politik muss an den Hotspots ansetzen und dort Infektionsbrücken reduzieren. Dafür wäre im Sommer oder auch noch im Herbst ein guter Zeitpunkt gewesen. Dann hätte man über Friseure oder Gastronomie anders nachdenken können. Das Abriegeln der Heime hätte im November stattfinden müssen, dann hätten wir im Dezember eine andere Situation gehabt.

Hätte. Ist es jetzt zu spät?

Genau. Jetzt ist der Virus so stark verbreitet, dass ein gezielter Schutz der Einrichtungen alleine nicht mehr ausreicht. Wir werden in diesem Sommer und auch vielleicht noch im nächsten Jahr viel über den verschlafenen Sommer 2020 reden müssen.

Konflikte, die lange nachhalten werden

Wie handhabt es die Lebenshilfe in ihren Einrichtungen?

Wir betreiben hier in Mainz-Bingen vornehmlich Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Da gibt es Regeln für Besuche: Sie müssen vorher angemeldet werden, danach müssen sie dokumentiert werden und es gibt Beschränkungen der Zeit und der Personenanzahl.

Sie dürfen also keine präventive Quarantäne verhängen?

Nein. Das können wir nicht. Bei den Kitas, wir betreiben auch eine, ist das ebenfalls nicht möglich. Da gibt die Politik die Verantwortung von oben nach unten ab. Dadurch entstehen Konflikte, die noch lange nachhallen werden.

Wieso?

Die Kita-Leitungen müssen praktisch jeden Morgen mit den Eltern diskutieren: Kann das Kind rein oder nicht? Zwar gibt es einen Appell: Wenn es geht, lasst Eure Kinder zuhause! Aber die Kriterien dafür sind nie klar definiert worden. Und ich verstehe auch die Eltern. Sie sind verzweifelt. Sie erzählen uns bis ins Kleinste, was zuhause los ist, um das Kind in die Betreuung zu bringen. Das ist natürlich brutal entwürdigend. Das gerade in einer Kita, in der das Vertrauensverhältnis grundsätzlich riesengroß sein muss. Dann kommt natürlich hinzu, dass sich Eltern untereinander austauschen. Das zieht die Frage nach sich, warum durfte deren Kind jetzt in die Betreuung und meins nicht? Vor der Entscheidung schreckt die Politik zurück und überlässt sie stattdessen den Kitas. Das ist Politik a la Hose voll.

Zwei Drittel der Kinder in Betreuung

Wie viele Kinder sind denn tatsächlich in der Betreuung?

Bei uns sind es zwischen 60 und 70 Prozent des eigentlichen Stamms. Ich telefoniere häufig mit anderen Verantwortlichen freier Träger. Dort sind die Zahlen ähnlich.

Gibt es von den Gesundheitsämtern oder anderen Einrichtungen Informationen darüber, wie stark sich Kinder anstecken und wie stark sie die Infektionen weitergeben?

Wir sind zwar ständig mit dem Gesundheitsamt im Austausch. Aber ganz ehrlich: Die grundsätzliche Frage, welche Rolle Kinder in der Pandemie spielen, stellen wir uns nicht. Das kann nicht unsere Aufgabe sein. Unsere Aufgabe ist es, auf Basis einer Rechtsgrundlage eine vernünftige Betreuung anzubieten. Um über medizinische Grundsatzfragen zu diskutieren, haben wir auch gar nicht die Zeit.

Vollsperrung zwischen Wiesbaden-Schierstein und Dotzheim

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Osteinstraße
Symbolbild Umleitung

Nachrichten Wiesbaden | Nach der Winterpause beginnen ab Montag, 25. Januar, die Hessenwasser GmbH, ESWE Versorgung und das Tiefbau- und Vermessungsamt mit den Tiefbauarbeiten zur Erneuerung der Wasserversorgungsleitungen sowie dem Neubau von einem Kreisel im Kreuzungsbereich Schönaustraße-Sylter Straße – Veilchenweg – Stegerwaldstraße in Wiesbaden-Dotzheim.


