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Aufruf an die Bevölkerung vom Malteser Hilfsdienst Mainz

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Malteser Hilfsdienst Mainz

Der Malteser Hilfsdienst e. V. Mainz ist auf der dringenden Suche nach mindestens einem LKW-Stellplatz in Mainz oder Umgebung für das Pilotprojekt des MedExTainer. Die Hochwasserkatastrophe 2021 und die Covid19-Pandemie haben allen wieder vor Augen geführt, wie verletzlich die Gesellschaft ist. Von einem Moment auf den anderen kann sich jeder in einer Notsituation befinden.

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Immer öfter kommen Hilfsorganisationen an ihre Grenzen

Nicht nur bei diesen Extremsituationen kommen die Rettungsdienste und der Bevölkerungsschutz in Deutschland mit der bisherigen Ausstattung und Konzeption an Grenzen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Einsatzlagen, die mit dem Material des heutigen Bevölkerungsschutzes nicht wie vorgesehen bewältigbar waren, sowie Szenarien, die eine Erweiterung der bestehenden Konzepte erfordern. Neben den Komponenten Personal und Material, wird immer häufiger auch eine dritte Komponente benötigt: Raum!

Der MedExTainer (Medical Extendable Container) ist ein auf einem Trägerfahrzeug verlasteter Container, welcher mittels hydraulischer Stützen an nahezu jedem beliebigen Ort abgesetzt und autark betrieben werden kann. Mittels zweier Ausschübe lässt sich der Container auf eine nutzbare Fläche von über 40 Quadratmeter erweitern, welche bereits für diverse Nutzungsmöglichkeiten vorbereitet ist. Mit nur zwei Helfenden kann so innerhalb von 20 Minuten Raum geschaffen werden, welcher eine völlig neue Hilfeleistungskomponente bietet. Das MedExTainer-Projekt wurde im Dezember 2022, auf Empfehlung einer renommierten Jury, von der Bundesinnenministerin Nancy Faeser sowie dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz als innovativstes Konzept in Deutschland mit dem Förderpreis „Helfende Hand“ ausgezeichnet.

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Stellplatz benötigt

Für die Unterbringung des Fahrzeuges benötigen die Malteser Mainz daher ab sofort einen LKW-Stellplatz auf einem, zumindest abgeschlossenen Gelände. Zudem muss eine überschaubare Anzahl Einsatzkräfte hierzu im Einsatzfall rund um die Uhr Zugang haben.

Die notwendigen Mindestvoraussetzungen für die Unterbringung im Überblick:

  • Ausreichend Platz für ein Fahrzeug 4 m (!) Höhe, 2,55 m Breite und 10 m Länge.
  • Abgeschlossener Außenbereich – gerne überdacht oder am liebsten umbaut.
  • Zugangsmöglichkeit rund um die Uhr für eine überschaubare Zahl an Einsatzkräften.
  • Stromanschluss
  • Standort in Mainz (oder Umgebung)

Für etwaige Angebote oder Rückfragen stehen Thomas Häfner, Stadtbeauftragter des Malteser Hilfsdienst e. V. Mainz, per E-Mail an thomas.haefner@malteser-mainz.de oder Markus Häfner, Referent Katastrophenschutz, per E-Mail an markus.haefner@malteser-mainz.de gerne zur Verfügung.

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Kilometerlanger Rückstau nach Unfall auf der A66 bei Wiesbaden

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Unfall auf der A60
Symbolbild Polizei

Am frühen Samstagabend (6. Juli 2024) kam es gegen 18:30 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Autobahn A66 zwischen Wiesbaden-Nordenstad und Erbenheim in Fahrtrichtung Rüdesheim. In Folge dessen musste die Fahrbahn voll gesperrt werden und es kam zu einem kilometerlangen Rückstau.

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Eine Person verletzt

Ein 31-jähriger Fahrer aus Wiesbaden kam mit seinem Porsche beim Fahrstreifenwechsel auf nasser Fahrbahn nach links von der Fahrbahn ab, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, drehte sich mehrfach und kollidiert dreimal mit der Mittelschutzplanke. Beim Schleudern knallte der Porsche gegen einen auf dem mittleren Fahrstreifen fahrenden Skoda. Ein weiteres, nachfolgendes Auto wurde durch herumfliegende Fahrzeugteile beschädigt.

Bei dem Unfall wurde eine Person leicht verletzt. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 50.000 Euro.

Wegen auslaufender Betriebsstoffe, die sich auf die gesamten Fahrbahnbreite erstreckten musste die A66 an der Unfallstelle, vor der ARAL Tankstelle, für zwei Stunden komplett gesperrt werden. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Nordenstadt abgeleitet. Alle Fahrzeuge, die sich im Unfallbereich zwischen Nordenstadt und dem Unfallort befanden wurden an der Unfallstelle langsam und geordnet herausgeleitet. Der Rückstau betrug zeitweilig etwa 10 Kilometer. In dem Rückstau ereignete sich ein weiterer Verkehrsunfall, bei dem es jedoch lediglich zu einem geringen Sachschaden kam.

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Mainz: Feuerwehr rettet Hund aus verqualmter Wohnung in der Altstadt

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Hund aus verqualmter Wohnung in der Mainzer Altstadt gerettet | Foto: BF MZ

Am frühen Samstagabend, 06. Juli 2024 gegen 18:20 Uhr alarmierten aufmerksame Nachbarn die Feuerwehrleitstelle, nachdem sie einen piepsenden Rauchwarnmelder und Rauchentwicklung aus einem Wohn- und Geschäftshaus in der Mainzer Altstadt bemerkten. Die Feuerwehrleitstelle reagierte umgehend und alarmierte Einheiten beider Wachen der Berufsfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Stadt.

Rettung des Hundes und Rauchbeseitigung

Vor Ort angekommen, wurden die Einsatzkräfte umfassend über die Lage informiert und fanden die Hauseingangstür bereits geöffnet vor. Dank des schnellen Einsatzes der Drehleiter konnten sie die Wohnung über eine gekippte Balkontür betreten. In der verrauchten Wohnung lief der einjährige Beagle sofort freundlich auf die Einsatzkräfte zu und wurde schnell ins Freie gebracht. Draußen kümmerten sich die Nachbarn fürsorglich um den Hund, der auf den Namen „Frank“ hört, während die Feuerwehr die Wohnung mithilfe eines Lüfters entrauchte. Die Ursache der Rauchentwicklung stellte sich als angebranntes Essen auf dem Herd heraus.

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Dankbare Reaktionen und Lob der Feuerwehr

Nach dem erfolgreichen Einsatz zeigte sich „Frank“ mit wedelndem Schwanz dankbar gegenüber seinen Rettern, die ihn mit Streicheleinheiten belohnten. Auch der herbeigeeilte Sohn der Wohnungsbesitzer bedankte sich herzlich bei der Feuerwehr. Die Feuerwehr Mainz lobte das vorbildliche Verhalten der Nachbarn und wies darauf hin, dass Rauchwarnmelder nicht nur Menschen-, sondern auch Hundeleben retten können.

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Wohnhausbrand in Trebur – Familie verliert ihr ganzes Hab und Gut

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Wohnhausbrand in Trebur | Quelle: Gemeinde Trebur

Am Freitagabend (5. Juli 2024) wurde gegen 21:25 Uhr der Brand eines Einfamilienhauses in der Niersteiner Straße auf der Hessenaue in Trebur (Landkreis Groß-Gerau) gemeldet. Da noch davon auszugehen war das noch Personen im Gebäude sind, wurde die gesamte Großgemeinde alarmiert.

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Zwei Personen wurden ins Krankenhaus gebracht

Zwei Bewohner im Alter von 17 und 25 Jahren konnten das Wohnhaus mit leichten Verletzungen eigenständig verlassen und wurden nach Erstversorgung durch das DRK in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Zwei weitere Bewohner waren zum Zeitpunkt der Brandentwicklung nicht zu Hause.

