StartRheinhessenHohe Tankpreise und ÖPNV-Ausfälle belasten Rheinhessen

Hohe Tankpreise und ÖPNV-Ausfälle belasten Rheinhessen

Leserbrief von Helmut Schwenk: Wer in Rheinhessen auf das Auto angewiesen ist, kennt das Problem: Für viele Menschen ist der tägliche Weg zur Arbeit, zum Ausbildungsplatz oder zum Arzt ohne eigenes Fahrzeug kaum zu bewältigen. Gerade in einer ländlich geprägten Region wie Rheinhessen sind die Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs nicht überall ausreichend ausgebaut beziehungsweise erschweren die aktuellen Ausfälle im Bereich des Bahnverkehrs sowie des ÖPNV die tägliche Mobilität massiv. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Preise an den Tankstellen scheinbar nach Belieben steigen. Auch hier stellt sich die Frage, wie fair der Wettbewerb an den Zapfsäulen tatsächlich funktioniert. Autofahrerinnen und Autofahrer beobachten regelmäßig deutliche Preisschwankungen innerhalb eines einzigen Tages. Besonders für Berufspendler, die auf dem Heimweg tanken müssen, kann das schnell ins Geld gehen. Wenn mehrere Tankstellen gleichzeitig ihre Preise erhöhen, entsteht zudem der Eindruck, dass der Wettbewerb nur noch eingeschränkt funktioniert.

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Für die Menschen in Rheinhessen ist das keine abstrakte wirtschaftspolitische Debatte

Wer beispielsweise täglich von einem Wohnort im Umland nach Mainz, Bingen, Worms oder in die umliegenden Gewerbegebiete pendelt, spürt jeden zusätzlichen Cent unmittelbar im Portemonnaie. Bei ohnehin hohen Lebenshaltungs- und Energiekosten werden die Fahrtkosten für viele Familien zunehmend zu einer finanziellen Belastung. Natürlich kann nicht jeder Preisunterschied allein den Mineralölkonzernen zugeschrieben werden. Rohölpreise, Steuern, Einkaufskosten und internationale Marktentwicklungen spielen ebenfalls eine Rolle. Gerade deshalb braucht es aber Transparenz darüber, wie sich der Preis an der Zapfsäule tatsächlich zusammensetzt und warum er sich teilweise so rasch verändert.

Geforderter Schutz für Verbraucher und verlässliche Alternativen

Die Politik steht in der Pflicht, genauer hinzusehen und den Wettbewerb konsequent zu schützen. Das Bundeskartellamt muss über ausreichende Instrumente verfügen, um auffälliges Marktverhalten rasch zu untersuchen und gegebenenfalls wirksam zu sanktionieren. Gleichzeitig sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Handlungsmöglichkeiten gezielt nutzen: Preise vergleichen, günstige Tankzeiten – meist in den frühen Abendstunden – wählen und, wo es möglich ist, auch unabhängige Freitankstellen berücksichtigen. Für Rheinhessen gilt: Wer zwingend auf das Auto angewiesen ist, darf nicht zum Spielball eines undurchsichtigen Preiskampfes werden. Mobilität ist für viele Menschen keine Luxusentscheidung, sondern eine Grundvoraussetzung dafür, überhaupt arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Deshalb sollte bei den Tankpreisen endlich wieder der Wettbewerb gelten – und nicht die Frage, wer den Pendler am stärksten zur Kasse bitten kann.

Damit Ausfälle bei der Bahn und Lücken im Busnetz nicht dauerhaft das Auto als einzige Alternative erzwingen, muss auch die öffentliche Verkehrsinfrastruktur dringend stabilisiert werden. Erst wenn Schienen- und Busverbindungen in Rheinhessen wieder pünktlich und verlässlich funktionieren, entsteht für die Menschen eine echte Wahlfreiheit. Bis dahin bleibt eine lückenlose Preistransparenz an den Tankstellen eine unerlässliche Maßnahme, um die finanziellen Belastungen der Pendlerinnen und Pendler zumindest einzudämmen.

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