In diesem Zusammenhang ist eine Vollsperrung für den Verkehr aus allen Richtungen notwendig. Der Fußgänger- und Radverkehr bleibt unter Einschränkungen im Baufeld erhalten. Die Notwendigkeit zur Vollsperrung besteht, damit die Belange der Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter der Baustelle während der Bauarbeiten eingehalten werden können. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende November andauern.

Eine Umleitung über die Erich-Ollenhauer-Straße und Saarstraße wird entsprechend eingerichtet und ausgewiesen. Alle Anlieger und Verkehrsteilnehmer werden um Verständnis für eventuell auftretende Verkehrsbehinderungen gebeten. Des Weiteren wird empfohlen, den gesperrten Bereich weiträumig zu umfahren.

Familie aus Mainz benötigt Hilfe – Die schlimme Diagnose kam im Jahr 2016

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Nachrichten Mainz | Roland Schleichert ist 45 Jahre alt und leidet an einer speziellen Form der Multiplen Sklerose (MS). Er lebt mit seiner 37 Jahre alten Frau Katrin Schleichert und seiner 4-jährigen Tochter in Mainz-Finthen. Um die gemeinsame Zeit der Familie zu verlängern, haben sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Damit soll die teure Behandlung, die die Krankenkasse nicht übernimmt, bezahlt werden. Boost your City hat mit dem Ehepaar darüber gesprochen.


Die Diagnose kam 2016

Vier Wochen vor der Hochzeit des Ehepaars bekam Roland Schleichert die Diagnose MS. Zu dieser Zeit war seine Frau mit der Tochter schwanger. Bei einem Spaziergang sei er gestützt, erzählt der 45-Jährige. Da er nicht mehr aufstehen konnte, fuhren sie in die Uniklinik Mainz. Nachdem ihm dort Blut und Nervenwasser abgenommen wurde und man noch einige weitere Tests mit ihm gemacht hatte, stellten die Ärzte ihm die Diagnose MS. Der zuvor sportlich aktive 45-Jährige konnte plötzlich nur noch 800 bis 1.000 Meter laufen. „Das war für uns ein schwerer Schock.“, erzählte Roland Schleichert. Unter anderem auch, da bereits seine Schwester an MS litt. Im Jahr 2018 verstarb seine Schwester an einem multiplen Organversagen in Folge der Krankheit.

Als gelernter Schreiner, der zu diesem Zeitpunkt als Anlagenfahrer bei der Firma Nestle arbeitete, war ihm bewusst, dass er seinen Job nicht mehr ausüben kann. Zunächst war er allerdings noch optimistisch, dass er nach einer Umschulung zumindest einen Bürojob übernehmen kann. Nachdem die Krankheit dann aber sehr rasant voranschritt und man in weiteren Tests feststellte, dass er bereits nach wenigen Minuten Konzentration beginnt zu krampfen, war auch eine Umschulung keine Option mehr. Seitdem erhält er eine Erwerbsminderungsrente.

In den folgenden Jahren wurde sein Zustand immer stetig schlechter. In der Zwischenzeit kann er kaum noch 100 Meter am Stück laufen. Vor rund einem halben Jahr fanden die Ärzte dann heraus, dass er an einer hochaktiven Form der MS leidet. Im Gegensatz zur normalen MS bessern sich die Symptome nach einem Schub nicht wieder sondern bleiben bestehen. Jeder Schub verschlechtert die Beeinträchtigungen also dauerhaft.

Er erzählt, dass die Krankenkasse ihm ohne Probleme zu machen den Rollstuhl genehmigt und finanziert hat. In der nächsten Zeit möchte er sich auch um eine Pflegekraft kümmern, da die Einschränkungen stetig mehr werden.

Die Krankheit schränkt den Alltag sehr ein

Durch seine Krankheit ist Roland Schleichert sehr eingeschränkt. Treppen oder Steigungen laufen ohne sich festzuhalten, geht nicht mehr. Schon beim Kochen oder essen habe er mittlerweile Probleme, das Besteck richtig festzuhalten, erklärt seine Frau. Autofahren kann er nur noch mit einem Automatik-Getriebe, weil er bei einem Schaltgetriebe mit dem linken Fuß die Kupplung nicht mehr halten kann. Die Familie hat sich daher extra ein Auto mit Automatik zugelegt. Wie lange er dieses noch fahren kann, ist allerdings unklar.

