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Julia Klöckner erklärt den Bürgern, wie Einkaufen funktioniert

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Julia Klöckner
Julia Klöckner

Die Bundesministerin für Landwirtschaft Julia Klöckner (CDU) hat die Bürger aufgefordert, vorausschauend einzukaufen, auf heimische Produkte zurückzugreifen und sich gegen das Kükenschreddern – und das in nur einen einzigen, wenn auch bemerkenswerten Pressemitteilung.


Doch. Die Morgenrunde im Landwirtschaftsministerium kann man sich vorm inneren Ohr vorstellen: „Wir müssen was zu Ostern machen.“ „Ja, was mit Einkaufen.“ „Und mit Kükenschreddern.“ „Ja was denn nun?“ „Ach einfach alles zusammen.“ „Ok und pack schon mal die Ausrufezeichen aus.“

Nur so lässt sich die Pressemitteilung erklären, die Klöckners Haus nun vorgelegt hat. Schon das mit den Ausrufezeichen ist so eine Sache: „Wer Ausrufezeichen verwendet, traut der Kraft seiner eigenen Sprache nicht“, hat Sprachpapst Wolf Schneider die Ablehnung ausgedrückt, die er gegen den in Strich und Punkt ausgedrückten Missionierungswillen hegt. In Klöckners Pressemitteilung finden sich vier Ausrufezeichen.

Mitarbeiter schützen

Schneider scheint recht zu haben und Klöckner ihrer eigenen Aussagekraft zu misstrauen. Ihren Bürgern auch. Die könnten aus dem Ostereinkauf ein Superspreader-Event machen, fürchtet die Super-Ministerinnen-Nanny: „Wer vorausschaut, schützt!“, hält sie dagegen. Dieses Ausrufezeichen steht in der Pressemitteilung wirklich am Ende dieses Aussagesatzes.

Es gelte „sich selbst, andere Kunden und die Marktmitarbeiter“ zu schützen, sagt die Ministerin und bittfordert ihre Bürger daher auf, Einkäufe frühzeitig zu planen und dafür die ganze Karwoche zu nutzen. Man könnte fragen, warum die Ansteckungsgefahr für die Mitarbeiter niedriger wird, wenn sich die Aerosole gleichmäßig über die Woche verteilen, statt zu Stoßzeiten ausgestoßen zu werden. Man darf in einer Pandemie aber auch nicht zu viel wissen wollen. Dann lieber appellieren und Ausrufezeichen ausstreuen, so wie Klöckner es in der Mitteilung tut: „Das hilft uns allen!“

Klöckners Schwenk

Dann schwenkt Klöckner thematisch um: „Die Feiertage verdeutlichen auch, wie wichtig es ist, die Gewissheit zu haben, dass regionale, saisonale Produktion gesichert und das Angebot für die Bürger verfügbar ist – und zwar dezentral.“

Warum das so ist? Warum das gerade Feiertage verdeutlichen? Was ihr Ministerium dazu beiträgt? Wie hoch der Anteil der regionalen und saisonalen Produkte im Supermarkt ist? Mit Fakten hält sich Klöckner in ihrer launischen Mitteilung nicht auf. Lieber ist sie gefühlig: „Heimische Landwirte und Erzeuger sind systemrelevant.“ Stimmt. Auch wenn dem Satz ein Ausrufezeichen gut getan hätte.

Eier ohne Kükentöten

Wem das bisher zu belanglos, zu nichtssagend ist und wer sich fragt, was das alles soll, wird an Klöckners nächstem Schwenk Spaß haben: „Und natürlich spielen Eier zu Ostern eine große Rolle.“ Da habe ihr Haus Wichtiges erreicht: „Mit unserem Gesetz gegen das Kükentöten sorgen wir zudem dafür, dass ab dem kommenden Jahr in Deutschland kein Ei mehr angeboten wird, das aus einer deutschen Brüterei kommt, in der Eintagsküken getötet werden.“ Schon jetzt böten einige Unternehmen Eier ohne Kükentöten an – preislich oft nur ein paar Cent teurer.

Nach so viel konkreter Politik wird Klöckner dann wieder launig: „Unsere Landwirte und die Händler versorgen uns Verbraucherinnen und Verbraucher mit frischen, regional erzeugten, hochwertigen Lebensmitteln. Ich danke all denjenigen, die auch in Krisenzeiten dafür sorgen!“ Ohne das Ausrufezeichen hätte man vermutlich nicht gemerkt, wie wichtig das ist.

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Im Lockdown geht die Zahl planbarer Operationen zurück

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Die Zahl der planbaren Operationen geht in der Pandemie massiv zurück. Das hat die Krankenkasse DAK-Gesundheit mitgeteilt. In den ersten beiden Monaten des Jahres waren es rund 40 Prozent weniger als im Januar und Februar 2020.


