StartSportWarum Chris Jericho die AEW der WWE vorzieht

Warum Chris Jericho die AEW der WWE vorzieht

Der erste World Champion spricht offen über seine Vertragsverlängerung, das Interesse des Marktführers und seine tiefe persönliche Bindung zu Tony Khans Projekt

Chris Jericho hat erstmals ausführlich darüber gesprochen, warum er sich nach dem Ablauf seines bisherigen Vertrages erneut für All Elite Wrestling und gegen eine Rückkehr zu World Wrestling Entertainment entschieden hat. Im Gespräch mit Beef Vegan bei Rock 102.1 KFMA räumte der 55-jährige Veteran offen ein, dass er vor seiner endgültigen Entscheidung verschiedene lukrative Möglichkeiten abgewogen habe. Während seiner längeren TV-Auszeit war sein altes Arbeitspapier ausgelaufen, was ihn offiziell zu einem Free Agent machte.

In dieser Phase brodelte die Gerüchteküche gewaltig, und viele Fans sowie Experten rechneten mit einem letzten großen Run beim Marktführer, wo der Kanadier einen Großteil seiner legendären Karriere verbracht und unzählige World Championships gewonnen hatte. Er stellte jedoch klar, dass diese vertragslose Zeit nicht mit einem tatsächlichen Abschied von AEW gleichzusetzen gewesen sei, da unmittelbar danach eine neue Vereinbarung erzielt wurde.

Das besondere Band zu All Elite Wrestling

Letztlich gab ein ganz bestimmter emotionaler Faktor den entscheidenden Ausschlag. Die Bedeutung, die AEW für ihn persönlich besitzt, lasse sich schlichtweg nicht mit seiner erfolgreichen Vergangenheit bei der WWE vergleichen. Er erinnerte im Interview daran, dass er Anfang 2019 zu den allerersten und wichtigsten Verpflichtungen der damals völlig neu gegründeten Promotion gehörte. Durch seine Unterschrift verlieh er dem mutigen Projekt sofortige Glaubwürdigkeit und weltweite Aufmerksamkeit.

Als erster AEW World Champion der Geschichte übernahm er in der kritischen Aufbauphase eine zentrale Führungsrolle und half maßgeblich dabei, den wichtigsten Titel der Liga zu etablieren. Die WWE habe schon lange vor seinem Debüt existiert und werde auch nach seinem Karriereende nahtlos weiterbestehen. All Elite Wrestling hingegen hätte es vor seiner Beteiligung in dieser Form nicht gegeben, weshalb er sich der Entwicklung dieses Unternehmens auf einer viel persönlicheren Ebene verbunden fühle.

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Das Vertrauen von Tony Khan

Diese tiefe Verbundenheit wird auch von der Chefetage der Promotion erwidert. Bereits Anfang April hatte AEW-Präsident Tony Khan öffentlich bestätigt, dass sein Topstar als Free Agent zwischen mehreren extrem attraktiven Optionen wählen konnte, aber früh signalisiert habe, dem Projekt treu bleiben zu wollen. Seine gefeierte Rückkehr in Winnipeg sei bereits lange im Voraus vorbereitet worden. Parallel zu diesen Verhandlungen kursierten Berichte über ein starkes Interesse der WWE und eine finanzstarke Offerte seitens AEW.

Im aktuellen Interview stellte Chris Jericho jedoch nicht das Geld, sondern explizit seine enge Bindung zur Company und die hervorragende Zusammenarbeit mit Tony Khan in den Vordergrund. Er arbeite wahnsinnig gerne für den AEW-Präsidenten und sei mit der kreativen sowie wirtschaftlichen Entwicklung der Promotion absolut zufrieden. Anders als in den Anfangsjahren müsse er die Liga heute nicht mehr im Alleingang als größtes Aushängeschild tragen, sondern könne gezielter in spannenden Storylines gegen Leute wie Ricochet oder Tommaso Ciampa eingesetzt werden, was ihm zuletzt wieder enorm viel Freude bereitet habe.

Ein endgültiger Abschied von der WWE?

Dass das Kapitel WWE für alle Zeiten komplett geschlossen ist, lässt sich aus den neuen Aussagen des Superstars allerdings nicht zwingend ableiten. Seine langjährige und extrem erfolgreiche Geschichte bleibt ein unumstößlicher Teil seines Vermächtnisses. Spätestens nach dem Ende seiner aktiven In-Ring-Karriere erscheint ein späterer Auftritt für besondere Anlässe, wie beispielsweise eine Hall-of-Fame-Aufnahme, weiterhin absolut im Bereich des Möglichen. Jericho vermied es in dem Gespräch ganz bewusst, die WWE in irgendeiner Form negativ darzustellen. Vielmehr verdeutlichte er den elementaren Unterschied zwischen den beiden Wrestling-Giganten aus seiner rein persönlichen Perspektive. Das unvergleichliche Gefühl, etwas völlig Neues von Grund auf mit aufgebaut zu haben, war für den langjährigen Champion am Ende schlichtweg reizvoller als die nostalgische Rückkehr in vertraute Gefilde.