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Ingelheim: Corona-Ausbruch im Altenheim mit schwereren Verläufen

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Der Corona-Ausbruch im Altenzentrum Im Sohl in Ingelheim weitet sich aus: Mittlerweile sind 29 Bewohnerinnen und Bewohner einer Station sowie sieben Personen aus der Belegschaft betroffen.


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Gesundheitsamtsleiter Dr. Dietmar Hoffmann

Nachdem bisher eher milde Verläufe zu beobachten waren, sind zwischenzeitlich bedauerlicherweise drei Patienten verstorben, ein weiterer Bewohner wird stationär im Krankenhaus behandelt. Die Frage, ob die Verstorbenen mit oder an Corona verstorben sind, lässt sich aber nur schwer beantworten: „Es handelte sich um hochbetagte Bewohner mit Demenz und zahlreichen Begleiterkrankungen“, sagte Gesundheitsamtsleiter Dr. Dietmar Hoffmann. Sie hatten zudem keine typischen Erkältungssymptome oder Fieber, was im Übrigen bei allen anderen Infizierten ebenfalls der Fall sei.

Wie berichtet, fand der Ausbruch in einem sogenannten „beschützenden Wohnbereich“ statt, in dem es 30 Pflegeplätze für Menschen mit Demenz gibt. Bis auf eine Bewohnerin sind davon alle infiziert. Zudem hält das betreffende Haus noch betreutes Wohnen, einen ambulanten Pflegedienst, Tagespflegeplätze und stationäre Pflegeplätze vor. Von der Heimleitung wurden bereits unmittelbar mit dem ersten Verdachtsfall alle notwendigen Schritte eingeleitet, um diese Bereiche zu schützen. „Dennoch zeigt das Geschehen, dass trotz regelmäßiger Schnelltests, einem guten Hygienekonzept und sofortiger Schließung der betroffenen Station eine solche Ausbruchssituation nicht in jedem Fall verhindert werden kann“, sagte Dr. Hoffmann.

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Das vorliegende Ausbruchsgeschehen belegt deren Dringlichkeit

Zwischenzeitlich wurde in Absprache mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht ein Aufnahmestopp und Besuchsverbot verhängt, um die weitere Ausbreitung möglichst einzudämmen. Das gesamte Personal wird täglich vor Dienstbeginn mittels Schnelltest getestet. Bei allen bislang nicht PCR-getesteten Bewohnerinnen und Bewohnern aus den anderen Wohnbereichen wird am heutigen Mittwoch eine Testung erfolgen. Dies ist auch im Hinblick auf die bereits vereinbarte Drittimpfung für die Heimbewohner, die in den kommenden Tagen erfolgen soll, besonders wichtig. Die Impfungen für Hochbetagte und Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr starten landesweit ab dem heutigen 1. September. Das vorliegende Ausbruchsgeschehen belegt deren Dringlichkeit: Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Belegschaft des betroffenen Hauses sind bei einer Quote von fast 100 Prozent bereits seit Februar zum zweiten Mal geimpft, eine Auffrischung des Impfschutzes sollte die Abwehrkräfte wieder verstärken.

Die grundsätzliche Wirksamkeit der Impfung wird durch dieses Geschehen nicht in Frage gestellt. Eine Analyse des Gesundheitsamtes zeigt, dass bei allen Infektionen in der 34. Kalenderwoche in Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen von 323 Neuerkrankungen 69 Personen wirksam geimpft waren. Bei einer Durchimpfungsrate von über 65 Prozent zeigt dies eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung bei ungeimpften Personen.

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Karrierestart am Flughafen Frankfurt – Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart 2022

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2021 08 30 Ausbildungsstart am Flughafen Frankfurt
2021 08 30 Ausbildungsstart am Flughafen Frankfurt

Insgesamt 75 junge Menschen zwischen 16 und 28 Jahren starten heute beim Fraport-Konzern in ihre berufliche Zukunft. In diesem Jahr beginnen 62 männliche und 13 weibliche Nachwuchskräfte eine Ausbildung oder ein duales Studium beim Betreiber von Deutschlands größtem Flughafen. Fraport steht auch für Vielfalt: Die neuen Auszubildenden haben insgesamt sieben verschiedene Nationalitäten.


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Investition in die Entwicklung der Nachwuchskräfte

Trotz der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Luftverkehrsbranche hält Fraport an der Berufsausbildung fest, wenn auch in geringerem Umfang als in den Jahren zuvor. Michael Müller, Arbeitsdirektor der Fraport AG: „Aktuell steigen die Passagierzahlen wieder, die wachsende Impfquote und aufgehobene Reisewarnungen stimmen uns optimistisch. Zwar wird es noch Jahre dauern, bis wir wieder ein Verkehrsniveau wie vor der Krise erreichen, aber wir werden bei Fraport auch in Zukunft qualifizierte Fachkräfte brauchen. Deswegen bilden wir weiter aus und investieren in die Entwicklung unserer Nachwuchskräfte.“

Insgesamt konnten die Auszubildenden aus einem Angebot von 15 Ausbildungsberufen wählen. Das Spektrum der zu erlernenden Berufe reicht von Luftverkehrskaufleuten (m/w/d) über Mechatroniker (m/w/d) bis hin zu Koch (m/w/d) und Werkfeuerwehrleuten (m/w/d). Neben einer Ausbildung können Einsteiger bei Fraport auch ein duales Studium absolvieren, das die praktische Ausbildung im Betrieb mit theoretischen Studieninhalten kombiniert. Zu den dualen Studienberufen zählen etwa der Bachelor in Luftverkehrsmanagement oder Wirtschaftsinformatik.

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„Startklar“ unterstützt beim Einstieg in die Ausbildung

Unter den Auszubildenden sind drei Teilnehmer aus dem Berufsvorbereitungsprogramm „Startklar“. Zwei von ihnen starten eine Ausbildung zum Mechatroniker, ein weiterer eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. „Startklar“ richtet sich an junge Menschen, die noch nicht alle Voraussetzungen für einen direkten Einstieg in die Ausbildung erfüllen. In einer achtmonatigen Qualifizierungsmaßnahme werden die Teilnehmenden fachlich und pädagogisch auf die Ausbildung bei Fraport vorbereitet.

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Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart 2022 läuft bereits

Auch Lust auf eine Ausbildung bei Fraport? Interessierte können sich noch bis zum 30. September 2021 für den Ausbildungsstart 2022 bewerben. Zu vergeben sind unter anderem zwei Plätze für den dualen Studiengang Energiewirtschaft (Bachelor of Engineering). Dieser vermittelt betriebswirtschaftliche und technische Kenntnisse rund um die Energieerzeugung, den Energiehandel und die Energienutzung. Die Ausbildung bei Fraport ermöglicht es, den Umstieg auf erneuerbare Energien mitzugestalten und alles über das komplexe Energienetz am Flughafen Frankfurt zu lernen.

Alle Informationen zu offenen Stellen und Bewerbungsverfahren finden Sie unter www.jobs-fraport.de.

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Rinaldo Roberto – Polizist aus Mainz berichtet über die Erlebnisse im Ahrtal

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WhatsApp Image 2021 09 01 at 11.17.08
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Einige Wochen ist die Flutkatastrophe im Ahrtal nun her. Rinaldo Roberto, Leiter der Pressestelle der Polizei Mainz, war vor Ort im Krisenstab eingesetzt. BYC-News sprach mit ihm darüber, wie es dazu kam und wie er persönlich die Situation im Krisengebiet erlebt hatte.