Die DAK hat für eine Sonderanalyse die Krankenhausdaten von 2019 bis zum Anfang von 2021 ausgewertet. Die Tendenz ist eindeutig: Corona lässt die Zahl der planbaren Operationen massiv zurückgehen.

Das sei schon im ersten Lockdown zu beobachten gewesen, wie die DAK mitteilt. Von Mitte März bis Mitte April seien drei Viertel der Operationen ausgefallen. Bei den Knie-Operationen waren es zum Beispiel 74 Prozent, bei den Hüft-Operationen 75 Prozent.

Patienten sind zurückhaltender

Im „Lockdown light“ vor Weihnachten gingen die Zahlen der Knie- und Hüft-OPen dann langsam zurück. In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres dann umso schneller: um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

„Der Rückgang planbarer Operationen in der Corona-Pandemie zeigt sich am Beispiel der Knie- und Hüft-Operationen sehr deutlich“, so Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Die Patienten seien im Lockdown zurückhaltender, wenn es um nicht dringend notwendige Operationen gehe: „Gleichzeitig sehen wir, dass viele Krankenhäuser Kapazitäten freihalten, um die Betten auf den Intensivstationen für Corona-Infizierte nutzen zu können“, so Storm weiter.

Ob der Rückgang stationärer Behandlungen zu einem Anstieg ambulanter Behandlungen geführt habe, lässt sich laut DAK derzeit nur spekulieren. Sicher sei aber, dass es noch keinen Nachholeffekt gegeben habe: „Das wirft die Frage auf, ob viele angesetzte elektive Operationen überhaupt notwendig gewesen wären“, sagt Storm.

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Falsche Polizisten und echter „Staatsanwalt“ sorgen am Mombacher Kreisel für Aufsehen

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Irgendwas ist los am Mombacher Kreisel. Die Polizei baut dort Zelte und Dixieklos auf. Mit Kameras auf dem gesamten Gelände. Dort gibt es bestimmt ’ne große Drogenkontrolle. Solche Anrufe erreichten BYC-News in der Mittagszeit minütlich. Doch die Aufklärung ergibt etwas ganz anderes.


Ein Team hat am Montagmittag für das ZDF mit Dreharbeiten am Mombacher Kreisel angefangen. Dort wird für die Krimi-Serie „Der Staatsanwalt“ mit Rainer Hunold gedreht. Die Kulissen rund um das „Bauhaus“ scheinen täuschend echt gelungen zu sein. Jedenfalls meldeten sich mehrere Bürger – wollten wissen, was da los ist.

Die Polizei konnte auf Nachfrage von BYC-News schnell aufklären. Dreharbeiten. Es liegt eine Genehmigung vor. Alles in Ordnung. Zwar liefen am Drehort falsche Polizisten rum. Doch das seien Schauspieler und weil der Dreh angemeldet sei, gehe das in Ordnung.

Vorsicht beim Kiebizen

Wie lange dort gedreht werde, konnte die Polizei nicht beantworten. Dafür fehlten ihr einige Informationen. Für die Anmeldung zuständig ist die Stadt. Wer jetzt neugierig ist und zu lange vom Auto aus beim Dreh zuschauen will, sollte aber vorsichtig sein – sonst kommt am Ende noch die Polizei. Die echte.

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Der Obdachlose von Oppenheim – Die Hilflosigkeit der Gemeinde

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Der Kältebus „Rheinhessen hilft“ hat mehrfach auf ihn aufmerksam gemacht. Bürger unterstützen ihn privat mit kleinen Spenden, geben ihm etwa mal einen Kaffee aus. Und auch die Verbandsgemeinde Rhein-Selz kennt den Fall. Doch dem Obdachlosen von Oppenheim ist nur schwer zu helfen – denn er nimmt Hilfe oft nicht an.


Helfen kann einem Menschen ein gutes Gefühl geben: Andere wieder auf die Beine bringen, Not lindern, für Perspektive sorgen. Doch Helfen kann auch eine undankbare Aufgabe sein. So wie im Gewerbegebiet Oppenheim. Es stinkt. Vergammeltes liegt herum. Ratten und Mäuse haben das Gelände für sich entdeckt. Hier hat sich der Obdachlose von Oppenheim niedergelassen.

Fünf Mann schauen sich den Platz an: Vertreter der Gemeinde, des Kältebusses und ein Reporter von BYC-News. Es geht darum, dem Obdachlosen von Oppenheim – wir nennen ihn M. – zu helfen. Kältebus und Verbandsgemeinde tun das bereits. Sie versorgen ihn unter anderem mit Schlafsäcken und Essen.

M. lässt sich nur bedingt helfen

Das Problem ist: M. lässt sich nur bedingt helfen. BYC-News hat bereits vor dem Ortstermin mit ihm gesprochen. Er wolle etwas zu essen, einen Schlafsack, ja. Aber er wolle auch einfach in Ruhe gelassen werden. Und draußen leben. Frei sein, bedeute das für ihn, erzählte er BYC-News. Wie er in diese Situation geraten ist, möchte er nicht schildern.

