Die Unterschriften sind getrocknet, der Vertrag ist unterschrieben: Ab Dienstag, 1. März, wird das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Notarztstandort Ingelheim betreiben. Damit einher geht die Dienstplanung für das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), das seit Beginn des Jahres von 7 bis 19 Uhr im Einsatz ist.


Landrätin Dorothea Schäfer dazu

„Ich bin sehr froh, dass wir als Rettungsdienstbehörde mit dem DRK einen kompetenten und zuverlässigen Partner gefunden haben, der viel Erfahrung als Betreiber von Notarztstandorten hat“, sagt Landrätin Dorothea Schäfer in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem DRK: „Unser Ziel, den Notarztstandort zunächst langfristig zu sichern, ist damit erreicht.“

Für das Deutsche Rote Kreuz sagt Uwe Frohn, Abteilungsleiter Rettungsdienst im DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz: „Mit der bereits bestehenden DRK-Rettungswache, den Notfall- und Rettungssanitäterinnen und -sanitätern der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe GmbH sowie dem neuen Notarztstandort können wir als DRK zum Wohle der hiesigen Bevölkerung jetzt alles gut aus einer Hand anbieten.“

Notarztversorgung nur ein Teil des Gesamtkomplexes

„Die Notfallversorgung im Landkreis Mainz-Bingen ist nach wie vor sehr gut – auch in der Nacht“, sagt sie. Sie verweist erneut darauf, dass die Notarztversorgung nur ein Teil des Gesamtkomplexes „Rettungsdienstliche Versorgung“ ist. Auch das nicht-ärztliche Personal, Rettungs- und vor allem Notfallsanitäter, hat demnach einen erheblichen Anteil an der Versorgung von Notfallpatienten auf höchstem Niveau. Diese Versorgung ist durch die Rettungswache Ingelheim rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche stets gesichert.

„Die Qualifikation des nicht-ärztlichen Personals wurde in der Vergangenheit insbesondere durch die Schaffung des neuen Berufsbildes Notfallsanitäter nochmals deutlich verbessert“, fügt der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Guido Scherer, hinzu. Sogenannte medizinische Standardarbeitsanweisungen würden exakte rettungsdienstliche Schritte beschreiben, die von den Notfallsanitätern angewandt werden, um sofort lebensrettend tätig zu werden. Es sei keineswegs so, dass Menschen in Not – wie zum Teil befürchtet – 20 Minuten oder länger ohne Versorgung auf einen Notarzt warten müssten. Im Durchschnitt sind es im Rettungsdienstbereich Rheinhessen auch ab März weniger als acht Minuten, bis der Notarzt vor Ort ist: „Wenn der Notarzt kommt, sind in der Regel die lebensrettenden Schritte alle schon eingeleitet“, sagt Dr. Scherer: „Und zwar völlig unabhängig davon, wie weit ein Standort entfernt ist.“

Dynamisches Flottenmanagement sorgt für Flexibilität

Zudem sorge das sogenannte „dynamische Flottenmanagement“ dafür, dass jeweils das NEF zu einem Notfall beordert werde, das zu diesem Zeitpunkt dem Patienten am nächsten ist. „Das muss nicht abhängig vom Standort sein, weil die Notarzteinsatzfahrzeuge häufig auch in der Region unterwegs sind.“ Darüber hinaus gibt es in den erwähnten Standardarbeitsanweisungen eine sogenannte „Rendezvous-System“. Dabei wird ein dringender Transport eines Notfallpatienten in eine Klinik schon vom Notfallsanitäter im Rettungswagen begonnen, der Notarzt kommt diesem entgegen und steigt dann in den Rettungswagen zu – Verfahren, die nicht nur im Rettungsdienstbereich Rheinhessen, sondern landesweit im Rettungs- und Notarztdienst angewandt werden.