Mainz | Ende September letzten Jahres wurde die Fahrradabstellfläche am westlichen Ausgang des Hauptbahnhofes in Mainz geräumt. Jetzt glänzt an der geräumten Stelle das neu errichtete Fahrradparkhaus in seinen Farben. Boost your City war vor Ort und hat sich ein Bild von dem Neubau gemacht.


 

Fahrradparkhaus mit mehr als 1000 Stellplätzen

Das zum Anfang 2019 geplante Bauprojekt zum Fahrradparkhaus am Mainzer Hauptbahnhof ist endlich fertiggestellt. Außen hohe Wände aus Metall in Wabenform mit mehreren Stahl-Drehtüren, im Inneren farbenprächtig, aufgeräumt und übersichtlich. Die doppelstöckigen Parkboxen sind in grün, rot und gelb gehalten. Es beinhaltet 1032 Parkplätze für Fahrräder, Lastenräder und Pedelecs. Zudem gibt es Service-Stationen an denen man Luft und Strom beziehen kann.

Baudezernentin Marianne Grosse beschreibt das Design des Fahrradparkhauses in einer Pressemeldung wie folgt: „Wir bauen ja sonst hauptsächlich Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude – dies war unser erstes Fahrradparkhaus und schon allein deshalb eine besondere Baumaßnahme. Aufgabenstellung und Örtlichkeit waren nicht alltäglich, aber wie Sie bald sehen werden, ist ein hochfunktionales Bauwerk entstanden, das dabei auch richtig gut aussieht. Die durchblickende Streckmetallfassade vermittelt den Eindruck eines offenen Raumes: Man kann jederzeit von innen nach außen und umgekehrt blicken. So konnten wir trotz des geschlossenen Bereiches eine hohe soziale Kontrolle und eine freundliche Atmosphäre erreichen. Fällt Sonnenlicht auf den gelb beschichteten Boden, erhellt die Reflektion das gesamte Fahrradparkhaus“.

Parken in Mainz GmbH betreibt neues Fahrradparkhaus | Foto: Dennis Weber

Ergänzung zum „Park & Ride“ Angebot im Herbst 2020

Das Projekt „Bike & Ride“, welches im Herbst 2020 an den Start ging (wir berichteten) wird jetzt mit der Fertigstellung des Fahrradparkhauses attraktiv und sicher abgerundet. Verkehrsdezenentin Katrin Eder zum Bau des neuen Fahrrradparkhauses am Mainzer Hauptbahnhof:

„Die Inbetriebnahme des Fahrradparkhauses bedeutet einen weiteren Meilenstein für die nachhaltige Radverkehrsförderung in unserer Stadt. Dabei war mir besonders wichtig, dass nicht nur über 1.000 Stellplätze geschaffen werden, sondern diese auch überwiegend kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.“

PMG Parken in Mainz GmbH wird Betreiber

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich der Radverkehrsanteil in der Stadt Mainz von 12 auf 25% verdoppelt. Mit dieser Zunahme geht auch mehr Vielfalt der Radmodelle einher: Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer investieren in ein hochwertigeres Fahrrad – insbesondere auch Pedelecs und Lastenräder. Daraus resultiert auch ein wachsender Bedarf nach qualitativen Fahrradparkplätzen, die neben dem komfortablen, geschützten Abstellen auch Sicherheit bieten. Dabei stellt das Umfeld des Hauptbahnhofs als multimodaler Verkehrspunkt ein besonderes Ziel dar. Das neue Fahrradparkhaus wird künftig von der PMG Parken in Mainz GmbH betrieben, welche auch folgende Parkhäuser und Plätze in Mainz betreiben:

  • Parkhaus Bleiche
  • Parkhaus CineStar
  • Parkhaus CityPort
  • Parkhaus Deutschhausplatz
  • Parkhaus Gonsberg Campus
  • Parkhaus Kronberger Hof
  • Parkhaus Löhrstraße
  • Parkhaus Quartiersgarage
  • Parkhaus Rathaus
  • Parkhaus Rheinallee III
  • Parkhaus Rheinufer
  • Parkhaus Römerpassage
  • Parkhaus Römisches Theater
  • Parkhaus Schillerplatz
  • Parkhaus Taubertsberg
  • Parkhaus Theater
  • Parkhaus Unimedizin Augustusplatz
  • Parkhaus Wallstraße
  • Parkhaus Weißliliengasse
  • Parkplatz Schloss
  • Parkplatz Unimedizin Kerngelände
  • Tiefgarage der Unimedizin
  • Tiefgarage Weinlager

Verkehrsdezernentin Katrin Eder betont: „Mit der PMG kann den Nutzerinnen und Nutzern ein erfahrener Betreiber zur Seite gestellt werden, der in Mainz in Sachen sicheres und komfortables Parken bereits etabliert ist. So steht den Radfahrenden in der Servicestation künftig vor Ort auch rund um die Uhr ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.“

Parken in Mainz GmbH betreibt neues Fahrradparkhaus | Foto: Dennis Weber

Eröffnung im zweiten Quartal 2021

Das vom Architekturbüro Schoyerer entworfene Fahrradparkhaus wird nach der Eröffnung im zweiten Quartal 2021 Raum für insgesamt:

  • 896 Doppelstockparker
  • 83 einfache Radeinstellungen
  • 10 Radboxen
  • 43 Stellplätze für Sonderräder

verfügbar sein.

Kosten in Höhe von fast zwei Millionen Euro

Die Kosten in Höhe von fast zwei Millionen Euro konnten aus den Mitteln der Stellplatzablöse finanziert werden. Das Fahrradparkhaus wird über gesicherte Zugänge erreichbar sein, sodass der Einlass kontrolliert erfolgen kann. Zum Abstellen der Räder ist das Objekt in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Bereich befinden sich mit 30 % des gesamten Angebots bezahlte Abstellplätze (insgesamt 268), die übrigen 70 % entfallen auf kostenfreie Plätze (insgesamt 764). Der kostenpflichtige Bereich ist zusätzlich über ein Drehkreuz gesichert. Dieses ist so konstruiert, dass man sowohl mit als auch ohne Fahrrad hindurchgehen kann. Dieser gesicherte Zugang hat sich in anderen Fahrradparkhäusern wie Münster, Darmstadt, Karlsruhe oder Frankfurt schon bewährt. Auch haben Nutzerinnen und Nutzer des Bezahlbereichs künftig die Möglichkeit, einen festen Stellplatz zu mieten, sodass die Suche nach freien Radparkmöglichkeiten entfällt. Die Trennung zwischen dem kostenfreien und kostenpflichtigen Bereich ist flexibel, damit man die Fläche je nach Nachfrage erweitern kann.

Vorschläge zur Namensfindung sind erwünscht

„Ich freue mich, dass wir nun ein Jahrzehnte währendes Projekt in städtischer Zusammenarbeit fertigstellen können. Die Zwischenzeit bis zur endgültigen Eröffnung möchten wir gern dazu nutzen, um die Mainzerinnen und Mainzer an der Namensfindung zu beteiligen. Mit über 1.000 Abstellanlagen rangieren wir in Deutschland neben Münster und Karlsruhe ganz weit oben. So ein Objekt hat einen griffigen und eingängigen Namen verdient“ so Katrin Eder. Mainzerinnen und Mainzer, die ihre Idee für einen Namen einbringen möchten, können ihren Vorschlag in der Zeit vom 8. Bis 14. Februar an fahrRad@stadt.mainz.de mailen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Aus den Einreichungen wird eine Jury den besten Vorschlag auswählen.