Die Innenstädte haben es angesichts großer Einkaufszentren und dem boomenden Online-Handel nicht leicht. Die Corona-Pandemie hat die Situation für den örtlichen Einzelhandel noch einmal deutlich verschärft. Daher hat sich Mörfelden-Walldorf für das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ der hessischen Landesregierung beworben und erhielt nun eine Zusage aus Wiesbaden.


Fördermittel stehen bereit

„Wir freuen uns über die Förderung und sehen darin eine tolle Chance, die Innenstädte in Mörfelden-Walldorf zu beleben“, reagieren Bürgermeister Thomas Winkler und Erster Stadtrat Karsten Groß auf die positive Nachricht. Rund 93.000 Euro stehen laut einem Schreiben von Staatsminister Tarek Al-Wazir für die Doppelstadt bereit, um verschiedene Ideen umzusetzen. „Das Gute ist, dass die Stadt lediglich 15 Prozent der Summe dazugeben muss“, so Finanz- und Wirtschaftsdezernent Karsten Groß. Oftmals wird der kommunale Eigenanteil bei Förderprogrammen deutlich höher angesetzt. Diesmal fällt der städtische Beitrag mit rund 16.600 Euro vergleichsweise niedrig aus.

Aktuell werden für die Innenstädte von Mörfelden-Walldorf mehrere Projekte vorbereitet. Dabei geht es grundsätzlich darum, öffentliche Plätze zeitweise mit Stadtmobiliar zu bestücken und den Plätzen so einen neuen Charakter zu verleihen. „Wir möchten neues Leben in die Innenstädte bringen und so auch den Einzelhandel sowie die Gastronomie stärken“, betont Erster Stadtrat Karsten Groß.

Verschiedene Ideen verwirklichen

Angedacht ist etwa ein urbanes Wohnzimmer mit flexibel aufstellbaren Sitzgelegenheiten, Tischen und atmosphärischer Beleuchtung. In das Wohnzimmer unter freiem Himmel könnte dann auch zu Veranstaltungen eingeladen werden. Eine weitere Idee zielt auf die Einrichtung eines Outdoor-Office ab, in dem jeder mit einem Laptop im öffentlichen WLan arbeiten oder etwas lesen kann. Der dritte Ansatz ist ein Stadt-Garten, für den Bürger und Stadtverwaltung gemeinsam mobile Hochbeete bauen, die dann von Bürgern bepflanzt und gepflegt werden. Die Pflanzkübel sorgen für ein besseres Stadtklima und sind eine Gelegenheit zum Gärtnern.

Alle Konzepte sollen auf verschiedenen Plätzen im Stadtgebiet realisiert werden. „Nach der Zusage des Ministeriums geht es nun in die konkrete Umsetzung, bei der natürlich auch die späteren Besucher der Plätze einbezogen werden sollen“, sagt Stephan Neubacher, zuständig für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Dabei wird auch geprüft, wie die verschiedenen Ideen mehrere und wechselnde Plätze bespielen können.

Informationen und Beiteilgungsmöglichkeiten

„Die Bevölkerung und die Anwohne rings um die Plätze sollen über eine digitale Bürgerplattform beteiligt werden. Dazu möchten wir auch direkte Beteiligungsmöglichkeiten ergänzen“, kündigt Karsten Groß an. Mit der Partizipationsmöglichkeit können Bürger selbst aktiv werden und sich an den Aktionen beteiligen. Gleichzeitig soll deutlich werden, dass die Verantwortung für die Stadtmöblierung auch in der Hand der Nutzer liegt. „Wir möchten digitale Beteiligungsmöglichkeiten zukünftig häufiger nutzen und dieses Förderprogramm ist da eine gute Gelegenheit“, ergänzt der Bürgermeister.

Förderprogramme von der Landesreigierung Teil des „Neuen Hessenplans“

Das Förderprogramm wurde von der Landesregierung als Teil des „Neuen Hessenplans“ aufgelegt. So möchte Wiesbaden Kommunen helfen, ihre Stadtzentren zu beleben und eigene Ideen zu realisieren. Angemeldet haben sich 176 Teilnehmer, weshalb die Landesregierung die ursprünglich vorgesehenen zwölf Millionen Euro auf 27 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. 110 Kommunen wurden mit ihren Projekten in das Programm aufgenommen. Das Programm wurde im Mai 2021 ins Leben gerufen und läuft bis 2023.