Ein Anwohner aus Gustavsburg macht seinem Ärger Luft: Der Parkplatz in Gustavsburg an der Ecke Hermann-Löns-Allee und Pestalozzistraße soll regelmäßig Schauplatz für nächtliche Umladeaktionen und seltsame Gestalten sein.
Für die direkten Nachbarn scheint der angrenzende Parkplatz am ehemaligen Bürgerhaus in Gustavsburg zunehmend zur Belastungsprobe zu werden. In den sozialen Medien und gegenüber der Redaktion von BYC-News schildert ein Anwohner, der aus Sorge vor Repressalien anonym bleiben möchte, besorgniserregende Beobachtungen. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden herrsche auf dem Areal reger Betrieb, der die nächtliche Ruhe massiv störe.
Umladeaktionen ausländischer Kleinspeditionen
Nach Angaben des Betroffenen dient der Parkplatz in Gustavsburg als inoffizieller Umschlagplatz für Kleintransporter. Die Vorgehensweise sei dabei meist identisch: Transporter mit ausländischen Kennzeichen – häufig aus Polen oder Bulgarien – stellen sich Heck an Heck auf. Bei geöffneten Türen werden Waren von einem Fahrzeug in das andere geladen. Der dabei entstehende Lärm durch das Hantieren mit den Gütern und das Schlagen der Türen raube den Anwohnern regelmäßig den Schlaf.
Doch nicht nur Pakete werden dort scheinbar umgeschlagen
Auch Autohändler scheinen den Platz für sich entdeckt zu haben. „Es werden regelmäßig Fahrzeuge, die optisch wie Schrott wirken, dort abgestellt“, berichtet der Anwohner. Kurze Zeit später würden diese in den Nachtstunden auf Autotransporter aufgeladen und abtransportiert.
Dubiose Gestalten und weggeworfene Rucksäcke
Über die Lärmbelästigung hinaus berichtet der Anwohner von Vorfällen, die bei ihm ein ungutes Gefühl hinterlassen. In den letzten Wochen habe er mehrfach Personen beobachtet, die mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen auf dem Parkplatz in Gustavsburg Rucksäcke durchsuchten. Dabei seien immer wieder Gegenstände achtlos ins Gebüsch geworfen worden. Als er einmal aus dem Fenster rief, um auf sich aufmerksam zu machen, seien die Gestalten fluchtartig von der Örtlichkeit weggerannt.
Resignation gegenüber Behörden
Trotz der massiven Störungen hat der Mann bisher weder die Stadtverwaltung noch die Polizei informiert. Gegenüber unserer Redaktion begründete er dies mit einer gewissen Resignation: Es würde „sowieso nichts bringen“. Zudem scheut er den bürokratischen Aufwand und mögliche Konsequenzen, sollte sein Name bekannt werden. Er hofft jedoch, dass durch die öffentliche Berichterstattung die Stadt aufmerksam wird und regelmäßige Kontrollen auf dem Parkplatz in Gustavsburg durchführt, um die Sicherheit und Ruhe im Wohngebiet wiederherzustellen.
Stellungnahme der Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Auf Anfrage unserer Redaktion teilt die Stadtverwaltung mit, dass ihr derartige Vorgänge auf dem Parkplatz am Bürgerhaus in Gustavsburg bislang nicht bekannt gewesen seien.
Grundsätzlich diene der Parkplatz ausschließlich dem Abstellen von Kraftfahrzeugen. Eine gewerbliche Nutzung – gleich welcher Art – sei dort zu keiner Zeit zulässig.

Nach Angaben der Stadt gehört der Parkplatz bereits routinemäßig zum Streifengebiet der Stadtpolizei sowie der Landespolizei. Vor dem Hintergrund der nun erstmals geschilderten Vorfälle sollen die Kontrollen in dem betreffenden Bereich jedoch intensiviert werden.
Bürgerinnen und Bürger hätten jederzeit die Möglichkeit, Hinweise an die Landespolizei oder das Ordnungsamt zu deren jeweiligen Erreichbarkeitszeiten zu melden. Sofern Mitteilungen aus Gründen des Eigenschutzes vertraulich erfolgen sollen, könne dies im Rahmen einer telefonischen Kontaktaufnahme ausdrücklich angesprochen werden.
Ordnungsamt und Polizei appellieren eindringlich an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen stets direkt den zuständigen Behörden zu melden. Man wäre zudem dankbar, wenn sich der betroffene Anwohner bei erneuten Vorfällen unmittelbar an Ordnungsamt oder Polizei wenden würde. Absolute Vertraulichkeit werde dabei selbstverständlich gewährleistet.
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