Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum haben häufig individuelle Bedürfnisse, die im Alltag besondere Unterstützung erfordern. Gleichzeitig stehen auch ihre Familien vor Herausforderungen, bei denen Beratung und Begleitung hilfreich sein können. Mit der Einrichtung in.spektrum hat die in.betrieb gGmbH in Ingelheim ein Angebot geschaffen, das beide Seiten in den Blick nimmt. Am Montag, 2. November 2026, wurde die Einrichtung offiziell eröffnet.
An der Feier nahmen unter anderem Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Landrat Thomas Barth teil. Auch Jason und Mirco von Juterczenka, bekannt als die „Wochenendrebellen“, waren zu Gast. Sie berichteten aus persönlichen Perspektiven über das Leben im Autismus-Spektrum und gaben damit einen Einblick in das Thema.
Interaktive Stationen in Ingelheim machen Herausforderungen erfahrbar
Bei der Eröffnungsfeier konnten sich die Gäste über die Arbeit von in.spektrum informieren und die neuen Räumlichkeiten besichtigen. An interaktiven Stationen erhielten sie außerdem die Möglichkeit, selbst zu erfahren, welche Herausforderungen beispielsweise Reizüberflutung oder Kommunikation ohne Worte mit sich bringen können.
Jason und Mirco von Juterczenka setzten mit ihren persönlichen Einblicken einen weiteren Schwerpunkt. Im Anschluss an die Veranstaltung luden sie zu einer Lesung aus ihrem zweiten Buch „Chaos auf Augenhöhe“ ein.
Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte die Verbindung der verschiedenen Unterstützungsangebote: „in.spektrum verbindet die Beratung und Förderung von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum mit Sozialpädagogischer Familienhilfe in heilpädagogischer Ausrichtung. So lassen sich konkrete Strategien für den Alltag mit der Unterstützung der gesamten Familie verbinden. Das zeigt ganz konkret, was es braucht, damit Inklusion gelingt: Unterstützung, die sich an den Menschen orientiert, und eine Zusammenarbeit, die nicht an Zuständigkeitsgrenzen endet.“
Auch Landrat Thomas Barth hob die Bedeutung einer individuellen Begleitung hervor: „Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum brauchen Unterstützung, die ihre individuellen Stärken und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig dürfen wir die Familien nicht allein lassen, die im Alltag oft vor besonderen Herausforderungen stehen. Angebote wie in.spektrum können dazu beitragen, Verständnis zu fördern, Teilhabe zu ermöglichen und Familien nachhaltig zu stärken“.
Individuelle Förderung und Familienhilfe werden kombiniert
Die ersten Kinder werden bei in.spektrum bereits seit Mai unterstützt und individuell im Alltag gefördert. Mit der offiziellen Eröffnung wurde das Angebot nun um die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) erweitert. Sie soll Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit stärken und richtet sich insbesondere an Familien, in denen die Kinder oder die Eltern im Autismus-Spektrum sind.
Die beiden Angebote können unabhängig voneinander genutzt, aufeinander aufgebaut oder miteinander kombiniert werden. Damit sollen sowohl die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen als auch die Situation der gesamten Familie berücksichtigt werden.
„Mit in.spektrum geht in.betrieb einen begonnenen Weg konsequent weiter: In unseren Angeboten, allem voran in unseren integrativen Kindertagesstätten, begegnet uns Autismus immer häufiger, fordert Betroffene und deren Familien enorm. Hier, in dieser gesellschaftlichen Herausforderung, zu unterstützen setzt in.spektrum an“, erklärt Michael Huber, Geschäftsführer der in.betrieb.
Bedarf an passgenauer Unterstützung wächst
Die Idee für die Einrichtung entstand nach Angaben von in.betrieb vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Diagnosen im Autismus-Spektrum und des wachsenden Unterstützungsbedarfs. Das Unternehmen hat deshalb bereits weitere Angebote mit entsprechenden Schwerpunkten geschaffen. Bei den Rheinlingen in Mainz wurde im vergangenen Jahr eine kleine Kita-Gruppe für Kinder im Autismus-Spektrum eingerichtet. Dort können sie sich bedürfnisorientiert in den Kita-Alltag integrieren. In der Tagesförderstätte mittendr.in in Ingelheim gibt es zudem eine Gruppe mit dem Schwerpunkt Autismus.
Sarah Alt, Geschäftsbereichsleitung Bildung und Beratung bei in.betrieb, erklärt: „Der Bedarf an passgenauen Unterstützungsangeboten ist hoch. Eine individuell abgestimmte Förderung kann wichtige Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Wir freuen uns sehr, mit in.spektrum einen weiteren Baustein für die Begleitung von Kindern und Familien geschaffen zu haben“.
Nach Angaben des Unternehmens werden in dem neuen Angebot aktuell zwei Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) beraten und gefördert.






