StartMainzSCHOTT Mainz stellt Klimaziele neu auf

SCHOTT Mainz stellt Klimaziele neu auf

Transformation in der Glasproduktion: SCHOTT ersetzt das bisherige interne Ziel durch wissenschaftsbasierte Vorgaben und investiert 40 Millionen Euro in die Elektrifizierung

Der Mainzer Technologiekonzern SCHOTT richtet seine Klimastrategie neu aus und setzt künftig auf wissenschaftlich geprüfte Vorgaben der internationalen Science Based Targets initiative (SBTi). Die Organisation hat die überarbeiteten Ziele des Unternehmens offiziell bestätigt. Damit löst SCHOTT sein ursprüngliches internes Ziel einer bilanziellen „Klimaneutralität 2030“ ab, da dieses zu Teilen auf CO₂-Kompensationszertifikaten außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette basierte. Künftig stehen direkte und indirekte Emissionsminderungen im gesamten Produktions- und Liefernetzwerk im Mittelpunkt.

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SCHOTT hat erhebliche Einsparungen bei Scope 1 und 2 bereits erzielt

Seit dem Start der Transformation im Jahr 2019 konnte SCHOTT die direkten Emissionen aus eigenen Anlagen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus eingekauftem Strom und Wärme (Scope 2) bereits um rund 70 Prozent senken. Haupttreiber dieser Reduktion war die Umstellung der Strombeschaffung auf Erneuerbare-Energien-Zertifikate (EACs) sowie langfristige Grünstrombezugsverträge (PPAs).

Das bisherige SBTi-Ziel für Scope 1 und 2 – eine Reduktion um 46,2 Prozent gegenüber 2019 – hat das Unternehmen damit bereits vorzeitig übertroffen.

Fokus auf die Wertschöpfungskette (Scope 3)

Da die produktionsbedingten Emissionen stark gesenkt werden konnten, entfielen im Geschäftsjahr 2025 über 80 Prozent des CO₂-Fußabdrucks von SCHOTT auf vor- und nachgelagerte Prozesse. Daher rückt die Wertschöpfungskette nun verstärkt in den Fokus:

  • Neues Reduktionsziel: Bis zum Geschäftsjahr 2030 sollen ausgewählte Scope-3-Emissionen um 27,5 Prozent gesenkt werden.
  • Zusammenarbeit mit Lieferanten: Product Carbon Footprints (PCFs) werden Kriterium bei Einkaufsentscheidungen. Zudem unterstützt SCHOTT Zulieferer bei der Umstellung auf Grünstrom und eigenen SBTi-Zielsetzungen.
  • Neuausrichtung: Das neue quantitative Einsparziel ersetzt das bisherige Ziel zur reinen Einbindung von Lieferanten.

40 Millionen Euro für Elektrifizierung der Glasschmelze

Neben der Lieferkette investiert SCHOTT weiterhin in die technologische Weiterentwicklung der energieintensiven Schmelzprozesse. Als Schlüsseltechnologie gilt dabei die schrittweise Elektrifizierung der Wannen.

Im bayerischen Mitterteich baut der Konzern für rund 40 Millionen Euro eine primär elektrisch betriebene Pilotwanne für die Business Unit Tubing, die im Jahr 2027 in Betrieb gehen soll. Darüber hinaus erforscht das Unternehmen weitere zukunftsweisende Ansätze wie Plasma- und Mikrowellentechnologien, um den CO₂-Ausstoß in der Produktion langfristig weiter zu minimieren.