BYC-NewsÜberregionalDer aktuelle Zustand von Wal Timmy vor Poel

Der aktuelle Zustand von Wal Timmy vor Poel

Um die ohnehin angespannte Situation nicht durch Fehlinformationen weiter zu belasten, stellte der Minister klar, dass die am Samstag in Rostock und Schwerin heulenden Sirenen in keinem Zusammenhang mit dem Buckelwal stehen.

Der dramatische Überlebenskampf von Wal Timmy vor Poel geht in eine weitere Phase. Wie Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag, den 4. April 2026, mitteilte, hat der geschwächte Buckelwal eine weitere Nacht überstanden. Das Tier, das derzeit im flachen Wasser der Kirchsee vor der Insel Poel liegt, zeigt weiterhin regelmäßige Lebenszeichen: Der Wal atmet etwa alle vier bis fünf Minuten und stößt dabei vereinzelt Laute aus. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Morgen, dass sich der Zustand des Tieres seit Freitag nicht grundlegend verändert habe und die Nacht ohne besondere Vorkommnisse verlaufen sei.

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Akuthilfe durch die Feuerwehr – Wal Timmy vor Poel

Um die Schmerzen des gestrandeten Giganten zu lindern, leisten Einsatzkräfte der Feuerwehr seit Freitag unermüdlich technische Hilfe. Da die Haut eines Wals außerhalb des Wassers schnell austrocknet und schmerzhafte Risse bilden kann, wird das Tier regelmäßig mit Ostseewasser benetzt. Aufgrund sich ändernder Windverhältnisse mussten die Sprinkleranlagen am Samstagmorgen versetzt werden, um eine kontinuierliche Befeuchtung der verletzten Hautpartien sicherzustellen. Backhaus betonte die enorme physische und psychische Belastung für die Helfer vor Ort, die eine lückenlose „Walwache“ durch Polizei und Fachpersonal gewährleisten.

Strategische Planung nach den Ostertagen

Trotz der kritischen Lage wird derzeit kein übereilter Bergungsversuch unternommen. Der Minister kündigte an, dass Fachleute den Gesundheitszustand von Wal Timmy vor Poel nach den Osterfeiertagen erneut eingehend begutachten werden. Diese Expertise ist die notwendige Grundlage für alle weiteren Planungen – sei es eine mögliche Rettung oder die Vorbereitung einer Bergung. Backhaus wies in diesem Zusammenhang Kritik am bisherigen Vorgehen zurück und versicherte, dass man sich „bis zur letzten Minute“ um das Wohl des Tieres kümmere. Sämtliche eingereichten Konzepte von externen Experten würden derzeit sowohl auf ihre technische Machbarkeit als auch auf ihre Vereinbarkeit mit dem Tierschutz geprüft.

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Klärung von Gerüchten und Rückblick

Um die ohnehin angespannte Situation nicht durch Fehlinformationen weiter zu belasten, stellte der Minister klar, dass die am Samstag in Rostock und Schwerin heulenden Sirenen in keinem Zusammenhang mit dem Buckelwal stehen. Es handelte sich dabei um einen planmäßigen kommunalen Warntag zur Überprüfung der Warn-Infrastruktur.

Der Leidensweg von Wal Timmy vor Poel dauert nun schon rund vier Wochen an. Der etwa 12 bis 15 Meter lange Meeresriese war mehrfach in der Ostsee gestrandet – unter anderem im Hafen von Wismar und am Timmendorfer Strand –, konnte sich jedoch dreimal aus eigener Kraft befreien, bevor er nun vor der Insel Poel endgültig festsetzte.

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