Ottogerd „Otto“ Karl Elmar Karasch, heute unter seinem Pseudonym Otto Bulletproof bekannt, wurde am 16. Dezember 1982 in Gießen geboren. Als Sohn eines Mineralogen und einer Tierärztin wuchs er in einem Umfeld auf, das einerseits von wissenschaftlicher Präzision und andererseits von einer tiefen Naturverbundenheit geprägt war. Bevor er seine Bestimmung in der militärischen Laufbahn fand, schloss er eine Ausbildung zum Fischwirt ab – eine handfeste Basis, die ihm bereits früh ein Verständnis für ökologische Kreisläufe und das Leben im Freien vermittelte.
Im Jahr 2002 traf Karasch die Entscheidung, die sein weiteres Leben maßgeblich definieren sollte: Er verpflichtete sich als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr. Seine zwölfjährige Dienstzeit war geprägt von extremer physischer und psychischer Belastung. Er absolvierte die Ausbildung zum Fallschirmjäger und war bis 2009 fester Bestandteil des renommierten Fallschirmjägerbataillons 263.
Afghanistan und der Wendepunkt
Die wohl prägendste und zugleich schwerste Zeit seiner militärischen Karriere erlebte Otto Bulletproof im Jahr 2008. Während der ISAF-Mission in Afghanistan war er im Feldlager Kundus stationiert. Dieser Einsatz war von intensiven Gefechten und einer permanenten Bedrohungslage gezeichnet. Ein traumatischer Wendepunkt war ein Anschlag, bei dem Karasch seinen besten Freund verlor. Diese Erfahrung von Verlust und die unmittelbare Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens prägten sein späteres Mindset von Resilienz und Durchhaltevermögen. Für seine außergewöhnlichen Leistungen und seinen Einsatz unter Lebensgefahr wurde ihm 2009 das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen.
Von 2009 bis 2014 war er Teil der Spezialisierten Kräfte des Heeres mit erweiterter Grundbefähigung (EGB). Er verließ den aktiven Dienst schließlich im Rang eines Hauptfeldwebels. Doch die Verbundenheit zur Truppe blieb bestehen: Als Reserveoffizier blieb er der Bundeswehr erhalten und nutzte seine Erfahrung, um sein Wissen an nachfolgende Generationen weiterzugeben.
Zwischen Profisport und YouTube-Karriere
Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst suchte Karasch neue Ventile für seinen körperlichen Tatendrang. Er fand sie im American Football. Von 2012 bis 2020 spielte er auf hohem Niveau in der German Football League (GFL), zunächst für die Cologne Falcons und später für die Düsseldorf Panther. Diese Phase unterstrich seinen Anspruch, in allem, was er tut, professionelle Höchstleistungen zu erbringen.
Der eigentliche Durchbruch in der breiten Öffentlichkeit gelang ihm jedoch im digitalen Raum. Im Dezember 2020, mitten in der Pandemie, gründete er den YouTube-Kanal Otto Bulletproof. Was mit Videos über Bushcraft, Ausrüstungstests und Einblicken in den Soldatenalltag begann, entwickelte sich rasch zu einer der einflussreichsten Marken im deutschsprachigen Survival-Segment. Sein ruhiges, kompetentes Auftreten und seine authentische Art machten ihn schnell zum Publikumsliebling.
Der Triumph bei 7 vs. Wild und eigene Großprojekte
Der endgültige Ritterschlag zum Survival-Experten folgte im Jahr 2022. Als Teilnehmer der zweiten Staffel des Erfolgsformats „7 vs. Wild“ stellte sich Otto Bulletproof der Herausforderung auf der Isla de San José in Panama. Er dominierte die Staffel durch seine Ruhe und technische Versiertheit und ging schließlich als Sieger hervor.
Anstatt sich auf diesem Erfolg auszuruhen, nutzte er die Reichweite für die Produktion eigener, hochprofessioneller Serien. Mit Formaten wie dem „Ocean Warrior“, „Arctic Warrior“ und „Desert Warrior“ schuf er Content, der die Grenze zwischen YouTube und klassischem Fernsehen verschwimmen ließ. Seine Produktionen wurden nicht nur auf YouTube millionenfach geklickt, sondern fanden auch den Weg zu Streamingdiensten wie Paramount+ und TV-Sendern wie DMAX oder Kabel 1. Besonders hervorzuheben ist die Serie „Otto beim KSK“, in der er 2025 die Ausbildung der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte begleitete und so der Zivilgesellschaft exklusive Einblicke in eine sonst verschlossene Welt ermöglichte.
Extreme Herausforderungen und das Privatleben
Dass Otto Bulletproof keine Herausforderung zu groß ist, bewies er auch im Jahr 2025 beim „Race Across America“. Gemeinsam mit Prominenten wie Joey Kelly und Fritz Meinecke bewältigte er den härtesten Radmarathon der Welt im „Team No Limits“. In weniger als acht Tagen durchquerte das Team den gesamten nordamerikanischen Kontinent – ein Beweis für seinen eisernen Willen.
Trotz des medialen Rummels und der ständigen Reisen in die extremsten Gebiete der Erde ist Ottogerd Karasch privat bodenständig geblieben. Er lebt heute mit seiner Frau und seinem Sohn in Neuss. In seiner 2024 veröffentlichten Autobiografie „Becoming Bulletproof“ reflektiert er über seinen Weg und gibt Einblicke in die Philosophie, die ihn antreibt: Die Überzeugung, dass man durch Disziplin und Vorbereitung gegen fast alle Widrigkeiten des Lebens „kugelsicher“ (bulletproof) werden kann.
Filmografie und Veröffentlichungen (Auszug)
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2022: 7 vs. Wild (Staffel 2) – Sieger
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2022: Ocean Warrior
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2024: Arctic Warrior (YouTube / Paramount+)
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2024: Otto Bulletproof – Facing the Unknown (DMAX)
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2024: Buchveröffentlichung: „Becoming Bulletproof“
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2025: Desert Warrior / Otto beim KSK (Kabel 1)
Otto Bulletproof hat es geschafft, die Werte des Militärs – Kameradschaft, Durchhaltevermögen und Professionalität – in die moderne Unterhaltungslandschaft zu übertragen und inspiriert damit heute Millionen von Menschen zu einem aktiveren Leben in der Natur. Hier geht es zum Youtube-Channel von Otto Bulletproof.







