StartMainzMilliardenverlust: BioNTech dreht an der Sparschraube

Milliardenverlust: BioNTech dreht an der Sparschraube

Ein deutliches Minus im zweiten Quartal und ein Nachfragerückgang bremsen den Mainzer Biotech-Konzern aus

Die sinkende Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen hinterlässt beim Mainzer Biopharma-Unternehmen BioNTech deutliche Spuren in der Bilanz. Für das erste Halbjahr wies das Unternehmen einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro aus (Vorjahreszeitraum: 802,4 Millionen Euro). Allein im zweiten Quartal belief sich das Minus auf 820,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von nur noch 105,6 Millionen Euro.

Prognose gesenkt, Vorräte dämpfen Neukäufe

Aufgrund des weiter nachlassenden Impfstoffbedarfs, auch weil in Deutschland vorhandene Vorräte für die laufende Saison genutzt werden, hat BioNTech seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr gesenkt.

Statt der ursprünglich angepeilten 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro rechnet die Führung nun nur noch mit Erlösen zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro.

Als Reaktion darauf erhöht das Unternehmen die Kostendisziplin und passt auch seine Ausgabenplanung für das Geschäftsjahr 2026 an. Für die adjustierten Forschungs- und Entwicklungskosten geht BioNTech nun von einer reduzierten Spanne von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro aus (zuvor 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro). Die adjustierten Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten bleiben hingegen unverändert in einer Spanne von 700 bis 800 Millionen Euro.

Bereits im Mai hatte BioNTech angekündigt, im Zuge der Konsolidierung Standorte wie Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz sowie Marburg und Tübingen bis Ende 2027 zu schließen.

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Onkologie bleibt der große Hoffnungsträger von BioNTech

BioNTech setzt weiterhin seine Hoffnung voll auf die Krebsforschung. Die Pipeline in der Onkologie sei deutlich vorangebracht worden. Große Hoffnung setzt das Management auf den Wirkstoffkandidaten Pumitamig (BNT327), der sich derzeit in späten klinischen Studien zur Behandlung von Lungen- und Brustkrebs befindet, sowie auf innovative mRNA-Immuntherapien.

„Im ersten Halbjahr 2026 haben wir wichtige Fortschritte bei der Umsetzung unserer Mission erzielt. Wir haben unsere Onkologie-Pipeline deutlich vorangebracht und sechs zulassungsrelevante Studien initiiert. Zudem haben wir weltweit erste Daten in einer Phase-2-Studie für einen PD-L1xVEGF-bispezifischen Antikörperkandidaten in der Erstlinienbehandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses über alle PD-L1-Expressionsniveaus und Histologien hinweg präsentiert sowie auf medizinischen Kongressen gezeigt, dass unser Ansatz für innovative Kombinationstherapien an Dynamik gewinnt“, sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, Chief Executive Officer und Mitgründer von BioNTech. „Wir freuen uns darauf, den nächsten CEO von BioNTech willkommen zu heißen. Guido Oelkers wird sein Amt bis spätestens zum 1. Februar 2027 antreten, um gemeinsam mit dem Vorstand und den Teams im gesamten Unternehmen die Erfolgsgeschichte von BioNTech weiterzuschreiben.“