Die mögliche Anbindung des geplanten Wiesbadener Stadtteils Ostfeld an eine Magnetschwebebahn sorgt weiterhin für Diskussionen. Die SPD-Rathausfraktion hat sich gegen die Überlegungen ausgesprochen und warnt davor, die Erschließung des neuen Stadtteils an ein entsprechendes Verkehrssystem zu knüpfen.
Am Donnerstag (3. September 2026) beschäftigte sich die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema. Die SPD hatte dazu einen Antrag eingebracht, mit dem die Debatte nach eigener Darstellung auf die aus ihrer Sicht maßgeblichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Ostfelds zurückgeführt werden soll.
Die Idee einer Magnetschwebebahn zwischen dem Ostfeld und dem Hauptbahnhof ist Bestandteil des Koalitionsvertrags von CDU, FDP/ProAuto, Grünen und Volt. Die SPD hatte sich bereits zuvor gegen diesen Ansatz ausgesprochen.
SPD sieht Vorgaben für Ostfeld nicht erfüllt
Nach Ansicht der Rathausfraktion passt eine Magnetschwebebahn nicht zu den bestehenden Vorgaben für die Entwicklung des Ostfelds. Der geplante neue Stadtteil soll weitgehend ohne Autoverkehr auskommen und über die Schiene erschlossen werden. Diese Vorgaben ergeben sich nach Darstellung der Fraktion aus der Regionalplanung und dem Zielabweichungsbescheid.
Sabine Ludwig-Braun, Sprecherin für Stadtentwicklung, Planung und Sicherheit, erklärt: „Zwar soll das Ostfeld weitgehend ohne Autoverkehr auskommen und über die Schiene erschlossen werden. Regionalplanung und Zielabweichungsbescheid verlangen das ausdrücklich. Doch zu dieser Vorgabe passt die Magnetschwebebahn nicht. Denn eine Magnetschwebebahn kann die vorhandenen Bahn- und S-Bahn-Gleise nicht nutzen und lässt sich nicht in regionale Linien einbinden.“
Aus Sicht der SPD könnte dadurch ein zusätzlicher Umstieg am Hauptbahnhof erforderlich werden, wenn Fahrgäste aus dem Ostfeld ihre Reise mit bestehenden Bahn- oder S-Bahn-Verbindungen fortsetzen möchten.
Kritik an Kosten und technischer Erprobung
Auch die technische Umsetzung und die zu erwartenden Kosten kritisiert die SPD-Rathausfraktion. Marius Becker, mobilitätspolitischer Sprecher der Fraktion, sagt: „Der ganze Vorschlag ist absurd! Wer aus dem Ostfeld weiterfahren will, müsste am Hauptbahnhof zwingend umsteigen, und jeder erzwungene Umstieg kostet Fahrgäste. Hinzu kommt:
Die Technik ist nicht belastbar erprobt. Einen langjährigen Fahrgastbetrieb gibt es in Deutschland nicht, wichtige Annahmen zu Zuverlässigkeit und Kosten beruhen vor allem auf Modellrechnungen und Herstellerangaben. Die Kosten wären außerdem astronomisch.“
Die SPD fordert deshalb, die Überlegungen zu einer Magnetschwebebahn aufzugeben und stattdessen nach anderen Möglichkeiten für die verkehrliche Anbindung des Ostfelds zu suchen.
SPD sieht auch BKA-Campus betroffen
Nach Auffassung der Partei geht es bei der Frage der Verkehrsanbindung nicht allein um den geplanten neuen Stadtteil. Mit dem Ostfeld ist auch der geplante neue Standort des Bundeskriminalamts (BKA) verbunden. Dort sollen nach Angaben der SPD mehr als 5.000 Arbeitsplätze entstehen.
Die Fraktion verweist darauf, dass der BKA-Standort nicht unabhängig von den Vorgaben für das Gesamtprojekt betrachtet werden könne. Sollte die Erschließung des Wohngebiets auf eine Magnetschwebebahn ausgerichtet werden, könnte dies aus Sicht der Partei deshalb Auswirkungen auf das gesamte Vorhaben haben.
Die Rathausfraktion fordert CDU, FDP/ProAuto, Grüne und Volt daher auf, die Pläne für eine Magnetschwebebahn nicht weiterzuverfolgen und sich auf andere Anbindungsmöglichkeiten für das Ostfeld zu konzentrieren.