Die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm das Deutsche Rote Kreuz. Mit der Bekämpfung der Flammen, den Nachlöscharbeiten sowie mit anschließenden umfangreichen Aufräumarbeiten waren die Einsatzkräfte bis Samstagmorgen um 3:30 Uhr im ehrenamtlichen Einsatz. Während des gesamtes Einsatzes wurde der Grundschutz für die Gemeinde Nauheim durch verbliebene Kräfte im Feuerwehrhaus Nauheim sichergestellt.

Angaben zu einer möglichen Brandursache und Höhe des zu erwartenden Sachschadens können nach Informationen der Polizei aktuell nicht gemacht werden. Der Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Südhessen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Im Einsatz waren: 

  • die freiwillige Feuerwehr Trebur
  • die freiwillige Feuerwehr Geinsheim
  • die freiwillige Feuerwehr Nauheim
  • die freiwillige Feuerwehr Astheim
  • die freiwillige Feuerwehr Hessenaue
  • das Deutsche Rote Kreuz
  • die Polizei
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Spendenaufruf zum Wohnhausbrand auf der Hessenaue

Wegen des Brandes hat die betroffene Familie  alles verloren und kann auch nicht in ihr Haus zurück, da dieses vollständig von den Flammen zerstört wurde. Die Treburer Lucy-Weinert-Stiftung unterstützt in Not geratene Bürgerinnen und Bürger in der Großgemeinde. Wie bereits vor zwei Jahren, bei einem ähnlich tragischen Brandereignis in Trebur, stellt die Stiftung daher kurzfristig eine finanzielle Soforthilfe zur Verfügung.

Doch auch die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist sehr groß. Wer gerne helfen möchte, kann das mit einer zweckgebundenen Spende tun und die Summe auf das Spendenkonto der Lucy-Weinert-Stiftung überweisen.

Spendenkonto:
Lucy-Weinert-Stiftung
Stichwort: Spende Wohnhausbrand
Kreissparkasse Groß-Gerau
IBAN: DE86 5085 2553 0016 0979 90
BIC: HELADEF1GRG

Der gespendete Betrag kommt nach Angaben der Gemeinde Trebur der Familie in voller Höhe, zusätzlich zur zugesagten Soforthilfe, zu Gute.

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Vollsperrung der Hochheimer Straße in Mainz-Kostheim

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Vollsperrung in Mainz
Baustelle Symbolbild

Die Bundesstraße B40 (Hochheimer Straße) in Mainz-Kostheim wird von Freitag, 12. Juli, bis voraussichtlich Montag, 15. Juli, im Bereich des Bahnüberganges voll gesperrt. Grund sind Sanierungsarbeiten. Die Sperrung betrifft auch den Rad- und Fußgängerverkehr.

Eine Umleitung ist ausgeschildert

Eine Umleitungsstrecke ist aus Fahrtrichtung Hochheim über Siebenmorgenweg – Gartenweg – Eichenstraße – Steinern –Kreuz-Weg bis Hochheimer Straße eingerichtet.

Eine Umleitungsstrecke aus Fahrtrichtung Kastel / Kostheim ist über die Hochheimer Straße – Hallgarter Straße – August-Lutz-Brücke – Am Mainzer Weg – Hauptstraße – Kommerzienrat-Disch-Brücke eingerichtet.

Die Stadt bittet um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Verkehrsbehinderungen. In Wiesbaden gibt es mehr als 5.000 Baustellen pro Jahr.

Traurige Gewissheit in Kostheim: Vermisster Michael tot aufgefunden

Arthrose und Sport: Wie Bewegung das Gelenk schützt und unterstützt

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Person hält ihr schmerzendes Knie
Knieschmerzen

Arthrose, der Abbau von Gelenkknorpel, kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten, ist jedoch im fortgeschrittenen Alter häufiger anzutreffen. Rund 70-80 Prozent der über 70-Jährigen zeigen Anzeichen einer Gelenksdegeneration. Von diesen Betroffenen spüren etwa 10-30 Prozent Symptome wie Anlaufschmerzen, Belastungsschmerzen und im Spätstadium eine eingeschränkte Beweglichkeit. Da viele Menschen bis ins hohe Alter Sport treiben und sich möglichst schmerzfrei bewegen wollen, stehen Sportmediziner vor großen Herausforderungen. Univ. Prof. Dr. med. Stefan Nehrer, Leiter des Zentrums für Regenerative Medizin und des Departments für Gesundheitswissenschaften, Medizin und Forschung an der Donau-Universität Krems, wird auf dem 39. Jahreskongress der GOTS am 20. und 21. Juni 2024 in Nürnberg über die Zusammenhänge zwischen Sport und Arthrose referieren.

Der Gelenkknorpel und seine Funktion

Der Gelenkknorpel besteht zu etwa 60-80 Prozent aus Wasser, zu 20-40 Prozent aus Kollagen und zu 5 Prozent aus Knorpelzellen. Durch seine viskoelastischen Eigenschaften kann der Knorpel bei Belastung und Druck Flüssigkeit abgeben, die zur Dämpfung, Gleitfähigkeit und den optimalen Schmiereigenschaften der Gelenke beiträgt. Diese Eigenschaften sind essentiell für die Funktion und Gesundheit der Gelenke.

Sport und Arthrose: Risiko und Schutz

Verletzungen, wie Mikro-Risse im Knorpel durch Unfälle, können eine der vielen Ursachen für beginnende Gelenksdegeneration sein. Ein komplexes Zusammenspiel von Alter, Degeneration und Entzündungen führt im Laufe der Zeit zur Arthrose. Der Knorpelabrieb verursacht Reizzustände in den Gelenken, was Entzündungsreaktionen auslöst. Diese Entzündungen setzen Enzyme frei, die das Kollagengerüst schnell zerstören.

Die Arthrose kann alle Gelenke betreffen, ist aber im Kniegelenk, oberen Sprunggelenk, der Hüfte und im Schulterbereich besonders relevant für den Sport. Verletzungen wie Meniskus-, Kreuzband- und Knorpelverletzungen im Knie forcieren die Entstehung solcher Gelenkdefekte.

Zyklische Belastung als Schlüssel zur Knorpelernährung

Um die Knorpelzellen zu ernähren, sind zyklische Belastungen mit Be- und Entlastungsphasen notwendig. Durch den Pumpmechanismus bei Belastung erfolgt die notwendige Diffusion der Nährstoffe in die Zellen. Erholungsphasen sind jedoch unerlässlich, da die viskoelastischen Fähigkeiten des Knorpels zeitlich begrenzt sind. Übermäßige Belastungen, wie langes Stehen oder Sitzen, sind daher kontraproduktiv. Auch Überlastung im Sport, durch zu lange und schnelle Trainingseinheiten oder Sportarten mit ständigen abrupten Richtungswechseln, kann Reizzustände hervorrufen. Spitzenläufer, Profi-Fußballer und Tennisspieler haben ein erhöhtes Arthroserisiko.

Sport als Prävention und Therapie

Sport und Bewegung sind jedoch auch zentrale Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Arthrose. Eine Untersuchung durch einen Sportarzt ist wichtig, um Risikofaktoren wie Beinachsen-Deformitäten und falsche Trainingspläne auszuschließen. Auch bei bereits bestehenden Beschwerden kann der Arzt eine adäquate Anpassung vornehmen.

„Die Prävention der Arthrose ist ein zentrales Anliegen der Sportmedizin. Das Vorhandensein von arthrosebedingten Gelenkveränderungen bedingt die Beratung in der Wahl der richtigen Sportart und das Weglassen von Sportarten, die potenziell eine Überlastung oder Verletzung von Gelenkstrukturen mit sich bringen“, erklärt Prof. Nehrer.

