Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler greift zu radikalen Sparmaßnahmen. Wie das Unternehmen bekannt gab, sollen im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung weltweit 3.460 Arbeitsplätze gestrichen werden. Der Schwerpunkt der Einschnitte liegt in Deutschland, wo insgesamt 2.660 Stellen wegfallen und vier Produktionsstandorte komplett geschlossen werden sollen. Der Konzern reagiert damit auf den anhaltenden Abwärtstrend in der Automobilbranche und versucht, seine Kostenstruktur grundlegend zu korrigieren. Der angekündigte Stellenabbau bei Schaeffler trifft die Belegschaft in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage.
Ursachen: Schwache Nachfrage, Transformation und Strukturprobleme
Als Hauptgründe für den harten Sparkurs nennt das Unternehmen die anhaltende Flaute auf den internationalen Automärkten sowie den verschärften Wettbewerb durch chinesische Konkurrenten. Zudem verläuft die Transformation zur Elektromobilität deutlich langsamer als ursprünglich prognostiziert. Dies führt bei Schaeffler zu erheblichen Überkapazitäten in der Produktion und Entwicklung, da das klassische Geschäft mit Verbrennungsmotoren rückläufig ist, während die neuen Elektro-Programme nicht schnell genug hochfahren. Speziell am Standort Deutschland belasten hohe Personalkosten und eine als zu kompliziert beschriebene Organisationsstruktur mit vielen Führungsebenen die Wettbewerbsfähigkeit.
Hohe Umbaukosten und Neuausrichtung ab 2030
Durch die Maßnahmen und die Vereinfachung der Unternehmensstrukturen strebt Schaeffler ab dem Jahr 2030 jährliche Einsparungen von rund 300 Millionen Euro an. Der Umbau ist jedoch zunächst mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden: Die einmaligen Restrukturierungskosten werden auf etwa 480 Millionen Euro beziffert. Neben dem Stellenabbau und den Schließungen sollen auch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zurückgefahren werden. Strategisch setzt der Konzern künftig verstärkt auf Wachstumsfelder in den Bereichen Robotik und Rüstung. Der aktuelle Schritt folgt auf ein erst Ende 2024 beschlossenes Sparprogramm, bei dem bereits der Abbau von 4.700 Stellen in Europa vorgesehen war.






