StartÜberregionalImmer mehr Verordnungen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in RLP

Immer mehr Verordnungen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in RLP

Diagnosen wie Bluthochdruck, die Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkte oder Schlaganfälle bleiben die häufigste Todesursache

Die Zahl der verschriebenen Herz-Kreislauf-Medikamente in Rheinland-Pfalz nimmt weiter zu. Wie eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, wurden Erwerbspersonen im Land im vergangenen Jahr durchschnittlich 129 Tagesdosen an entsprechenden Arzneimitteln verordnet. Im Jahr davor lag der Wert noch bei 125 Tagesdosen.

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Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen weit vorne

Damit belegt Rheinland-Pfalz bei Verordnungen zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems im Ländervergleich einen der vorderen Ränge, lediglich im Saarland sowie in Teilen Ostdeutschlands fallen die Werte noch höher aus.

Auch beim Gesamtverbrauch an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln rangieren die Rheinland-Pfälzer mit durchschnittlich 317 Tagesdosen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 292 Tagesdosen.

Männer benötigen deutlich häufiger Präparate

Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer in Rheinland-Pfalz erhalten mit durchschnittlich 165 Tagesdosen fast doppelt so viele Herz-Kreislauf-Medikamente verschrieben wie Frauen, die auf 87 Tagesdosen kommen.

Häufigste Todesursache im Land

Die hohe Verordnungszahl spiegelt sich auch in den Sterbestatistiken wider. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes starben im Jahr 2024 insgesamt 18.105 Menschen in Rheinland-Pfalz an Krankheiten des Kreislaufsystems. Das entspricht mehr als 35 Prozent aller Sterbefälle im Land. Diagnosen wie Bluthochdruck, die Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkte oder Schlaganfälle bleiben damit die häufigste Todesursache.

Krankenkasse mahnt zu mehr Prävention

Vor diesem Hintergrund fordert die Krankenkasse ein Umdenken. „Die hohe Zahl an Verordnungen und Sterbefällen zeigt die erhebliche Relevanz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Patientinnen und Patienten sowie für das Gesundheitssystem“, erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

Da viele Ursachen in veränderbaren Lebensgewohnheiten liegen, wie etwa fettreicher und zuckerhaltiger Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen oder hohem Alkoholkonsum, spiele die Vorbeugung eine Schlüsselrolle. Neben der medikamentösen Versorgung müssten Aufklärung und die Motivation zu einem gesünderen Lebensstil noch stärker in den Fokus rücken.