Geeignete Sportarten bei Arthrose

Arthrotische Gelenke sind nicht „nicht-belastbar“, sondern eingeschränkt belastbar. Zyklische Belastungsformen und der Erhalt der Muskelkraft haben wissenschaftlich gesicherte positive Effekte. „Sporttreiben, aber richtig“ ist ein wichtiger Ratschlag für Patienten mit Osteoarthrose, da es zur Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität beiträgt und auch einen lebensverlängernden Effekt haben kann.

Geeignete Sportarten für Menschen mit Arthrose umfassen:

  • Wandern
  • Nordic Walking
  • Skilanglauf (klassisch und wandern)
  • Gymnastik (Wasser)
  • Bergwandern (eben & bergauf)
  • Radfahren, E-Bike

Einsamkeit: Ein unterschätztes Risiko für Alzheimer

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Senior, Hände
Senior, Hände

Einsamkeit kennt jeder, und viele Menschen genießen es, hin und wieder Zeit für sich zu haben. Einsamkeit hingegen ist ein Zustand, der auf Dauer traurig und krank macht. Studien zeigen, dass Menschen, die viel ungewollt allein sind, ein bis zu doppelt so hohes Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. erklärt die Zusammenhänge und gibt Tipps, was man gegen Einsamkeit tun kann.

Inwiefern beeinflusst Einsamkeit das Alzheimer-Risiko?

Soziales Miteinander hält geistig fit. Zwar führt Einsamkeit nicht automatisch zu Alzheimer, dennoch gilt ungewolltes Alleinsein als großer Risikofaktor:

  • Kognitive Leistung: Einsamkeit und fehlende Ansprache können dazu führen, dass das Gehirn nicht mehr gefordert wird und die kognitive Leistung abnimmt.
  • Depressionen: Einsamkeit kann Auslöser für Depressionen sein, die die Forschung mit der Entstehung von Alzheimer in direkten Zusammenhang bringt.

Gründe für Einsamkeit

Kaum jemand sucht sich Einsamkeit selbst aus. Oft sind es Veränderungen im Leben, die sich auf das soziale Umfeld auswirken, wie der Auszug der Kinder oder der Eintritt in die Rente. Unerwartete Ereignisse wie plötzliche Erkrankungen, Trennungen, Umzüge oder der Tod nahestehender Menschen können ebenfalls zu Einsamkeit führen.

Der Aufbau neuer Kontakte und Beziehungen erfordert Mut, besonders für schüchterne und unsichere Menschen. Dabei kann es helfen, sich klarzumachen, dass viele andere Menschen ähnliche Herausforderungen haben. Ein guter Startpunkt ist, die Gründe für die Einsamkeit zu identifizieren: Ist der Partner verstorben, fehlt die Gemeinschaft eines Freundeskreises oder der tägliche Kontakt zu Kollegen? Oft kommen mehrere Faktoren zusammen. Wenn man weiß, was fehlt, fällt es leichter, sich Aktivitäten zu suchen, die den Alltag lebendiger machen.

Maßnahmen gegen Einsamkeit

  • Alte Kontakte auffrischen: Es kann hilfreich sein, sich bei früheren Bekannten, Freunden oder Arbeitskollegen zu melden. Ob ein Anruf, eine E-Mail oder eine Nachricht über soziale Medien – es gibt viele Möglichkeiten, alte Kontakte zu reaktivieren.
  • Nachbarschaftliche Kontakte pflegen: Eine Unterhaltung über den Gartenzaun oder ein Besuch beim Nachbarn können helfen, Einsamkeit zu überwinden.
  • Ehrenamt übernehmen: Ehrenamtliche Tätigkeiten bieten viele Gelegenheiten, sich für die Gemeinschaft einzusetzen und dabei neue Kontakte zu knüpfen.
  • Neues Hobby suchen: Freizeit- und Sportaktivitäten sind gute Gelegenheiten, neue Menschen kennenzulernen. Volkshochschulen bieten vielseitige Programme und viele Vereine freuen sich über neue Mitglieder.
  • Digitale Möglichkeiten nutzen: Online-Börsen und soziale Medien bieten Plattformen, um Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden und neue Kontakte zu knüpfen.

Barfußlaufen: Der natürliche Weg zur Verbesserung der Gesundheit

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Unsere Füße sind darauf ausgelegt, das Körpergewicht bei jedem Schritt abzufedern. Schuhe, die eine zu starke Unterstützung des Fußgewölbes bieten, unterbinden jedoch die natürliche Bewegung des Fußes. Dies führt dazu, dass die Fußmuskulatur geschont und dadurch geschwächt wird. Zwar gibt es Fälle, in denen eine starke Unterstützung durch Einlagen erforderlich ist, aber für viele Menschen kann Barfußlaufen eine effektive Methode sein, um die Muskulatur zu stärken und Fehlstellungen zu korrigieren. Schwache oder ungleich entwickelte Fußmuskeln können zu Fehlstellungen der Hüfte und Rückenbeschwerden führen, da der Körper durch unbewusste Ausweichbewegungen muskuläre Dysbalancen entwickelt.

Langsam anfangen: So gewöhnen sich die Füße an das Barfußlaufen

Um die Füße und den gesamten Körper an das Barfußlaufen zu gewöhnen, sollte man langsam anfangen. Die Fußmuskulatur benötigt, wie jeder andere Muskel auch, Zeit, um sich anzupassen. Es ist ratsam, zunächst nur kurze Strecken barfuß zu laufen, idealerweise auf weichem, natürlichem Untergrund wie Wiesen, Waldboden oder Sand. Dies sollte mit dem Tragen von Schuhen abwechseln. Bei Vorverletzungen ist besondere Vorsicht geboten. „Nach Fuß- und Knieverletzungen wie Bänderrissen sollte zunächst gezielter Muskelaufbau und Propriozeptionstraining, also Stabilitätsübungen und Gleichgewichtstraining auf instabilen Untergründen, bei einem Physiotherapeuten durchgeführt werden“, rät Ute Repschläger, eine erfahrene Physiotherapeutin. Der Physiotherapeut kann auch angeborene Fehlstellungen erkennen, bei denen Barfußlaufen nicht sinnvoll ist.

Fit fürs Barfußlaufen? Kleine Tests geben Aufschluss

Wer wissen möchte, ob er fit genug fürs Barfußlaufen ist, kann seine Füße mit kleinen Tests überprüfen. Auch einfache Übungen können effektiv sein, um die Fußmuskulatur zu trainieren.

Test der Achillessehne: Stellen Sie sich in Schrittstellung mit dem Gesicht zur Wand und stützen Sie sich mit gestreckten Armen ab. Das vordere Bein ist leicht gebeugt, das hintere gestreckt. Versuchen Sie, mit der hinteren Ferse den Boden zu berühren. Je weiter das Bein nach hinten gestellt wird, desto schwieriger ist es, die Ferse flach auf den Boden zu platzieren. Diesen Test sollten Sie für beide Beine durchführen.

Training der Achillessehne: Die Teststellung kann auch als Dehnübung genutzt werden. Drücken Sie die hintere Ferse in Richtung Boden, bis eine Dehnung in der Wade spürbar ist. Diese Übung sollte sowohl mit gestrecktem als auch leicht gebeugtem Knie durchgeführt werden, für jeweils 30 bis 60 Sekunden, drei- bis fünfmal pro Bein.

Alternative Übung: Stellen Sie sich mit den Vorfüßen auf eine Treppenstufe und halten Sie sich am Geländer fest. Gehen Sie mit einem Fuß in den Zehenspitzenstand und senken Sie dann die Ferse langsam in Richtung der unteren Stufe. Halten Sie diese Position 30 bis 60 Sekunden und wechseln Sie dann das Bein. Es kann zehn bis zwölf Wochen dauern, bis sich die Elastizität der Sehnen verbessert.