 

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„Wir waren direkt mit eingebunden“

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (15. Juli 2021) hatte sich die verheerende Katastrophe im Ahrtal ereignet, bei der viele Menschen alles verloren haben. Zum Teil sogar ihr Leben. „Als ich donnerstags ins Büro hier in Mainz kam, waren die Polizei direkt voll mit in den Einsatz involviert. Ich habe dann auch direkt von Anfang an gesagt, dass wir besser alle Aktionen, wie beispielsweise eine geplante große Verkehrskontrolle am Wochenende, absagen sollten. Das hätte für mich nicht gepasst und vermutlich auch den falschen Eindruck vermittelt, wenn wir in einer solchen Katastrophe 10 Streifenwagen abgestellt hätten, um Motorradfahrer zu kontrollieren. Die Aktionen wurden deshalb auch abgesagt.“, erklärt Roberto. Den gesamten Donnerstag und Freitag war er von Mainz aus mit in die Pressearbeit der Polizei bezüglich des Einsatzes im Ahrtal eingebunden.

Innerhalb von kurzer Zeit wurde im Ahrtal ein Krisenstab nach der Landesfeuerwehrvorschrift 100 (LFV100) aufgebaut. Darin ist genau geregelt, wie ein Krisenstab aufzubauen ist, wovon ein Teil natürlich auch das Pressezentrum betrifft. „Man hat dann geschaut, wer die Pressearbeit vor Ort übernehmen kann und geeignete Personen in verschiedenen Behörden angefragt, darunter auch mich“

Er erhielt dann die Anfrage vom Innenministerium, ob er im Krisenstab unterstützen könne, woraufhin er zusagte. „Samstag und Sonntag war ich dann von Mainz aus schon im Krisenstab im Einsatz, quasi als Schaltstelle, habe Fragen beantwortet, Anrufe weitergeleitet und einige Dinge koordiniert“, erklärt Roberto. Montags und dienstags sei er dann nochmal zwei Tage für die Pressestelle der Polizei Mainz tätig gewesen, bevor er schließlich am Mittwoch (21. Juli 2021) für insgesamt acht Tage ins Ahrtal fuhr, um dort direkt vor Ort im Krisenstab mitzuwirken. „Als ich im Krisenstab ankam war mein erster Gedanke: Verdammt, sind hier viele Menschen. Der Zweite war: Wo kommen die denn alle her? Es war überwältigend zu sehen, dass Menschen aus ganz Deutschland dort waren und natürlich immer noch sind, um zu helfen.“

„Da ich dann im Krisenstab Teil des von der ADD geleiteten Pressezentrums war, hat sich für mich einiges verändert.“, sagt Rinaldo Roberto und erklärt den Unterschied: „Die Aufgabe des Krisenstabs ist es, die Krise zu bewältigen, die Infrastruktur wieder aufzubauen, Hilfe zu organisieren und die Menschen zu versorgen. Die Polizei hingegen ist grundsätzlich für die Gefahrenabwehr und Verfolgung von Straftaten oder für den Schutz privater Rechte zuständig. Ich war zwar noch als Schnittstelle tätig, aber eben als Teil des Pressezentrums und nicht für die Polizei.“

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Ein bunter Haufen, der gut zusammen funktionierte

Für ihn sei die Arbeit im Krisenstab sehr spannend und vor allem lehrreich gewesen. „Ich habe, glaube ich in den letzten fünf Jahren noch nie so viel so verdichtet gelernt und erlebt, wie in diesen acht Tagen im Krisenstab“, berichtet er. Vor Ort wurde zunächst ein Pressezentrum unter der Leitung der ADD (Aufsichtsdienstleistungsdirektion) aufgebaut. Gleichzeitig habe die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit (PUMA) des Landesfeuerwehrverbandes die Sozial Media Arbeit aufgebaut und wurde in das Pressezentrum integriert. „In dem Pressezentrum saßen neben anderen also Leute von Berufs- oder Freiwilligen Feuerwehren, vom THW und den Rettungsdiensten, die Pressestelle der ADD und ich als Polizist. Wir waren also ein sehr bunt zusammengewürfelter Haufen. Mich hat es daher sehr erstaunt, wie gut so unterschiedliche Menschen, die sich größtenteils noch nie gesehen haben, zusammenarbeiten können und das gleiche Ziel verfolgen“, berichtet er.

„Ich selbst konnte meine Erfahrung aus polizeilichen Einsätzen mit einbringen. Wir haben uns beispielsweise an den Strukturen der Polizei orientiert, was die Pressearbeit angeht. Da die Aufgaben dort sehr vielfältig waren, haben wir diese, wie auch bei der Polizei aufgeteilt. Von der Social Media Betreuung über Presseanfragen bis hin zur Vorbereitung der täglichen Pressekonferenzen war alles mit dabei. Ich habe während der Arbeit im Krisenstab aber auch selbst unglaublich viel gelernt, weil ich das Glück hatte, in den unterschiedlichen Bereichen im Pressezentrum mitwirken zu können. Ich war also nicht nur für eine bestimmte Tätigkeit zuständig. Dadurch habe ich vieles mitbekommen und konnte natürlich auch von der Erfahrung der anderen profitieren“

Im Pressezentrum des Krisenstabes habe es unglaublich viel zu tun gegeben. Jeden Tag seien mehrere hundert Anfragen reingekommen, die alle bearbeitet werden mussten. „Unser Anspruch war es, jede Anfrage zu beantworten. Das hat natürlich enorm viel Zeit gekostet. Manche Anfragen konnte man leicht und schnell beantworten. Aber es waren natürlich auch Anfragen dabei, für die viel Recherche notwendig war. Teilweise habe ich 50 Minuten lang mit Journalisten telefoniert. Da kann man sich vorstellen wie lange es dauert, bis hunderte Anfragen beantwortet sind. Ich selbst habe immer morgens um 6 Uhr angefangen und bis 21 oder 22 Uhr Pressearbeit gemacht. Dabei ist es natürlich wichtig, auch nach 15 oder 16 Stunden noch voll konzentriert zu sein“, erklärt er.

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Zusammenarbeit zwischen den Helfern

Vor Ort treffen sehr viele unterschiedliche Helfer aufeinander. Darunter Berufsfeuerwehren, Bundeswehrsoldaten und Polizisten, die beruflich dort sind. Aber auch Ehrenamtliche, wie das THW oder die freiwilligen Feuerwehren. Hinzu kommen zahlreiche Privatpersonen, Unternehmen und Landwirte, die aus freien Stücken im Krisengebiet mithelfen. Was die Zusammenarbeit der einzelnen Parteien angeht, erklärt Roberto: „Im Großen und Ganzen hat dort jeder seine Aufgabe. Die Polizei ist für die Gefahrenabwehr da und hat mit privaten Helfern eigentlich wenig Kontaktpunkte, zumindest was unsere Hauptaufgabe angeht. Bei Rettungsdiensten, Soldaten, THWlern und Feuerwehren ist es im Prinzip nicht anders.“ Jeder habe seinen eigenen Aufgabenbereich um den man sich nach bestem Gewissen kümmere.

„Was es natürlich zu Hauf gibt, sind die unzähligen kleinen Geschichten einzelner Personen. Ich rede da von Polizisten, Rettungsdienstlern und Feuerwehrleuten und vielen Menschen mehr, die während Leerlaufzeiten schnell und unbürokratisch mit angepackt haben und vielen betroffenen Menschen beispielsweise bei den Aufräumarbeiten geholfen haben anstatt die Zeit ungenutzt zu lassen“, sagt er.