Doch bei dem Ortstermin zeigt sich, wie schwierig das für das Umfeld sein kann. Der Geruch ist noch das Wenigste. Die Brandflecken rund um den Schlafplatz lassen Sorgen aufkommen. M sammelt gerne. Dosen und Handtaschen liegen hier rum. Alkohol, ein Gaskocher und entzündbares Material können eine ungünstige Kombination sein. In Nierstein kam es in der Nähe seines Schlafplatzes schon einmal zu einem Brand.

Besitzer hat sich schon beschwert

M. Schlafplatz gehört zu einem Privatgelände. Der Besitzer hat sich schon beschwert. Er sieht die Gefahren für seinen Eigentum. Und er hätte das Gelände gerne geräumt. Dafür ist allerdings das Ordnungsamt der falsche Ansprechpartner.

Da sich M. nicht aggressiv verhält, kann er nicht zwangseingewiesen werden. Angebote für Unterkünfte gab es bereits. Doch dort blieb er nicht lange. Möglichkeiten der Unterkünfte wie etwa die sanitären Anlagen schlug er aus. Der Besitzer kann M. jetzt vertreiben, sein Hausrecht durchsetzen. Doch das müsste er entweder selbst tun oder die Polizei zur Verstärkung rufen.

Gemeinde und Kältebus arbeiten zusammen

Verbandsgemeinde und Kältebus haben M. weiter auf dem Schirm. Fahren ihn an, versorgen ihm mit dem, was er annimmt. Darüber hinaus haben Verein und Verwaltung sich abgesprochen, in ähnlichen Fällen eng zusammen zu arbeiten.

Unterkünfte sind da. Möglichkeiten der Versorgung gibt es in der Verbandsgemeinde. Doch die Hilfe beruht auf Freiwilligkeit – und kann nur erfolgen, wenn die Betroffenen es wollen.

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Jochen Capalo ist neuer Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Ginsheim-Gustavsburg

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Fraktionsspitze neu
Fraktionsspitze neu

An diesem Freitag (26. März 2021) traf sich die neu gewählte Fraktion der Freien Wähler zur digitalen konstituierenden Sitzung. Auf Empfehlung des bisherigen Fraktionsvorsitzenden Rolf Leinz wurde als neuer Fraktionsvorsitzender Jochen Capalo vorgeschlagen und von der neuen Fraktion einstimmig gewählt.


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Jochen Capalo dazu

„Ich nehme das Amt natürlich gerne, ein Stück weit aber auch mit Demut an und werde das Beste daraus machen. Natürlich setze ich auch noch auf die Unterstützung von Rolf Leinz, der mich jetzt auch etwas an das Amt ranführen wird. Bislang war ich ja sein Stellvertreter und konnte da etwas in seiner Deckung agieren. Aber ich freue mich natürlich, es ist ja auch eine sehr spannende Aufgabe. Ich sehe darin durchaus auch ein sehr verantwortungsvolles Amt“, sagt Capalo gegenüber BYC-News.

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Rolf Leinz bleibt bei den Freien Wählern Ginsheim-Gustavsburg

Der Vorstand der Freien Wähler bedankte sich bei Rolf Leinz für die geleistete Arbeit in den vergangenen fünf Jahren. Gleichzeitig gratulierte der Vorstand Rolf Leinz zum erneuten Einzug in den Kreistag Groß-Gerau, dort wird er in der neuen Fraktion der Freien Wähler zukünftig Verantwortung auf Kreisebene übernehmen. Den Freien Wählern in Ginsheim-Gustavsburg bleibt Rolf Leinz aber nach wie vor aktiv erhalten, wie die folgenden Wahlen zeigten. Nach der Wahl des Fraktionsvorsitzenden wurden seine beiden Stellvertreter gewählt. Hier stellten sich Rolf Leinz und Felix Kolb zur Wahl und wurden einstimmig gewählt. Für den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher stellen sich ebenfalls Rolf Leinz und Felix Kolb zur Verfügung. Beide wurden einstimmig bestätigt.

Danach erfolgte die Besetzung der Vertreter in den Ausschüssen. Hier wurden folgende Personen gewählt:

  • Für den Haupt- und Finanzausschuss: Felix Kolb und Jochen Capalo
  • Für den Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss: Udo Kraft und Sigi Nachtmann
  • Für den Sozial-, Jugend- und Sportausschuss: Gaby Rauch und Herbert Klippel

Alle vorgenannten Abstimmungen erfolgten einstimmig, dies zeugt von einer guten Grundstimmung und Arbeitsbasis in der neuen Fraktion. Eine solide und zuversichtliche Mischung alter und neuer Fraktionsmitglieder.

