Bereits im Juli dieses Jahres hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) beklagt, dass in 31 Städten und Gemeinden wegen der NO2-Grenzwertüberschreitung formale Anträge auf Böller-Verbote für deren dicht besiedelte Innenstädte gestellt.

Durch das Silvesterfeuerwerk herrschen in vielen deutschen Städten am 1. Januar oftmals Rekord-Feinstaubbelastungen von 1000 µg PM10/m³.  Auch die Polizei und Krankenhäuser registrieren viele tausend Verletzte. Zahlreiche Wohnungsbrände und vermüllte Straßen oder Grünanlagen sind die Folge, so dass vielerorts wird von Ausnahmezuständen gesprochen.

Am Montag (21.10.2019) stellte die DUH nun 67 weitere formale Anträge für weitere Städte, bei denen die innerstädtische Luft mit gesundheitsschädlichen Partikelkonzentrationen von 20 µg/m³ Feinstaub (PM10) im Jahresmittel belastet ist.

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, zum Schutz der Gesundheit diesen Wert nicht zu überschreiten, müssen sich nun alle 98 Städte, die von diesen Werten betroffen sind, mit dem DUH-Verbotsantrag beschäftigen.

„Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei“, so der Bundesgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch.

Ziel ist es, die Umweltministerin Svenja Schulze zu einer Gesetzesänderung zu bewegen, dass in betroffenen Städten, ein innerstädtisches Böllerverbot erlassen werden kann.

Obwohl auch das Umweltbundesamt bereits seit Jahren vor den negativen Folgen der Silvester-Böllerei warnt, herrscht in vielen deutschen Städten jedes Jahr zum Jahreswechsel ein regelrechter Ausnahmezustand. Am ersten Tag des neuen Jahres zeigen sich die Innenstädte als verwüstete und mit Böllermüll verdreckte Umwelt.

So kritisiert die DUH, dass die Bundesregierung trotz jahrelanger Warnung der DUH und ihres eigenen Umweltbundesamtes weiterhin untätig bleibt.

Neben dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) zählen die ultrafeinen Partikel zu den gefährlichsten Luftschadstoffen. Die Europäische Umweltagentur hat Anfang Oktober 2019 eine aktuelle Gesundheitsstudie veröffentlicht und warnt vor 59.600 vorzeitigen Todesfällen in Deutschland durch Feinstaub – pro Jahr.

Innerhalb weniger Stunden setzen Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel circa 5.000 Tonnen Feinstaub frei, das entspricht 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge.

„Es gibt technische Alternativen zum klassischen Feuerwerk wie eine Licht- und Lasershow. Zum vergangenen Jahreswechsel hat Landshut diesbezüglich in Deutschland Pionierarbeit geleistet und das Feedback war überaus positiv,“ erklärte Andreas Juergens, Lichtkünstler und Showdesigner, der zum Jahreswechsel 2018/19 eine Lasershow in Landshut konzipiert und organisiert hat.

Hintergrund:

Gegenüber folgenden 98 Städten stellte die DUH im Juli bzw. im Oktober 2019 einen formalen Antrag auf Erlass eines kommunalen Böllerei-Verbots (in Klammern der Jahresmittelwert für PM10 in Mikrogramm pro Kubikmeter Luft):

  • Aachen (20 µg PM10/Kubikmeter)
  • Aschersleben (23)
  • Augsburg (24)
  • Bayreuth (20)
  • Berlin (29)
  • Bernau (22)
  • Bielefeld (24)
  • Blankenfelde (20)
  • Bottrop (21)
  • Brandenburg (24)
  • Braunschweig (20)
  • Bremen (25)
  • Bremerhaven (22)
  • Brunsbüttel (20)
  • Chemnitz (21)
  • Cottbus (21)
  • Darmstadt (20)
  • Datteln (21)
  • Dortmund (25)
  • Dresden (23)
  • Duisburg (25)
  • Düsseldorf (25)
  • Eberswalde (21)
  • Elsdorf (21)
  • Elsterwerda (20)
  • Erfurt (21)
  • Essen (26)
  • Esslingen (25)
  • Flensburg (20)
  • Frankfurt (Main) (25)
  • Frankfurt (Oder) (26)
  • Fulda (21)
  • Fürth (22)
  • Gelsenkirchen (29)
  • Gera (20)
  • Gießen (22)
  • Gladbeck (23)
  • Göhlen (21)
  • Görlitz (22)
  • Göttingen (23)
  • Grevenbroich (24)
  • Hagen (28)
  • Halberstadt (24)
  • Halle (27)
  • Hamburg (24)
  • Hannover (22)
  • Heilbronn (25)
  • Jackerath (OT der Gemeinde Titz) (22)
  • Jüchen (21)
  • Kassel (23)
  • Kiel (22)
  • Köln (27)
  • Krefeld (24)
  • Leipzig (28)
  • Limburg (24)
  • Ludwigsburg (25)
  • Ludwigshafen (23)
  • Lünen (30)
  • Magdeburg (24)
  • Mainz (24)
  • Mannheim (22)
  • Marburg (20),
  • Markgröningen (25)
  • Mönchengladbach (24)
  • Mühlhausen (24)
  • München (25)
  • Münster (24)
  • Nauen (21)
  • Neuwied (22)
  • Niederzier (25)
  • Nürnberg (26)
  • Oberhausen (25)
  • Offenbach (23)
  • Oldenburg (22)
  • Osnabrück (23)
  • Passau (20)
  • Potsdam (21)
  • Regensburg (20)
  • Reutlingen (23)
  • Rostock (24)
  • Saarbrücken (20)
  • Schwerin (20)
  • Solingen (21)
  • Spremberg (20)
  • Stuttgart (29)
  • bingen (23)
  • Warstein (21)
  • Weimar (20)
  • Wesel (20)
  • Wetzlar (20)
  • Witten (20)
  • Wittenberg (22)
  • Wolfsburg (20)
  • Worms (22)
  • Wuppertal (21)
  • Würzburg (22)
  • Zittau (22)
  • Zwickau (20).
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Chiara Forg ist seit 2020 für BYC-News tätig und begleitet die Entwicklung des Online-Nachrichtenportals seither maßgeblich. Als Redakteurin ist sie fest in der Region Rhein-Main verwurzelt und befasst sich täglich mit den Themen, die die Menschen in Mainz, Ingelheim, dem Kreis Groß-Gerau und der weiteren Umgebung bewegen. Ihren Hintergrund bildet eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement sowie eine anschließende mehrjährige Tätigkeit bei Coface in Mainz. Der Werdegang bildet heute das Fundament für ihre Arbeit in der Nachrichtenredaktion, bei der die verlässliche Aufbereitung lokaler Themen im Mittelpunkt steht. Ihr redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der Berichterstattung für die gesamte Rhein-Main-Region. Ihr Themenspektrum ist dabei bewusst breit gefächert: Es reicht von der Begleitung lokaler Projekte und Ereignisse über die Blaulicht-Berichterstattung bis zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, die Dynamik der Region in ihrer Berichterstattung abzubilden sowie komplexere Hintergründe für die Leserinnen und Leser verständlich und nahbar aufzubereiten.