Kreuzstraße in Mombach – In der Sitzung des Ortsbeirats Mombach am 29. Januar 2026 ist ein alter Streit neu entbrannt. Auf Antrag der SPD-Fraktion soll die Verwaltung Parkplätze in der Kreuzstraße ausweisen – dort, wo seit 2015 ein durchgängiger Fahrradschutzstreifen für Sicherheit sorgt. Die Mombacher GRÜNEN reagieren fassungslos und warnen vor drastischen Folgen für die Schulwegsicherheit der Pestalozzischule.
Die politische Kehrtwende beim Thema Kreuzstraße in Mombach
Noch im Jahr 2015 stimmte eine Mehrheit aus SPD und GRÜNEN für die Schaffung des Fahrradschutzstreifens in der Kreuzstraße. Zehn Jahre später scheint die SPD ihre Position geändert zu haben.
Ansgar Helm-Becker, langjähriges Mitglied im Ortsbeirat Mombach, kritisiert diesen Vorstoß scharf: „In Mainz ist der Radverkehr in den letzten Jahren stark gestiegen, was auch die aktuelle Mobilitätsbefragung aus dem Jahr 2023 zeigt. Der Rad- und Fußverkehr gewinnt an Bedeutung, deshalb muss das Sicherheitsbedürfnis von schwächeren Verkehrsteilnehmern auch stärker in den Mittelpunkt rücken. Dass auf Initiative der SPD diese Interessen vom Tisch gewischt werden sollen, ist ein Schlag gegen die Sicherheitsinteressen der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen.“
Gefahr für Schulkinder und Barrierefreiheit
Das Hauptproblem der geplanten Umgestaltung liegt in der Verlegung des Radverkehrs. Um Platz für parkende Autos zu schaffen, müssten Radfahrer künftig den Gehweg nutzen. Dieser ist jedoch bereits hochfrequentiert, insbesondere durch Gruppen der Pestalozzischule, die den Weg zum Hort der Kita Mombach West nutzen.
Katrin Eder, Mombacherin und Spitzenkandidatin der GRÜNEN für die Landtagswahl 2026, findet deutliche Worte: „Ein breiter Gehweg von mindestens 1,50m ist nicht nur das rechtlich geltende Maß, sondern auch aus Gründen der Barrierefreiheit und der Schulwegesicherheit wichtig. Essentiell ist zudem ein unverstellter Blick in den Straßenraum – selbstverständlich auf Höhe der Kinderaugen. Radverkehr auf dem Gehweg würde mobilitätseingeschränkte Menschen ebenso wie die Kinder auf dem Gehweg beeinträchtigen und auch für die Radfahrenden Gefährdungen bedeuten. Deshalb bin ich fassungslos, dass im Antrag des Ortsbeirats wieder nur der Blick aus der Windschutzscheibe zählt und die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer diesem geopfert werden soll.“
Hintergrund: Warum der Radweg auf die Straße kam
Die Entscheidung von 2015 war kein Zufall, sondern eine Reaktion auf massive Sicherheitsprobleme. Vor der Umgestaltung kam es in der Kreuzstraße jährlich zu 30 bis 40 Fahrradunfällen, oft verursacht durch zu schmale Wege und sogenannte „Dooring-Unfälle“ (Kollisionen mit sich öffnenden Autotüren).
Ein Gerichtsurteil hatte zudem die Radwegebenutzungspflicht auf Gehwegen stark eingeschränkt, wenn diese nicht die erforderliche Breite aufweisen. Eder und Helm-Becker betonen abschließend: „Wir werden nicht zulassen, dass in der Verkehrsinfrastruktur der Weg in die Moderne zurückgedreht wird für eine autogerechte Stadt der 60er Jahre, die weniger Sicherheit für Radfahrende und Kinder bedeutet.“




