StartÜberregionalGasspeicher in Deutschland so leer wie seit 15 Jahren nicht

Gasspeicher in Deutschland so leer wie seit 15 Jahren nicht

Der Gasspeicherverband warnte, dass die aktuellen Füllstände nicht ausreichen könnten

Die deutschen Gasspeicher gehen so leer wie seit 15 Jahren nicht mehr in die Heizperiode, während der Iran-Krieg die Preise auf über 70 Euro pro Megawattstunde treibt, gibt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche Entwarnung, die Fachverbände warnen jedoch vor Kältewellen im Frühjahr.

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Deutsche Gasspeicher: Nur 58 Prozent Füllstand

Zum offiziellen Beginn der Heizperiode im Oktober blickt Deutschland mit Sorge auf seine Energiereserven: Mit nur 58 Prozent Füllstand verzeichnen die heimischen Gasspeicher den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Dennoch versucht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Wogen zu glätten. In einem Statement betonte die Politikerin, dass die Gasversorgung selbst für einen kalten Winter als gesichert angesehen werden könne.

Grund für die schleppende Befüllung in den Sommermonaten waren vor allem die massiven Verwerfungen an den Energiemärkten. Durch den anhaltenden Krieg im Iran kletterte der Preis für eine Megawattstunde Gas von vormals rund 30 Euro auf zeitweise über 70 Euro. Viele private Gashändler scheuten das hohe finanzielle Risiko, zu diesen Spitzenpreisen Gas einzukaufen und einzuspeichern.

Staat greift ein: Sefe und Uniper müssen Speicher füllen

Um einer möglichen Mangellage vorzubeugen, hat Ministerin Reiche nun die Notbremse gezogen und die verstaatlichten Energiekonzerne Sefe und Uniper angewiesen, gezielt zusätzliche Gasmengen einzuspeichern. Zudem verweist das Ministerium auf die ausgebauten LNG-Kapazitäten an den deutschen Küsten, über die kontinuierlich Flüssigerdgas importiert wird.

Dass die Situation vergleichbar mit der schweren Energiekrise nach dem Ausfall russischer Lieferungen im Jahr 2022 sei, weist das Wirtschaftsministerium zurück. Deutschlands Industriestruktur habe sich verändert: Durch Effizienzsteigerungen und strukturelle Anpassungen liege der Gesamtverbrauch heute deutlich niedriger als noch vor vier Jahren.

Experten warnen vor spürbarem Kälteeinbruch

Ganz ungetrübt ist der Blick der Experten auf die kommenden Monate allerdings nicht. Der Gasspeicherverband warnte davor, dass die aktuellen Füllstände bei einer langanhaltenden oder extremen Kältewelle nicht ausreichen könnten.

Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, dämpft die Erwartungen: Sollte es insbesondere im Januar zu strengem Frost kommen, könnten die Speicherreserven bis Ende Februar bedrohlich knapp werden.