Training der Plantarsehne: Wenn der Achillessehnentest Schwierigkeiten bereitet, sollte auch die Plantarsehne trainiert werden. Legen Sie im Sitzen ein Bein über das andere, sodass das Fußgelenk auf dem Knie ruht. Drücken Sie auf die kräftige Plantarsehne, die Ferse und Vorfußballen verbindet, und bewegen Sie dabei die Zehen. Führen Sie dies pro Fuß zwei Minuten täglich, dreimal pro Woche, durch, bis eine Besserung spürbar ist.

Bewegliche Zehen sind wichtig

Test der Zehenbeweglichkeit: Können Sie den großen Zeh einzeln bewegen? Drücken Sie im Stehen den großen Zeh auf den Boden, während die anderen Zehen leicht angehoben werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Fußgelenk nicht nach innen oder außen dreht und der Großzeh gestreckt bleibt.

Training der Zehenbeweglichkeit: Heben Sie abwechselnd nur die Großzehe oder die anderen Zehen vom Boden ab. Diese Übung kann mehrmals täglich durchgeführt werden, am besten ohne Schuhe. Verbesserungen sind normalerweise innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen zu beobachten.

Fazit: Barfußlaufen tut der Seele gut

Wer das kleine Trainingsprogramm absolviert, wird feststellen, dass Barfußlaufen der Seele gut tut und gesund sein kann. „Wer die von Physiotherapeuten empfohlenen Übungen macht, hat auf jeden Fall etwas für die Fußgesundheit getan“, betont Ute Repschläger. „Wer unsicher ist, sollte allerdings den Rat eines Physiotherapeuten einholen.“ Barfußlaufen kann unter den richtigen Bedingungen die Muskulatur stärken und die allgemeine Gesundheit fördern.

Impfstoffe aus Pflanzen dank „Molecular Farming“

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Bildrechte: Shutterstock | Fotograf: Bubbly Pang

„Molecular Farming“ bezeichnet eine Methode, bei der Pflanzen zu lebendigen Bioreaktoren umgewandelt werden, um pharmazeutische Substanzen und Impfstoffe herzustellen. Diese Technik ermöglicht eine schnelle, kostengünstige, nachhaltige und sichere Produktion. Dr. Pablo Serrano, Geschäftsfeldleiter Innovation und Forschung/Biotechnologie beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), erläutert die Funktionsweise dieser zukunftsweisenden Herstellungsmethode.

Impfstoffe vom Acker: Kein Widerspruch

Die Vorstellung, dass Impfstoffe auf Feldern angebaut werden, mag ungewöhnlich klingen, ist aber wissenschaftlich fundiert. Pharmazeutische Unternehmen können durch genetische Veränderung Pflanzen zu „grünen“ Biotechfabriken machen, die wertvolle Substanzen für die menschliche Gesundheit produzieren. Diese Substanzen sind nicht nur für die Impfstoffherstellung, sondern auch für verschiedene Arzneimittel relevant.

Tabakpflanzen als ideale Bioreaktoren

Ein aktuelles Beispiel ist der Corona-Impfstoff Covifenz® des Biotechnologie-Unternehmens Medicago Inc. aus Kanada. Der Impfstoff, der in der Tabakpflanze Nicotiana benthamiana hergestellt wird, schützt mit fast 70-prozentiger Wirksamkeit vor symptomatischen Infektionen und bis zu 78 Prozent vor moderaten bis schweren Verläufen. Diese Tabakpflanze, die sich durch schnelles Wachstum und einfache genetische Veränderbarkeit auszeichnet, ist ein hervorragender Bioreaktor.

Arzneimittelproduktion durch Pflanzen

Das Konzept des Molecular Farming ist seit über 30 Jahren bekannt. „Mit dieser Methode können nicht nur Impfstoffe, sondern auch wichtige Arzneimittelbestandteile wie das Enzym Glucocerebrosidase produziert werden“, erklärt Serrano. Dieses Enzym, das in Karottenzellen hergestellt wird, ist für Patienten mit der Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher lebenswichtig. Das entsprechende Arzneimittel wurde 2012 zugelassen und markierte einen bedeutenden Durchbruch in der Biotechnologie.

Gamechanger in der Impfstoffproduktion

In den letzten Jahren hat sich das Molecular Farming so weit entwickelt, dass Impfstoffe schneller und kostengünstiger hergestellt werden können. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber klassischen biotechnologischen Verfahren ist die schnelle und großflächige Produktion. „Pharmazeutische Unternehmen können auf Notsituationen zügiger reagieren“, betont Serrano. Die nachhaltige Produktion in kontrollierten Gewächshäusern ist effizient und vermeidet tierische Substanzen, was besonders für Tierallergiker, Veganer und bestimmte Religionsgemeinschaften wichtig ist.

Genetische Transformation: So funktioniert’s

Die Methode basiert auf der Einführung eines genetischen Bauplans in Pflanzen. Dies geschieht durch Spritzen oder Eintauchen in eine bakterielle Lösung, wobei das Bodenbakterium „Agrobacterium tumefaciens“ als Transportmittel dient. Bei der stabilen Transformation wird die neue Erbinformation in das Pflanzengenom eingebaut, sodass alle Nachkommen die neue Information tragen und sich beliebig vermehren lassen.

Vorübergehende Genveränderung

Bei der transienten Transformation wird die Erbinformation nur temporär in die Pflanzenzellen eingeführt, ohne das Genom dauerhaft zu verändern. Diese Methode ermöglicht eine schnelle Produktion des Zielproteins, wobei die neuen Gene nicht an die Nachkommen weitergegeben werden.

Pflanzen als Zukunft der Arzneimittelherstellung

„Pflanzen bieten ein enormes Potenzial zur Herstellung therapeutischer Wirkstoffe und Impfstoffe“, betont Serrano. „Sie sind einfach anzubauen und benötigen nur Licht, Wasser und Nährstoffe.“ Molecular Farming könnte somit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung zukünftiger Gesundheitskrisen leisten und die Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln und Impfstoffen sichern.

Tipps für Reisen mit Demenzerkrankten

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Urlaubsreisen eignen sich besonders im frühen bis mittleren Krankheitsstadium von Demenz. Es ist wichtig, dass die betroffene Person gut mit einem Ortswechsel und den damit verbundenen Änderungen in der täglichen Routine zurechtkommt. Um spätere Kompromisse bei der Unterkunft zu vermeiden, sollte frühzeitig geplant und gebucht werden.

Urlaube mit an Demenz erkrankten Menschen können viele positive Effekte haben, wie eine größere Nähe zueinander und das Schaffen neuer, gemeinsamer Erinnerungen. Die Erkrankten selbst erleben, dass sie trotz Einschränkungen schöne Dinge tun und neue Orte erkunden können.

Tipp 1: Finden Sie das passende Reiseziel

Pflegende Angehörige wissen am besten, was mit dem an Demenz erkrankten Menschen möglich ist und welches Urlaubsziel geeignet wäre. Frühere Urlaube und persönliche Vorlieben können als Orientierung dienen: Was hat der betroffenen Person früher Spaß gemacht? Welche Aktivitäten und Orte haben ihnen gefallen? Ob Camping oder Wandern in den Bergen – entscheidend ist, dass sich alle wohlfühlen und gut zurechtkommen.

Tipp 2: Kombinieren Sie Neues mit Vertrautem

Menschen mit Demenz benötigen Routinen, um sich sicher zu fühlen. Versuchen Sie daher, gewohnte Abläufe wie Duschen, Anziehen oder Mahlzeiten auch auf Reisen beizubehalten. Packen Sie einige vertraute Gegenstände ein: die Lieblingstasse, den Kissenbezug oder Familienfotos. Diese vertrauten Dinge können in der fremden Umgebung für Sicherheit sorgen.