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Die Ergebnisse werden noch rechtssicher bestätigt

Die Ergebnisse dieser virtuellen Sitzung werden nach den Vorschriften der Hessischen Gemeindeordnung in einer weiteren regulären Sitzung in Anwesenheit noch rechtssicher bestätigt werden. In dieser Präsenzsitzung wird der neue Fraktionsvorsitzende Jochen Capalo erste, an den Wahlaussagen orientierte Leitlinien, mit der Fraktion abstimmen. Dies gilt ebenso für die zukünftige Positionierung und Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen.
Der Vorstand der Freien Wähler wünscht Jochen Capalo eine glückliche Hand für die zukünftige Arbeit in der Fraktion

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Tatverdächtiger nach Geldautomatensprengung im Rheingau gefasst

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Polizei Hessen
Polizei Hessen

Update vom 29. März 2021: Dank einem Presseaufruf gelang es den Ermittlern der Polizei Rheingau-Taunus nach einer gescheiterten Geldautomatensprengung in Oestrich-Winkel, mit Hilfe der Bevölkerung einen Tatverdächtigen zu ermitteln.


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Die Polizei wurde bei der Wohnungsdurchsuchung fündig

Die Ermittler hatten sich an diesem Freitag (26. März 2021) mit Bildern der Überwachungskamera an die Öffentlichkeit gewandt. Nach der Veröffentlichung der Bilder, ging bei der Polizei bereits am Samstag ein Hinweis auf einen 30 Jahre alten Mann aus dem Rheingau ein.

Am Samstagnachmittag gegen 17:45 Uhr konnte die Polizei den Tatverdächtigen festnehmen, als dieser gerade seine Wohnung in Winkel verließ. Es wurde eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet, welche von Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamtes und einem Sprengstoffsuchhund unterstützt wurde. Im Rahmen der Durchsuchung der Wohnung konnten relevante Beweismittel aufgefunden und sichergestellt werden. Die Polizei nahm den 30-Jährigen mit auf die Dienststelle. Er wird sich nun in einem Ermittlungsverfahren wegen der versuchten Geldautomatensprengung mit einer selbstgebauten Sprengvorrichtung verantworten müssen.

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Appell der Polizei

Die Polizei teilt in diesem Zusammenhang mit: Dieser Fahndungserfolg zeigt sehr deutlich, wie ungemein wichtig Hinweise aus der Bevölkerung für die polizeilichen Ermittlungen und somit für die Aufklärung von Straftaten sind. Bitte unterstützen Sie die Polizei daher weiterhin aktiv bei der Aufklärung und der Verhinderung von Straftaten, indem Sie verdächtige Beobachtungen oder Hinweise direkt der zuständigen Polizeidienststelle melden oder den Notruf unter der Telefonnummer 110 kontaktieren.



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Erstmeldung vom 27. März 2021:

Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde in einer Bankfiliale in Oestrich-Winkel versucht, ein Geldautomat zu sprengen. Seitdem fahndet die Polizei nach dem Mutmaßlichen Täter. An diesem Freitag (26. März 2021) hat die Polizei sich nun mit Bildern der Überwachungskamera an die Öffentlichkeit gewendet und bittet um Mithilfe.

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Mit selbst gebauter Bombe versucht, einen Automaten zu sprengen

In den frühen Morgenstunden des 18. Oktober 2020 kam es zu einer Explosion in der Bankfiliale. Eine selbstgebaute Bombe, die zuvor dort deponiert wurde, zündete. Die Polizei geht zur Zeit davon aus, dass der Täter beabsichtigte, einen Geldautomaten zu sprengen, um diesen im Anschluss leer zu räumen. Das Vorhaben scheiterte allerdings, sodass an dem Automaten lediglich ein Sachschaden entstand.

Im Rahmen der Ermittlungen fiel der Verdacht auf einen 25 bis 40 Jahre alten Mann, der zuvor die in die Bankfiliale ging und dabei von der Überwachungskamera aufgezeichnet wurde. Weil die Polizei allerdings bislang noch nicht herausfinden konnte, wer der Mann ist, wurde durch die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung beim Amtsgericht erwirkt.

Personen, die den Mann auf den Bildern erkennen oder Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 06124 – 7078 266 bei den zuständigen Ermittlern der Polizeidirektion Rheingau-Taunus zu melden.

