Das Schicksal von Wal Timmy spaltet die Expertenwelt. Während eine private Initiative derzeit alles mobilisiert, um den Meeressäuger zu retten, äußert sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace nun äußerst skeptisch. Selbst wenn der geplante Transport gelingt, sieht die Organisation kaum eine Überlebenschance für das Tier.
Greenpeace warnt: Wal Timmy sei zu schwach für die Nordsee
Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace zeichnet ein besorgniserregendes Bild vom Zustand des Tieres, das nun schon seit 26 Tagen in der Ostsee festsitzt. Nach Einschätzung der Organisation sei Timmy durch Nahrungsmangel und Hautkrankheiten so entkräftet, dass er selbst in der Nordsee kaum überleben könne.
Besonders kritisch bewertet Greenpeace folgende Punkte:
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Eingeschränkte Atmung: Wissenschaftler vermuten Wasser in der Lunge, was den Sauerstoffaustausch massiv behindert.
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Fremdkörper: Netzreste im Maul könnten bereits in die Haut eingewachsen oder teilweise verschluckt worden sein.
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Erschöpfung: Maack vermutet, dass der Wal aufgrund seiner Schwäche bewusst auf der Sandbank liegen bleibt. Einen Transport per Schleppverband hält er für extrem riskant.
Private Initiative setzt auf Spezialistin aus Hawaii
Ganz anders bewertet das Team um MediaMarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert die Lage. Sie haben am Freitag (17. April 2026) die renommierte Tierärztin Dr. Jenna Wallace aus Hawaii einfliegen lassen, die bereits Erfahrung mit Operationen an Walen hat.
Das Team zeigt sich nach ersten Kontaktversuchen optimistisch: Laut Walter-Mommert reagierte der Wal positiv auf feuchte Tücher; sein Zustand wirke besser als befürchtet. Walter Gunz erklärte, Experten hätten bisher nur leichte Blessuren gefunden. Ein Haken am Maul solle entfernt werden, Netzreste würden voraussichtlich von selbst abfallen.
Der Plan steht – Timmy soll gerettet werden – er wird mit Luftkissen angehoben und auf einer Plane zwischen zwei Pontons in die Nordsee transportiert werden.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) gab nach massivem öffentlichem Druck das „Grüne Licht“ für diesen Versuch. Er stellte jedoch klar, dass die Verantwortung und die Kosten komplett bei der privaten Initiative liegen. Die Initiatoren betonten ihrerseits, dass Geld keine Rolle spiele und man sich ganz nach dem Tempo des Tieres richte.
Während die Rettungsaktion läuft, veröffentlichte der Walexperte Marc Robert Lehmann ein Video, welches Politik und ITAW in Erklärungsnot bringt.