 

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Die Kritik wird den massiven Erfolg überschatten

Immer wieder gibt es von unterschiedlichen Seiten neue Kritikpunkte an der Vorgehensweise der Politik, des Krisenstabes oder auch der Helfer. Dinge hätten anders laufen müssen. Besser. Schneller. Unbürokratischer. Sagen die Kritiker. Diese Kritik mag zum Teil berechtigt sein. Doch Rinaldo Roberto befürchtet: Diese Kritik wird den enormen Erfolg und die geleistete Arbeit überschatten.

„Niemand hat mit einer Katastrophe in einem solchen Ausmaß gerechnet. Natürlich kann man sich im Nachgang, nach ein paar Tagen, Wochen und Monaten darüber unterhalten, was alles hätte besser laufen können. Und bestimmt gibt es auch Dinge, die hätten besser gemacht werden können.“ Aber im Großen und Ganzen sei es sehr gut gelaufen. In den Tagen nach der verheerenden Flut sind keine Menschen mehr zu weiteren Schäden oder ums Leben gekommen, das sei das Allerwichtigste in seinen Augen und ein großer Erfolg. Ebenso die Zusammenarbeit der vielen Gruppen, die enorme Hilfsbereitschaft von Freiwilligen und der Zusammenhalt der Betroffenen seien unglaublich stark gewesen und seien es noch immer. Die Arbeit im Krisenstab habe sehr gut funktioniert auch in Anbetracht der enormen Einsatzgröße, die vorab überhaupt nicht zu erwarten war. „Ich hoffe, dass man im Nachgang nicht nur die Kritik in Erinnerung behalten wird, wobei ich fast schon davon ausgehe, aber es wurde so viel geholfen, gemacht und getan. Dass man nicht jedem sofort beim Auspumpen des Kellers helfen kann, ist klar, aber ich denke, das Wichtigste wurde gut gemacht“

Der erste Eindruck an der Einsatzstelle

Nachdem Rinaldo Roberto mittwochs im Krisenstab ankam, schaffte er es erst freitags (23. August 2021) in die betroffenen Ortschaften Bad Neuenahr, Ahrweiler und Walporzheim zu fahren. „Das Zentrum des Krisenstabs liegt etwas außerhalb von Bad Neuenahr. Weil in den ersten beiden Tagen so viel zu tun war, habe ich es leider erst am dritten Tag geschafft, direkt in die betroffenen Gebiete zu fahren. Als erstes waren wir in Bad Neuenahr selbst“, erklärt er.

„Ich bin dann mit einer Kollegin aus dem Krisenstab zusammen in Richtung Ahr gefahren. Dafür mussten wir einige Zeit bergab fahren, also haben wir als erstes die Bereiche gesehen, wo das Regenwasser durchgeflossen ist. Die wirkliche Zerstörung wartete ja erst unten auf uns. Aber schon während der Fahrt wurde die Luft immer staubiger und der Dreck auf den Straßen hat sich immer mehr verdichtet, sodass wir unsere Masken wegen der Staubbelastung in der Luft  anbehielten. Je weiter wir fuhren umso mehr habe ich gemerkt, dass mir das Atmen schwerer fällt und der Puls sich beschleunigt. Es war einfach ein mulmiges Gefühl, das sich in mir breitgemacht hat obwohl ich natürlich durch die Arbeit im Krisenstab schon einiges wusste und gehört hatte“, erklärte er.

Vor Ort angekommen seien die ersten Eindrücke riesige Schutthaufen, Dixitoiletten und Frischwassertanks, die überall standen. Was er vorher zwar wusste, nämlich dass die Menschen keine Strom- und Frischwasserzufuhr hatten und nichts funktionierte, habe er dort dann auch gesehen. Erst vor Ort werde einem wirklich bewusst, was die Menschen mitgemacht haben, berichtet der Polizist. „Zu sehen, dass die Menschen zum Teil alles verloren haben traf selbst mich hart, obwohl ich als Polizist schon einiges gesehen habe. Die Leere in den Augen der Menschen, die pure Zerstörung, die das Wasser angerichtet hat und das Wissen, dass es tausenden Menschen so geht sind erschütternd. Egal in welcher Ortschaft wir waren, es war überall das gleiche Bild.“

Bilder vermitteln nicht das Gefühl

„Natürlich habe ich bevor ich dort ankam schon Bilder und Videos gesehen. Doch nichts davon kam an das heran, wie es vor Ort wirklich aussah. Ich selbst fotografiere sehr gerne und ich denke, dass es mir auch häufig gelingt, Momente einzufangen und Emotionen zu transportieren. Ich habe vor Ort natürlich auch Bilder gemacht und eben das versucht, doch es ist mir bei keinem Bild wirklich gelungen die Wirklichkeit darzustellen.“

Wer nicht selbst vor Ort gewesen sei der wisse nicht, wie es wirklich im Ahrtal ist. Die staubige Luft und die Atmosphäre, der Geruch, der Blick der Betroffenen und Helfer, das alles werde durch Bilder und Videos niemals transportiert werden können. „Das ist natürlich keine Aufforderung, um hin zu fahren und davon rate ich auch ab. Die Bilder und Eindrücke wird man nie wieder los“, betont er.

Alle geben ihr Bestes

Natürlich hat er vor Ort nicht nur einen Eindruck von der Situation vor Ort bekommen, sondern auch von den Menschen. Er sprach mit den Betroffenen und mit den Helfern. Besonders bei den von der Flut betroffenen Bürgern hatte Roberto den Eindruck, dass diese einfach nur funktionierten, arbeiteten und noch nicht groß über die Geschehnisse nachdachten. „Es gab sicherlich auch Menschen, die einfach nur in einer Schockstarre waren oder sind, was ich aber erlebt habe, waren Menschen, die hart arbeiteten und weit über ihre persönlichen Grenzen gingen, um das Chaos zu beseitigen und möglichst schnell wieder eine Lebensgrundlage zu erhalten. Viele davon werden vermutlich erst später an einen Punkt kommen, an dem sie das schreckliche Erlebte verarbeiten können.“

„Als ich vom Krisenstab direkt nach Bad Neuenahr fuhr, trug ich meine Polizeiuniform.  Das hätte ich nicht gemusst aber ich wollte erkennbar sein.  Viele Menschen kamen auf mich oder auch meine Kollegen zu. Sie stellten oft ganz banale Fragen, um ins Gespräch zu kommen. Das hat man schnell gemerkt. Man hat den Menschen auch angemerkt, dass sie einfach erzählen wollten, was ihnen persönlich passiert war. In den meisten Fällen hat es schon ausgereicht, ihnen 10 oder 15 Minuten zuzuhören, dass sie sich am Ende vielleicht ein wenig besser fühlen. Das ist enorm wichtig, es hilft ihnen aber auch uns Einsatzkräften. Und mir ist es besonders wichtig, dass die Menschen wissen, dass sie jederzeit jede Einsatzkraft vor Ort ansprechen können. Wenn wir können, hören wir zu und helfen.“, betont er.