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Experte für Züge und Kirchenglocken – Malik ist ein besonderes Kind

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Wenn am Ostersonntag die Kirchenglocken in Bad Kreuznach läuten, wird Malik genau sagen können, wann die Pauluskirche einsetzt. Denn Malik ist Experte für Kirchenglocken. Er liebt den Klang und kann sie aus vielen Kilometern Entfernung zuordnen. Malik ist 13 Jahre alt – und Autist. Am Freitag ist Weltautismustag und das Sozialpädiatrische Zentrum Bad Kreuznach weist aus diesem Grund auf die Situation der Betroffenen hin. Conny Pala erzählt anlässlich des Weltautismustags, wie besonders ihr Sohn Malik den Alltag macht. Dass ihr Kind anders sei, habe sie schon wenige Monate nach der Geburt festgestellt: „Und je älter der Junge wurde, desto mehr klaffte die Schere im Vergleich zu anderen Kindern auf.“

Schon früh habe sie mit Malik das Sozialpädiatrische Zentrum in Bad Kreuznach aufgesucht. Eine verzögerte Entwicklung sei typisch für „Autismus-Spektrum-Störungen“, sagt Dr. Susanne Metzger, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Zentrum. So hätten die Mitarbeiter mit Malik das Sitzen und Krabbeln geübt. „Er hat spät angefangen zu laufen und als er es konnte, hatte man das Gefühl, er müsste all die Zeit, in der es noch nicht konnte, durch seinen Bewegungsdrang ausgleichen“, erzählt Conny Pala.

Nicht nach Kontakten gesucht

Doch neben der verzögerten Entwicklung bemerkte seine Mutter noch etwas bei Malik: Ihr Sohn suchte nicht den Kontakt zu anderen Kindern. „Autisten können oft Gefühle anderer Menschen nicht interpretieren“, sagt Dr. Susanne Metzger. Deswegen böte das Zentrum  Sozialkompetenztraining an: Mit Bildkarten, auf denen Menschen mit verschiedenen Gesichtsausdrücken zu sehen sind, lernen die Kinder, wie ein trauriges oder ein lachendes Gesicht aussehen. Auch, was in solchen Momenten von ihnen erwartet wird.
Die Autisten selbst hätten wiederum eigene Bedürfnisse: So müsse Maliks Wunsch nach Ruhe und festen Strukturen berücksichtigt werden. Aus Conny Pala hat das selbst, wie sie sagt, eine Kommunikationsexpertin im Umgang mit ihrem Sohn gemacht. Wenn sie ihn zum Beispiel beim Namen ruft, winkt sie ihn heran: „Ich muss Sprache für ihn oft zusätzlich visualisieren.“

Bitte um Sensibilität

Anlässlich des Weltautismustages bitten Conny Pala und das Sozialpädiatrische Zentrum um Sensibilität. So sei es etwa wichtig, nicht von einer Behinderung zu reden, unter der die Betroffenen litten: „Sie leben mit, sie leiden nicht“, müsse es richtig heißen.
Auch sei das Vorurteil falsch, Autisten hätten keine Gefühle oder seien stumpf: „Malik spürt und registriert jede Veränderung“, beobachtet seine Mutter. Viel aufmerksamer als andere Kinder.

Freude über Schranke

Der Besuch der Bethesda Schule der Stiftung kreuznacher diakonie helfe Malik sehr: Er hat Lesen, Schreiben und vieles mehr gelernt. Seine Mutter wünscht sich für ihn einen Arbeitsplatz, an dem er „nicht stur immer nur einen Handgriff machen muss. Er liebt Tiere. Ein Bauernhof wäre ideal.“ Sie ist fasziniert von seiner Detail-Verliebtheit, die ihren eigenen Blick verändert und geschärft hat.
Neben den Kirchenglocken hat Malik noch ein zweites Spezial-Gebiet: „Er kennt jeden Zug und sämtliche Zugverbindungen. Mein Kind ist wohl der einzige Mensch, der sich total darüber freut, wenn am Bahnübergang in der Rheingrafenstraße in Bad Kreuznach die Schranke runter geht und wir warten müssen.“

Sozialpädiatrie in Rheinland-Pfalz unterversorgt

Das Sozialpädiatrische Zentrum Bad Kreuznach ist nach eigenen Angaben wie die meisten Zentren in Rheinland-Pfalz seit Jahren unterfinanziert. Deshalb hätten die Kinderärzte in Bad Kreuznach und in Simmern eine Petition gestartet und fast 1700 Unterschriften gesammelt, weil sie die ambulante Versorgung von Kindern mit sozial- oder neuropädiatrischem Behandlungsbedarf im Landkreis Bad Kreuznach als akut gefährdet sehen.
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Frau schubst 9-jährigen Jungen auf ein Gleisbett

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Zeugenaufruf 1

An diesem Freitag (26. März 2021) gegen 15:00 Uhr kam es am Bahnhof in Neckarsteinach in Südhessen zu einer schockierenden Tat. Eine ältere Frau hatte dort einen 9 Jahre alten Jungen auf ein Gleisbett geschubst.


Der Junge verletzte sich bei dem Sturz

Der Junge hielt sich zusammen mit drei weiteren Freunden an dem Bahnsteig auf. Offenbar erregten die Kinder den Unmut einer bislang noch unbekannten Frau. Diese schubste den 9-Jährigen plötzlich zusammen mit seinem Fahrrad auf das Gleisbett.

