Lautstarker Protest mitten in der Mainzer Innenstadt: Am Samstag sind rund 100 Pflegekräfte durch die Landeshauptstadt gezogen, um erneut gegen die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zu demonstrieren. Die Teilnehmenden machten mit Plakaten und Sprechchören deutlich, dass der Unmut über Zwangsmitgliedschaft und Beitragszahlung in der Berufsgruppe weiterhin anhält.
Hohe Aufmerksamkeit für den Protest gegen die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz
Durch das Zusammentreffen mit dem parallelen Stadtpublikum, bedingt durch Weinmarkt und das erste Heimspiel der Saison von Mainz 05, zog der Demonstrationszug viel Aufmerksamkeit auf sich.
Neben zahlreichen betroffenen Pflegekräften schlossen sich auch Vertreter aus der Politik und von Verbänden dem Protest an, darunter Julia Stange (Die Linke) sowie Kai Boeddinghaus vom Bundesverband für freie Kammern (BffK).
Ebenfalls vor Ort war die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp. Sie trat zwar nicht als Rednerin auf, nutzte die Gelegenheit jedoch für direkte Gespräche mit den Demonstranten am Rande der Strecke.
Verhärtete Fronten vor dem Kammergebäude
Zum emotionalen Höhepunkt kam es beim Kundgebungsende direkt vor dem Sitz der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.
Dort traten die verhärteten Positionen zwischen Gegnern und Befürwortern der Kammer deutlich zu Tage. Wortbeiträge der Demonstranten wurden von Befürwortern der Einrichtung lautstark unterbrochen; im Verlauf der Kundgebung kam es zu verbalen Auseinandersetzungen und gegenseitigen Anfeindungen, spätere Gesprächsversuche zwischen den Lagern brachten nur teilweise Annäherungen.
Die Organisatoren zogen ein positives Fazit der Demonstration, denn der Protest habe gezeigt, dass die Diskussion um die Sinnhaftigkeit und Ausgestaltung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz vor der anstehenden Mitgliedervotum im späten Verlauf des Jahres 2026 keineswegs verstummt ist.






