Die Kosten im Gesundheitswesen in Rheinland-Pfalz steigen weiter stark an. Wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Mainz mitteilt, gab die Kasse im Jahr 2025 über 2,1 Milliarden Euro für die medizinische Versorgung ihrer rund 560.000 Versicherten in Rheinland-Pfalz aus. Das entspricht einem Plus von gut zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,9 Milliarden Euro). Umgerechnet fielen pro Versichertem durchschnittlich 3.914 Euro an.
Krankenhäuser als größte Kostenfalle
Den mit Abstand größten Posten bildeten die Ausgaben im Krankenhaussektor, mit über 678 Millionen Euro, verzeichneten die Kliniken im Land ein Ausgabenplus von satten 14,7 Prozent im Vergleich zu 2024. Auf jeden TK-Versicherten entfielen damit allein 1.239 Euro für stationäre Behandlungen.
Auch in den anderen Bereichen stiegen die Kosten deutlich:
- Ambulante ärztliche Versorgung: ca. 413 Millionen Euro (+12,4 %)
- Heil- und Hilfsmittel, Fahrtkosten: über 520 Millionen Euro (+13,3 %)
- Arzneimittel: knapp 396 Millionen Euro (+7,1 %)
- Zahnärztliche Behandlung: über 134 Millionen Euro (+8,5 %)
Krankenkasse fordert digitale Patientenlotsen
Angesichts der rasant steigenden Kosten und der Diskussionen um die rheinland-pfälzische Krankenhausreform fordert die Krankenkasse ein Umdenken bei der Patientensteuerung.
„Ein Problem unseres Gesundheitssystems ist, dass Patientinnen und Patienten nicht zielgerichtet durch das System gelotst werden“, erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. Die Kasse setzt sich daher für den Grundsatz „Digital vor ambulant vor stationär“ ein.
Durch ein intelligentes Primärversorgungssystem mit einer digitalen Ersteinschätzung sollen Patientinnen und Patienten künftig direkt an die richtige Stelle, etwa zum passenden Facharzt oder in eine Notfallpraxis, geleitet werden.
So könnten unnötige Krankenhausaufenthalte und Doppelbehandlungen vermieden werden, was nicht nur Kosten spart, sondern auch die überlasteten Notaufnahmen und Pflegenden spürbar entlasten würde.






