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Mainz muss aufholen: E-Ladesäulen endlich flächendeckend

Die Verkehrswende ist in aller Munde, doch die Realität auf Mainzer Straßen sieht oft anders aus: Ein kritischer Kommentar zur schleppenden Infrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Leserbrief von Joachim Stein zum Thema E-Ladesäulen in Mainz: In der Debatte um die Mobilitätswende wird Mainz oft von der Realität links überholt. Wer kein Eigenheim mit Wallbox besitzt, steht in unserer Stadt vor einer logistischen Herkulesaufgabe. Dabei zeigen andere deutsche Großstädte längst, wie man den öffentlichen Raum effizient nutzt, um die Akzeptanz für Elektromobilität zu steigern. Wenn wir die E-Ladesäulen in Mainz nicht massiv ausbauen, bleibt die Verkehrswende ein reines Lippenbekenntnis auf dem Papier.

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Das Erfolgsmodell „Laternenladen“: Ein Beispiel aus Dortmund

Ein Blick nach Dortmund zeigt, was möglich ist: Dort wurde bereits im Jahr 2022 das Projekt „NOX-Block“ erfolgreich abgeschlossen. In der Ruhrgebietsmetropole wurden über 320 Ladepunkte direkt in bestehende Straßenlaternen integriert. Diese „grünen Laternen“ stehen vor allem in dicht besiedelten Wohnvierteln, in denen Menschen keine eigene Garage haben.

Genau dieses Konzept fehlt bei den E-Ladesäulen in Mainz völlig. Anstatt den Gehweg mit klobigen neuen Säulen zuzustellen, nutzt Dortmund die vorhandene Infrastruktur. Das ist kostengünstiger, platzsparender und bürgernah. Warum ist ein solches Modell in der Mainzer Neustadt oder Oberstadt bisher kein Standard? Hier wird wertvolles Potenzial verschenkt, um Laternenparkern den Umstieg zu erleichtern.

Mainz muss aufholen: e-ladesäulen endlich flächendeckend
Screenshot: https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/

Strategische Knotenpunkte: P+R und die MEWA Arena

Ein weiterer entscheidender Baustein für eine funktionierende Infrastruktur ist die Verknüpfung von Laden und Parken an den Stadträndern. Wir brauchen ein massives Angebot an E-Ladesäulen in Mainz auf P+R-Parkplätzen. Das Konzept ist simpel: Pendler stellen ihr Auto am Stadtrand ab, laden es dort bequem während der Arbeitszeit auf und nutzen für den Weg in die Innenstadt den ÖPNV. Das entlastet die City vom Parksuchverkehr und reduziert Emissionen.

Auch die MEWA Arena bietet sich hierfür als idealer Standort an:

  • Riesige Parkflächen: Außerhalb der Spieltage liegen hier tausende Quadratmeter Asphalt brach.

  • Potenzial: Hier könnten hunderte Ladepunkte entstehen, die unter der Woche als riesiger „Ladepark“ für Pendler und Anwohner dienen.

  • Anbindung: Mit der Straßenbahn ist man von dort in wenigen Minuten am Hauptbahnhof oder in der Altstadt.

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Parkhäuser als moderne Energie-Hubs

Zusätzlich müssen die städtischen Parkhäuser konsequent zu Energie-Hubs umgebaut werden. Es reicht nicht, zwei Alibi-Ladeplätze in die hinterste Ecke zu verbannen. Wir brauchen spezielle Etagen, die flächendeckend mit E-Ladesäulen in Mainz ausgestattet sind. Nur wenn das Laden so selbstverständlich wird wie das Parken selbst, werden sich mehr Mainzer für ein Elektrofahrzeug entscheiden.

Die Stadtverwaltung darf sich nicht darauf ausruhen, dass das Privileg des kostenlosen Parkens für E-Autos seit September 2024 ausgelaufen ist. Wenn man Privilegien streicht, muss man im Gegenzug die Infrastruktur liefern. Mainz braucht eine mutige Offensive bei den E-Ladesäulen in Mainz, die sich an erfolgreichen Vorbildern orientiert, statt nur den Mangel zu verwalten.

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