Tipp 3: Akzeptieren Sie mögliche Schwierigkeiten

Bei Demenz gleicht kein Tag dem anderen. Wichtig ist, bei Problemen ruhig zu bleiben. Wenn die ungewohnte Umgebung und neuen Abläufe mehr Stress verursachen als gedacht, bleiben Sie gelassen. Auch wenn gesundheitliche Probleme auftreten oder Sie vorzeitig nach Hause fahren müssen: Es zählt, dass Sie es gemeinsam versucht haben.

Tipp 4: Testen Sie mit einem Tagesausflug

Tagesausflüge sind eine gute Möglichkeit, das gemeinsame Reisen zu testen. Sie sind günstiger, einfacher zu organisieren und erfordern keine Übernachtung in fremder Umgebung. Ausflüge zu früheren Wohn- oder Urlaubsorten können positive Erinnerungen wecken.

Tipp 5: Nutzen Sie Unterstützung

Wenn die 1:1 Betreuung im Urlaub zu viel wird, nehmen Sie Hilfe in Anspruch. Es gibt spezielle Angebote für Demenz-Patienten und ihre Angehörigen, bei denen geschultes Fachpersonal die Betreuung übernimmt. So haben die pflegenden Angehörigen Zeit für Entspannung und Freizeitangebote.

Hämorrhoiden: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

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Hämorrhoiden sind ein weit verbreitetes Volksleiden, das in den Industrienationen häufig auftritt. Laut einer Analyse des Helios Klinikums Berlin-Buch gehören Hämorrhoiden zu den am häufigsten gesuchten Krankheiten im Internet in Deutschland. Mit einem Suchvolumen von 368.000 innerhalb eines Jahres, fast fünfmal so hoch wie das Suchvolumen für Migräne (74.000), informieren sich auffällig viele Betroffene über dieses Thema online. Doch was genau sind Hämorrhoiden, wie erkennt man sie und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Erklärung: Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind natürliche Schwellkörper im oberen Analkanal, bestehend aus einem Gefäßgeflecht von Venen und Arterien. Diese Schwellkörper sind für die Feinabdichtung des Darms zuständig. „Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Krankheitswert haben sie erst, wenn sie dauerhaft vergrößert sind und Beschwerden verursachen“, erklärt Dr. med. Miriam Baur, Oberärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Bereichsleiterin Koloproktologie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Ein Hämorrhoidal-Leiden entsteht, wenn diese Gefäßpolster vergrößert und nach außen verlagert werden. Dies wird in vier Grade eingeteilt:

  • Grad 1: Vergrößerte Hämorrhoiden, die nicht tastbar oder sichtbar sind und wenig bis keine Beschwerden verursachen.
  • Grad 2: Vergrößerte Hämorrhoiden, die beim Stuhlgang oder körperlicher Anstrengung aus dem After hervortreten, sich aber von selbst zurückziehen. Symptome können Blut im Stuhl, Nässen, Brennen und Jucken sein.
  • Grad 3: Stark vergrößerte Hämorrhoiden, die beim Stuhlgang oder Anstrengung aus dem After heraustreten und manuell zurückgeschoben werden müssen. Symptome können Schmerzen und ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung sein.
  • Grad 4: Sehr stark vergrößerte Hämorrhoiden, die dauerhaft aus dem After austreten und nicht mehr zurückgeschoben werden können. Ein Analprolaps kann auftreten.
    Ursachen von Hämorrhoidal-Leiden
    Erhöhter Druck auf den Analkanal ist eine häufige Ursache für symptomatische Hämorrhoiden. Dieser Druck kann durch verschiedene Faktoren wie Verstopfung, eine sitzende Lebensweise, ballaststoffarme Ernährung, Schwangerschaft und genetische Veranlagungen verursacht werden.

Vorbeugung von Hämorrhoiden

Eine gesunde Lebensweise ist entscheidend zur Vorbeugung von Hämorrhoiden. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten fördert einen regelmäßigen und weichen Stuhlgang. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr (1,5 bis 2 Liter pro Tag) unterstützt ebenfalls die Stuhlgangregulierung. Es ist wichtig, auf den natürlichen Stuhldrang zu achten und nicht zu stark zu pressen.

„Regelmäßige körperliche Aktivität und Sport sind ebenfalls förderlich für eine gesunde Verdauung und können dabei helfen, einem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen“, so Dr. Baur.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hämorrhoidal-Leiden

Die Behandlung von Hämorrhoiden hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab:

  • Grad 1: Anpassungen des Lebensstils, einschließlich ballaststoffreicher Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung, können ausreichend sein. Salben oder Zäpfchen können zur symptomatischen Linderung eingesetzt werden.
  • Grad 2: Verfahren wie Verödungsbehandlung (Sklerosierung) oder Gummibandligaturen können sinnvoll sein.
  • Grad 3 und 4: Schwere Fälle erfordern möglicherweise operative Eingriffe, deren Methode vom individuellen Befund abhängt.

Der richtige Zeitpunkt für die ärztliche Behandlung

Viele Betroffene gehen zu spät zum Arzt, da das Thema Hämorrhoiden noch immer ein Tabu ist. „Warten Sie nicht zu lange mit dem Arztbesuch, denn zu Beginn genügen oft einfache Maßnahmen zur Behandlung und ein weiteres Anschwellen der Hämorrhoiden kann verhindert werden“, rät Dr. Baur.

Über die Recherche

Das Helios Klinikum Berlin-Buch hat untersucht, welche Krankheiten und Symptome in Deutschland am häufigsten gegoogelt werden. Von Mai 2022 bis Mai 2023 wurde das Suchvolumen von 141 Krankheiten und Symptomen analysiert. Die Auswahl basiert auf mehreren Artikeln zu häufigen Krankheiten in Deutschland.

Granatapfel: Studien belegen Wirkung bei Prostatakrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Granatäpfel werden seit Tausenden von Jahren im Orient und in Indien medizinisch genutzt. Auch in Europa erfreut sich der Granatapfel zunehmender Beliebtheit als gesunder Snack und echtes Gesundheitsprodukt. Rund 3.000 wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit der Schutzstoffe des Granatapfels gegen oxidativen Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Demenz, überschießende Entzündungsreaktionen und Prostatakrebs.

Klinische Studien bestätigen die erhebliche Wirkung

Es ist schon lange bekannt, dass die natürlichen Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse vor Krebs schützen können. Der Granatapfel gilt dabei als derjenige mit der besten wissenschaftlichen Evidenz, da er sich sowohl in präklinischen als auch in mehreren klinischen Studien mit Prostatakrebspatienten bewährt hat.

Prostatakrebs ist mit 25 % aller Tumorfälle die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland, gefolgt von Darm- und Lungenkrebs. Weitere vorklinische Studien deuten darauf hin, dass der Granatapfel auch gegen Darm-, Lungen- und Brustkrebs sowie Leukämie positive Wirkungen zeigt (Kawaii und Lansky, 2004; Khan et al., 2007; Kim et al., 2002; Núñez-Sánchez et al., 2016).

In einer Studie mit 48 Prostatakrebspatienten zeigte sich, dass Granatapfelsaft die Zeit bis zur Verdoppelung des PSA-Spiegels (PSA = Prostata-spezifisches Antigen) um 39 Monate verlängerte (Pantuck et al., 2006). Diese Verdopplungszeit des PSA ist der wichtigste Marker für den Verlauf der Krankheit, wobei langsameres Wachstum bessere Aussichten und eine längere Lebenserwartung bedeutet.

