StartMainz"Extra 3" berichtet über Solaranlage in Mainz-Mombach ohne Stromanschluss

„Extra 3“ berichtet über Solaranlage in Mainz-Mombach ohne Stromanschluss

Als vorbildliches Referenzprojekt für ganz Rheinland-Pfalz geplant, produziert eine neue Solaranlage im Stadion Mainz-Mombach Strom für die Tonne – weil der Anschluss ans Netz fehlt.

Um Auflagen für die Regionalliga Südwest zu erfüllen, erhielt die neue Zuschauertribüne der Bezirkssportanlage in Mainz-Mombach, die hauptsächlich vom TSV Schott Mainz genutzt wird, im März 2025 ein neues Tribünendach. Doch die Stadt Mainz verband Maßnahme mit einem Nachhaltigkeitsprojekt: Die Überdachung wurde mit einer großen Solaranlage ausgestattet. Das Projekt galt bereits im Vorfeld als Vorbild und als Referenzprojekt für ganz Rheinland-Pfalz für Sportvereine. Was jedoch eigentlich als zeitgemäßes Vorzeigeprojekt gedacht war, entpuppt sich mittlerweile aber als teure Posse, worüber kürzlich bei „Extra 3“ im NDR berichtet wurde.

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55.000 Kilowattstunden Strom – aber kein Netzanschluss der Solaranlage

Seit März 2025 könnte die Anlage jährlich rund 55.000 Kilowattstunden Strom produzieren – genug, um etwa 15 Durchschnittshaushalte zu versorgen. Doch der erzeugte Strom fließt nirgendwo hin. Wie die Stadt auf Nachfrage des NDR einräumen musste, ist die Anlage bis heute schlichtweg nicht an das Stromnetz angeschlossen.

Ursprünglich sollte der Strom direkt durch ein geplantes Multifunktionsgebäude mit VIP- und Presseraum auf dem Gelände genutzt werden. Dieses Gebäude wurde jedoch nie gebaut und da das geplante Gebäude nach dem Abstieg des TSV Schott in die Oberliga wohl gar nicht mehr realisiert wird, bleibt die Anlage auf absehbare Zeit ohne Funktion.

Nach Angaben der Satire-Sendung „Extra 3“ kostete das Gesamtprojekt – inklusive Tribüne und Solaranlage – rund 550.000 Euro. Ein nachträglicher Anschluss an das Netz würde laut Stadtverwaltung rund 82.000 Euro kosten und sei aktuell „wirtschaftlich nicht sinnvoll“ – obwohl der Verkauf des Stroms der Stadt jährlich bis zu 5.000 Euro einbringen könnte.