Auch mit seiner Tochter kann er viele Dinge nicht machen. „Dank dem Rollstuhl kann ich zumindest noch mit ihr etwas im Ort spazieren gehen. Aber bei vielen Dingen muss ich ihr sagen, dass ich es nicht kann.“, so Roland Schleichert.

Die aktuelle Corona-Pandemie habe ihn nicht allzu sehr eingeschränkt. „Ich bin sowieso gefangen in meinem Körper“, erklärt der 45-Jährige. Lediglich die Regelung, dass man nur noch alleine im Supermarkt einkaufen gehen kann, sei für ihn schwierig gewesen. In dieser Zeit konnte er lediglich bei Globus einkaufen gehen, da das Geschäft dort Elektromobile zur Verfügung stellt.

Nicht jeder hat Verständnis

Oft sei es beim Einkaufen auch so, dass besonders ältere Menschen sich darüber beschweren oder ärgern, wenn Roland Schleichert mit einem Elektromobil durch das Geschäft fährt. „Man sieht es meinem Mann ja nicht direkt an, dass er wirklich darauf angewiesen ist. Das ist meiner Meinung nach aber noch lange kein Grund zu urteilen oder unfreundlich zu werden. Wenn er auf dieses Hilfsmittel verzichten könnte, würde er es auch tun. Aber es geht eben nicht anders und das allein ist schon belastend genug. Natürlich helfen auch manche und sind zuvorkommend, allerdings haben wir das Gefühl, dass es mit der Zeit immer weniger hilfsbereite Menschen gibt.“, erklärt seine Katrin Schleichert.

Die Stammzellentherapie

Durch eine Dokumentation im Fernsehen wurde der 45-jährige auf die Möglichkeit der Stammzellentherapie aufmerksam. Vereinfacht erklärt wird bei der Stammzellentherapie zunächst eine Voruntersuchung durchgeführt. Dann werden dem Körper Stammzellen entnommen. Anschließend wird das kranke Immunsystem mit Hilfe einer Chemotherapie vollständig zerstört und damit quasi auf null zurückgesetzt. Dadurch greift das Immunsystem den Körper nicht mehr an. Dann werden die zuvor entnommenen Stammzellen dem Körper über einen Venenkatheter wieder zugeführt. Weil das Immunsystem sich dann erst wieder aufbauen muss, bleibt der Patient anschließend noch einige Tage in einem möglichst keimfreien Raum in Isolation.

Die Therapie wird in vielen Ländern angeboten. Weil die Krankenkasse die Behandlung allerdings nicht übernimmt, ist dies auch eine Kostenfrage. In Mexiko und Moskau sei die Therapie mit rund 50.000 Euro noch am kostengünstigsten. Auch in Deutschland wird diese Therapieform angeboten, allerdings nicht für die Form der MS, an der Roland Schleichert leidet. Ihm bleibt daher nur die Option, sich im Ausland behandeln zu lassen.

Der gesundheitliche Zustand würde sich nicht mehr verschlechtern

Im Anschluss an die Therapie sei er dann MS-frei, allerdings nicht geheilt. Er habe dann keine Schübe mehr und es gebe auch für eine längere Zeit keine Verschlechterung mehr. Wie lange die Therapie anhält, kann vorher schwer gesagt werden. Allerdings gebe es Personen, die bereits seit 19 Jahren keine Verschlechterung mehr gemerkt hätten. Es sei sogar möglich, dass sich der Zustand verbessert oder die Einschränkungen fast vollständig verschwinden.

Der größte Wunsch von Roland Schleichert ist es, die Therapie machen zu können damit sich der Zustand nicht noch weiter verschlechtert. Natürlich hofft er, dass die Beeinträchtigungen auch weniger werden, damit er dann endlich wieder mehr mit seiner 4-jährigen Tochter unternehmen kann. „Das belastet mich natürlich extrem, wenn die Tochter etwas unternehmen möchte und man ihr dann erklären muss, dass ich es nicht kann“, erklärt Schleichert. Durch die Stammzellentherapie würde der Familie viel Zeit geschenkt werden.