Auch die Einsatzkräfte leisten vor Ort unglaubliche Arbeit und gehen über ihre Grenzen. „Jeder gibt sein Bestes, doch natürlich ist die Situation auch für die Einsatzkräfte belastend. Polizisten, die aus ganz Deutschland ankamen und in einer fremden Umgebung Höchstleistung abliefern mussten. Teilweise standen Beamte 8 bis 12 Stunden in der Hitze und dem Staub und haben den Verkehr geregelt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man so etwas in der ersten Stunde noch relativ entspannt macht. Wenn man dann aber weiß, dass man genau das noch 11 weitere Stunden machen wird, dann muss man an einem Punkt kommen, an dem man mental runterfährt. Der Blick der Polizisten ist nach einer solchen Schicht meist einfach nur leer. Das ist nur ein Beispiel von Vielen.“, berichtet der Polizist

 

Hilfe für Helfer und Betroffene

Bei einer solchen Katastrophe bleiben neben den körperlichen Schäden auch psychische nicht aus. Sowohl die Betroffenen, als auch die Helfer sehen und erleben vor Ort grauenhafte Dinge, die nur sehr schwer zu verarbeiten sind. Aus diesem Grund sind rund 150 Seelsorger vor Ort, die für Gespräche und Hilfe zur Verfügung stehen. „Die meisten, die vor Ort sind, haben so etwas noch nie gesehen und benötigen früher oder später Hilfe bei der Verarbeitung. Dafür sind die Seelsorger da. Sie sind ansprechbar, sprechen die Menschen aber auch aktiv an. Auf mich kam auch ein Seelsorger zu und fragte mich, ob es mir gut gehe. Er bot mir an, ihn kontaktieren zu können, sollte ich Gesprächsbedarf haben. Im gesamten Krisengebiet wurden Infopoints verteilt, wo die Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen hingehen konnten. Dort waren auch immer einige der Seelsorger zu finden. Diese Infopoints wurden durch uns mit den zur Verfügung stehenden Medien und Lautsprecherdurchsagen beworben“, berichtet Rinaldo Roberto.

Besonders eng begleitet werden die Einsatzkräfte, die für die Identifizierung der Leichen zuständig sind. „Man muss sich vorstellen, dass sich in den Tagen nach der Flut tausende Menschen meldeten, die Personen vermissten. Gleichzeitig wurden sehr viele Leichen gefunden, die natürlich meist vollständig mit Schlamm bedeckt waren. Das bedeutet, dass die Leichen zunächst natürlich gesäubert werden müssen um diese dann  hoffentlich den Vermisstenmeldungen zuordnen zu können. Der Fundort der Leiche gibt beispielsweise Aufschluss über den wahrscheinlichen Wohnort, da die Leiche nur bergab gespült worden sein kann. Dann schaut man natürlich, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, nach dem Alter aber auch nach körperlichen Merkmalen wie dem Zustand der Zähne, Piercings, Tattoos oder Narben. Anhand dieser und noch vieler weiterer Punkte muss man dann die Leiche einer oder mehrerer Vermisstenmeldungen zuzuordnen. Das ist eine wahnsinnig belastende Aufgabe, die mit einem enormen Druck verbunden ist, auch weil wir den Angehörigen möglichst Gewissheit geben wollen.“, erklärt er.

„Ich hätte in der Nacht nichts tun können“

Rinaldo Roberto ist seit 34 Jahren Polizist und hat in seiner Laufbahn schon viele Dinge gesehen und erlebt, die nicht einfach zu verarbeiten waren. Doch auch er erklärt, dass die Erfahrung im Ahrtal für ihn eine ganz Neue war. Er berichtet, was ihm persönlich hilft, tragische Erfahrungen  zu verarbeiten:

„Ich selbst rufe mir immer wieder ins Gedächtnis, ob ich persönlich  etwas hätte tun können, um die Menschen zu retten. Das war im Ahrtal nicht der Fall. Was ich allerdings tun konnte war einen Teil dazu beizutragen, im Anschluss den Menschen zu helfen . Nach  tragischen Erfahrungen denke ich immer nochmal darüber nach, ob ich alles richtiggemacht habe oder ob es etwas gab, das ich hätte anders tun können. Natürlich helfen auch Gespräche und der Austausch mit anderen Kollegen.“

„Letztendlich bin ich zur Polizei gegangen wegen meines Gerechtigkeitssinns, um zu Helfen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Wenn mich jemand fragt, ob ich im Ahrtal nochmal helfen würde, dann würde ich sofort wieder zusagen. Vorausgesetzt natürlich, dass es hier mit meinem Job in Mainz vereinbar wäre. Aber ich finde es einfach sehr wichtig, den Menschen zu helfen.“, sagt er.

Zwei Wünsche für die Zukunft

„Die Schäden sind immens und den Menschen fehlt dort Vieles. Sie hatten ja nur noch was sie auf der Haut trugen. Ich wünsche all diesen Menschen, dass sie in den nächsten Wochen und Monaten wieder eine Bleibe finden, wo sie sich geborgen und sicher fühlen können, wo sie eine Grundlage finden, um wieder einen Lebensmittelpunkt zu erlangen und ein halbwegs alltagsorientiertes Leben führen können. Damit sie da schon mal weniger Sorgen mehr haben, um dann das Alles in Ruhe verarbeiten zu können.“ erklärt er.

Doch er hat noch einen zweiten Wunsch für die Bürger. „Mein zweiter Wunsch ist es, dass die Hilfe nicht abreißt. Nur das Geld ist eine Hilfe aber diese ganze private Hilfe, die die Menschen aus reiner Selbstlosigkeit geleistet haben, darf nicht abreißen. Damit die Menschen in den nächsten Monaten und Jahren merken, dass sie nicht vergessen werden. Dafür machen der Krisenstab und unzählige private Helfer viel und ich wünsche mir, dass die Menschen ganz ganz lange Hoffnung behalten“, sagt Rinaldo Roberto abschließend.

 

Ein Mann, der Frau und Kind verlor

So wie vermutlich alle Einsatzkräfte, die im Krisengebiet helfen, hat auch Rinaldo Roberto Eindrücke gesammelt, die ihm im Gedächtnis geblieben sind. Vor Ort hat er mit zahlreichen Betroffenen, Einsatzkräften und Helfern gesprochen. Jeder von ihnen hatte seine eigene Geschichte. Roberto erzählt von zwei, die ihm besonders im Gedächtnis geblieben sind:

„Ich habe mich im Krisengebiet mit einer Kollegin von der Feuerwehr unterhalten, die am Morgen nach der Flut am Notruf saß. Ihr Mann, ebenfalls Feuerwehrmann, hatte in der Katastrophennacht einen Notruf entgegengenommen von einer Frau, die sich während der Flut mit ihrem Kind auf einen Baum gerettet hatte. Sie konnte leider ihren Standort nicht genau benennen, weshalb man sie in der Nacht nicht fand.

Am Morgen nach der Flut nahm die Kollegin mit der ich gesprochen hatte dann einen weiteren Notruf entgegen. Die Anruferin, eine andere Frau, sagte ihr, dass ein Mann mit einem Kind vor ihrem Haus auf einem Baum sitze. Sie selbst könne nicht helfen, da das Wasser zu hoch sei und sie nicht zu ihnen käme. Die Baumkrone sei sehr dicht, sodass man die beiden von oben nicht direkt sehen könne. Den Mann und das Kind konnte man glücklicherweise schließlich trotzdem ausfindig machen und retten.