Alle Studienteilnehmer hatten noch keine Hormontherapie erhalten und trotz früherer Operation oder Bestrahlung wieder erhöhte PSA-Werte, was auf ein Fortschreiten der Krankheit hinweist. Vor Beginn der Studie betrug die durchschnittliche PSA-Verdopplungszeit der Patienten 15 Monate. Während der Studie verlängerte der tägliche Konsum von 240 ml Granatapfelsaft (aus Konzentrat, 570 mg Polyphenole pro Portion) diese Spanne auf 54 Monate. Dies berichtete das Team um Allan Pantuck von der University of California in Los Angeles im Juli 2006 im Journal “Clinical Cancer Research”. Obwohl keine Heilung erreicht wurde, hatte der Saft offenbar großen Einfluss auf das Tumorwachstum, betonte Studienleiter Pantuck. Keiner der Studienteilnehmer entwickelte während der 33-monatigen Studiendauer Metastasen. Das im Labor auf Prostatakrebszellen aufgetragene Serum der Patienten reduzierte die Zellproliferation um 12 % und erhöhte die Apoptose (programmierter Zelltod) um 17 %.

Granatapfelsaft zeigte bei über 80 Prozent der Studienteilnehmer eine Wirkung

Eine Maskierung des PSA-Werts, also die Neutralisierung des prostataspezifischen Antigens durch Granatapfel-Inhaltsstoffe, ist unwahrscheinlich: Granatapfelsaft hatte bei gesunden Männern ohne Prostatakrebs keinen Einfluss auf die PSA-Werte. Besonders erfreulich war, dass in der sechsjährigen Langzeit-Beobachtungsphase (Pantuck et al., 2009) die PSA-Verdopplungszeit von 15 auf 60 Monate anstieg. Der mittlere PSA-Anstieg sank um 60 %. Diese Werte waren deutlich günstiger als bei Männern, die die Studie vorzeitig verlassen hatten. Die Ergebnisse legen nahe, dass Granatapfelsaft das Fortschreiten eines erfolglos behandelten Prostatakarzinoms effektiv verzögern kann, so das Resümee von Dr. Christopher Amling, Sprecher der Jahrestagung der American Urological Association.

Eine Doppelblindstudie der John-Hopkins-Universität bestätigte erneut die Wirksamkeit von Granatapfel-Polyphenolen bei Prostatakrebs (Paller et al., 2013). Nach Versagen der Primärbehandlung nahmen 104 Studienteilnehmer sechs Monate lang täglich Granatapfelextrakt ein. Die mittlere PSA-Verdopplungszeit erhöhte sich von 11,9 auf 18,5 Monate. Bei 43 % der Teilnehmer konnte diese Zeitspanne im Vergleich zum Ausgangswert verdoppelt werden, bei 13 % wurden fallende PSA-Werte festgestellt. Nebenwirkungen traten keine auf. Die tägliche Dosis von 600 mg Granatapfel-Polyphenolen (als Gallussäure-Äquivalent) erwies sich als ebenso wirksam wie die dreifache Dosis.

In einer weiteren doppelblinden, randomisierten Studie von Thomas et al. (2013) erhielten 203 Prostatakrebspatienten über sechs Monate entweder ein polyphenolreiches Nahrungsergänzungsmittel, bestehend aus Extrakten von Granatapfel, grünem Tee, Brokkoli und Kurkuma, oder ein Placebo. Grüner Tee, Brokkoli und Kurkuma gelten ebenso wie Granatapfel als natürliche Antikrebsmittel. Von den Studienteilnehmern befanden sich 59 % zum Zeitpunkt der Studie unter “aktiver Überwachung” (active surveillance), 41 % hatten nach einer erfolglosen Primärtherapie erneut erhöhte PSA-Werte (watchful waiting). Nach sechs Monaten stieg der PSA-Wert in der Polyphenol-Gruppe durchschnittlich um nur 14,7 %, während er in der Placebo-Gruppe um 78,5 % zunahm. Am Ende der Studie hatten 61 Teilnehmer (46 %) der Nahrungsergänzungsgruppe stabile oder sogar sinkende PSA-Werte, verglichen mit nur 9 Patienten (14 %) der Placebogruppe. Nach Beendigung der Studie konnten in der Nahrungsergänzungsgruppe 114 Teilnehmer (92,6 %) das bisherige nebenwirkungsfreie Verfahren (active surveillance oder watchful waiting) fortführen, während dies nur auf 38 Teilnehmer (74 %) der Placebogruppe zutraf. Es traten keine Nebenwirkungen aufgrund der Supplementierung auf.

Vielversprechende Forschungsergebnisse bei neuen Studien

Der Granatapfel ist reich an Polyphenolen, die ihm sein einzigartiges, etwas herbes Aroma verleihen. Diese Schutzstoffe umfassen Phenolcarbonsäuren (wie Ellagsäure, Gallussäure, Kaffeesäure und Chlorogensäure), Ellagitannine (einschließlich des Hauptpolyphenols Punicalagin) und Flavonoide (wie Catechin, Quercetin, Rutin, Kaempferol, Luteolin und sechs Anthocyane).

In der Frucht und im Saft sind die Polyphenole überwiegend an Zuckermoleküle gebunden. Um resorbiert zu werden und ihre Wirkung entfalten zu können, müssen diese Zuckerbindungen gespalten und die großen Moleküle zu kleineren abgebaut werden. Besonders die Ellagitannine, die in großen Mengen im Granatapfel vorkommen, müssen enzymatisch zerlegt werden. Dieser Prozess hängt stark von der Fermentationsaktivität der Dickdarmflora ab (Cerdá et al., 2004). Dabei entstehen auch sogenannte Urolithine, eine Gruppe natürlicher Phenole.

Klinische Studien mit Granatapfelsaft und -Extrakt zeigen, dass ein Teil der Teilnehmer besonders gut ansprach, was die entscheidende Rolle der Fermentation der Granatapfel-Polyphenole durch die individuelle Darmflora unterstreicht.

Forschungen deuten darauf hin, dass Urolithine die gesundheitlichen Vorteile des Verzehrs von ellagitanninreichen Quellen wie Granatäpfeln, Walnüssen und Erdbeeren erklären können. In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2022 in der Zeitschrift “Molecular Nutrition and Food Research” beschreiben García-Villalba et al. bemerkenswerte Fortschritte bei der Erforschung der Sicherheit, Bioaktivität und der ersten Interventionen am Menschen sowie die Mechanismen von Urolithin A, einem Haupt-Urolithin.

Besonders Urolithin A fördert die Umwandlung von tumorbekämpfenden T-Zellen zu T-Gedächtnisstammzellen, die das Immunsystem durch ihre Teilungsfähigkeit mit T-Zellen versorgen (Denk et al., 2022). Forscher der Goethe-Universität Frankfurt und des LOEWE-Zentrums Frankfurt Cancer Institute zeigten, dass Urolithin A in T-Zellen die Mitophagie auslöst, einen Prozess, bei dem alternde und beschädigte Mitochondrien entfernt und durch neue, funktionsfähige Mitochondrien ersetzt werden. Dies scheint das genetische Programm von T-Zellen zu verändern und ihre Fähigkeit, Tumore zu bekämpfen, zu verbessern.

Granatapfelsaft ist nicht gleich Granatapfelsaft

Zwei Probleme, die häufig bei Granatapfelsäften auftreten, sind Verfälschungen und ein zu geringer Anteil an gesunden Polyphenolen. Viele als 100 % Granatapfelsaft deklarierte Getränke enthalten tatsächlich Zusätze von Zucker, Farbstoffen und minderwertigen Fruchtsäften. Dies spart Produktionskosten, ist jedoch ungesund. Auch bei echten Granatapfelsäften variieren die Polyphenolkonzentrationen erheblich, je nach Herstellungsverfahren und den verwendeten Rohstoffen. Eine Studie hat zudem gezeigt, dass Biosäfte in Bezug auf den Polyphenolgehalt nicht besser abschneiden als konventionelle Säfte – im Gegenteil (Cano-Lamadrid et al., 2016).

