Schwerer Bankraub in Gensingen – Prozess gegen 50-Jährigen

Große Strafkammer verhandelt schweren Raub in Gensingen – Angeklagtem droht langjährige Haft

Amtsgericht Mainz | Foto: BYC-News

Vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Mainz beginnt am Dienstag, 13. Januar 2026, ein Prozess wegen schweren Raubes. Ein 50-jähriger Mann muss sich wegen eines bewaffneten Überfalls auf eine Bankfiliale in Gensingen in Rheinhessen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einen besonders schweren Raub in Tateinheit mit Freiheitsberaubung vor.

Überfall mit Pistole am frühen Morgen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sich der Angeklagte am 1. Juli 2024 gegen 8:00 Uhr in eine Bankfiliale in Gensingen begeben haben. Dort habe er eine Mitarbeiterin mit einer Pistole bedroht. Unter dem Vorhalt der Waffe soll er die Frau dazu gezwungen haben, ihm Zutritt zu dem für Kund:innen nicht zugänglichen Bereich der Filiale zu verschaffen.

Tresor geplündert, Mitarbeiterin eingeschlossen

Im weiteren Verlauf der Tat soll der Angeklagte die Mitarbeiterin aufgefordert haben, den Tresorraum sowie den darin befindlichen Tresor zu öffnen. Dieser Aufforderung sei die Zeugin aus Angst nachgekommen. Anschließend habe der Mann die im Tresor gelagerten Geldscheine an sich genommen. Insgesamt soll er 104.000 Euro in mitgebrachte Einkaufstaschen gepackt haben.

Danach soll der Angeklagte die Mitarbeiterin im Tresorraum eingeschlossen und die Bankfiliale verlassen haben. Die Frau blieb körperlich unverletzt, stand jedoch unter erheblichem psychischem Druck.

Fahndung mit Bild der Überwachungskameras

Mithilfe von Aufnahmen der Überwachungskameras der Bankfiliale in Gensingen suchten die Ermittler nach dem Täter. Die intensiven Ermittlungen führten schließlich zur Identifizierung des Angeklagten. Seit der Tat war der Verdächtige flüchtig, bis er am 02.04.2025 von Zielfahndern des Landeskriminalamtes auf Mallorca aufgespürt werden konnte. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden wurde der Mann dort festgenommen und befand sich unter anderem auch auf Mallorca in Untersuchungshaft.

Mehrere Fortsetzungstermine in Mainz angesetzt

Die Hauptverhandlung beginnt um 09:30 Uhr im Saal 201. Aufgrund des Umfangs des Verfahrens hat das Gericht bereits mehrere Fortsetzungstermine angesetzt. Diese finden am 22. Januar, 29. Januar sowie am 11. Februar 2026 statt, jeweils ebenfalls um 09:30 Uhr im selben Sitzungssaal.

Urteil noch offen

Zum Prozessauftakt wird sich zeigen, ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußert. Sollte das Gericht den Tatvorwurf als erwiesen ansehen, droht ihm eine langjährige Freiheitsstrafe. Das öffentliche Interesse an dem Verfahren ist groß, da es sich um einen der schwersten Banküberfälle der Region in den vergangenen Jahren handelt.

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