Abwehr gegen Drohnen: Die Sicherheitskonzepte für deutsche Volksfeste und Weihnachtsmärkte stehen vor einer grundlegenden Neuausrichtung. Um der wachsenden Herausforderung durch unbemannte Luftfahrtsysteme wirksam zu begegnen, setzen Kommunen und Veranstalter ab sofort auf eine vertikale Erweiterung des bewährten Schutzes: Die klassischen, hüfthohen Betonelemente werden schlicht so hoch gestapelt, dass sie den gesamten Luftraum über den Festplätzen abriegeln.
In den vergangenen Jahren gehörten die massiven grauen Blöcke an den Zufahrten von Fußgängerzonen bereits zum gewohnten Bild im Stadtbild. Allerdings boten diese bodennahen Hindernisse bislang keinen Schutz gegen Bedrohungen, die sich aus der Luft nähern. Die neuen Richtlinien der Sicherheitsbehörden sehen daher vor, die Module nun meterhoch aufeinanderzustapeln, um eine geschlossene Terrorsperre zu errichten, die selbst tieffliegenden Drohnen den Weg versperrt.
„Eine physische Barriere bleibt das verlässlichste Mittel der Gefahrenabwehr“, erklärt ein Sprecher der kommunalen Spitzenverbände. „Wenn die Wand hoch genug ist, muss jedes unbemannte Flugobjekt entweder drüberfliegen oder abdrehen. Das erhöht die Reaktionszeit der Sicherheitskräfte am Boden erheblich.“
Der logistische Aufwand für die neuen Terrorsperren gegen Drohnen ist allerdings beträchtlich
Für den Aufbau der tonnenschweren Betonwände müssen Tage vor Festbeginn Schwerlastkräne und Statiker anrücken, um die Belastbarkeit des Straßenpflasters zu prüfen. Zudem verändert die massiv gewachsene Terrorsperre die Atmosphäre auf den Plätzen spürbar. Wo früher freie Sicht auf Fahrgeschäfte und Verkaufsstände herrschte, ragen nun graue Betonfassaden in den Himmel.
Da überfliegende Drohnen theoretisch immer noch von oben herabstürzen könnten, ergänzen die Behörden das Konzept nun um eine textile Komponente: Ein engmaschiges Stahlseilnetz wird von den Oberkanten der Betonsperren quer über das gesamte Festgelände gespannt. Damit verwandelt sich die Terrorsperre vollends in eine gigantische Voliere der zivilen Ordnung. Die Besucher bewegen sich darunter wie unter einem schützenden Dach – geschützt vor unbefugten Blicken, Drohnen und versehentlich entflohenen Heliumballons.
Der Einsatz der Überkopfsperre stoße jedoch auf Begeisterung bei den Schaustellern, da das Netz ungeahnte Synergien bietet: Geplante Verfeinerungen sehen bereits integrierte Halterungen für Lichterketten, Nebelmaschinen und herabfallendes Konfetti vor. Ein Regierungsdirektor lobte die Maßnahme bereits als „das erste Rundum-Sicherheitspaket mit echtem Zirkusflair“, das garantiert keinen ungebetenen Gast durch die Maschen schlüpfen lasse.
Auch feinstaubbewusste Bürgerinitiativen haben die gigantische Terrorsperre bereits für sich entdeckt
Durch den reduzierten Luftzug innerhalb des ummauerten Festgeländes bleibe das Röstzwiebel-Aroma der Bratwurstbuden deutlich länger in der Luft stehen, was von Experten als unschätzbarer Vorteil für das lokale Gastronomieerlebnis gewertet wird. Sollten einzelne Flugmodelle dennoch den Weg über die Betonkrone finden, stehen in der Ministerialbürokratie bereits die nächsten Ergänzungsanträge bereit: Ein lückenloses Betondach befindet sich derzeit in der ersten Prüfungsphase.
Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, planen erste Städte bereits kreative Zwischenlösungen. So sollen die glatten Betonflächen der Terrorsperren während der Veranstaltungstage als Projektionsfläche für Sponsoren oder als gigantische Orientierungspläne für Rettungswege genutzt werden. Erste Pilotprojekte zeigen zudem, dass die riesigen Strukturen zumindest einen praktischen Nebeneffekt bieten: Sie dienen den Festbesuchern als verlässlicher Windschutz.








