Das Staatstheater Mainz ist vom Fachmagazin „Opernwelt“ zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt worden. 40 Kritikerinnen und Kritiker beteiligten sich in diesem Jahr an der traditionellen Umfrage. Das Ergebnis wurde nun im Jahrbuch des Magazins veröffentlicht.
Für das Staatstheater Mainz ist die Auszeichnung eine besondere Anerkennung, da die Bühne im Vergleich zu den Opernhäusern, die in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Titel ausgezeichnet wurden, deutlich kleiner ist und als Mehrspartenhaus arbeitet.
Auszeichnung für die Saison 2025/26
Die Ehrung bezieht sich auf die Leistungen des europäischen Musiktheaters in der Spielzeit 2025/26. Am Staatstheater Mainz stand die Saison unter dem Motto „Denn wovon lebt der Mensch“.
Auf dem Spielplan standen unter anderem Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“, die Uraufführung „Der Chronoplan“ von Julia Kerr, Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“, Missy Mazzolis „Breaking the Waves“ und Giuseppe Verdis „Falstaff“.
Auch „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht, Rossinis „La Cenerentola“, Mozarts „Die Zauberflöte“, Georg Kreislers „Heute Abend: Lola Blau“ sowie die Kinderproduktion „Picobello, Ahoi!“ gehörten zum Musiktheaterprogramm.
Opernwelt lobt Spielplan und Inszenierungen
Jürgen Otten, Chefredakteur der „Opernwelt“, bezeichnete die vergangene Spielzeit des Mainzer Staatstheaters als „Wunder von Mainz“. In seiner Begründung hob er insbesondere die Qualität des Programms und dessen politische Ausrichtung hervor.
Auch die Auswahl mehrerer Werke jüdischer Komponisten des 20. Jahrhunderts wird in der Begründung genannt. Dazu gehören Korngolds „Die tote Stadt“, Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ sowie Julia Kerrs „Der Chronoplan“, der in Mainz als szenische Uraufführung auf die Bühne kam.
Darüber hinaus würdigte Otten die unterschiedlichen Regiehandschriften der Spielzeit. Als weitere Beispiele nennt er unter anderem „Falstaff“ und die Inszenierung von Mazzolis „Breaking the Waves“.
Glückwünsche aus der Landesregierung
Kulturminister Sven Teuber gratulierte dem Staatstheater Mainz und seinem Team zur Auszeichnung. „Ich gratuliere Markus Müller und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu dieser sensationellen Ehrung! Das Staatstheater Mainz wird damit einmal mehr zum Botschafter für Rheinland-Pfalz und strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus – als exzellentes Opernhaus und unglaublich erfolgreiches Theater. In Zeiten, in denen die Kunstfreiheit politisch angegriffen wird, ist eine so starke und souveräne Bühne auch gesellschaftlich wichtig, wir brauchen solche lebendigen demokratischen Begegnungs- und Austauschorte dringend“, betont Kulturminister Sven Teuber.
Auch Kulturstaatssekretär und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Denis Alt gratulierte dem Theater. Er verwies insbesondere auf den Spielplan, das Ensemble und das Engagement des Teams.
„Ein kluger Musiktheaterspielplan, ein tolles Ensemble und ein hochengagiertes Team werden mit dieser Wahl zum Opernhaus des Jahres zurecht gewürdigt – die Opernsaison 2025/26 war in jeder Hinsicht eindrucksvoll: vielfältig, mitreißend und berührend mit Produktionen wie Der Chronoplan, Breaking the Waves, Die tote Stadt, um nur einige herausragende Abende zu nennen. Meine herzlichen Glückwünsche zu diesem großartigen Erfolg gehen an Markus Müller und all seine Kolleginnen und Kollegen. Wir sind sehr stolz auf unser Staatstheater in der Landeshauptstadt!“
Markus Müller dankt dem gesamten Team im Staatstheater Mainz
Intendant Markus Müller zeigte sich angesichts der Auszeichnung überrascht und betonte insbesondere die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Hauses.
„Eine solche Auszeichnung zu erhalten, ist absolut überwältigend. Wir alle sind glücklich und völlig euphorisch. Und wir können es kaum begreifen“, sagt Müller, „denn im Vergleich mit den bisherigen Häusern, die in den letzten Jahrzehnten von der Opernwelt zum Opernhaus des Jahres gekürt wurden, sind wir ja doch viel kleiner und verfügen über sehr viel weniger Mittel…! Wenn wir trotzdem sensationeller Weise auf einem so hohen europäischen Niveau ausgezeichnet werden, liegt das an dem unfassbar leidenschaftlichen, kompetenten und engagierten Team hier – und damit meine ich neben den Kolleginnen der Opernsparte und den Künstlerinnen auf der Bühne ausdrücklich alle Mitarbeitenden dieses tollen Theaters, sei es in den Werkstätten, in der Technik, dem Betriebsbüro, der Kommunikation usw. Mein Glückwunsch und riesiger Dank geht also in das gesamte Haus – namentlich aber natürlich an unsere Opernchefdramaturgin Sonja Westerbeck, den Leiter des Opernbetriebs und Castingdirektor Michael Nelle und an unseren Generalmusikdirektor Gabriel Venzago.“
Müller betonte außerdem die inhaltliche Ausrichtung der vergangenen Spielzeit im Staatstheater Mainz. Mit Werken wie „Der Chronoplan“, „Der Kaiser von Atlantis“, „Die tote Stadt“ und „Heute Abend: Lola Blau“ habe der Spielplan einen politischen Anspruch verfolgt.
„Ich finde es bemerkenswert und ein wichtiges Signal der Kritikerinnen und Kritiker, dass wir für eine Saison ausgezeichnet werden, in der der Opernspielplan mit Werken wie unter anderen Der Chronoplan, Kaiser von Atlantis, Die tote Stadt und Heute Abend: Lola Blau dezidiert und kräftig einen politischen Anspruch formuliert und einen entsprechenden dramaturgischen Bogen spannt. Dass diese komplexen Stoffe zudem in Mainz auf eine so eindrucksvolle Nachfrage gestoßen sind, sagt etwas über unser großartiges Publikum, auch dafür sind wir sehr dankbar“, betont Markus Müller.
Das Staatstheater Mainz reiht sich in bekannte Reihe ein
Mit der Auszeichnung reiht sich das Staatstheater Mainz in eine Reihe bekannter europäischer Opernhäuser ein. In den vergangenen Jahrzehnten ging der Titel unter anderem an Bühnen in Zürich, Frankfurt, Genf, Lyon, Stuttgart, München und Brüssel.
Die Auszeichnung für Mainz bezieht sich auf die Spielzeit 2025/26 und würdigt damit die musikalischen, künstlerischen und programmatischen Leistungen des Staatstheaters in dieser Saison.







