Das schrittweise Ende rund um JP Performance. Für Weggefährten und langjährige Geschäftspartner sowie Freunde geht es nun um die eigene Zukunft. Mittendrin steht das Unternehmen Speed Engineering. Die Firma um Soran, in der Tuning-Szene besser bekannt als „Zoki Speed“, war lange Zeit Mieter in Kraemers Dortmunder Hallen. Zwischen der brodelnden Gerüchteküche in den sozialen Netzwerken versuchen die Verantwortlichen im Hintergrund, die Reißleine zu ziehen, ohne sich rechtlich angreifbar zu machen.
Der Rückzug aus Dortmund und die Gründe
Bereits im November 2025 fiel hinter den Kulissen die Entscheidung, das Mietverhältnis mit Jean Pierre Kraemer aufzugeben und keine weiteren Investitionen mehr in Dortmund zu tätigen. Stattdessen mietete das Team eine neue Halle in Bielefeld an, um schrittweise ganz von vorn anzufangen. In einem ausführlichen Q&A-Video blickte Soran gemeinsam mit seiner Kollegin Ricarda auf diese kräftezehrende Phase zurück und sprach von dem „schlimmsten halben Jahr meines ganzen Lebens“. Ohne den Namen Jean Pierre Kraemer direkt auszusprechen, ließ er tief blicken: Zwischenmenschliche, politische und wirtschaftliche Probleme hätten sich mit erheblichem emotionalem Ballast vermischt.
Aus der geschäftlichen Partnerschaft zieht Soran eine bittere Lehre, die er als deutlichen Appell an andere Gründer weitergibt. Wer die Möglichkeit habe, sich mit einem Partner zu verbünden, der finanziell ungleich stärker oder deutlich weiter sei, müsse sich diesen Schritt „300-mal überlegen“. In solchen asymmetrischen Konstellationen gerate man schnell in eine schwächere Position, verliere die Kontrolle und am Ende womöglich den Spaß am eigenen Herzensprojekt. Für Speed Engineering bedeutete diese Erkenntnis das Ende des eigenen Werkstattkonzepts in Dortmund. Künftig setzt das Team stattdessen auf ein dezentrales Netz von zertifizierten Partnerwerkstätten.
Unterdessen kocht die Gerüchteküche auf Plattformen wie Reddit, TikTok und Instagram unbarmherzig weiter
Viele Fans versuchen akribisch zu rekonstruieren, warum verschiedene Akteure das Umfeld kurz vor dem Bekanntwerden der Vorwürfe verließen. In den Kommentaren wird ehemaligen Mietern und Partnern immer wieder unterstellt, sie hätten die Missstände vor Ort hautnah mitbekommen und das nahende Ende frühzeitig „gerochen“. Zoki reagierte darauf in einer Instagram-Story mit einer klaren Absage an jegliche Spekulationen. Es gebe keinerlei Belege dafür, dass ehemalige Partner wie Flo aus moralischen Gründen gekündigt hätten – dieser habe neutrale Gründe wie die Fokussierung auf Twitch angegeben.
Soran warnte die Community in seiner Story davor, zwischen den Zeilen zu lesen, da dies rechtlich hochgefährlich sei. Wer tatsächlich nah dran war, schweige ganz bewusst, um anderen nicht ungewollt zu schaden. „Medien und Anwälte sind eine ganz wilde Kombination“, betonte er. Für Speed Engineering soll das Kapitel Dortmund nun mit eigenen Teilegutachten, neuen Projekten und dem Fokus auf Bielefeld endgültig abgeschlossen werden.
Wie geladen die Stimmung in der Szene ist, zeigen auch neue Informationen, die vorliegen
Ein ehemaliger Mitarbeiter von Jean Pierre Kraemer, der anonym bleiben möchte, berichtet gegenüber dieser Redaktion, von massiven Drohungen, wüsten Beschimpfungen und sogar Gewaltandrohungen durch radikale Fans von JP Performance. Aufgrund drohender rechtlicher Konsequenzen könne er sich derzeit weder zu den Vorfällen noch zum genauen Zeitpunkt ihres Bekanntwerdens äußern. Er stellte jedoch klar, dass die Umstände hinter den Kulissen keineswegs dem glänzenden Bild entsprachen, das in den YouTube-Videos gezeichnet wurde. Einige Personen hätten sich schon lange vor dem eigentlichen Skandal aus ethischen Gründen distanziert. Er bat die Community um Geduld und appellierte, ehemalige Mitarbeiter sowie Julia Meck nicht weiter anzugreifen. Für einen Teil der Belegschaft von JP Performance sei es auch eine Art Befreiung, um neu zu starten. Die Fans sprechen immer von der gemeinsamen Community, dann zeigt das jetzt auch und lasst uns Luft und Zeit. Weiterhin sollten die Fans einmal darüber nachdenken, warum Jean Pierre den Umzug von Dortmund nach Schwerte plante.
Auch Fabian Kubik, über zwölf Jahre lang die rechte Hand und der engste Vertraute von Kraemer, hatte sich distanziert. Er hatte das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Auf Anfrage von BYC-News teilte er mit, dass sein gemeinsamer Weg mit dem Inhaber und dem Unternehmen bereits Mitte Oktober 2025 sein Ende gefunden habe und er für Dinge im Nachgang der falsche Ansprechpartner sei.
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