Spendenaufruf im Netz soll helfen

Die hohen Kosten für die Therapie kann die Familie nicht alleine stemmen. Deshalb haben sie sich nun dazu entschieden, im Netz einen Spendenaufruf zu starten. „Das ist uns nicht leicht gefallen, alles so offen zu legen. Aber wir haben das besprochen und sind uns einig, dass wir es zumindest probieren müssen, bevor die Beeinträchtigungen noch schlimmer werden und es dann zu spät ist. Wir wollen uns nicht irgendwann selbst vorwerfen müssen, es nicht versucht zu haben“, erklärt das Ehepaar.

Bislang sind bei der Spendenaktion rund 2.000 Euro über Paypal und gofundme zusammen gekommen. Bis die Therapie möglich wird, fehlen allerdings noch rund 48.000 Euro (Stand: 22.01.2021, um 7:00 Uhr)

Hier kann gespendet werden: 

Legal Highs und Waffen in Osthofen sichergestellt

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Nachrichten Worms | An diesem Montag (18.01.2021) konnten die Kriminalpolizei Worms im Rahmen einer Personenkontrolle und einer Wohnungsdurchsuchung Drogen und Waffen in Osthofen sicherstellen.


Die Tatverdächtigen sind polizeibekannt

Die Polizei hatte zuvor von einem Zeugen den Hinweis erhalten, dass zwei Personen regelmäßig Betäubungsmittel per Post zugeschickt bekommen und damit handeln. Daraufhin hat die Polizei in Osthofen die beiden Tatverdächtigen im Rahmen einer Personenkontrolle überprüft. Dabei handelte es sich um eine 30 Jahre alte Frau und einen 32 Jahre alten Mann aus Osthofen, die der Polizei bereits bekannt sind. Im Rahmen der Kontrolle fanden die Polizisten bei der Frau ein Päckchen, in dem sich in 55 Einzelverpackungen insgesamt rund 150 Gramm einer Substanz befanden. Augenscheinlich handelte es sich dabei um Substanzen, die dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) unterliegen.

Infolge dessen wurden weitere an die beiden Tatverdächtigen adressierte Päckchen beschlagnahmt. Der bei Gericht gestellte Antrag der Postbeschlagnahme steht noch aus, sodass die weiteren Päckchen noch nicht geöffnet wurden.

Im Anschluss an die Personenkontrolle durchsuchte die Polizei die Wohnung der beiden Tatverdächtigen. Dort wurden weitere Betäubungsmittel wie Amphetamine und Psychoaktive Stoffe gefunden. Zudem stellte die Polizei zwei Schreckschusswaffen sicher. Beide Beschuldigten befinden sich zur Zeit wieder auf freiem Fuß, die Ermittlungen der Polizei dauern weiter an.



Erklärung: Neue psychoaktive Stoffe

Als „Neue psychoaktive Stoffe“ werden Badesalze, Pulver, Lufterfrischer, Tabletten oder Kapseln mit synthetischen Wirkstoffen sowie Kräutermischungen, denen synthetische Wirkstoffe beigesetzt sind, bezeichnet. Diese Stoffe, die zunächst einen vermeintlich harmlosen Eindruck vermitteln, sind jedoch illegal. Die Stoffe werden auch als „Legal Highs“ bezeichnet, da man diese vor Inkrafttreten des NpS-Gesetzes Ende 2016 überwiegend legal kaufen konnte. Die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen sind meist gar nicht angegeben. Falls doch, sind sie oft nicht korrekt. Unter anderem sind darin auch Betäubungsmittel enthalten.

Das gesundheitliche Risiko, das beim Konsum der Neuen psychoaktiven Stoffe auftritt, ist nicht kalkulierbar. Es kann beispielsweise zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Die Folgen können aber auch wesentlich schlimmer sein, bis hin zu Wahnvorstellungen, Kreislaufzusammenbrüchen, Atemausfällen oder sogar dem Tod. Auch die Tatsache, dass die Zusammensetzung der Produkte im Laufe der Zeit immer wieder verändert wird, macht die Substanzen so gefährlich. Beim wiederholten Konsum des gleichen Produkts kann trotzdem nicht mit der selben Wirkung gerechnet werden. Durch die Veränderung der Zusammensetzung konnten die Hersteller die Verbote zunächst umgehen. Deshalb wurden Ende 2016 ganze Wirkstoffgruppen unter Strafe gestellt. Personen, die mit den Neuen psychoaktiven Stoffen handeln oder diese an andere Personen weitergeben, müssen mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Zwei Verletzte bei Verkehrsunfall mit Linienbus

