StartMainzStruktureller Wandel bei Biontech: Ungewissheit über Ausmaß

Struktureller Wandel bei Biontech: Ungewissheit über Ausmaß

Abbau von Außenwerken betrifft IT, Einkauf und HR an der Goldgrube

Die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen beim Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech werfen neue Fragen bezüglich der langfristigen Zukunft des Stammsitzes auf.

Nachdem das Management im Mai die Schließung der Produktions- und Forschungsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg, Wiesbaden und Tübingen bis zum Ende des Jahres 2027 bekannt gegeben hatte, rücken nun die organisatorischen Verflechtungen mit der Konzernzentrale in Mainz in den Fokus.

Innerhalb der Belegschaft sorgt die anhaltende Unklarheit über die operativen Details für wachsende Verunsicherung.

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Enge Verzahnung mit den Schließungsstandorten bei Biontech

Obwohl die Unternehmensleitung betont, dass die Mainzer Zentrale an der Goldgrube formal von den Standortschließungen ausgenommen bleibt, zeichnen sich indirekte Effekte ab. Viele Abteilungen am Hauptsitz arbeiten standortübergreifend.

Dies betrifft insbesondere administrative Bereiche wie die IT-Infrastruktur, den Einkauf, das Personalwesen sowie vorbereitende und unterstützende Forschungsaktivitäten, die direkt für die Zulieferung und Betreuung der Außenwerke zuständig sind.

Mit der schrittweisen Einstellung des Betriebs in der Fläche fallen diese Schnittstellen und Aufgabenbereiche weg. In welchem Umfang dieser strukturelle Rückbau zu einem Abbau von Arbeitsplätzen oder zu Versetzungen innerhalb der Mainzer Zentrale führen wird, ist derzeit noch Gegenstand von internen Prüfungen.

Ein parallel laufendes Effizienzprogramm, das planmäßig bis 2027 abgeschlossen sein soll, überschneidet sich mit den neuen Maßnahmen und erschwert eine präzise Prognose.

Rückbau der Werke wird wahrscheinlicher

Zusätzliche Diskussionen haben Informationen über den aktuellen Stand der Werksabwicklungen ausgelöst.

Berichten zufolge befasst sich das Biontech-Management im Rahmen der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen intensiv mit den rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für einen vollständigen Rückbau der betroffenen Standorte. Dabei steht die Verwertung und der Rückbau kompletter Laboreinrichtungen im Vordergrund.

In den betroffenen Kommunen wird die Entwicklung kritisch verfolgt; die lokalen Mandatsträger und die Landesregierungen in Mainz und Stuttgart haben eigene Arbeitsgruppen initiiert, um nach potenziellen Investoren zu suchen und das spezialisierte Fachpersonal in den Regionen zu halten.

Transfer und Einführung einer Transformationsprämie

Ein weiterer Faktor für die künftige Ausrichtung des Mainzer Standorts ist das personelle Verhältnis zu dem neuen Forschungsunternehmen, das von den Biontech-Gründern Uğur Şahin und Özlem Türeci im Zuge ihres angekündigten Rückzugs aufgebaut wird.

Da ein Teil der frühen mRNA-Forschung in die Neugründung übergehen soll, wird in Branchenkreisen mit dem Wechsel von mehreren hundert Fachkräften und Wissenschaftlern gerechnet. Da der Großteil der rund 3.000 Biontech-Forscher in Mainz ansässig ist, betrifft dieser Wissenstransfer die Zentrale direkt.

Um den laufenden Betrieb während dieser Übergangsphase zu sichern und eine unkontrollierte Abwanderung von Schlüsselkräften zu verhindern, hat die Unternehmensleitung mit dem Konzernbetriebsrat ein finanzielles Anreizsystem vereinbart.

Kern dieser Vereinbarung ist eine Transformationsprämie, die über ein Punktesystem ermittelt wird und für essenzielle Mitarbeiter bis zu 20 Prozent des jährlichen Bruttogehaltes betragen kann.

Zudem wurde ein Sonderbonus für Beschäftigte ausgelobt, die durch den Rückbau der anderen Standorte vorübergehend eine erhebliche Mehrleistung erbringen müssen.

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