Glücklicherweise konnten die Freunde des Opfers dem Jungen rechtzeitig wieder aus dem Gleisbett heraus helfen, bevor um 15:12 Uhr die S-Bahn in Richtung Heidelberg einfuhr. Die Unbekannte stieg in die Bahn ein und kümmerte sich nicht weiter um den Jungen. Der 9-Jährige verletzte sich bei dem Sturz und musste medizinisch behandelt werden.

Personenbeschreibung der Tatverdächtigen:

  • weiblich
  • rund 60 Jahre alt
  • dunkle Haare
  • rote Jacke

Die Polizei in Hirschhorn hat die Ermittlungen wegen Körperverletzung aufgenommen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06272 – 93050 bei den Ermittlern zu melden.

Warnung: Grundwasser im Kreis Groß-Gerau nicht nutzen

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Im Kreis Groß-Gerau ist das Grundwasser zur Zeit mit großer Vorsicht zu genießen. Der Grund dafür ist das mittlerweise verbotene Pflanzenschutzmittel Dikegulac. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft rät sogar komplett von der Nutzung ab.


Überschreitung des Vorsorgewertes

„Um die Dikegulac-Konzentrationen im Grundwasser des Hessischen Rieds besser abschätzen zu können, wurde in den vergangenen Monaten eine Modellierung durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Dikegulac-Konzentrationen an keiner Stelle über dem Trinkwasser-Leitwert von 1.000 Mikrogramm pro Liter liegen. Sie werden außerdem über die Jahre immer weiter abnehmen. Trotzdem kann es bei einigen Brunnen, die von der Landwirtschaft für die Bewässerung der Felder genutzt werden, zu einer Überschreitung des Vorsorgewertes von 50 Mikrogramm pro Liter kommen. Zur Einhaltung des Minimierungsgebotes, sollte bei diesem Wert das Grundwasser nicht unmittelbar für die Bewässerung beim Lebensmittelanbau oder zum Tränken von Tieren verwendet werden“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz vergangene Woche in Wiesbaden.

Ende des Jahres 2018 wurde eine Dikegulac-Belastung in Spinat bei einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Groß-Gerau festgestellt. Im Folgenden führte das Umweltministerium ein Messprogramm zu Dikegulac durch. In keiner der untersuchten Grundwasserproben wurde der Leitwert für Trinkwasser (1.000 Mikrogramm pro Liter) überschritten. Der Vorsorgewert (50 Mikrogramm pro Liter) wurde in fünf der insgesamt 45 untersuchten Grundwasserproben überschritten.

Warnung: grundwasser im kreis groß-gerau nicht nutzen

Langsamer Abbau des verbotenen Stoffs

Um die Entwicklung der Dikegulac-Konzentrationen im Grundwasser auch für die Zukunft abschätzen zu können, hat das Land zusätzlich die nun vorliegende Modellierung beauftragt. Dafür wurde in einem rund 190 Quadratkilometer großen Teilgebiet des Hessischen Rieds die Grundwasserströme genau untersucht. Von den insgesamt seit den 1940er Jahren über das Abwasser emittierten 7.600 Tonnen Dikegulac, befinden sich aktuell noch etwa 94 Tonnen im Grundwasser, die sich über die Jahre weiter verdünnen werden. Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre wird davon ausgegangen, dass nur eine langsame Verdünnung stattfinden wird. Die Dikegulac-Konzentration im Grundwasser wird bis zum Jahr 2050 etwa 1 Kilometer weiter in Grundwasserfließrichtung abströmen.

Um die Aussagen der Modellprognosen fortlaufend zu überprüfen, wird durch das Land ein Überwachungsprogramm an ausgewählten Grundwassermessstellen etabliert. „Die Modellierung und die weiteren Messungen ermöglichen damit ein Frühwarnsystem für die landwirtschaftlichen Betriebe. Wir haben die Beregnungsverbände über die Ergebnisse informiert. Bei der Beprobung der Brunnen werden wir die Landwirtinnen und Landwirte bei Bedarf unterstützen. Sollte dort der Vorsorgewert überschritten werden, helfen wir dabei alternative Wasserressourcen und technische Lösungen für die Bewässerung zu finden,“ ergänzte Hinz.

Zum Hintergrund:

Seit den 1940-er Jahren ist Diacetonketogulonsäure (Dikegulac) als Abfallprodukt der Vitamin C-Produktion der Firma Merck in großen Mengen über das Abwasser in die Umwelt gelangt. Nach Bekanntwerden der Dikegulac-Befunde im Grundwasser im Kreis Gross-Gerau im Jahr 1989 wurde behördlich veranlasst, dass die Abwasserbehandlung des Industriebetriebes um eine weitere Stufe ergänzt wurde. Hierdurch konnte die Dikegulac-Fracht, die über das Abwasser emittiert wurde, deutlich verringert werden. Der Produktionsprozess, bei dem das Nebenprodukt Dikegulac entstand, wurde 1999 eingestellt.

