Ein Spiel, zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten und ein Ende, das die Alte Försterei erbeben ließ: Der 1. FC Union Berlin und der 1. FSV Mainz 05 trennten sich am 16. Bundesliga-Spieltag mit 2:2. Während Mainz lange wie der sichere Sieger wirkte, bewies Union große Moral und rettete sich mit einer furiosen Schlussphase noch zu einem verdienten Punkt.
Verhaltener Beginn, dann schlägt Mainz eiskalt zu
Zu Beginn tasteten sich beide Mannschaften ab. Union versuchte, über Zweikämpfe und frühes Pressing ins Spiel zu finden, während Mainz auf Kontrolle und schnelles Umschaltspiel setzte. Zwar hatte Union mehr Ballbesitz, doch Mainz agierte deutlich zielstrebiger. In der 30. Minute nutzten die Gäste ihre erste klare Chance konsequent: Nadiem Amiri bekam im Rückraum zu viel Platz, zog ab und traf flach zur 1:0-Führung. Union wirkte kurz geschockt, fand aber bis zur Pause keine klare Antwort. Mainz verteidigte kompakt und brachte den Vorsprung souverän in die Kabine.
Mainz erhöht den Druck – Union droht der nächste Rückschlag
Nach dem Seitenwechsel erwischte Mainz erneut den besseren Start. Union versuchte, offensiver zu agieren, doch genau das nutzten die Gäste. In der 54. Minute traf Benedict Hollerbach, einst selbst Union-Spieler, zum 2:0. Der Treffer wirkte wie ein Nackenschlag, denn Mainz kontrollierte nun das Spiel und ließ kaum Chancen zu. Union fehlte lange die Durchschlagskraft. Viele Angriffe endeten mit Flanken ohne Abnehmer oder an der gut organisierten Mainzer Abwehr. Dennoch gaben die Berliner nicht auf und erhöhten mit zunehmender Spielzeit den Druck.
Union lebt – Anschlusstreffer entfacht neue Hoffnung
Die Partie kippte erst in der Schlussphase. Nach mehreren Standards belohnte sich Union schließlich: In der 77. Minute köpfte Woo-yeong Jeong nach einer Ecke zum 1:2 ein. Plötzlich war das Stadion da, die Zweikämpfe wurden intensiver, und Mainz begann zu wackeln. Union spielte nun mit voller Überzeugung nach vorne. Jeder Ballgewinn wurde bejubelt, jeder Angriff trieb das Publikum weiter an. Mainz zog sich zurück und verlor zunehmend die Kontrolle.
Später Ausgleich sorgt für Ekstase an der Alten Försterei
Der Druck zahlte sich aus: In der 86. Minute stieg Danilho Doekhi nach einer weiteren Standardsituation am höchsten und köpfte den 2:2-Ausgleich. Die Alte Försterei explodierte, während Mainz konsterniert wirkte. In den letzten Minuten drängte Union sogar auf den Sieg, doch es blieb beim Remis.
Besonderes Duell: Urs Fischer zurück in Berlin
Besondere Aufmerksamkeit galt Mainz-Trainer Urs Fischer, der als langjähriger Union-Coach emotional an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Trotz einer starken Leistung seiner Mannschaft verpasste er mit Mainz den dringend benötigten Befreiungsschlag im Tabellenkeller. Union hingegen sammelte mit dem Punkt weiter Selbstvertrauen im Kampf um Stabilität.
Zwei Gesichter, gerechtes Ergebnis
Mainz zeigte über weite Strecken eine reife und effektive Leistung, ließ jedoch in der Schlussphase entscheidend nach. Union bewies hingegen enorme Moral, kämpfte sich zurück und verdiente sich den Punkt durch Leidenschaft und Willen. Das 2:2 spiegelt den Spielverlauf wider – und bleibt beiden Teams als warnendes wie motivierendes Signal in Erinnerung.
Blitz-Debüt mit Wirkung: Phillip Tietz überzeugt auf Anhieb
Ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung war Neuzugang Phillip Tietz. Der 28-Jährige, der erst in der Vorwoche von Augsburg nach Mainz gewechselt war, feierte am Samstag direkt sein Startelf-Debüt. Trotz der extrem kurzen Eingewöhnungsphase zeigte sich der Stürmer enorm spielfreudig und erarbeitete sich bereits erste gefährliche Abschlüsse. Von seiner engagierten Spielweise profitierte nicht zuletzt auch sein Teamkollege Benedict Hollerbach.
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