Im Anschluss stellte sich heraus, dass der Mann und die Frau auf den beiden Bäumen zusammengehört hatten und sich die beiden jeweils mit einem Kind in Sicherheit bringen wollten. Die Frau wurde jedoch gemeinsam mit ihrem Kind von den enormen Wassermassen mitgerissen. Der Mann hat in dieser Nacht also seine Frau und ein Kind verloren. Ich habe selbst früher Notrufe entgegengenommen, und weiß wie dramatisch so etwas sein kann, wenn man im Nachgang solche Dinge mitbekommt und wie sich eine Hilflosigkeit auch bei den Rettern breit machen kann.“, berichtet Rinaldo Roberto.

Mit kleinen Dingen helfen

Er berichtet auch von einer Frau, die ihm stark im Gedächtnis blieb: „Als wir in Bad Neuenahr waren, kam eine Frau auf uns zugelaufen. Sie hatte wohl die Rolle des Familienoberhauptes übernommen und drückte uns einen Zettel in die Hand. Darauf standen einige Medikamente. Sie erklärte uns, dass sie diese dringend für ihr Kind und ihren Mann benötige, da ihre Vorräte, die nach der Flut übrigblieben, aufgebraucht waren. Um der Frau zu helfen haben wir per Funk den Bedarf mitgeteilt. Noch am gleichen Abend hatte die Frau alle benötigten Medikamente erhalten.

Die Menschen haben in der Flut so viel verloren. Es ist wichtig zu wissen, dass man den Menschen oft auch schon mit Kleinigkeiten oder einfachem zuhören helfen kann und mit einem Lächeln belohnt wird. Manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die einem im Gedächtnis bleiben.“

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Fahndung Mainz: Jogger überfällt 63-Jährigen auf dem Hauptfriedhof in Bretzenheim

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Fahndung Polizei Symbolbild
Fahndung Polizei Symbolbild

Am Dienstag (31. August 2021) kam es gegen 18:30 Uhr zu einem Raubüberfall in Mainz-Bretzenheim. Ein 63-jähriger Mann aus Wiesbaden war auf dem Friedhof unterwegs und wollte dort das Grab eines Bekannten besuchen.


Der Täter zog eine Waffe

Ein Jogger kommt ihm auf dem Hauptfriedhof entgegen und zieht unvermittelt einen schwarzen, schusswaffenähnlichen Gegenstand hervor. Mit diesem bislang unbekannten Gegenstand forderte er die Herausgabe von Wertsachen. Nachdem das mitgeführte Bargeld ausgehändigt wurde, flieht der Tatverdächtige in Richtung der Unteren Zahlbacher Straße. Sofort umfangreich eingeleitete Fahndungsmaßnahmen der Polizei Mainz führen bislang nicht zur Ergreifung des Täters.

Personenbeschreibung:

  • Mitte 20 Jahre alt
  • ca. 1,80m groß
  • schlanke Statur
  • rotblonder Dreitagebart
  • osteuropäischer Akzent mit gebrochenem Deutsch
  • Basecap der NewYork Yankees
  • blaugrauer Hoodie
  • dunkelblaue Adidas Hose mit weißen Streifen
  • schwarze und verschmutzte Sneaker.

Wer sachdienliche Hinweise zu dem genannten Fall geben kann, wird gebeten sich mit der Kriminalpolizei unter der Rufnummer 06131/65-3633 in Verbindung zu setzen.

Bundeswehr beendet Einsatz im Flutgebiet Ahrtal – Jetzt kommt es auf die zivilen Hilfskräfte an

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Final 89
Final 89

Angesichts der Mitteilung des Bundesverteidigungsministeriums, den Bundeswehr-Einsatz im Hochwasser-Katastrophengebiet in dieser Woche nach und nach zu beenden, sehen Innenminister Roger Lewentz und der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Oberst Stefan Weber, die zivilen Hilfskräfte im Ahrtal gut aufgestellt. Lewentz würdigte den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten.


Innenminister Roger Lewentz

„Die Bundeswehr hat sich in den zurückliegenden Wochen umfassend bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet eingebracht. Seite an Seite mit den zivilen Kräften wurde enorm wichtige Arbeit geleistet. Dabei wurden die Soldatinnen und Soldaten insbesondere für schwere Räum- und Bergearbeiten sowie für die Schaffung von Behelfsübergängen eingesetzt. Zudem waren die Bundeswehr-Kräfte bei der Rettung von Hausdächern mittels Hubschrauber und dann auch bei der medizinischen Versorgung am Boden im Einsatz. Sie haben Verletzte behandelt und Menschenleben gerettet. Später unterstützten sie maßgeblich bei der Treibstoffversorgung, der Trinkwasserverteilung und bei der Verpflegung“, so Innenminister Roger Lewentz. Diese Aufgaben würden seit geraumer Zeit nach und nach durch die zivilen Hilfsorganisationen sowie durch beauftragte Unternehmen übernommen.

Der Innenminister betonte, dass die umfassende Hilfeleistung im Ahrtal auch mit reduzierter Bundeswehr-Stärke weitergehen werde. „Unabhängig von den weiterhin zur Verfügung stehenden Soldatinnen und Soldaten sind in dieser Woche rund 1.000 professionelle Hilfskräfte im Ahrtal im Einsatz. Schwere Geräte wie Kipper und Tieflader werden dabei insbesondere durch das THW gestellt. Zudem unterstützt die Technische Einsatzleitung die zahlreichen freiwilligen Hilfskräfte, die nach wie vor aktiv sind, intensiv durch Helfer-Shuttle, Unterbringung und Spendenvermittlung sowie Treibstoffbetankung. Das THW unterstützt außerdem die nach und nach beauftragten Unternehmen und Handwerksbetriebe bei ihrer Arbeit. Die Menschen im Ahrtal können sich darauf verlassen, dass weiterhin für Hilfe gesorgt ist“, so Lewentz.

Oberst Stefan Weber, Kommandeur Landeskommando Rheinland-Pfalz

„Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Einsatzkräften – und das schließt die vielen privaten Helfer ausdrücklich mit ein – für die großartige Arbeit bedanken, die hier über die letzten sechs Wochen geleistet wurde. Natürlich danke ich ganz besonders unseren Soldatinnen und Soldaten. Ihr Einsatz, ihre Arbeit, das war fantastisch. Dabei gab es zunächst drei klare Schwerpunkte: Erstens: Retten und Bergen von Menschen; zweitens: Gangbarmachen der Infrastruktur; drittens: Versorgung der Bevölkerung

Später haben wir unterstützt bei der Freiräumung kommunaler Infrastruktur, bei Verpflegung, Wasserversorgung und Betankung sowie beim Brücken- und Straßenbau. Diese Aufgaben haben wir angepackt und gemeistert. Daher kann ich nun melden ‚Auftrag ausgeführt!‘.



Amtshilfe to go

Selbstverständlich unterstützt die Bundeswehr weiter im Rahmen der Amtshilfe, sofern zivile Organisationen wie Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz oder private Unternehmen dies nicht leisten können. Dazu werden wir noch mobile Teams für kurzfristig leistbare Amtshilfe im Raum belassen („Amtshilfe to go“), bevor wir anschließend das Verfahren in den Regelbetrieb zurückführen. Darüber hinaus wird das Kreisverbindungskommando Ahrweiler dauerhaft beratend tätig sein“, so Oberst Weber.

