StartBad KreuznachNews zum Waldbrand in Traisen - Lage verschlechtert sich

News zum Waldbrand in Traisen – Lage verschlechtert sich

Rund 650 Einwohner mussten ihre Häuser verlassen und werden in Roxheim betreut

Die dramatische Entwicklung des Waldbrandes in der Gemarkung Traisen (Kreis Bad Kreuznach) hat am Sonntagvormittag (28.06.2026) weitreichende Konsequenzen gefordert. Aufgrund einer massiven Brandausbreitung am Steilhang des Rotenfels haben die Behörden die vollständige Evakuierung der gesamten Ortsgemeinde Traisen angeordnet. Rund 650 Bürgerinnen und Bürger sind von dieser Notmaßnahme betroffen und mussten ihre Häuser verlassen. Zwischenzeitlich wurde unter anderem auch die Bundeswehr zur Unterstützung angefordert.

Notunterkunft in der Birkenberghalle Roxheim eingerichtet

Für die evakuierten Einwohner wurde eine zentrale Anlaufstelle in der Birkenberghalle in Roxheim eingerichtet. Dort ist eine umfassende Betreuung sowie die medizinische Versorgung und durch Hilfsorganisationen sichergestellt. Auch mit Lebensmitteln und entsprechenden Informationen zum Waldbrand werden die Menschen vor Ort versorgt. Die Behörden wiesen die Bevölkerung an, dringend benötigte Medikamente sowie Haustiere mitzunehmen und sich auf eine potenziell längere Abwesenheit einzustellen.

Nach Angaben der Einsatzleitung besteht für das Hab und Gut in der evakuierten Gemeinde aktuell keine direkte Gefahr durch die Flammen.

Waldbrand traisen
Quelle: Kreisverwaltung Bad Kreuznach

Großeinsatz mit 300 Kräften und Unterstützung vom Forstbetrieb Klostermann

Der Brand erstreckt sich mittlerweile über eine Fläche von rund 2,7 Hektar (Stand Sonntagvormittag). Über 300 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und der Forstverwaltung kämpfen im Schichtbetrieb gegen die Flammen. Hierbei erhalten die Einsatzkräfte unter anderem Unterstützung von einem Forstbetrieb aus Hochstetten.

Der Forstbetrieb Klostermann rückte in der Nacht mit Waldarbeitern und einem tonnenschweren Harvester (Holzerntemaschine) an, um im dichten Wald strategische Brandschneisen zu schlagen und ein weiteres unkontrolliertes Voranschreiten des Feuers zu stoppen. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben in der Nacht um Unterstützung gebeten worden und bis zum Sonntagvormittag um 10:00 Uhr vor Ort im Einsatz.

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Lebensgefahr: Kampfmittelräumdienst wegen Weltkriegsmunition bei Waldbrand in Traisen vor Ort

Die Löscharbeiten gestalten sich jedoch nicht nur wegen der extremen Sommerhitze und des steilen Geländes als extrem gefährlich. Teile des betroffenen Waldgebietes sind als Kampfmittelgefahrengebiet eingestuft. Da im Untergrund noch Munition und Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg liegen, kam es bereits zu Explosionen und die Gefahr weiterer Detonationen besteht weiterhin. Der Kampfmittelräumdienst ist vor Ort, um die Lage zu bewerten und die Feuerwehrkräfte abzusichern.

Wegen der starken Rauchentwicklung und der laufenden Manöver ist die Landesstraße 236 zwischen Rüdesheim und Norheim voll gesperrt. Autofahrer werden dringend gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Bürger hatten die Möglichkeit, kurzzeitig unter Begleitung in das Evakuierungsgebiet zurückzukehren

Die Kreisverwaltung Bad Kreuznach hatte eine Sondermaßnahme eingerichtet. Am Sonntag um 14:00 Uhr konnten sich Personen, die unaufschiebbare Erledigungen im Ort tätigen mussten – wie etwa das Versorgen von zurückgelassenen Nutztieren oder das Holen lebenswichtiger Medikamente –, am Infopoint der Birkenberghalle in Roxheim melden.

Die Kreisverwaltung warnt jedoch eindringlich davor, eigenständig und ohne Erlaubnis in das gesperrte Evakuierungsgebiet zurückzukehren. Eine Begleitung oder Freigabe erfolgt ausschließlich koordiniert über die Einsatzkräfte vor Ort.

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