StartMainzArbeiten zur Entsiegelung der Mainzer Innenstadt beginnen

Arbeiten zur Entsiegelung der Mainzer Innenstadt beginnen

An der Kaiserstraße und Boppstraße entstehen rund 135 Quadratmeter neue Grünflächen

Die Mainzer Innenstadt soll an mehreren Stellen grüner werden. Die Stadt hat mit den ersten Entsiegelungsmaßnahmen begonnen, bei denen versiegelte Flächen zurückgebaut und durch Grünflächen ersetzt werden. Damit soll die Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden, insbesondere in stark verdichteten Bereichen, die sich im Sommer besonders aufheizen.

Den Auftakt bildet der Bereich Kaiserstraße/Boppstraße, wo seit Donnerstag, 22. Oktober 2026, die ersten Arbeiten laufen. Dort sollen rund 135 Quadratmeter neue Grünflächen entstehen. Weitere Maßnahmen sind unter anderem an der Schönbornstraße, der Holzhofstraße und in der Altenauergasse vorgesehen.

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Neue Grünflächen an Kaiserstraße und Boppstraße in Mainz

Die große Gehwegfläche an der Ecke Kaiserstraße/Boppstraße war nach der Verlegung einer Abbiegespur entstanden. Nun wird ein Teil der Fläche entsiegelt und neu gestaltet. Bei der Planung mussten verschiedene Anforderungen berücksichtigt werden, darunter Rettungswege für die Feuerwehr, Leitungen im Untergrund, bestehende Wegebeziehungen und der Denkmalschutz.

Die neue Gestaltung sieht einen Baum, einzelne Sträucher und eine Staudenpflanzung vor. Insgesamt sollen dort rund 135 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche entstehen.

Weitere Arbeiten ab November geplant

Als nächstes Projekt ist die Kreuzung Schönbornstraße/Holzhofstraße vorgesehen. Der Baubeginn ist für Mittwoch, 4. November 2026, geplant. Dort sollen bestehende Baumscheiben zu größeren Grünflächen zusammengelegt und mit bodendeckenden Sträuchern und Stauden bepflanzt werden. Vorgesehen sind rund 63 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche.

Auch in der Altenauergasse beziehungsweise Hinteren Christofsgasse soll mehr Platz für Grün entstehen. Die Maßnahme mit rund 48 Quadratmetern neuer Grünfläche ist bereits beauftragt. Nach verschiedenen Voruntersuchungen sollen die Arbeiten Mitte November beginnen.

Sieben Projekte bilden den Auftakt

Die Stadtverwaltung hat die ersten Vorhaben in einer Arbeitsgemeinschaft aus mehreren Fachbereichen entwickelt. Neben den bereits anstehenden Arbeiten gehören dazu weitere Projekte in der Reichklarastraße/Ecke Flachsmarktstraße, am Balthasar-Maler-Platz, in der Neubrunnenstraße und am Barbarossaring. Weitere Entsiegelungsmaßnahmen befinden sich nach Angaben der Stadt in Planung.

Welche Flächen für eine Entsiegelung infrage kommen, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die örtliche Wärmebelastung, das vorhandene Grünflächendefizit und die Größe der Fläche. Auch der Aufwand für die bauliche Umsetzung und der zu erwartende Nutzen spielen eine Rolle.

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Leitungen, Rettungswege und Veranstaltungen schränken Möglichkeiten ein

Nicht jede versiegelte Fläche kann ohne Weiteres in eine Grünfläche umgewandelt werden. Bei der Auswahl müssen unter anderem Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste, Kabel und Leitungen im Untergrund, Kanäle, Verkehrswege, Veranstaltungen und Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Deshalb sei die Anlage von Grünflächen häufig einfacher umzusetzen als die zusätzliche Pflanzung von Bäumen. Gleichzeitig erforderten die Projekte eine umfangreiche Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen.

Rund 500.000 Euro Fördermittel zugesagt

Für die ersten Entsiegelungsmaßnahmen ist nach Angaben der Stadt ein Gesamtvolumen von rund 950.000 Euro vorgesehen. Davon seien rund 500.000 Euro an Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (NKK) zugesagt. Das Programm sieht für die entsprechenden Maßnahmen eine Förderung von 80 Prozent vor.

Die Dezernentin für Umwelt und Mobilität, Janina Steinkrüger, begrüßt den Beginn der Arbeiten: „Dass wir nun den Start der ersten Entsiegelungsprojekte im Stadtgebiet verkünden können, erfreut mich und setzt ein wichtiges Signal zur Klimaanpassung. Jeder Schritt im Stadtgefüge hilft uns weiter. Bedanken möchte ich mich besonders bei dem hoch engagierten Team der Entsiegelungs-AG, die mit ihrem Einsatz und Ideen diese Projekte möglich machen.“