StartAlzey-WormsMuseum in Alzey zeigt „Giganten im Garten“

Museum in Alzey zeigt „Giganten im Garten“

Die Sonderausstellung widmet sich der Begeisterung für die Antike in Alzey zwischen 1900 und 1914 und zeigt rund 600 Objekte auf 130 Quadratmetern

Wer um die Jahrhundertwende in Alzey lebte, konnte der Begeisterung für die Antike kaum entgehen. Bürger gruben nach römischen Spuren, legten Sammlungen an oder holten sich antike Motive in den Alltag. Das Museum widmet dieser besonderen Epoche nun eine Sonderausstellung. Unter dem Titel „Giganten im Garten – Alzeyer entdecken ihre Antike (1900–1914)“ wird bis zum 31. Dezember 2026 erstmals eine Vielzahl von Funden, privaten Sammlungen und Alltagsgegenständen aus dieser Zeit gemeinsam präsentiert.

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Rund 600 Objekte auf 130 Quadratmetern im Museum Alzey

Rund 80 Gäste waren bei der Eröffnung am Donnerstagabend dabei. Das Museumsteam um Prof. Dr. Tim Kerig hat auf rund 130 Quadratmetern etwa 600 Objekte zusammengetragen. Darunter befinden sich archäologische Funde, bislang nicht gezeigte Planzeichnungen, vollständige Privatsammlungen, Reisesouvenirs und verschiedene Alltagsgegenstände.

Die Ausstellung zeigt dabei, wie präsent die Antike im damaligen Alzey war. Antike Bezüge fanden sich nicht nur bei Ausgrabungen, sondern auch in privaten Räumen, an Möbeln, Türrahmen, in der Schule oder in Schaufenstern. Die Ausstellung richtet den Blick damit nicht allein auf die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Vergangenheit, sondern auch auf deren Bedeutung für das gesellschaftliche Leben der Stadt.

Bürgermeister Steffen Jung betonte bei der Eröffnung: „Man steht hier nicht vor einem Bildschirm, sondern vor echten Objekten, echter Historie und einer Geschichte, die mit diesem Ort und unserer Stadt verbunden ist.“

Von Jean Braun bis Wilhelm Unverzagt

Museumsleiter Prof. Dr. Tim Kerig stellte bei der Eröffnung unter anderem die frühen Alzeyer Altertumsforscher vor. Zu den bekannten Namen dieser Zeit gehört Jean Braun, der mit der Vereinsgründung, der Sammeltätigkeit und den Ausgrabungen verbunden war.

Auch Jakob Curschmann spielte eine wichtige Rolle. Er dokumentierte 1905 bei Dautenheim eine römische Villa so detailliert, dass im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz ein Gipsmodell als dreidimensionales Zeugnis entstand. Wilhelm Unverzagt sammelte in der Stadt erste Grabungserfahrungen und beschäftigte sich später in seiner Doktorarbeit mit der spätantiken Keramik des Alzeyer Kastells.

Die Ausstellung richtet den Blick jedoch bewusst über die bekannten Namen hinaus. Kerig stellt auch die Frage, wie diejenigen die damalige Begeisterung für die Antike erlebten, die in den historischen Unterlagen kaum oder gar nicht auftauchen. Dazu gehörten etwa Bahnarbeiter, Winzerinnen oder Hausmädchen. Damit soll die Ausstellung unterschiedliche Perspektiven auf die gesellschaftliche Entwicklung jener Jahre eröffnen.

Altertumsverein eng mit dem Museum verbunden

Eine wichtige Rolle bei der Beschäftigung mit der Geschichte der Stadt spielte der Altertumsverein für Alzey und Umgebung e. V. Verbandsbürgermeister und Vereinsvorsitzender Steffen Unger erinnerte bei der Eröffnung an dessen Geschichte. Der Verein wurde 1906 gegründet und prägte über Jahrzehnte das kulturelle Leben der Stadt. 1983 übergab er das Museum an die Stadt. Die Zusammenarbeit zwischen Verein und Museum besteht bis heute fort.

Für die aktuelle Ausstellung wurden zahlreiche Leihgeber eingebunden. Objekte stammen unter anderem vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt, der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts sowie von Privatpersonen aus der Stadt.

Auch zahlreiche Ehrenamtliche waren an der Vorbereitung beteiligt. Kerig sprach von „sicher hunderte Stunden“, die freiwillig in die Vorbereitung der Ausstellung investiert worden seien.

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Ausstellung bis Ende Dezember zu sehen

Die Sonderausstellung „Giganten im Garten – Alzeyer entdecken ihre Antike (1900–1914)“ ist zunächst bis Ende Dezember zu sehen. Kerig empfahl bei der Eröffnung, sich mehrfach Zeit für einen Besuch zu nehmen: „Immer wieder zehn Minuten ins Museum kommen und entdecken macht mehr Spaß als alle zehn Jahre drei Stunden.“

Führungen für Schulklassen und Kindergruppen können per E-Mail an jutta.goettel-becker@alzey.de gebucht werden. Der Eintritt ist grundsätzlich frei.

Museum
Antoniterstraße 41
55232 Alzey

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10:00 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 16:30 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage: 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 16:30 Uhr