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Symbolbild Rettungsdienst | Foto: Shutterstock
Symbolbild Rettungsdienst | Foto: Shutterstock

Nachrichten Wiesbaden | An diesem Donnerstagnachmittag (21.01.2021) gegen 17:10 Uhr kam es zu einem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich der Saarstraße / Erich-Ollenhauer-Straße in Wiesbaden. An dem Unfall beteiligt war ein Linienbus und ein Pkw.


Der Linienbus fuhr über rot

Der Linienbus fuhr die Erich-Ollenhauer-Straße in Fahrtrichtung Gräselberg entlang. Wie Zeugen gegenüber der Polizei mitteilten, soll der Busfahrer an der Kreuzung dann über eine rote Ampel in die Saarstraße eingefahren sein. Zeitgleich befuhr ein 22 Jahre alter Mann aus Wiesbaden mit seinem grauen Audi die Saarstraße in Richtung Innenstadt. Im Bereich der Kreuzung kam es dann zum frontalen Zusammenstoß zwischen den beiden Fahrzeugen.

Durch den Aufprall wurde der Audi-Fahrer schwer verletzt und im Anschluss vom Rettungsdienst in ein nahegelegenes Krankenhaus gefahren. Zudem wurde eine Person im Linienbus leicht verletzt.

Beide Fahrzeuge wurden dabei stark beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Für die Dauer der Unfallaufnahme wurde die Kreuzung für rund 45 Minuten komplett gesperrt, wodurch ein starker Rückstau, sogar bis auf die Autobahn A643, entstand. Der bei dem Unfall entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 18.000 Euro.

Mehr Sicherheit für Kita-Kinder in Oppenheim

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Nachrichten Oppenheim – Sicherheit ist vor allem für die kleinsten Verkehrsteilnehmer wichtig. Nach der Devise „Safety first“ stellte das Oppenheimer Unternehmen „ECOS Technology“ dies nun nachhaltig und sichtbar unter Beweis.


Kinder und Erzieher sind ab sofort sicher unterwegs

ECOS Geschäftsführer Gerald Richter übergab 100 Leuchtwesten für die Kleinen und Großen der Kindertagesstätte Gänsaugraben an die zuständige Beigeordnete Ulrike Franz (WfO) und Kita-Leiter Jochen Reichwald sowie an begeisterte, kleine Westen-Tester. Durch die Westen sind die Kita-Kinder und das Erzieher-Team ab sofort gut sichtbar und sicher unterwegs.

„Das ist auch sehr wichtig, denn Verkehrserziehung geht bei uns Hand in Hand mit Heimatkunde, sprich: was gibt es in Oppenheim zu sehen und zu tun und wie komme ich sicher dort hin, sind Kernelemente unserer täglichen Arbeit“, so Jochen Reichwald. „Wir sind als Stadt sehr dankbar, nicht nur ein renommiertes und aufstrebendes Unternehmen wie ECOS Technology in der Stadt zu haben. Vielmehr freuen wir uns sehr über darüber hinausgehende Anknüpfungspunkte in Form eines Mehrwerts für alle, besonders natürlich für die Kinder“, so Ulrike Franz im Rahmen der Übergabe.

Ein sinnvoller Beitrag zur Sicherheit junger Verkehrsteilnehmer

ECOS Technology-Geschäftsführer Gerald Richter befand abschließend sichtlich zufrieden: „Kinder müssen besonders gut sichtbar sein, wenn sie lernen, sich in ihrer Umgebung zu bewegen und die Welt zu erkunden. Wir freuen uns, dass wir als Unternehmen, mit unserem IT-Sicherheits-Knowhow nicht nur sichere Heimarbeitsplätze zur Verfügung stellen, sondern dass wir mit den Leuchtwesten auch einen sinnvollen Beitrag zur Sicherheit junger Verkehrsteilnehmer leisten.“