Eine Doppelblindstudie aus der Schweiz (Stenner-Liewen et al., 2013) hat die Bedeutung des Polyphenolgehalts von Granatapfelsaft und des Tumorstadiums für die Studienergebnisse untersucht.

In dieser Studie wurde ein Mischgetränk aus 27,5 % Granatapfelsaft, anderen Fruchtsäften, Agavendicksaft und Weißteeextrakt verwendet. Dass es sich nicht um reinen Granatapfelsaft handelte, wird erst bei genauer Betrachtung der Studie deutlich. In der Zusammenfassung und im Text der Studie wird das Getränk fälschlicherweise als Granatapfelsaft bezeichnet, obwohl es korrekt als Granatapfelsaft-haltiges Getränk benannt werden müsste. Vier Wochen lang wurden täglich 500 ml des Mischgetränks verabreicht, was 138 ml Granatapfelsaft mit insgesamt 50 mg Punicalagin und 50 g Zucker entspricht. Angesichts der geringen Wirkstoffmenge, des hohen Zuckergehalts und des kurzen Zeitraums ist es erstaunlich, dass dennoch drei Patienten in der Versuchsgruppe einen PSA-Abfall von über 30 % verzeichneten, während dies in der Placebogruppe nur bei einem Patienten der Fall war. In der zweiten Studienhälfte (weitere vier Wochen) wurde die Dosis überraschenderweise um die Hälfte reduziert, was einen so geringen Gehalt an Granatapfel-Polyphenolen zur Folge hatte, dass keine Wirkung mehr erwartet werden konnte. Diese Dosierungen sind nicht mit den Studien von Pantuck et al. (2006, 2009) und Paller et al. (2013) vergleichbar.

Weiterer wichtiger Punkt:

In der Schweizer Studie wurden 94 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs behandelt, davon hatten 68 % einen hormonrefraktären Prostatakrebs, der auf klassische Behandlungen nicht mehr anspricht. Diese Art von Prostatakrebs gilt als tödlich und wird nur noch palliativ behandelt. Hier von einem Getränk eine deutliche Wirkung zu erwarten, ist von vornherein eigentlich ausgeschlossen.

Dennoch zeigten präklinische Studien auch bei fortgeschrittenem Prostatakrebs tumorhemmende Effekte. Zwar sind diese bei der Schwere und Aggressivität der Erkrankung begrenzt, doch möglicherweise kann der Krankheitsverlauf verlangsamt werden. Besonders wirkungsvoll im Kampf gegen Krebs scheinen fermentierte Granatapfel-Polyphenole zu sein.

Durch eine Vorfermentation von Granatapfel-Produkten kann die Bioverfügbarkeit der Polyphenole gesteigert werden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sowohl die Fermentation als auch die Gefriertrocknung des Extrakts die Wirkung im Organismus verbessern. Fermentierter und nicht-fermentierter Granatapfelsaft sowie fermentierte Schalenpolyphenole zeigten eine deutliche Hemmung der Tumorproliferation und -invasion bei hormonsensitiven und hormonrefraktären Prostatakarzinomzellen (Albrecht et al., 2004; Lansky et al., 2005a und b). Die Wirkung der fermentierten Polyphenole war hierbei am höchsten und konnte die Krebsausbreitung um bis zu 90 % verringern sowie in vivo signifikant das Wachstum von hormonrefraktären PC-3-Prostatakarzinomzellen hemmen (Albrecht et al., 2004).

Prostatakrebszellen benötigen Androgene für ihr Wachstum

Daher wird bei Prostatakrebs häufig die Wirkung der Androgene durch bestimmte Medikamente (Anti-Androgene) unterdrückt. Diese Methode hat jedoch nur zeitlich begrenzten Erfolg, da die Prostatakrebszellen selbst vermehrt Androgene synthetisieren und/oder überexprimierte, mutierte Androgenrezeptoren entwickeln. Dadurch wird der Prostatakrebs hormonrefraktär und spricht nicht mehr auf die Hormonentzugstherapie an. Dies stellt ein großes therapeutisches Problem dar, da hormonrefraktärer Prostatakrebs als unheilbar gilt. Daher darf man von keinem Pflanzenstoff in diesem Krebsstadium Wunder erwarten.

Bereits 2005 berichteten Wissenschaftler der Universität von Wisconsin, dass ein gefriergetrocknetes Granatapfelsaftextrakt das Wachstum von hormonrefraktären Prostatakrebszellen (PC3-Zellen) wirkungsvoll hemmt. Bei androgenabhängigen Krebszellen wurde sowohl die Expression des Androgenrezeptors als auch die PSA-Produktion um 90 % reduziert. Dies ist besonders interessant, da der Androgenrezeptor im hormonrefraktären Stadium häufig überexprimiert ist (Malik et al., 2005). Granatapfel-Polyphenole verringern zudem die Bildung von Androgensynthese-Enzymen in hormonrefraktären Krebszellen (Hong et al., 2008). Wahrscheinlich können Granatapfelsaft-Polyphenole auch durch spezifische antientzündliche Mechanismen (Aktivierungshemmung von NF-kappaB) die Wirksamkeit von Chemo- und Strahlentherapie erhöhen.

Bei der Lebendfermentation von Granatäpfeln wirken speziell ausgewählte probiotische Mikroorganismen mit ihrem natürlichen Enzymspektrum auf die Granatapfel-Polyphenole ein und setzen diese frei. Auf diese Weise wird der natürliche Prozess im Dickdarm außerhalb des Körpers nachgeahmt und die Granatapfel-Polyphenole quasi vorverdaut. Besondere Gerbstoffe, vor allem die Punicalagine als Hauptpolyphenole im Granatapfel, verleihen einem guten Granatapfelsaft oder -konzentrat seinen typischen adstringierenden, fruchtig-herben Geschmack als wichtiges Erkennungsmerkmal.

Die in präklinischen Studien häufig eingesetzten Saftextrakte sind ebenfalls empfehlenswert. Diese echten Saftextrakte werden im Gegensatz zu Schalenextrakten durch Gefriertrocknung hergestellt. Empfehlenswert sind 600 mg Granatapfel-Polyphenole pro Tag (gemessen als Gallussäure-Äquivalent nach Folin-Methode), wobei fermentierte Polyphenole eine höhere Bioaktivität aufweisen.

Konsequenzen für die praktische Anwendung

Eine abschließende Beurteilung der Studienlage ist in der Wissenschaft selten möglich, und auch hier ist dies nicht der Fall. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch vielversprechend, und Nebenwirkungen traten in den Studien keine auf. Besonders Männer, die keine kurative Behandlung wünschen, sondern lieber eine abwartende Überwachung (active surveillance) bevorzugen, können durch eine solche Maßnahme in Verbindung mit einer gesunden Lebensweise aktiv Verantwortung für den Verlauf ihrer Erkrankung übernehmen. Je nach individueller Tumorbiologie kann eine deutliche Verlangsamung der Krebsprogression und positive Effekte auf Herz und Gefäße erwartet werden, was bei älteren Patienten entscheidende zusätzliche Lebensjahre bedeuten kann.

Herausforderung Körperpflege: Tipps für pflegende Angehörige

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Viele Angehörige helfen pflegebedürftigen Menschen bei der Körperpflege – eine Aufgabe, die weit mehr als eine selbstverständliche Kleinigkeit ist. Der neue Ratgeber des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet Grundwissen und praktische Tipps für diese wichtige Tätigkeit in einfacher Sprache. Er basiert auf aktuellem Pflegefachwissen und richtet sich an pflegende Angehörige.

