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Elif Eralp und die Verbindungen zur „Roten Hilfe“

Linken-Spitzenkandidatin war nach Angaben ihrer Partei bis 2025 Mitglied der Organisation

Nach dem Wahlerfolg der Berliner Linken gerät Spitzenkandidatin Elif Eralp immer stärker unter Druck. Neue Recherchen belegen nicht nur ihre jahrelange Mitgliedschaft im vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Verein „Rote Hilfe“, sondern zeigen auch eine offizielle Solidarisierung im Wahlprogramm ihrer Partei.

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„Rote Hilfe“ verschärft die Debatte

Die Debatte um die künftige Regierungsbildung im Berliner Rathaus spitzt sich zu. Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, die Anspruch auf das Amt der Regierenden Bürgermeisterin erhebt, sieht sich mit schwerwiegenden Vorwürfen bezüglich ihrer Abgrenzung zum Linksextremismus konfrontiert. Wie aus amtlichen Handbüchern des Berliner Abgeordnetenhauses hervorgeht, war die Juristin bis zum Jahr 2025 Mitglied bei der „Roten Hilfe“.

Die Verbindung wiegt schwer, da die Sicherheitsbehörden des Bundes die Organisation seit Jahren als „die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“ einstufen.

Einordnung durch den Verfassungsschutz

Das Hauptfeld der Roten Hilfe besteht in der finanziellen und juristischen Unterstützung von Personen, die aus politischer Motivation mit dem Strafrecht in Konflikt geraten sind. Die Vereinigung übernimmt Anwaltskosten, Gerichtsgebühren und Geldstrafen für Aktivisten der linken Szene.

Der entscheidende Kritikpunkt der Behörden: Die Finanzhilfe wird verwehrt oder gekürzt, wenn Beschuldigte vor Gericht umfassende Geständnisse ablegen, mit den Ermittlungsbehörden kooperieren oder Reue zeigen. Der Verfassungsschutz sieht darin eine gezielte Absicherung von Straftätern und eine Herabsetzung der abschreckenden Wirkung des Strafrechts.

Nicht nur Biografie, sondern Parteiprogramm

Nach Angaben der Berliner Linkspartei trat Elif Eralp der Organisation während ihres Jurastudiums bei, um bedürftigen Aktivisten rechtlichen Beistand zu ermöglichen. Sie sei über Jahre lediglich passives Mitglied gewesen und habe die Mitgliedschaft in den Parlamentshandbüchern stets transparent angegeben. Im Jahr 2025 sei sie schließlich wegen inhaltlicher Differenzen ausgetreten, kurz vor ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin. Elif Eralp bleibt jedoch weiterhin Mitglied in anderen Organisationen wie der VVN-BdA, Verdi und Amnesty International.

Besondere Brisanz erhält es jedoch durch das offizielle Wahlprogramm der Berliner Linken, denn darin wird die Rote Hilfe explizit namentlich erwähnt und gegen behördliche Maßnahmen verteidigt.

Die Partei beklagt im Programm steuerliche Angriffe sowie Kontokündigungen gegen antifaschistische Vereine und betont „entschieden an ihrer Seite zu stehen“ und deren Gemeinnützigkeit zu verteidigen. Damit schlägt die Debatte von einer persönlichen Vergangenheitsfrage in eine aktuelle politische Grundsatzfrage um.

Vorbedingung für Koalitionsgespräche mit SPD und Grünen

Für die geplanten Gespräche stellt die Enthüllung eine starke Belastungsprobe dar, denn sowohl die SPD als auch die Grünen verlangen vor dem Einstieg in echte Sondierungen eine lückenlose Klärung von Extremismus-, Antisemitismus- und Clan-Vorwürfen.

Zuletzt hatte bereits eine Neuköllner Wahlparty der Linken für Entrüstung gesorgt, bei der Kontakte zu Clan-Strukturen und Einzelpersonen aus dem Umfeld der palästinensischen PFLP im Raum standen. Zwar wehrt sich Elif Eralp juristisch gegen Vorwürfe und die Parteispitze betont die Distanzierung von Gewalt sowie das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels, doch bei den potenziellen Koalitionspartnern wächst die Skepsis.

Ob die Verflechtungen zur Roten Hilfe und die programmatische Rückendeckung der Partei eine rot-grün-rote oder links-rot-grüne Koalition im Keim ersticken, werden die nächsten Tage zeigen.