Für das Engagement der Bundeswehr bedankte sich Innenminister Lewentz ausdrücklich. „Dieser Einsatz und das Engagement bleiben bei den Menschen vor Ort dauerhaft in Erinnerung und tragen enorm zum Ansehen der Bundeswehr in der Bevölkerung bei. Hier wurde eindrucksvoll bewiesen, wie militärische und zivile Katastrophenhilfe Hand in Hand gehen. Hierfür bedanke ich mich im Namen der Landesregierung“, sagte der Minister.

 

Ölfilm auf dem Rhein bei Rüdesheim – Polizeihubschrauber unterstütze die Wasserschutzpolizei

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Am Dienstag (31. August 2021) wurde der Wasserschutzpolizei ein Ölfilm auf dem Rhein bei Rüdesheim gemeldet. Ein Schiffsführer meldete gegen 12:45 Uhr mehrere bunte Schlieren auf dem Rhein. Die vermutete ölhaltige Substanz war auf dem Rheinabschnitt „Rüdesheimer Fahrwasser“ bei Kilometer 526 durch das Streifenboot der Wasserschutzpolizei nicht zu erkennen.

Durch die Polizeifliegerstaffel Hessen wurde daraufhin ein Aufklärungsflug gestartet. Dadurch konnte der Ölfilm auf dem Rhein hauptsächlich im Bereich „Rüdesheimer Aue“ festgestellt werden. Da der Verursacher auch in der Schifffahrt vermutet wurde, wurden die in Frage kommenden Schiffe durch eine Streifenbootbesatzung der Wasserschutzpolizeistation Wiesbaden dokumentiert und in Augenschein genommen. Die polizeilichen Ermittlungen dauern noch an.

Verkehrsunfall auf der Landstraße L386 in Fahrtrichtung Osthofen

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Am Dienstag (31. August 2021) kam es gegen 16:00 Uhr auf der Landstraße L386 zu einem Verkehrsunfall. Bei dem Unfall wurde eine Person leicht verletzt.

Die beiden Verkehrsteilnehmer befuhren die Landstraße L386 in Fahrtrichtung Osthofen. Das vorausfahrende Fahrzeug musste abbremsen, der 33-jährige Unfallverursacher konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und fuhr auf das Heck des vorausfahrenden Fahrzeuges.

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten durch einen Abschleppdienst vom Unfallort abgeschleppt werden. Während der Unfallaufnahme musste die Fahrbahn für rund eine Stunde einseitig gesperrt und der Verkehr durch die Polizei geregelt werden.

4000 Tonnen Schubverband verursacht erhebliche Schäden an der Schleuse Kostheim

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Schleuse GUstavsburg1
Schleuse GUstavsburg1

Am Dienstag (31. August 2021) kam es gegen 19:30 Uhr zu einem Unfall an der Schleuse Kostheim. Ein 4000 Tonnen Schubverband mit insgesamt 181m Länge fuhr nach dem Schleusenvorgang aus der Südkammer als Bergfahrer heraus. Hierbei fuhr der Kapitän aufgrund eines Fahrfehlers gegen die Schleusenwand.


Erhebliche Schäden an der Schleusenwand

Durch den Zusammenstoß kam es zum Drahtbruch von einem der vier Koppeldrähte des Schubverbandes. Der gebrochene Koppeldraht wurde nach dem Unfall ordnungsgemäß durch die Schiffsbesatzung ersetzt. Bis auf eine gebrochene Stahl-Scheuerleiste war die Außenhaut des Schubverbandes nicht beschädigt, so dass die Schwimmfähigkeit nicht beeinträchtigt war. Das Schiff konnte die Fahrt nach der Unfallaufnahme fortsetzen.

An der Schleusenwand kam es zu erheblichen Stahlverformungen und Rissen. Das Schleusentor wurde nach bisherigem Kenntnisstand nur leicht beschädigt. Die Südkammer der Schleuse konnte nach der Unfallaufnahme wieder in Betrieb gehen.

Die Schiffsunfallaufnahme und Sachbearbeitung erfolgt durch die zuständige Wasserschutzpolizeistation Wiesbaden.

Warum Teleskope gute Geschenke für Kinder sind

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Kinder sind neugierig. Sie erleben und erschließen die Welt um sich herum mit allen Sinnen. Richtet sich ihr Blick zu den Sternen, steht schnell die Frage im Raum, was es dort zu entdecken gibt. Ein gutes Teleskop für Kinder ist dann ein passendes Geschenk. Wenn Eltern ein paar Dinge dabei beachten, wird der junge Astronom an diesem Hobby viel Freude haben und die Faszination Weltall für sich entdecken. Schnell zieht dann ein Teleskop Kinder in seinen Bann.

Das kindgerechte Teleskop

Zunächst ist es wichtig, dass das Teleskop für Kinder taugt. Wenn der Vater das Hightech-Teleskop seiner Träume kauft, dann kann da ein Wunderwerk der Technik stehen, dass aber alles andere als nachwuchs tauglich ist und daher bald in der Ecke steht. Kindgerecht bedeutet zum einen, dass das Teleskop einfach zu bedienen und zügig ohne großen Aufwand einsatzbereit ist. Kinder sind oft ungeduldig und wollen schnell ein spannendes Erlebnis haben. Wenn der Blick in die Sterne aber erst nach gefühlt unendlichen Vorbereitungen möglich ist oder das Kind die ganze Ausrüstung kaum selbst tragen kann, verliert es schnell die Lust. Kindgerecht bedeutet dann aber auch, dass das Kinder-Teleskop entsprechend robust ist und einen ruppigen Umgang oder kleinere Missgeschicke gut verkraftet. Ist beides gegeben, macht ein gutes Teleskop Kindern lange Freude.

Unter diesen Prämissen bieten sich einfache Linsen- oder Spiegelteleskope mit einer Brennweite zwischen 300 und 900 Millimetern an. Die haben damit eine 150-fache bis 260-fache Vergrößerung und erlauben so einen guten Blick auf einzelne Himmelskörper. Das Teleskop wird auf einem soliden Stativ mit einer einfachen und damit robusten Azimuth- oder Dobson-Montierung befestigt. Damit ist das Mitschwenken der Bewegung des Nachthimmels – tatsächlich bewegt sich die Erde – mühelos machbar.

Bleibt die Frage des Alters, denn ein Teleskop macht erst ab dem Alter von sechs Jahren Sinn. Dann sollte es eines sein, dass sich mit Kinderhänden intuitiv bedienen lässt, denn hier steht der Spaß motivierend im Vordergrund. Ist das Kind zehn Jahre alt, kommt es mit einer etwas komplexeren und dafür exakten „parallaktischen“ Montierung des Teleskops zurecht.

Was können Kinder sehen und lernen?

Zunächst lernen die Kinder, dass wir auf unserem blauen Planeten nur ein winziger Teil eines großen Ganzen genannt Universum sind. Schon der Blick auf den Vollmond ist für die Kinder faszinierend. Das erst recht, wenn sie mit dem Teleskop die zahlreichen Details wie Krater und Berge auf der Oberfläche des Erdtrabanten inspizieren. Spannend ist dabei die Suche nach den Stellen der Mondlandungen. Merkur, Venus, Mars oder beispielsweise der Gasriese Saturn – unser eigenes Sonnensystem bietet Kindern schon vieles, was sie erforschen können. Die beschriebenen Teleskope haben genug Brennweite und Vergrößerung, um einen guten Blick auf die Ringe des Saturns zu ermöglichen, immerhin der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems.

Die bekannten Sternenbilder können Kinder schon mit dem bloßen Auge sehen, das Teleskop bietet dann einen Blick auf die Details. Aus hellen Flecken am Nachthimmel werden beim Schauen durch das Okular erkennbare Galaxien, Sternenhaufen oder kosmische Nebel.