Der Trinkwasserleitwert gibt die Höchstkonzentration im Trinkwasser an, die ein Leben lang ohne Gesundheitsschädigung aufgenommen werden kann. Das Minimierungsgebot besagt, dass die Konzentrationen so gering zu halten sind, wie dies mit vertretbaren Aufwand möglich ist.

Tierärzte wollen Menschen gegen Covid-19 impfen

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Die deutschen Tierärzte haben die Bundesregierung aufgefordert, sie in die Impfkampagne einzubinden. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ warf der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder, Gesundheitsminister Jens Spahn „Versäumnisse und Missmanagement“ vor.


Präsident des Bundesverbands Siegfried Moder

„Wir haben bereits Anfang Dezember der Bundesregierung unsere Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung angeboten, aber unser Hilfsangebot wurde, wie schon die Corona-Testung durch akkreditierte Vet-Labore im letzten Sommer, bis heute ignoriert. Das kann man machen, wenn man die Lage im Griff hat. Angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften halten wir diese Ignoranz jedoch für grob fahrlässig“, sagte Moder.

Dabei könnten die rund 10.000 Tierarztpraxen in Deutschland allein bei nur 50 Impfungen pro Woche und Praxis in einem Monat ohne Weiteres zwei Millionen Menschen mit dem Vakzin versorgen. „In den USA impfen jetzt auch Tierärzte wie selbstverständlich mit. Dieser pragmatische Ansatz trägt dort zum großen Erfolg bei“, erklärte Präsident Moder.

Auch in Frankreich sollen bald Tierärzte Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen dürfen. Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes empfahl dies am Freitag, um die Impfkampagne voranzutreiben.

Die Bundesregierung müsse hierzulande unverzüglich die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, sagte der Verbandschef. „Wenn im zweiten Quartal tatsächlich große Mengen an Impfstoffen eintreffen, wie es die Bundesregierung verspricht, dann sollte in Deutschland jeder impfen, der impfen kann, und alle verfügbaren Vakzine sofort eingesetzt werden“, sagte Moder. „Alles andere wird Menschenleben kosten.“

Vollbrand einer Doppelgarage in Wöllstein mit hohem Sachschaden

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Am Sonntag (28. März 2021) kam es zu einem Feuerwehreinsatz in Wöllstein (Kreis Alzey-Worms). An einem Einfamilienhaus im Rheinhessenring stand eine Doppelgarage mit 2 Fahrzeugen im Vollbrand.


Die Bewohner bemerkten kurz vor dem Brand einen lauten Knall. Wenig später stand die Doppelgarage im Vollbrand und die Bewohner alarmierten die Feuerwehr. Die Rauchsäule war mehrere Kilometer entfernt sichtbar.

Die Feuerwehren aus mehreren umliegenden Ortschaften bekämpften den Brand mit insgesamt 49 Einsatzkräften. Durch die zügigen Löscharbeiten konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Einfamilienhaus verhindert werden. Verletzt wurden bei dem Brand keine Personen. Die Doppelgarage brennt komplett nieder. Zwei zur Familie gehörende und vor der Garage parkende Fahrzeuge werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Ursache muss durch Brandexperten noch genau festgestellt werden.

Der Gesamtschaden dürfte über 40.000EUR liegen. Während der Löscharbeiten kommt es zu Verkehrsbehinderungen in dem Wohngebiet.

Neues Corona-Schnelltestzentrum in Gernsheim

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An diesem Montag (29. März 2021) startete das Schnelltestzentrum am Sportlerheim in der Rheinstraße 22 in Gernsheim. Ab sofort können sich die Bürger nun auch dort kostenfrei auf das Corona-Virus testen lassen.


Vorherige Terminvereinbarung erforderlich

In Kooperation mit dem Medizinischen Dienstleistungsunternehmen Goede und der Schöfferstadt Gernsheim ist das Schnelltest-Zentrum an diesem Montag in Betrieb gegangen. Bürger, die sich dort testen lassen möchten, müssen vorab einen Termin vereinbaren. Das ist auf der Homepage www.medilei-goede.de oder telefonisch unter der Rufnummer 06258 – 5598 273 möglich.

Die getestete Person bekommt anschließend eine Bescheinigung über das Testergebnis ausgehändigt. Sollte eine getestete Person ein positives Ergebnis aufweisen, so kann direkt vor Ort ein PCR-Test durchgeführt werden, um das Testergebnis zu bestätigen.

Adresse: 
Am Sportlerheim
Rheinstraße 22
64579 Gernsheim

Hier geht es zur Übersicht der Testzentren im Kreis Groß-Gerau

Einbrecher in der Darmstädter Landstraße in Gustavsburg unterwegs

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Einbrecher
Einbrecher

In der Nacht von diesem Freitag (26. März 2021) auf Samstag waren Einbrecher in Ginsheim-Gustavsburg unterwegs. Die Täter hatten es auf einen Augenoptiker in der Darmstädter Landstraße im Stadtteil Gustavsburg abgesehen.


