Der neue Action-Thriller des in Mainz lebenden Regisseurs Uwe Boll hat in Deutschland keine Freigabe durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) erhalten. Nach der Verweigerung der Kinozulassung hat der Unternehmer Elon Musk den Film auf seiner Plattform „X“ veröffentlicht, wodurch er innerhalb kurzer Zeit ein Millionenpublikum erreichte.
FSK verweigert Freigabe wegen Förderung von Selbstjustiz
Die FSK lehnte eine Altersfreigabe für „Citizen Vigilante“ in zwei Prüfinstanzen ab. Zur Begründung hieß es, das Werk fördere Selbstjustiz. Ohne eine entsprechende Freigabe ist eine reguläre Auswertung in deutschen Kinos nicht zulässig. Regisseur Uwe Boll kritisierte die Entscheidung scharf und warf der Institution Zensur vor. Gegenüber dem Portal „Tichys Einblick“ gab der 61-Jährige an, dass die Ablehnung aus seiner Sicht politisch motiviert sei. Er vertritt die Ansicht, der Film zeige die Realität, dass die Sicherheitslage in Deutschland durch Einwanderung aus überwiegend islamischen Ländern massiv verschlechtert worden sei – eine Darstellung, die von den Prüfern nicht akzeptiert werde.
Elon Musk stellt Film für 48 Stunden online
Der Tech-Milliardär Elon Musk, der seine Plattform „X“ als uneingeschränkten Debattenraum positioniert, griff die Zensurvorwürfe auf. Mit Bolls Einverständnis teilte Musk am 26. Juni 2026 die Komplettfassung des Films für 48 Stunden über seinen Account. Seitdem verzeichnete der Stream mindestens zehn Millionen Aufrufe und wurde über 40.000 Mal geteilt. Musk lobte das Werk öffentlich und gab an, sich auf eine Fortsetzung zu freuen.
Handlung und kontroverse Szenen
In den USA startete der Film bereits am 19. Juni. Die Hauptrolle spielt der 39-jährige Schauspieler Armie Hammer, der einen nach Europa gezogenen US-Armee-Veteranen verkörpert. Die Handlung schildert eine Situation, in der überwiegend Migranten schwere Straftaten begehen, während der Staat und gesellschaftliche Eliten tatenlos zusehen. Der Veteran greift daraufhin zur Waffe und übt tödliche Selbstjustiz an Straftätern und Richtern. Der Film beinhaltet explizite Darstellungen von Vergewaltigung, Folter und Mord. Insbesondere eine Sequenz, in der die Hauptfigur eine syrische Familie tötet, rief auf der Plattform „X“ intensive Diskussionen hervor.
Rezeption und kommerzielle Entwicklung
Laut Angaben von Uwe Boll hat die Zwei-Millionen-Dollar-Produktion bislang rund 600.000 US-Dollar eingespielt. Der Regisseur bot US-Präsident Donald Trump in einer Videobotschaft bereits eine Fortsetzung an. Die etablierte Filmkritik äußerte sich hingegen ablehnend. Das Branchenmagazin „Variety“ beschrieb das Werk als „moralisch bankrott“ und „erstaunlich schlecht“. Das US-Portal „The Bulwark“ ordnete den Film als faschistisch ein.
Uwe Boll, der in der Vergangenheit durch Videospiel-Verfilmungen wie „Alone in the Dark“ und „BloodRayne 2“ bekannt wurde, stand bereits häufiger in der Kritik für Drehbücher und schauspielerische Leistungen in seinen Werken. Auch Hauptdarsteller Armie Hammer bringt eine kontroverse Vorgeschichte mit: Im Jahr 2021 wurde er von drei Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, zudem wurden Vorwürfe über angebliche Kannibalismus-Fantasien öffentlich. Hammer bestritt die Anschuldigungen, die zuständige Staatsanwaltschaft in Los Angeles erhob letztlich keine Anklage.







