Am vergangenen Samstag (03. Juli 2021) hat Gerd Schreiner, Landtagsabgeordneter der CDU zu einem Rundgang zum Thema „Grüne Zimmer für jede Wohnung statt Hitzefalle Stadt“ durch Mainz eingeladen. BYC-NEWS war vor Ort.

Gesunde und bezahlbare Wohnverhältnisse

Wo das bereits in der Stadt gut funktioniert, hat er dabei gezeigt. „Jeder und jede in der Stadt muss die Chance haben, auch im Geschosswohnungsbau ein Stückchen freien Himmel über sich zu haben – also in einem „grünen Zimmer“ sitzen zu können“, fordert Schreiner für die Zukunft.

„Es geht uns ausdrücklich darum, dass wir einen Blick haben nicht nur auf den Neubau, sondern auch auf den Bestand. Denn die allermeisten Menschen leben im Bestand und werden auch auf Sicht und Bestand wohnen. Es geht uns darum, dass auch in Geschosswohnungen zu verwirklichen.“, führt Schreiner bei seinem Rundgang an. „Gesunde und bezahlbare Wohnverhältnisse, idealerweise mit einem kleinen Garten – das ist uns wichtig“, erklärt Schreiner. Um das Umzusetzen, führte er verschiedene Beispiele an, wie zum Beispiel den Gartenhof, den Mietergarten und den Erdgeschossgarten.

Der Gartenhof

In der Fichteplatzsiedlung, die bereits seit über 100 Jahren besteht, gibt es zwischen jedem Häuserareal große, grüne Innenhöfe. Dort können Kinder zusammen spielen, Nachbarn grillen gemeinsam, es wird Obst und Gemüse angepflanzt und auch Wäsche getrocknet. Wo mehrere hundert Menschen gemeinsam leben, wird auch Gemeinschaft gelebt, wie uns eine Anwohnerin bei dem Rundgang erzählt. Jeder passt auf jeden auf, Spielgeräte werden geteilt, man ist füreinander da. Dadurch entsteht ein großer sozialer Zusammenhalt, es werden selbstbewusste Mieter, die sich kümmern und Wert aufeinander legen. Und die Mieter wissen ihren Freiraum zu schätzen. Spätestens seit Corona ist ihnen bewusst, welchen Luxus sie mit dieser grünen Oase mitten in der Stadt haben.

Der Mietergarten

Auch in der Agrippastraße ist zwischen den Häusern viel Grünfläche vorhanden. Hier haben einige Mieter zudem kleine Gärten, in denen sie Blumen, Obst und Gemüse anpflanzen können. Liebevoll angelegte Rosenbeete, Tomatenpflanzen, Erdbeeren und vieles mehr ist dort zu sehen. Außerdem gibt es Spielflächen mit Schaukeln und gemütliche Sitzgelegenheiten für die Mieter.

Der Erdgeschossgarten

Im hinteren Teil des Kästrichs haben die Erdgeschosswohnungen einen kleinen Garten. Hier wurden nicht wie in den oberen Stockwerken Balkone gebaut, sondern eine kleine Terrasse mit Grünfläche. In diesem Gebäuderiegel wurde bewusst entschieden, bezahlbare Wohnungen anzubieten und mit viel Wiese und Bäumen einen parkähnlichen Lebensraum für die Menschen zu schaffen. Unter der Fläche befindet sich eine Tiefgarage, sodass die Mieter nicht nur in der Stadt und im Grünen wohnen, sondern auch Parkmöglichkeiten haben.

Neuer Stadtteil für Mainz

„Michael Ebling hat vor kurzem gesagt, dass er einen neuen Stadtteil für Mainz auf der Agenda hat. Das ist mir neu. Als ich das 2017 bei meiner Kandidatur als Baudezernent vorgeschlagen habe, hat er gesagt, dass sei eine Schnappsidee. Ja, wir wollen einen neuen Stadtteil, mindestens einen. Aber dabei ist es wichtig, zwei Dinge in dem Zusammenhang zu beachten. Wenn wir von bezahlbarem Wohnraum reden, meinen er und die Ampel etwas anderes als die CDU. Es geht uns wirklich darum, dass wir gesunde Wohnverhältnisse für die Familien wollen. Deshalb geht es nicht nur um Verdichtung, sondern auch um Freiräume. Es geht nicht darum, mit solchen Gedanken Investoren reich zu machen, sondern dass die öffentliche Hand ihre Aufgabe wahrnimmt, z.B. über Baulandpolitik günstige Grundstückstückspreise über Erbschafts- oder Genossenschaftsmodelle an die Bürgerinnen und Bürger weiter zu geben. Das passiert beides derzeit in Mainz nicht. Die Grundstücke werden solange zwischen den städtischen Gesellschaften hin und her verkauft, bis sie richtig teuer sind.“

Weiter führt Gerd Schreiner an „Im Heiligkreuzviertel sind die Grundstücke teuer, weil sie hundertmal hin und her verkauft wurden, bis sie letztendlich an die Bürger kamen. Viel Grün ist da auch nicht mehr. In der Verdichtung liegt nicht das Heil, sondern man muss versuchen, dass unter einen Hut zu bringen.“ Er will bezahlbaren Wohnraum nicht dadurch erreichen, dass in jeden Vorgarten noch ein Haus gebaut wird, auf jedes Haus noch eine Etage drauf kommt. Es brauche auch Freiräume.