BYC-NewsMainzMedizin MainzMedizinischer Durchbruch an der Universitätsmedizin Mainz

Medizinischer Durchbruch an der Universitätsmedizin Mainz

Ein interdisziplinäres Team der Universitätsmedizin Mainz setzt neue Maßstäbe in der Herzmedizin

Ein medizinischer Durchbruch an der Universitätsmedizin Mainz sorgt für neue Hoffnung bei Herzpatienten: Einem interdisziplinären Expertenteam ist es erstmals gelungen, vier Patientinnen und Patienten eine künstliche Pulmonalklappe einzusetzen, ohne den Brustkorb öffnen zu müssen. Die neuartige Katheter-Methode bietet eine deutlich schonendere Alternative zu bisherigen chirurgischen Eingriffen.

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Die Pulmonalklappe: Ein lebenswichtiges Ventil

Die Pulmonalklappe übernimmt eine zentrale Aufgabe im menschlichen Körper: Als eine von vier Herzklappen reguliert sie den Blutfluss zwischen der rechten Herzkammer und den Lungenarterien. Bei vielen Betroffenen – oft aufgrund angeborener Herzfehler – schließt oder öffnet dieses Ventil nicht mehr korrekt. Die Folgen sind schwerwiegend und reichen von massiver Luftnot und schneller Erschöpfung bis hin zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen und einer chronischen Herzschwäche.

Schluss mit belastenden Operationen am offenen Herzen

Bisher war der Weg zur Besserung für viele Patientinnen und Patienten, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, mit großen Strapazen verbunden. Oft waren mehrere Operationen am offenen Herzen notwendig, um die Fehlfunktion zu korrigieren – jedes Mal verbunden mit den Risiken einer Herz-Lungen-Maschine und langen Regenerationsphasen.

„Mit der neuen Behandlungsmethode konnten wir Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenem Pulmonalklappenfehler eine schonendere Therapieoption bieten und so offene Herzoperationen vermeiden“, betont Univ.-Prof. Dr. Dr. Philipp Lurz, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz.

Präzision per Katheter: So funktioniert die Harmony™-Methode

Bei dem minimal-invasiven Eingriff wird die sogenannte Harmony™-Transkatheter-Pulmonalklappe genutzt. Das Verfahren ist technisch hochanspruchsvoll, für den Körper jedoch weitaus weniger belastend:

  1. Der Zugang: Die selbstexpandierende Prothese wird durch einen Katheter über die Leistenvene eingeführt.

  2. Die Platzierung: Unter Bildgebung wird der Katheter bis zum Herzen geführt und die Klappe exakt an der vorgesehenen Stelle positioniert.

  3. Die Funktion: Dort entfaltet sich die künstliche Klappe von selbst und nimmt sofort ihre Arbeit auf, um den Blutfluss zu regulieren.

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Universitätsmedizin Mainz setzt weiteren Schwerpunkt

Die Harmony™-Klappe ist erst seit 2025 in Deutschland zugelassen. Die Premiere in Mainz wurde durch eine enge Kooperation ermöglicht: Das Mainzer Operationsteam wurde von Prof. Dr. Peter Ewert vom TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum in München unterstützt, der seine umfassende Expertise in das Projekt einbrachte.

Mit der erfolgreichen Einführung dieser Behandlung setzt die Universitätsmedizin Mainz im Bereich Herzklappe einen weiteren Schwerpunkt in der Versorgung komplexer Erkrankungen. Das Zentrum für Kardiologie erweitert damit sein Spektrum um eine zukunftsweisende Therapieoption, die Lebensqualität schenkt, ohne die Belastungen einer großen Chirurgie.

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