Den Blick in die Sterne begleiten

Ein kindgerechtes Teleskop ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Baustein, wenn es darum geht, den Nachwuchs für das Hobby Astronomie zu begeistert. Abends das neue „Fernrohr“ auf die Terrasse zu stellen und zu sagen „so, dann mach mal“, wäre falsch. Besser ist es, das Kind bei der Reise ins Weltall zu begleiten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Was gibt es Schöneres, als gemeinsam mit den Eltern das Firmament zu erkunden.

Doch das Hobby bietet viel und braucht ein bisschen mehr. Das beginnt bei den zum Thema passenden Büchern wie „Weltraum für clevere Kids – Lexikon mit über 1500 farbigen Abbildungen“ oder „Mein Sternenhimmel: Eine Entdeckungsreise zu Sternbildern, Planeten & Co.“. Aus dem Kosmos-Verlag sollte das Jahrbuch „Himmelsjahr“ für das aktuelle oder nächste Kalenderjahr nicht fehlen. Dieses Jahrbuch führt auf, wann im Jahresverlauf welches Phänomen am Nachthimmel zu bestaunen ist, wo man es findet und wie man es am besten ins Visier nehmen kann.

Öffentliche Planetarien, Volkssternwarten oder Astronomievereine – eine gute Auflistung ist auf „Sternklar“ zu finden – bieten in vielen Regionen Einsteiger- und Schnupperkurse an, die oft speziell auf Kinder ausgerichtet sind. Dort startet der Nachwuchs mit entsprechender Anleitung in das neue Hobby und lernt den Umgang mit Teleskop und Technik, sowie spannendes Hintergrundwissen. Oft genug treffen Kinder dort auf Gleichgesinnte im selben Alter, sodass das gemeinsame Hobby neue Freunde bringt. So genießen Kinder dann mit dem eigenen Teleskop schnell Erfolgserlebnisse.

Vermisste 12-Jährige aus dem Taunus wohlbehalten zurück

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Update vom 1. September 2021: Das seit Montagmittag (30. August 2021) vermisste 12 Jahre alten Mädchen aus Liederbach am Taunus ist wohlbehalten nach Hause zurück gekehrt.

Erstmeldung vom 31. August 2021:

Seit Montag (30. August 2021) wird die 12 Jahre alte Janna J. aus Liederbach am Taunus vermisst. Das Mädchen verließ gegen 14:45 Uhr eigenständig einen Termin in Idstein und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Die bisherigen Suchmaßnahmen und die Ermittlungen der Wiesbadener Kriminalpolizei führten bislang nicht zum Auffinden der Vermissten. Die 12-Jährige könnte sich möglicherweise im Main-Taunus-Kreis oder in Frankfurt am Main aufhalten.

Personenbeschreibung:

  • circa 170 cm groß
  • eine schlanke Statur
  • braune Augen
  • schwarze, mittellange Haare
  • zuletzt gesehen mit einem hellgrauen Kapuzenpullover
  • weißen Schuhen
  • einer weißen Perlenkette

Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort nimmt die Wiesbadener Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0611 – 3453 333 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Deutsche Wirtschaft erholt sich nach der Corona-Krise

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Nach dem harten Lockdown im Winter erholt sich die europäische Wirtschaft schneller als erwartet. Die Menschen besuchen wieder Restaurants, gehen einkaufen und konsumieren wieder, wahrscheinlich sogar mehr als wie vor der Corona-Pandemie, schätzen Experten vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).



Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr stark gewachsen. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem ersten Quartal 2021 um 1,6%. Laut dem Statistischen Bundesamt war hauptsächlich privater Konsum für den Aufstieg verantwortlich. Die während des Lockdowns angestaute Nachfrage konnte nun entladen werden. Auch der Staat gab mehr aus. In der Industrie wurde allerdings, aufgrund von Lieferengpässen, ein Minus von 1,3 % notiert.

Im Vergleich zu dem ersten Quartal 2021 wurden 0,5 % mehr Dienstleistungen und Waren exportiert. Mit 2,1 % legten auch die Importe zu. Für die EU insgesamt wurde vom europäischen Statistikamt Eurostat ein BIP-Anstieg von 2,0 % gegenüber dem Vorquartal gemeldet.

Wegen den harten Lockdowns war die deutsche Wirtschaft noch am Jahresanfang im ersten Quartal 2021 um 2,1 % geschrumpft. Der Wert der Bestellungen erhöhte sich von Mai auf Juni 2021 laut Berechnungen des Bundesamtes um 4,1 %. Laut dem Ifo-Institut ist die Kurzarbeit auf dem niedrigsten Stand seit Pandemiebeginn. Die Kurzarbeit ging natürlich in Branchen mit Corona-Lockerungen zurück. In anderen Branchen gab es allerdings nur einen leichten Anstieg wie in der Industrie aufgrund des großen Materialmangels.

Erneuter Lockdown im Herbst?

Die steigenden Infektionszahlen und nachlassende Impfdynamik könnten die Wirtschaft im Herbstquartal belasten. Man geht davon aus, dass dank der Impfungen ein so harter Lockdown wie in der zweiten und dritten Welle nicht notwendig sein wird. Trotzdem wurde vom Gesundheitsministerium erläutert, dass eine vierte Welle sich ankündigt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht die Einführung weiterer Maßnahmen von dem Impffortschritt abhängig. Sollten sich in den nächsten drei bis fünf Wochen viele BürgerInnen impfen lassen, gäbe es eine gute Chance, keine weiteren Maßnahmen zu brauchen. Für Geimpfte und Genesene solle es keine weiteren Beschränkungen geben.

Ab dem 23. August gilt die 3G-Regel. Das heißt, dass Zutritt zu Veranstaltungen, Innengastronomie etc. nur der hat, der geimpft, genesen oder getestet ist. Tests werden zur Voraussetzung zum Beispiel für den Zugang zu Krankenhäusern, Veranstaltungen, aber auch zum Friseurbesuch oder Kosmetikstudios. Zudem werden Bürgertests für Ungeimpfte ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden.

Positive Bilanz des Familienimpftages in Rheinland-Pfalz

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Mit insgesamt sechs Impfbussen und an 32 Impfstandorten wurden am vergangenen Samstag (28. August 2021) in ganz Rheinland-Pfalz zur Vorbeugung von schweren Covid19-Verläufen 5.697 Menschen geimpft. Die Impfbusse sind bereits seit vier Wochen erfolgreich im Einsatz und werden ihre Tour im September fortsetzen, um die Impfkampagne weiter voran zu treiben und das Impfangebot in die Fläche zu tragen. Der Familienimpftag richtete sich an Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren und ihre Familien sowie all jene, die bisher noch kein Impfangebot wahrgenommen haben.

Gesundheitsminister Clemens Hoch dazu

„Mit knapp 5.700 Impfungen am Familienimpftag können wir eine gute Bilanz vorweisen. Viele Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern waren vor Ort, aber auch viele weitere, die es bisher noch nicht schafften, sich impfen zu lassen“, betont Gesundheitsminister Clemens Hoch. „Weiterhin gilt, jede Impfung hilft im Kampf gegen die Pandemie. Daher mein klarer Appell: Jetzt ist die Chance für jede und jeden, sich impfen zu lassen. Nur eine hohe Impfquote bietet den bestmöglichen Schutz für alle. Nutzen sie die unbürokratischen, flexiblen und wohnortnahmen Möglichkeiten durch die Impfbusse oder im Impfzentrum.“

Für den familienfreundlichen Aktionstag waren die sechs Impfbusse unter anderem an Standorten wie den Zoos Neuwied und Kaiserslautern, dem Holiday-Park Haßloch und dem Technikmuseum Speyer im Einsatz.

