StartÜberregionalLandtagswahlen: Linke siegt in Berlin, AfD in Mecklenburg-Vorpommern

Landtagswahlen: Linke siegt in Berlin, AfD in Mecklenburg-Vorpommern

Die Wahllokale sind geschlossen, und die ersten Hochrechnungen zeichnen ein deutliches Bild des Wählerwillens

Die Landtagswahlen an diesem Sonntag (20. September 2026) liefern ein politisches Erdbeben mit weitreichenden Signalen für die gesamte Bundesrepublik. Bei den Abstimmungen zum Berliner Abgeordnetenhaus sowie zum Landtag in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine historische Verschiebung der Machtverhältnisse ab.

Während Die Linke in der Bundeshauptstadt ein fulminantes Comeback feiert und stärkste Kraft wird, setzt sich im Nordosten die AfD in einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen durch.

Die Wahllokale sind geschlossen, und die ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF zeichnen ein deutliches Bild des Wählerwillens. Begleitet von einer bemerkenswerten Zunahme der Wahlbeteiligung auf rund 75 Prozent sendet die Wählerschaft in beiden Bundesländern ein klares Signal des Protests gegen die bisherige Regierungsarbeit.

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Sensation in Berlin: Die Linke feiert Wiederauferstehung

In Berlin kam es zu einem politischen Umschwung, den vor wenigen Monaten kaum ein Beobachter für möglich gehalten hätte. Die Linke setzt sich durch und steigt zur mit Abstand stärksten Fraktion im Abgeordnetenhaus auf. Die bis dato regierende CDU unter Spitzenkandidat Stefan Evers verliert spürbar an Boden und landet auf dem zweiten Platz.

Einen historischen Tiefstand muss die Hauptstadt-SPD verbuchen, die mit nur noch auf den fünften Platz durchgereicht wird und noch hinter der AfD sowie den Grünen rangiert. Das Bündnis Sahra Wagenknecht zittert noch, während die FDP den Wiedereinzug klar verfehlt.

Der Wahlsieg der Linken macht die Regierungsbildung in Berlin extrem komplex. Das bisherige rot-schwarze Bündnis ist rechnerisch und politisch gescheitert. Die Regierungsbildung wird nun voraussichtlich über die Linke führen müssen, was für die Parteienlandschaft eine völlig neue Dynamik erzeugt.

Hochrechnung Berlin (Stand: 19:57 Uhr)

  • CDU: 19,1 %
  • SPD: 12,1 %
  • Grüne: 14,5 %
  • Linke: 25,3 %
  • AfD: 16,2 %
  • FDP: 2,5 %
  • BSW: 5,0 %
  • Andere: 5,3 %

Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern: AfD knapp vor der SPD, historische Verluste für die CDU

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann die AfD ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln und schiebt sich mit knapp an der SPD vorbei auf den ersten Platz. Die regierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lieferte sich nach einer Aufholjagd im Wahlkampf bis zuletzt ein enges Duell, muss sich jedoch knapp geschlagen geben, wird aber weiter regieren können.

Ein historisches Debakel erlebt die CDU im Nordosten: Die Christdemokraten brechen ein und bangen ebenso wie die Grünen und das BSW um den Einzug in den Landtag. Die FDP ist chancenlos, Die Linke sicher drin.

Hochrechnung MV (Stand: 19:57 Uhr)

  • CDU: 5,0 %
  • SPD: 35,7 %
  • Grüne: 5,4 %
  • Linke: 6,7 %
  • AfD: 37,9 %
  • FDP: 1,0 %
  • BSW: 4,9 %
  • Andere: 3,4 %

Nachbeben für die Bundesregierung

Die beiden Ergebnisse der Landtagswahlen erschüttern auch das politische Berlin im Bund. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den Ausgang der Landtagswahlen als Signal, an notwendigen Reformkursen festzuhalten, muss sich jedoch fraktionsübergreifend harten Diskussionen stellen. Die Ergebnisse verdeutlichen eine tiefe Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der aktuellen Bundespolitik, Wirtschaftslage und sozialen Absicherung.

In den kommenden Tagen stehen in Berlin und Schwerin schwierige Sondierungsgespräche an. Klar ist bereits jetzt: Das deutsche Parteiensystem befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchphase, deren Konsequenzen die Bundespolitik noch auf Monate hinaus prägen werden.