Großrazzia mit 560 Polizeikräften und mehreren Festnahmen

Innenminister Poseck nennt erste Bilanz – Festnahmen, Beschlagnahmungen und Durchsuchungen quer durch Hessen

Polizei Hessen Symbolbild Foto: BYC-News - Thorsten Lüttringhaus
Polizei Hessen Symbolbild Foto: BYC-News - Thorsten Lüttringhaus

Polizei, Zoll und Ordnungsbehörden sind am Dienstag mit einem Großaufgebot gegen mutmaßliche Sozialleistungsbetrüger vorgegangen. Seit den frühen Morgenstunden des 16. Dezember liefen zeitgleich Durchsuchungen in Wohnungen, Geschäftsräumen und Betrieben im gesamten Bundesland. Rund 560 Einsatzkräfte waren beteiligt – von Wiesbaden über Frankfurt bis in kleinere Städte im Umland.

Hunderte Polizisten und Behörden im gemeinsamen Einsatz

Die Aktion begann bereits in den frühen Morgenstunden. Polizeistreifen riegelten Straßenzüge ab, während Beamte Häuser, Wohnungen, Gaststätten und andere Räume betraten und durchsuchen. Auch Nagelstudios, Barbershops und Spielhallen standen im Fokus der Ermittlungen. Innenminister Roman Poseck (CDU) begleitete Teile des Einsatzes persönlich und betonte: „Sozialkriminalität schadet unserem Staat und der Gesellschaft.“ Nach seinen Worten gehe es nicht nur um Einzelfälle, sondern auch um strukturierte und organisierte Formen des Betrugs.

Durchsuchungen, Beschlagnahmungen und Festnahmen in Frankfurt

Bei den Inspektionen stellten die Beamten rund 55.000 Euro Bargeld sowie Wertgegenstände wie Uhren und Schmuck sicher. Zusätzlich wurden zwei hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt, die mutmaßlich aus betrügerischen Aktivitäten stammten. Die Ermittlungsbehörden vollstreckten drei Haftbefehle, während sieben weitere Personen vorläufig festgenommen wurden. Gegen insgesamt zehn Verdächtige wurden nach ersten Erkenntnissen Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Sozialleistungsbetrug gestellt.

Warum diese Aktion wichtig ist

Der Leiter des Hessischen Landeskriminalamts, Daniel Muth, erklärte, die Ermittlungen richteten sich gegen verschiedene Betrugsformen: Angefangen bei der gleichzeitigen Bezugnahme von Sozialleistungen und illegaler Arbeit bis hin zur Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit, bei denen Einnahmen verschwiegen und staatliche Unterstützungen unrechtmäßig bezogen werden. Innenminister Poseck wies darauf hin, dass Sozialleistungsbetrug kein Kavaliersdelikt, sondern ein ernstzunehmendes Vergehen sei, das das Vertrauen in den Sozialstaat untergrabe.

Ausblick und Ermittlungsstand

Die Aktion ist Teil eines größeren bundeslandweiten Aktionstags gegen Sozialbetrug und Schwarzarbeit. Die Behörden werteten erste Ergebnisse aus, weitere Maßnahmen und mögliche Strafverfahren könnten noch folgen, da die Durchsuchungen und Auswertungen weiterhin andauern. Die Razzia zeigt, wie intensiv Behörden gegen Missbrauch von Sozialleistungen vorgehen, und setzt ein deutliches Zeichen gegen organisierte Betrugsnetzwerke im Rhein-Main-Gebiet.

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