Auch im September gilt: Hingehen, ausweisen und Schutzimpfung erhalten an rund 200 weiteren Standorten in Rheinland-Pfalz. Mitzubringen ist der Personalausweis und nach Möglichkeit gerne auch der Impfpass. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren können nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten geimpft werden.

Kinder- und Jugendfeuerwehr in Mainz-Weisenau sucht Verstärkung

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Der Übungsbetrieb der Jugendfeuerwehr Mainz-Weisenau ist nach den Sommerferien wieder gestartet. Die erste Übung der wurde genutzt, um große Banner zur Mitgliederwerbung am Gerätehaus aufzuhängen. Die Kinder- und Jugendfeuerwehr freut sich über neue Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren, die Interesse haben mitzumachen.

Bei Interesse kann man sich per Mail an weisenau@jf-mainz.de wenden. Die Kinderfeuerwehr (6-10 Jahre) trifft sich einmal monatlich an einem Samstag. Die Jugendfeuerwehr (10-16 Jahre) findet jeden Montag ab 18 Uhr statt.

Wichtige Information zur Bundestagswahl für Betroffene der Flutkatastrophe

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Flut 21
Flut 21

Bei der Flutkatastrophe am 14./15. Juli 2021 haben viele Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ihre Wohnungen verloren und sind bei Verwandten, Bekannten oder in Notunterkünften untergekommen. Viele dieser Wahlberechtigten werden auch bis zum Wahltag, am 26. September 2021, nicht in ihre alten Wohnungen zurückkehren können. Sie können dennoch an der Bundestagswahl teilnehmen.



Bundeswahlleiter Georg Thiel dazu

„Dank des Einsatzes der Landeswahlleitungen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen wurden praktische Lösungen gefunden, wie die Wahl in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten trotz der teilweise weggebrochenen Infrastruktur ordnungsgemäß durchgeführt werden kann.“ sagte Bundeswahlleiter Georg Thiel am Dienstag (31. August 2021) auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Wo auch immer sie sich zurzeit aufhalten, sollten sie folgendes beachten:

1. Betroffene sind dort, wo sie am 42. Tag vor der Wahl, d.h. am 15. August 2021, bei einer Meldebehörde gemeldet waren, in das Wählerverzeichnis einzutragen und dort auch wahlberechtigt. Im Allgemeinen wird das der alte Wohnort im Katastrophengebiet sein, sofern sie sich nicht bis zum 14. August 2021 am vorübergehenden, neuen Wohnort angemeldet haben.

2. Betroffene können deshalb am alten Wohnort in dem für ihre Wohnung zuständigen Wahllokal am 26. September 2021 während der Wahlzeit ihre Erst- und Zweitstimme für die dort kandidierenden Wahlkreisbewerberinnen bzw. Wahlkreisbewerber und Landeslisten abgeben.

Eine Stimmabgabe am vorübergehenden, neuen Wohnort ist nur möglich, wenn sie sich bis zum 5. September 2021 bei der Zuzugsgemeinde angemeldet und dort die Eintragung in das Wählerverzeichnis ausdrücklich beantragt haben.

Sofern sie sich nicht umgemeldet haben, können sie am einfachsten per Briefwahl von ihrem vorübergehenden Aufenthaltsort aus an der Bundestagswahl teilnehmen. Dafür müssen sie die Briefwahlunterlagen (einen Wahlschein mit Stimmzettel und Umschlägen) bei der Gemeindebehörde ihres alten Wohnorts beantragen.

Während die Wahlberechtigten von ihren Gemeindebehörden, wo sie gemeldet und im Wählerverzeichnis eingetragen sind, grundsätzlich „automatisch“ eine Wahlbenachrichtigung mit dem Formular für die Beantragung der Briefwahl erhalten, wird das bei manchen Betroffenen nicht möglich sein. Denn den Gemeindebehörden in den Katastrophengebieten sind die aktuellen Aufenthaltsorte der Betroffenen vielfach nicht bekannt, so dass deren Wahlbenachrichtigungen nicht zugestellt werden können.

Sie müssen deshalb den für die Briefwahl erforderlichen Wahlschein ohne Wahlbenachrichtigung bei ihrer alten Gemeindebehörde beantragen. Das kann formlos, schriftlich oder mündlich – auch durch E-Mail oder durch sonstige dokumentierte elektronische Übermittlung geschehen; telefonische Antragstellung ist allerdings nicht zulässig.

Betroffene müssen im Antrag den Familiennamen, die Vornamen, das Geburtsdatum und die aktuelle Wohnanschrift (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort) angeben.

Wer den Antrag (zugleich) für einen anderen stellt, muss dem Antrag eine schriftliche Vollmacht der anderen Person beifügen, dass er dazu berechtigt ist.



Postlaufzeiten für die Zusendung von Wahlschein beachten

3. Den Wahlschein mit den Briefwahlunterlagen können sie zwar noch bis 18 Uhr am 24. September 2021 beantragen. Wegen der Postlaufzeiten für die Zusendung von Wahlschein und Briefwahlunterlagen an die aktuelle Adresse sollten sie jedoch keinesfalls solange warten. Vielmehr sollten sie ihren Antrag auf Wahlschein und Briefwahlunterlagen unverzüglich bei ihrer Gemeindebehörde im Katastrophengebiet stellen. Denn die dortigen Gemeindeverwaltungen sind zwar wieder arbeitsfähig, aber bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit belastet.

Ebenso sollten Betroffene nach Erhalt ihrer Briefwahlunterlagen ihren Wahlbrief (Stimmzettel und Wahlschein mit der unterschriebenen Versicherung an Eides statt) unverzüglich an die angegebene Adresse zurücksenden, weil die Postlaufzeiten noch von den Folgen der Flutkatastrophe beeinträchtigt sein können. Der Wahlbrief muss bis zum Wahltag, dem 26. September 2021, um 18 Uhr eingegangen sein.

Wer den Wahlschein für die Briefwahl persönlich bei der zuständigen Gemeindebehörde beantragt, kann direkt an Ort und Stelle wählen und so die Postlaufzeiten für Hin- und Rücksendung der Unterlagen einsparen.

Großer Bahnstreik ab Donnerstag in Deutschland

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ICE, Zug
ICE, Zug

Die Lokführer-Gewerkschaft (GDL) hat für den Donnerstag (2. September 2021) einen großen mehrtägigen Bahnstreik angekündigt. Der Streik soll fünf Tagen andauern. Das verkündete Claus Weselsky, der Chef der Gewerkschaft der Lokführer. Ab dem Mittwoch 17:00 Uhr wird zunächst der Güterverkehr auf den Schienen bestreikt, ab Donnerstag um 2:00 Uhr legen dann auch die Lokführer im Personenverkehr ihre Arbeit bundesweit nieder.

„Das ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen, und zwar absichtlich. Da die bisherigen Arbeitskämpfe, jeweils 48 Stunden im Personenverkehr, offensichtlich keine Wirkung auf den Vorstand der Bahn erzielt haben“, so die Begründung des GDL-Chefs.