StartAlzey-WormsNeues Wohnquartier mit 88 geförderten Wohnungen in Alzey

Neues Wohnquartier mit 88 geförderten Wohnungen in Alzey

Auf rund 9.400 Quadratmetern entsteht ein barrierefreies Wohnquartier mit Innenhof, Gemeinschaftsangeboten und ambulanter Pflege

Im Alzeyer Osten entsteht derzeit ein neues Wohnquartier. Dort, wo bislang die Einfachbauten in der Siegfried- und Kriemhildenstraße standen, werden insgesamt 88 öffentlich geförderte Wohnungen gebaut. Die „Nibelungenhöfe“ sollen neben bezahlbarem Wohnraum auch Angebote für unterschiedliche Generationen und Lebenssituationen miteinander verbinden.

Das Projekt ist nach Angaben der Alzeyer Baugesellschaft (ABG) das bislang größte Wohnbauprojekt des Unternehmens. Die Fertigstellung des gesamten Quartiers ist für 2028 vorgesehen.

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Abriss nach langer Nutzung

Die bisherigen Gebäude in der Siegfried- und Kriemhildenstraße waren über Jahrzehnte Teil des Alzeyer Ostens. Einige der letzten Mieterinnen und Mieter hatten dort entsprechend lange gewohnt. Nach Angaben der ABG ließen Bausubstanz und energetischer Zustand jedoch keine wirtschaftlich tragfähige Modernisierung mehr zu.

Die Entscheidung für den Abriss sei deshalb nicht leichtgefallen. Bereits im September 2024 informierte die ABG die Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen einer Versammlung über die geplanten Veränderungen. Anschließend wurden gemeinsam Lösungen für die betroffenen Mieterinnen und Mieter gesucht.

Ein Teil wechselte in andere Wohnungen der ABG, für andere Bewohner wurden individuelle Lösungen entsprechend ihrer jeweiligen Lebenssituation gefunden.

„Es war uns wichtig, niemanden einfach zurückzulassen“, sagt Volker Riedel, Geschäftsführer der Alzeyer Baugesellschaft. „Jeder Mensch, der in unseren Wohnungen lebt, verdient eine Lösung, die zu ihm passt. Und ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, für alle eine gute Lösung zu finden.“

Bauschutt wird wiederverwendet

Auch beim Abriss selbst soll auf eine möglichst weitgehende Wiederverwertung der vorhandenen Materialien geachtet werden. Mit den Abbrucharbeiten wurde die Aßmuß Bau GmbH aus dem Landkreis beauftragt.

Das Familienunternehmen ist nach Angaben der ABG seit mehr als 50 Jahren im Bereich Recycling und Wiederverwertung tätig. Die bestehenden Gebäude werden kontrolliert zurückgebaut und die Materialien getrennt.

„Die vorhandenen Gebäude werden kontrolliert zurückgebaut und die Materialien sorgfältig getrennt. Der mineralische Bauschutt wird aufbereitet und direkt als geprüfter Sekundärbaustoff zur Verfüllung der Kellerbereiche des Neubaus wiederverwendet. Ein großer Teil des Materials bleibt so unmittelbar auf dem Gelände. Das spart nicht nur Transporte, reduziert Emissionen und schont Rohstoffe, sondern trägt auch dazu bei, dass die über Jahrzehnte prägenden Einfachbauten Teil des Neuen werden“, erklärt Christoph Aßmuß.

Materialien, die sich nicht für eine Wiederverwendung als Recycling-Schotter eignen, sollen ordnungsgemäß entsorgt werden. Die Aufbereitung und der Wiedereinbau werden nach Angaben der ABG fachtechnisch begleitet und überwacht.

88 Wohnungen für unterschiedliche Haushalte

Auf dem rund 9.400 Quadratmeter großen Areal entsteht eine neue Blockrandbebauung. Im Zentrum ist ein begrünter Innenhof vorgesehen. Insgesamt werden 88 öffentlich geförderte Wohnungen gebaut.

Davon sind 45 Wohnungen als Sozialmietwohnungen vorgesehen, weitere 43 Wohnungen richten sich an Haushalte mit mittleren Einkommen. Der Wohnungsmix reicht von Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen und soll damit unterschiedliche Haushaltsgrößen und Lebenssituationen berücksichtigen.

Alle Wohnungen werden barrierefrei geplant. Neun Wohnungen sollen zusätzlich rollstuhlgerecht ausgeführt werden. Jede Wohnung erhält außerdem einen Balkon oder eine Terrasse.

Für den Bau setzt die ABG auf eine serielle und modulare Bauweise mit Stahlbetonfertigteilen. Wie bereits beim Projekt „Alte Stadtgärtnerei“ arbeitet die Gesellschaft dabei nach eigenen Angaben eng mit dem Unternehmen Goldbeck zusammen.

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Innenhof mit Mehrgenerationenangeboten

Ein zentraler Bestandteil der „Nibelungenhöfe“ soll der begrünte Innenhof werden. Dort sind unter anderem Bäume, Ruhebereiche, ein Demenzgarten und barrierefreie Hochbeete für Gemüse und Kräuter vorgesehen.

Auch ein Mehrgenerationenspielplatz gehört zum Konzept. Er soll Angebote für Kinder ebenso wie für Erwachsene und ältere Menschen schaffen.

Zusätzlich ist ein Bewohnertreff geplant. Dafür wird eine Vier-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss mit angeschlossener Terrasse als Gemeinschaftsraum eingerichtet. Vorgesehen sind unter anderem eine behindertengerechte Küche und ein Fernseher. Wie der Raum genutzt wird, sollen die Bewohnerinnen und Bewohner selbst entscheiden können.

Pflegeangebot direkt im Quartier

Auch Unterstützungsangebote für ältere Menschen sind Bestandteil der Planung. Eine Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt (AWO) soll häusliche Alten- und Krankenpflege direkt im Quartier anbieten. Außerdem ist ein Büro des AWO-Betreuungsvereins vorgesehen.

Damit sollen Bewohnerinnen und Bewohner auch im höheren Alter Unterstützung erhalten können, ohne dafür ihr gewohntes Umfeld verlassen zu müssen.

Für die Mobilität sind zudem Carsharing-Angebote und eine Bikesharingstation geplant.

Fertigstellung für 2028 vorgesehen

Bürgermeister und ABG-Aufsichtsratsvorsitzender Steffen Jung sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die weitere Entwicklung des Alzeyer Ostens.

„Das Neubauprojekt Nibelungenhöfe zeigt, was möglich ist, wenn man Wohnen wirklich neu denkt. Bezahlbarer, barrierefreier, moderner Wohnraum ist auch heute möglich. Generationenübergreifende Konzepte, Mobilitätsstationen und der Gedanke der Nachhaltigkeit machen die Nibelungenhöfe zu einem runden Paket, das Schule machen kann.“

Die Gesamtfertigstellung des Quartiers in Alzey ist für 2028 vorgesehen. Bis dahin soll auf dem ehemaligen Gelände der Einfachbauten Schritt für Schritt ein neues Wohnquartier entstehen.

Volker Riedel fasst den Anspruch der ABG so zusammen: „Die ABG baut nicht einfach Wohnungen. Wir schaffen Orte, an denen Menschen ankommen können – in jeder Lebensphase. Die Nibelungenhöfe sind dafür ein starkes Zeichen.“