Ein schwerer Dachstuhlbrand hat am Freitagabend (12. Juni 2026) zu einem Großeinsatz der Feuerwehren im Eltviller Stadtteil Hattenheim geführt. Gegen 20:30 Uhr wählten aufmerksame Zeugen den Notruf, nachdem sie dichten Rauch aus dem Fenster eines Wohnhauses bemerkt hatten.
Riskante Rettungsaktion bei Brand in Hattenheim
Die Situation eskalierte binnen Minuten: Unmittelbar nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte aus Eltville am Rhein zündete der gesamte Dachstuhl des historischen Fachwerkhauses durch und stand lichterloh in Flammen. Aufgrund der dramatischen Lage wurde das Einsatzstichwort umgehend erhöht, woraufhin weitere Wehren aus dem gesamten Eltviller Stadtgebiet sowie aus Geisenheim nachalarmiert wurden.
Die fünf Bewohner des Hauses konnten sich vor dem Eintreffen der Retter selbstständig und unverletzt ins Freie flüchten. Während der laufenden Löscharbeiten kam es jedoch zu einer hochgefährlichen Szene: Ein Bewohner lief aus bislang völlig unersichtlichen Gründen plötzlich zurück in das lichterloh brennende Gebäude.
Die Feuerwehr musste umgehend zur Menschenrettung unter schwerem Atemschutz vorgehen. Die Einsatzkräfte brachten den Mann sowie eine im Haus verbliebene Katze rechtzeitig und unverletzt ins Freie.
Riegelstellung schützt eng bebaute Nachbarschaft
Die größte Herausforderung für die rund 80 ehrenamtlichen Einsatzkräfte bestand in der extrem engen Altstadtbebauung des Hattenheimer Ortskerns. Die Flammen drohten jede Sekunde auf eines der direkt angebauten Nachbarhäuser überzugreifen. Durch einen massiven Löscheinsatz von außen – unter anderem über zwei parallel eingesetzte Drehleitern – gelang es den Wehrleuten jedoch, eine sogenannte Riegelstellung aufzubauen und die angrenzenden Gebäude erfolgreich vor den Flammen zu schützen.
Da die hölzerne Innentreppe des Fachwerkhauses bereits nach kurzer Zeit komplett durchgebrannt war, war ein Innenangriff unmöglich. Die Brandbekämpfung musste komplett von außen fortgeführt werden. Nach rund einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle, die aufwendigen Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis tief in die Nacht hinein.
THW prüft Statik – Bewohner in Notunterkunft
Der hinterlassene Schaden an dem Gebäude ist immens. Durch die Zerstörung der tragenden Holzbalken und den massiven Wassereinsatz gilt das gesamte Fachwerkhaus aktuell als akut einsturzgefährdet. Ein Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) rückte noch in der Nacht an, um die Stabilität der Ruine baurechtlich zu beurteilen.
Da das Gebäude auf absehbare Zeit komplett unbewohnbar ist, kümmerten sich der Bürgermeister und der Ortsvorsteher noch vor Ort um die Betroffenen. Die Bewohner wurden vorübergehend in einer provisorischen Notunterkunft der Stadt untergebracht.
Im Verlauf des kräftezehrenden Einsatzes wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Er konnte jedoch nach einer ambulanten medizinischen Erstversorgung durch den Rettungsdienst vor Ort verbleiben. Für die Dauer der Lösch- und Aufräumarbeiten musste der Bereich für den Verkehr komplett gesperrt werden. Die genaue Brandursache sowie die exakte Höhe des Sachschadens sind derzeit noch unklar; die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.