Sensible Unterstützung: Körperpflege bei Pflegebedürftigen

Ältere pflegebedürftige Menschen sind besonders anfällig für Hautprobleme und -schädigungen und benötigen oft Unterstützung bei der Körperpflege. Angehörige übernehmen häufig diese sensible und verantwortungsvolle Aufgabe. „Jemandem bei der Körperpflege zu helfen oder diese gar komplett zu übernehmen, ist eine sehr persönliche und zugleich für die Gesundheit der pflegebedürftigen Person äußerst relevante Unterstützung“, erklärt Daniela Sulmann, Pflegeexpertin und Geschäftsleiterin im ZQP. Neben Einfühlungsvermögen, Verständnis und Geduld ist fundiertes Wissen über Hautgesundheit und -pflege sowie das richtige Vorgehen erforderlich.

Der ZQP-Ratgeber „Körperpflege“

Der ZQP-Ratgeber „Körperpflege“ bietet pflegenden Angehörigen verständlich aufbereitetes Basiswissen und illustrierte Praxistipps. Er behandelt Themen wie Haarwäsche im Bett, Duschen, Eincremen, Rasur, Nagelpflege, Intimpflege und den richtigen Einsatz von Hilfsmitteln wie Badewannenliftern. Der Ratgeber gibt wertvolle Hinweise, wie die Körperpflege im Alltag gut vorbereitet und durchgeführt werden kann.

Wichtige Aspekte der Hautpflege

Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit ist ein verstärkter Hautschutz und besondere Pflege notwendig, um Hautreizungen, Hautverletzungen, Infektionen und schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden vorzubeugen. Hygiene bei der Unterstützung der Körperpflege ist grundlegend. Die Haut sollte vor schädigenden Einflüssen geschützt und mit geeigneten Produkten gereinigt und eingecremt werden. Es ist wichtig, die Haut trocken zu halten, insbesondere in den Hautfalten, und bei Veränderungen pflegefachlichen oder ärztlichen Rat einzuholen.

Spezielle Herausforderungen: Inkontinenz und Diabetes

Einige Gesundheitsprobleme, wie Inkontinenz oder Diabetes, stellen besondere Risiken für die Hautgesundheit dar. „Gerade Inkontinenz ist bei vielen pflegebedürftigen Menschen ein Thema, da längerer Kontakt mit Ausscheidungen die Haut schädigen und Infektionen verursachen kann“, erklärt Sulmann. Es ist wichtig, Inkontinenzmaterial rechtzeitig zu wechseln und die Haut gründlich zu reinigen. Hautschonende Waschtücher und Schutzcremes, wie Vaseline oder spezielle Hautschutzcremes, sind hierfür besonders geeignet.

Selbstbestimmtheit fördern

Bei aller Hilfsbereitschaft sollte die Körperpflege nicht über den Kopf der pflegebedürftigen Menschen hinweg oder gegen ihren Willen erfolgen. Es ist wichtig, im Vorfeld zu besprechen, was geplant ist und was die pflegebedürftige Person möchte. Jeder Pflegeschritt sollte ruhig angekündigt werden. Ziel ist es, dass die pflegebedürftige Person so viel wie möglich selbst tut und dabei entsprechend unterstützt wird. Dies kann zwar mehr Zeit in Anspruch nehmen, fördert aber ihre Selbstbestimmtheit, Fähigkeiten und Gesundheit.

Expertenwissen im Ratgeber

Die Informationen und Tipps zur Hautgesundheit und -pflege basieren auf dem neuen Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Hautintegrität in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Unterstützt wurde das ZQP-Team bei der Erstellung des Ratgebers durch Prof. Dr. Jan Kottner, Direktor des Instituts für Klinische Pflegewissenschaft an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

 

Übergewicht in der Jugend: Einfluss auf Multiple Sklerose-Risiko

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Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, deren Ursachen weitgehend unbekannt sind. Forschende der NAKO Gesundheitsstudie, unter der Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), haben nun untersucht, welche Besonderheiten in Kindheit und Jugend das Risiko für die Entwicklung von MS beeinflussen könnten. Die Analyse der Daten von 204.273 Teilnehmenden ergab unter anderem, dass Übergewicht in der Jugend die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, an MS zu erkranken.

Prävalenz von MS in Deutschland

Im Jahr 2019 waren schätzungsweise 337 von 100.000 Menschen in Deutschland von MS betroffen. Die Krankheit äußert sich durch verschiedenste neurologische Symptome, wobei Empfindungsstörungen, Sehstörungen und Muskellähmungen zu den häufigsten Frühzeichen gehören. Genetische Faktoren, Umwelt- und Lebensstilfaktoren, virale Infektionen sowie Vitamin-D-Mangel werden derzeit als mögliche Ursachen für die Autoimmunerkrankung diskutiert.

Einfluss von Kindheit und Jugend auf das MS-Risiko

„Frühere Studien haben Hinweise darauf gegeben, dass Einflüsse aus Kindheit und Jugend die Entstehung von MS begünstigen können. In unserer Publikation haben wir die Angaben der NAKO-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer aus der Basisuntersuchung der NAKO Gesundheitsstudie zu Ereignissen und gesundheitlichen Besonderheiten in jungen Jahren analysiert. Dazu gehörten unter anderem das Geburtsgewicht, das Gewicht im Alter von zehn Jahren und im Jugendalter, die Art der Geburt, Stillzeit und die Anzahl der Geschwister“, berichtet Professor Dr. Heiko Becher vom Institut für Global Health am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). Von den 204.273 befragten Personen hatten 858 vor der NAKO-Basisuntersuchung die Diagnose MS erhalten.

Erkenntnisse der Studie

Die Untersuchung zeigte, dass Personen, die als Säuglinge gestillt wurden, später ein verringertes MS-Risiko haben im Vergleich zu denen, die nicht gestillt wurden. Übergewicht im Alter von 18 Jahren im Vergleich zu Normalgewicht war mit einem erhöhten Risiko für MS verbunden. Für die anderen untersuchten Faktoren und geschlechtsspezifischen Analysen ergab sich kein Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem MS-Risiko.

„Unsere Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Übergewicht im Jugendalter und einem erhöhten MS-Risiko stimmen mit den Erkenntnissen anderer Forschender überein. Wie bereits in früheren Studien beobachtet, haben auch wir keinen Effekt von höherem Geburtsgewicht oder höherem Gewicht im Alter von zehn Jahren im Vergleich zum Durchschnittsgewicht auf das MS-Risiko festgestellt. Das lässt vermuten, dass auch der Zeitpunkt des Übergewichts einen Einfluss auf das MS-Risiko haben könnte. Die körperliche Aktivität der Kinder und Jugendlichen spielt dabei sicherlich ebenfalls eine wichtige Rolle und sollte in zukünftigen Studien genauer untersucht werden“, sagt Anja Holz, Erstautorin und Wissenschaftlerin am Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie am UKE

Heizöl LKW kracht in Hauswand – Trucker schwer verletzt

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Bild 2 LKW Vu

Am Samstag Morgen, 07.07.2024 gegen 08:00 Uhr kam es in Ilbesheim in der Oberdorfstraße zu einem folgenschweren Verkehrsunfall beim Versuch, Heizöl anzuliefern. Der 36-jährige Fahrer hielt mit seinem LKW an einem abschüssigen Standort an und verließ das Führerhaus, um das Heizöl anzuliefern. Als der Fahrer sich außerhalb der Fahrerkabine befand, rollte der LKW los und kollidierte mit einem Anbau, der sich am Haupthaus befand.

Dabei wurde der Fahrer zwischen Hauswand und LKW eingeklemmt.

Heizöl lkw kracht in hauswand - trucker schwer verletzt 8

Der Fahrer wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Er wurde in ein örtliches Krankenhaus verbracht. Der Anbau stürzte nach dem Aufprall mit dem LKW ein. Insgesamt entstand ein Gesamtsachschaden von ca. 150000.- EUR. Die Unfallursache ist aktuell noch unklar. Der LKW wurde polizeilich sichergestellt, es wird u.a. untersucht, ob ein technischer Defekt ursächlich für den Verkehrsunfall ist.