StartBlaulicht BundesweitHacker leaken sensible Daten aus Berlin

Hacker leaken sensible Daten aus Berlin

Die Hackergruppe Rhysida hat nach eigenen Angaben sensible Daten aus dem Berliner Verwaltungsnetz veröffentlicht

Die Hackergruppe Rhysida hat nach eigenen Angaben Daten aus der Berliner Senatsverwaltung im Darknet veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgte dem vorliegenden Bericht zufolge am Freitagnachmittag (4. September 2026) um 15:35 Uhr. Die Cyberkriminellen sprechen von insgesamt 5,26 Terabyte Daten und 1.439.893 Dateien. In einer Mitteilung zur Veröffentlichung heißt es auf Englisch: „Alle Daten wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Viel Spaß damit, Datenjäger.“

Wie viele Berliner tatsächlich von der Veröffentlichung betroffen sind und welche persönlichen Informationen möglicherweise öffentlich zugänglich geworden sind, ist derzeit noch unklar.

Hacker hatten Daten zuvor zum Verkauf angeboten

Bereits vor der Veröffentlichung hatten die Cyberkriminellen damit gedroht, die erbeuteten Daten öffentlich zugänglich zu machen. Zuvor hatte Rhysida die Informationen im Darknet im Rahmen einer Auktion angeboten. Als Mindestgebot wurden 30 Bitcoins genannt, was einem Wert von rund zwei Millionen Euro entsprach.

Nach den vorliegenden Angaben sollen die Hacker zwischen dem 7. und 12. August Dateien aus dem Netzwerk der Berliner Senatsverwaltung heruntergeladen haben. Darunter sollen sich unter anderem Dokumente zur kritischen Infrastruktur, Unterlagen aus LKA-Ermittlungen sowie Kontonummern befinden.

Die Gruppe behauptete zudem, über rund 1,44 Millionen Dateien zu verfügen. In einem von ihr veröffentlichten Überblick wurden unter anderem 46.522 Verträge, 5.941 Passwörter, 16.389 E-Mail-Adressen und 5.000 Personalakten aufgeführt.

Krisenstab in Senatsverwaltung eingerichtet

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat im Zusammenhang mit dem Cyberangriff einen Krisenstab eingerichtet. Nach Einschätzung des Berliner Senats soll es keine weiteren Datenabflüsse gegeben haben.

Mit den Erpressern habe das Bundesland nach eigenen Angaben zu keinem Zeitpunkt Kontakt aufgenommen. Damit kam es offenbar auch zu keinen Verhandlungen über die von der Hackergruppe geforderte Summe.

Das genaue Ausmaß des möglichen Schadens und die Frage, welche Personen konkret betroffen sein könnten, müssen nun weiter geprüft werden.

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Rhysida bereits bei Angriff auf Stuttgarter Verwaltung aktiv

Rhysida ist bereits durch andere Cyberangriffe auf Behörden und Unternehmen in Erscheinung getreten. Im vergangenen Mai soll die Gruppe bei einem Angriff auf die Stuttgarter Verwaltung nach den vorliegenden Angaben 383.710 Daten entwendet und anschließend veröffentlicht haben, nachdem offenbar kein Lösegeld gezahlt worden war.

Die Behörden gehen davon aus, dass die kriminelle Hackergruppe Verbindungen nach Russland hat. Derzeit sollen zudem zwei weitere von Rhysida angebotene Datenauktionen im Darknet laufen, die nach den vorliegenden Angaben jedoch keine deutschen Unternehmen oder Behörden betreffen.