StartMainzMainzer Oktoberfest wegen fehlender Genehmigung auf der Kippe

Mainzer Oktoberfest wegen fehlender Genehmigung auf der Kippe

Die Stadt Mainz sieht die erforderlichen Voraussetzungen für die Veranstaltung derzeit nicht erfüllt

Das Mainzer Oktoberfest soll vom 8. bis 25. Oktober 2026 auf dem Messegelände in Hechtsheim stattfinden. Ob die Veranstaltung wie geplant durchgeführt werden kann, ist nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit jedoch offen. Das für das Fest vorgesehene Zelt sei auf Grundlage der aktuellen Gegebenheiten nicht genehmigungsfähig, erklärt Baudezernent Ludwig Holle. Wie BYC-News 2025 berichtete, gab es bereits im vergangenen Jahr rund um das Mainzer Oktoberfest Sicherheitslücken.

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Baugenehmigung für Festzelt beim Mainzer Oktoberfest fehlt

Das Oktoberfest wird nach Angaben der Stadt jährlich von rund 40.000 bis 60.000 Menschen besucht. Für die geplante Durchführung müsse daher insbesondere die sichere Nutzung des Festzeltes gewährleistet sein.

Bei dem Festzelt handelt es sich nach Angaben der Stadt um eine baugenehmigungspflichtige Anlage. Für das im Jahr 2010 genutzte Festzelt war damals eine Baugenehmigung erteilt worden. Diese war aufgrund des zunächst vorgesehenen temporären Charakters bis 2017 befristet.

Seitdem verfüge das Festzelt über keine Baugenehmigung mehr, erklärt die Stadt. Bei den vergangenen Veranstaltungen habe die Betreiberin dem Bauamt jeweils fachliche Gutachten zu Fragen des Brandschutzes und der Standsicherheit vorgelegt.

Nach Prüfung dieser Unterlagen und entsprechenden Ortsbegehungen sei die Stadt in den jeweiligen Einzelfällen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine gefahrlose Nutzung unter bestimmten Auflagen und Bedingungen möglich gewesen sei. Eine Untersagung sei deshalb jeweils nicht als angemessen angesehen worden.

Notwendige Unterlagen für 2026 fehlen

Für die Veranstaltung im Jahr 2026 seien dem Bauamt nach Angaben der Stadt bislang jedoch nicht die notwendigen Unterlagen vorgelegt worden, die eine aktuelle und abschließende Beurteilung ermöglichen würden.

Eine Baugenehmigung sei zwar im Frühjahr 2026 beantragt worden. Die im Verfahren erforderlichen Nachweise seien anschließend jedoch nicht eingereicht worden. Nach Darstellung der Stadt sei der Antrag deshalb nach den gesetzlichen Vorgaben als zurückgenommen anzusehen.

Die Stadt weist darauf hin, dass es Aufgabe der Betreiberin sei, rechtzeitig eine Baugenehmigung zu beantragen und die dafür notwendigen Unterlagen einzureichen. Dies sei trotz mehrfacher Aufforderungen durch das Bauamt nicht vollständig erfolgt.

Festzelt wurde offenbar an anderer Stelle aufgebaut

Erschwerend kommt nach Angaben der Stadt hinzu, dass das Festzelt inzwischen kurzfristig in veränderter Form und an einem anderen Standort auf dem Messegelände aufgestellt worden sei. Auch dafür liege keine Baugenehmigung vor.

Damit könne das Bauamt derzeit keine fachkundige abschließende Einschätzung zur sicheren Benutzbarkeit des Zeltes abgeben. Baudezernent Ludwig Holle betont die Bedeutung der Sicherheitsanforderungen angesichts der erwarteten Besucherzahl und teilt mit: „Auf Basis der aktuellen Gegebenheiten ist das Oktoberfest 2026 im geplanten Festzelt nicht zulässig.“

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Stadt verweist auf Brandschutz und Standsicherheit

Nach Angaben der Stadtverwaltung sei eine sichere Durchführung der Veranstaltung grundsätzlich weiterhin möglich. Voraussetzung sei allerdings, dass ein Festzelt aufgestellt werde, das die baurechtlichen Anforderungen erfüllt. Dabei gehe es insbesondere um Brandschutz und Standsicherheit.

Holle erklärt: „Die Möglichkeit, dass das Mainzer Oktoberfest noch stattfinden kann, ist durchaus weiterhin gegeben. Dafür ist jedoch zwingend erforderlich, ein Festzelt zu stellen, welches den baurechtlichen Anforderungen – insbesondere hinsichtlich der Belange des Brandschutzes und der Standsicherheit – entspricht. Diese Grundprämissen sehen wir zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gegeben.“

Die Stadt verweist in ihrer Mitteilung zudem auf das Brandunglück in einer Bar im Schweizer Ort Crans-Montana und hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Einhaltung und Überwachung sicherheitsrelevanter Bauvorschriften hervor.

Veranstalter und Stadt stehen weiter im Austausch

Die Stadtverwaltung betont gleichzeitig, dass sie grundsätzlich ein Interesse an der Durchführung des Mainzer Oktoberfestes habe. Angesichts der hohen Besucherzahl müsse die Sicherheit der Veranstaltung jedoch gewährleistet sein.

Holle sagt dazu: „Wir begrüßen die traditionelle Veranstaltung außerordentlich – und würde uns über eine Durchführung freuen. Dazu muss aber die oberste Prämisse vorab zwingend garantiert sein: Die Sicherheit der Veranstaltung – in jeglicher Hinsicht.“

Nach aktuellem Stand könne die Stadt die sichere Nutzung des vorgesehenen Festzeltes allerdings nicht bestätigen. Holle stellt deshalb fest: „Daher muss ich feststellen, dass das Oktoberfest 2026 Stand heute nicht stattfinden kann.“

Gleichzeitig laufen die Gespräche mit dem Veranstalter weiter. Die Stadt will diesem nach eigenen Angaben weiterhin die Möglichkeit geben, die erforderlichen Voraussetzungen nachzuweisen. „Aber wir stehen auch aktuell noch mit dem Veranstalter im engen Austausch, um ihm auch jetzt noch die Möglichkeit zu geben, nachzuweisen, dass er eine sichere Veranstaltung durchführen kann“, so Holle.

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