Die Täter flüchteten unerkannt

Unter Anwendung von Gewalt hatten sich die bislang noch unbekannten Täter Zutritt zu dem Optiker verschafft. Sie durchsuchten die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen und wurden schließlich auch fündig. Die Täter ließen ein Notebook und Bargeld mitgehen und flüchteten unerkannt.

Die Polizei Bischofsheim hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen und bittet Zeugen darum, sich unter der Telefonnummer 06144 – 96660 zu melden.

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Kanzlerin bei Anne Will: Sendung und Pandemiepolitik drehen sich im Kreis

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Die Bundeskanzlerin hat bei Anne Will die Ideen vorgestellt, mit denen sie die Pandemie weiter bekämpfen will. Obwohl das Thema hochkomplex ist, drehte sich die Sendung nach zehn Minuten nur noch im Kreis. Für mehr reicht es nicht, was Angela Merkel zu sagen hat.


Auf eine Stunde ist Anne Will angelegt. Doch von den 60 geplanten Minuten waren 50 zu viel. Denn nach den ersten zehn Minuten hat die Kanzlerin alles gesagt, was zur anstehenden Pandemiepolitik der Bundesregierung zu sagen ist: Keine weiteren Lockerungen. Stattdessen kommen weitere nächtliche Ausgangssperren, die Maskenpflicht wird erweitert und private Kontakte weiter beschränkt.

Und die Industrie? Vielleicht eine Pflicht zum Home Office, vielleicht eine Testpflicht in Unternehmen. Aber das wolle sie sich erst noch anschauen, sagt Angela Merkel. Ein Lockdown der Industrie kommt wohl eher nicht. Vermutlich. Denn Anne Will hakt zwar nach. Aber nur ein wenig. Letztlich viel zu wenig.

Schwächen des Formats offengelegt

Dieses „Viel zu wenig“ beim Lockdown der Industrie ist noch der härteste Auftritt der Moderatorin. Will hat sich zwei Strategien zurecht gelegt: Die Kanzlerin loben und sie fragen, warum sie keinen härteren Lockdown will. Das reicht für zehn Minuten. Danach ist die Luft raus.

Die Sondersendung mit der Kanzlerin zeigt auf, wie schwach das Format im Normalfall ist: Eine Hofdame empfängt Höflinge. Die tauschen sich nach festgelegten Ritualen aus. Dabei tut sich keiner weh, aber dabei kommt halt auch nichts raus. Im Normalfall ist Anne Will Fernsehen für Menschen, die im Kopf mit der Stelle zufrieden sind, an der sie schon stehen.

Feierabend-Lockdown

Nun sitzt da die Kanzlerin. Nachdem sie in dieser Woche eine Rolle rückwärts gemacht hat, fragen sich Millionen, wie es weitergeht. Von der Hofdame ist da kein Erkenntnisgewinn zu erwarten. Und auch Merkel hat nicht viel Pulver im Lauf.

Das lässt die Kanzlerin dann ihr Programm routiniert abspulen: Tagsüber arbeiten und gemeinsam Bus fahren, abends daheim bleiben – ein Feierabend-Lockdown. Ansonsten den gesellschaftlichen Frieden nicht stören wollen und auch nicht die Schlafmützen im Bundeskabinett oder in der EU aufwecken. Impfversagen? Gibt es nicht. Man könne die EU nicht mit kleinen Ländern wie Israel vergleichen.

Unbequeme Grafik ausgeblendet

Während Merkel sagt, nur kleine Länder könnten effektiv und schnell impfen, ist im Hintergrund eine Grafik zu sehen. Die zeigt die USA – kein ganz kleines Land – im Impfen weit vor Deutschland. Doch der Widerspruch wird aufgelöst, die Regie blendet die Grafik einfach aus. Anne Will könnte kritisch nachfragen, aber das gehört nicht zu ihrem Format.

So bleibt der Kanzlerin nur der Leitsatz: „Ich kann’s jetzt nur nochmal wiederholen.“ Tägliches Zusammen-zur-Arbeit-Gehen und nächtliche Ausgangssprache. Ob das kein Widerspruch sei? Wird der Widerspruch noch aufgelöst? Vielleicht nächste Woche, wenn Karl Lauterbach wieder da ist. Aber mutmaßlich auch dann nicht.

Zigarettenautomat in Jugenheim aufgebrochen

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In der Nacht von Freitag (26. März 2021) auf Samstag hatten bislang noch unbekannte Täter einen Zigarettenautomaten in Jugenheim (Rheinhessen) aufgebrochen. Der Automat selbst wurde dabei stark beschädigt, konnte jedoch nicht komplett geöffnet werden. Derzeit ist noch nicht geklärt, ob und wie viele Zigarettenpackungen gestohlen wurden. Hinweise auf die Täter liegen bislang noch nicht vor. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 06131 – 654310 bei der Polizei zu melden.