StartVG Gau-Algesheim​Nach schwerem Unfall: Gau-Algesheim äußert sich zur Verkehrssicherheit

​Nach schwerem Unfall: Gau-Algesheim äußert sich zur Verkehrssicherheit

Michael König äußert sich zur Situation in der Ockenheimer Straße

Nach dem Verkehrsunfall am 18. September 2026 in der Ockenheimer Straße in Gau-Algesheim, bei dem vier Personen teils schwer verletzt wurden, ist die Verkehrssicherheit in diesem Bereich erneut in den Fokus gerückt. Mehrere Anwohner hatten sich an die BYC-News-Redaktion gewandt und insbesondere die Geschwindigkeit einiger Verkehrsteilnehmer kritisiert. Sie forderten verstärkte Kontrollen, vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden. Auf Anfrage von BYC-News hat Bürgermeister Michael König nun zu der Thematik Stellung genommen.

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Stadt Gau-Algesheim bestätigt Geschwindigkeitsüberschreitungen

Auf die Frage, ob der Stadt die von Anwohnern geschilderte Verkehrssituation bekannt sei, antwortet König eindeutig. Es sei bekannt, dass die zulässige Geschwindigkeit in der Ockenheimer Straße teilweise überschritten werde.

Nach Angaben des Bürgermeisters finden dort bereits häufig Geschwindigkeitsmessungen statt. Diese werden allerdings weder von der Stadt Gau-Algesheim noch von der Verbandsgemeinde durchgeführt. Zuständig sei die Kreisverwaltung. Wie oft die Kontrollen in den vergangenen Monaten stattgefunden haben und zu welchen Tages- beziehungsweise Nachtzeiten gemessen wurde, konnte Michael König deshalb nicht beantworten.

Auch konkrete Messergebnisse, beispielsweise zu festgestellten Höchstgeschwindigkeiten oder zum Anteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen, liegen der Stadt nach eigenen Angaben nicht vor. Entsprechende Daten befänden sich bei der Kreisverwaltung, erklärte König. Ob sich das Geschwindigkeitsniveau nachts oder an Wochenenden von dem während des Tages unterscheidet, bleibt damit zunächst offen.

Zusätzliche Kontrollen werden grundsätzlich unterstützt

Die Forderung der Anwohner nach verstärkten Geschwindigkeitskontrollen stößt bei der Stadt grundsätzlich auf Zustimmung. Das gelte auch für die von den Anwohnern angesprochenen Messungen in Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden. Gleichzeitig verweist die Stadt darauf, dass die Zuständigkeit für die Kontrollen beim Landkreis liegt.

Die Stadt betont außerdem ausdrücklich, dass die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h nicht nur tagsüber gilt. Auch nachts müssen Verkehrsteilnehmer nach Angaben des Bürgermeisters die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einhalten.

Entwurf für Umbau der Ockenheimer Straße liegt bereits vor

Neben zusätzlichen Kontrollen hatten Anwohner auch mögliche bauliche Veränderungen zur Verkehrsberuhigung angesprochen. Dazu gehören beispielsweise Fahrbahnverengungen, Bodenschwellen oder weitere Maßnahmen, die zu einer Verringerung der gefahrenen Geschwindigkeiten beitragen könnten.

Nach Angaben der Stadt gibt es bereits einen Planentwurf für einen Umbau der Ockenheimer Straße. Dieser liege schon seit einiger Zeit beim Landesbetrieb Mobilität (LBM).

Welche konkreten Veränderungen der Entwurf vorsieht, wann er eingereicht wurde und wie der aktuelle Bearbeitungsstand ist, erläutert König in seiner Antwort nicht.

Eine eigenständige Umsetzung baulicher Maßnahmen sei für Gau-Algesheim zudem nicht ohne Weiteres möglich. Die Stadt sei nicht Träger der Straßenbaulast, weshalb entsprechende Veränderungen mit mehreren zuständigen Behörden abgestimmt werden müssen.

Grundsätzlich bestehe jedoch der Wunsch, die Ockenheimer Straße sicherer zu gestalten.

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Stadt sieht keine erkennbare Häufung von Geschwindigkeitsunfällen

Bei der Bewertung der bisherigen Verkehrssituation verweist die Stadt Gau-Algesheim auf die bereits eingeführte Tempo-30-Regelung. Diese habe nach ihrer Einschätzung dazu geführt, dass die gefahrenen Geschwindigkeiten tagsüber merklich zurückgegangen seien.

„Eine Unfallhäufung ist aus meiner Sicht nicht zu erkennen – zu mindestens was Unfälle durch zu hohe Geschwindigkeit angeht“, erklärt König.

Nach schwerem Unfall derzeit keine neuen Maßnahmen geplant

Trotz der Diskussion über die Verkehrssicherheit und des bereits vorhandenen Umbauentwurfs sind nach Angaben der Stadt Gau-Algesheim derzeit keine weiteren Maßnahmen darüber hinaus vorgesehen.

Den schweren Verkehrsunfall vom 18. September führt Michael König in seiner Antwort nicht auf fehlende Beschilderung oder mangelnde bauliche Maßnahmen zurück. Vielmehr sehe er die Verantwortung im Verhalten des betreffenden Verkehrsteilnehmers. Abschließend betont er, dass die Wirksamkeit sämtlicher Maßnahmen auch davon abhänge, ob sich die Verkehrsteilnehmer an die geltenden Regeln halten.