StartKreis Groß-GerauZwei Feuerwehrfahrzeuge aus Rüsselsheim für die Ukraine

Zwei Feuerwehrfahrzeuge aus Rüsselsheim für die Ukraine

Die Stadt Rüsselsheim hat ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und einen Einsatzleitwagen an den Verein „Frankfurt for Ukraine“ übergeben

Zwei Feuerwehrfahrzeuge, die in Rüsselsheim über viele Jahre im Einsatz waren, sollen künftig in der Ukraine Menschenleben retten. Oberbürgermeister Patrick Burghardt hat ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 16) und einen Einsatzleitwagen (ELW 1) an den Verein „Frankfurt for Ukraine“ übergeben. Obwohl beide Fahrzeuge aus Alters- und Wirtschaftlichkeitsgründen ausgemustert wurden, sind sie weiterhin fahrbereit und sollen angesichts des anhaltenden Krieges bei der Brandbekämpfung und im Katastrophenschutz eingesetzt werden.

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Feuerwehrfahrzeuge aus Rüsselsheim werden in der Ukraine weiter genutzt

Die beiden Fahrzeuge haben in Rüsselsheim über viele Jahre hinweg ihren Dienst geleistet. Da die Stadt inzwischen moderne Nachfolgemodelle nutzt, wurden sie ausgemustert. Weil die neueren Fahrzeuge durch das Land Hessen gefördert wurden, gelten für die alten Modelle besondere Vorgaben: Sie haben die vorgeschriebene Laufzeit überschritten und dürfen in Hessen nicht mehr als Feuerwehrfahrzeuge angemeldet oder neu zugelassen werden.

Für den Einsatz in der Ukraine sind die Fahrzeuge dennoch weiterhin geeignet. Agneta Becker, Mitglied des Vereins „Frankfurt for Ukraine“ und Mitarbeiterin im Bereich Flüchtlingshilfe der Stadt Kelsterbach, koordinierte den Kontakt. Innerhalb weniger Tage wurde die Übergabe vorbereitet. Bereits am Morgen nach der Übergabe machten sich die beiden Feuerwehrfahrzeuge gemeinsam mit 40 Tonnen Hilfsgütern auf den Weg in den Nordosten der Ukraine.

Hilfe für Einsatzkräfte unter Beschuss

Wie dringend die Unterstützung benötigt wird, berichteten der ukrainische Konsul Taras Zholubak und der Vereinsvorsitzende Jumas Medoff. Demnach steht die Region unter starkem Beschuss und wird bombardiert. Rettungs- und Hilfskräfte müssen ihre Arbeit unter schwierigen Bedingungen und trotz anhaltender Angriffe fortsetzen.

„Wir danken im Namen der Menschen für die Hilfe und die geleistete Unterstützung“, sagte der Konsul.

Oberbürgermeister Patrick Burghardt bekräftigte die Unterstützung der Stadt für die Ukraine: „Seit dem Überfall Russlands stehen wir an der Seite der Ukraine. Auch Kommunen können einen kleinen Beitrag zu mehr Menschlichkeit und Hilfe zum Überleben leisten. Das, was wir in Rüsselsheim tun können, tun wir“.

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Einsatzleitwagen acht Jahre länger genutzt als vorgesehen

Die beiden Fahrzeuge waren über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil der Rüsselsheimer Feuerwehr. Besonders das Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 16, Baujahr 2002, war stark ausgelastet. Während vergleichbare Fahrzeuge bei Freiwilligen Feuerwehren innerhalb einer Dienstzeit von 25 Jahren durchschnittlich rund 2.000 Einsätze absolvieren, wurde das Rüsselsheimer Fahrzeug als Erstangriffsfahrzeug der hauptberuflichen Kräfte wesentlich intensiver genutzt. In Spitzenzeiten kam es auf knapp 800 Einsätze innerhalb eines einzigen Jahres.

Auch der Einsatzleitwagen 1 blieb dank der sorgfältigen Wartung durch die Feuerwehr deutlich länger im Dienst als üblich. Für diese Fahrzeugklasse beträgt die reguläre Dienstzeit in Hessen zwölf Jahre. Der ELW 1 hätte demnach bereits 2018 ersetzt werden können. Durch die kontinuierliche Instandhaltung blieb er jedoch acht Jahre länger im Einsatz. Erst vor Kurzem wurde sein Nachfolger offiziell übernommen.

Burghardt würdigte die Arbeit der Feuerwehr, durch deren Pflege beide Fahrzeuge so lange einsatzfähig geblieben seien. Er sagte: „Hier in Hessen ist ihr Dienst unwiderruflich vorbei – aber in der Ukraine werden diese Fahrzeuge zu echten Hoffnungsträgern auf vier Rädern. Sie gehen genau dorthin, wo sie im Angesicht des anhaltenden Krieges dringend gebraucht werden, um Menschenleben zu retten.“

Weitere Unterstützung durch Spenden geplant

Neben der Fahrzeugübergabe unterstützt die Stadt nach eigenen Angaben auch die Initiative „Holger & Friends“, die sich ebenfalls für Hilfsprojekte engagiert. Zudem möchte Rüsselsheim dem Verein „Frankfurt for Ukraine“ dabei helfen, vorübergehende Annahmestellen für Spenden in der Stadt zu finden.

Benötigt werden unter anderem abgelaufene Erste-Hilfe-Kästen sowie Kerzenreste, aus denen sogenannte Grabenkerzen hergestellt werden können. Diese sollen in der Ukraine zumindest vorübergehend Licht und Wärme spenden. Sobald eine entsprechende Sammelaktion geplant ist, will die Stadt darüber informieren.

Vereinsvorsitzender Jumas Medoff erklärte: „Wir sammeln Dinge, die in Deutschland nicht mehr eingesetzt oder verwendet werden und schenken ihnen in der Ukraine ein zweites Leben.“